Lotte Lang
Lotte Lang wurde am 11. Januar 1900 in Wien geboren. Nach dem Besuch einer Handelsschule arbeitete sie zeitweise als Sekretärin, entschied sich dann für den Beruf der Schauspielerin und ließ sich dementsprechend ausbilden. Ihr Bühnendebüt gab sie 1924 am Stadttheater in Linz als Opernsoubrette und stand dort bis 1928 auf der Bühne, weitere Verpflichtungen führten die Schauspielerin im Laufe der Jahre unter anderem an die "Münchner Kammerspiele", in Wien an das "Raimund-Theater", die "Volksoper" sowie das "Theater in der Josefstadt", dem sie als Ensemblemitglied von 1945 bis Ende der 1970er Jahre und später als Ehrenmitglied angehörte und dort in über 50 Rollen brillierte. So beispielsweise als "Frau Miller" in Schillers "Kabale und Liebe" oder als "Frau Windischgruber" in "Hofrat Geiger"; 1983 verkörperte sie die böse Großmutter in Ödön von Horvaths "Geschichten aus dem Wienerwald", ihre letzte Bühnenrolle war ein Jahr später die "Tante Teresina" in Italo Svevos "Kusinen".1)

Sowohl auf der Bühne als auch im Film verkörperte Lotte Lang oft typische, resolute Wiener Frauenfiguren, die sie mit Witz zu gestalten wusste. Ihr Leinwanddebüt hatte sie 1932 mit einem kleinen Part in dem Streifen "Zwei vom Südexpress" gegeben, ein Jahr später mimte sie die Operettensängerin  Lissi in der Komödie "Muss man sich gleich scheiden lassen" (1933). In den kommenden Jahren avancierte die Schauspielerin in zahlreichen Kinoproduktionen mit profilierten Nebenrollen und einprägsamen Figuren zu einer beliebten Darstellerin im Film. So erlebte man sie unter anderem als kokette Schauspielerin Rosa Ferugas in Ucickys Abenteuer "Unter heißem Himmel"2) (1936) an der Seite von Hans Albers oder zwei Jahre später als charmantes Stubenmädchen Lotte in Werner Hochbaums Melodram "Ein Mädchen geht an Land"2). Helmut Käutner besetzte sie als Edelprostituierte Mizzi in dem Liebesfilm "Anuschka"2) (1942), Erich Engel als illusionslose, zynische Schauspielerin Mila in "Sommerliebe" (1942). Géza von Cziffra übertrug ihr die Rolle der Lu in dem Revuefilm "Der weiße Traum"3) (1943), in dem Krimi "Orientexpress"2) (1944) mimte sie die Mizzi Treff oder war in "Das Herz muss schweigen"3) (1944) zu sehen.
Auch im Nachkriegsfilm zählte Lotte Lang zu den vielbeschäftigten Darstellerinnen, oft erlebte man sie in Unterhaltungsfilmen an der Seite von Komikern wie Theo Lingen und Hans Moser, so beispielsweise in "
Es schlägt 13"3) (1950), "Schäm dich, Brigitte"3) (1952) oder "…und wer küßt mich?" (1956). Mit Theo Lingen agierte sie in "Der Theodor im Fußballtor" (1950) und "Die Mitternachtsvenus" (1951), mit Fritz Imhoff in "Wenn eine Wienerin Walzer tanzt" (1951), mit Annie Rosar und Hans Holt in der Werfel-Adaption "Der veruntreute Himmel"3) (1958). Zu Lotte Langs profiliertesten Charakterisierungen auf der Leinwand zählen die alternde, resignierende Operettensängerin Putzi Lorrant in Paul Verhoevens volkstümlichen Geschichte über das Schaustellergewerbe "Tingeltangel" (1953, auch "Hereinspaziert!") oder ihre scharf-pointierte Pensionsleiterin Martha von Hahn in dem mit Schlagern gespickten  Klamauk "Unsere tollen Tanten"3) (1961).
Eine schöne Rolle, die der satirisch-witzigen Signora Palpiti, spiele Lotte Lang 1965 in der Nestroy-Verfilmung "Lumpazivagabundus" an der Seite von Helmut Qualtinger, ihre letzten Auftritte hatte sie 1971 in den TV-Produktionen "Auf der grünen Wiese" (1971) und 1980 in "Das lebenslängliche Kind".
 
Lotte Lang, die 1965 mit der " Ehrenmedaille in Silber" der Stadt Wien geehrt worden war, starb am 13. Februar 1985 – vier Wochen nach ihrem 85. Geburtstag – in ihrer Heimatstadt Wien. Ihre letzte Ruhe fand sie in einem ehrenhalber gewidmeten Grab auf dem Wiener Zentralfriedhof (Gruppe 40, Nummer 124) → Foto der Grabstelle bei knerger.de.

Siehe auch Wikipedia, www.cyranos.ch
Quelle: 1) www.josefstadt.org (Seite nicht mehr abrufbar)
Link: 2) Murnau Stiftung, 3) Wikipedia
  
Kinofilme
Filmografie bei der Internet Movie Database

(Link: Murnau Stiftung, Wikipedia, filmportal.de)
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