Fred Liewehr erblickte am 17. Juni 1909 in Neutitschein (heute Nový Jicín, Tschechische Republik) als Sohn eines Beamten das Licht der Welt. Der Bruder des Bühnenbildners und Direktors der "Modeschule Hetzendorf" (ab 1955) Prof. Otto Liewehr (1916 – 1994) besuchte nach einem früh abgebrochenen Germanistik-Studium an der Universität Wien bzw. Prag 1930/31 das "Max-Reinhardt-Seminar"1) in Wien und wurde 1931 von Max Reinhardt1) selbst als Eleve an das "Theater in der Josefstadt"1) engagiert, im darauffolgenden Jahr ging Liewehr als Schauspieler und Sänger nach Graz. 1933 holte ihn Hermann Röbbeling1) an das renommierte Wiener "Burgtheater"1), wo Liewehr als Giselher in Hebbels "Nibelungen"1) debütierte. Er blieb dem Burgtheater über fünf Jahrzehnte treu, verkörperte über 300 Rollen …2)
Liewehr gestaltete die großen jugendlichen Klassiker-Helden, unter anderem den Romeo in Shakespeares "Romeo und Julia"1), die Titelfigur in Goethes "Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand"1) oder als Schiller-Interpret den Titelhelden "Don Karlos"1), den Mortimer in "Maria Stuart"1) , den Karl Moor in "Die Räuber"1) und den Max Piccolomini in "Die Piccolomini"1), dem zweiten Teil der "Wallenstein"-Trilogie1). Im fortgeschrittenen Alter machte er sich "mit meisterlicher Sprachgestaltung"*) einen Namen als exzellenter Charakterdarsteller, gab unter anderem nun den Lord Leicester im "Maria Stuart" und den Marquis von Posa in "Don Karlos". Überzeugen konnte er auch im komischen Fach, so als Dandy Lucio in Shakespeares "Maß für Maß"1), und machte auch als Raimund-Darsteller eine gute Figur – unter anderem als Alpenkönig Astragalus in "Der Alpenkönig und der Menschenfeind"1) oder als reicher Edelmann Julius von Flottwell in "Der Verschwender"1). Bei den "Salzburger Festspielen" war Liewehr ein gern gesehener Gast, trat dort seit 1935 auf. Im Einzelnen sah man ihn dort

Seit 1949 brillierte Liewehr als Tenor an der "Wiener Volksoper"1) in verschiedenen Operetten, beispielsweise als Symon Rymanowicz in "Der Bettelstudent"1) (1949–1954), als Adam in "Der Vogelhändler"1) (1952–1955), als Graf Danilo in "Die lustige Witwe"1) (1953–1955), als Titelheld Graf René in "Der Graf von Luxemburg"1) (1954/55) oder als Gabriel von Eisenstein in "Die Fledermaus"1) (1966/67) → db-staatsoper.die-antwort.eu. Der Durchbruch als Musical-Star gelang ihm 1956 mit der Rolle des Fred Graham bzw. Petruccio in Cole Porters "Kiss me Kate"1).
Zu seinem 50-jährigen Bühnenjubiläum wünschte sich Liewehr 1983/84 die Rolle des Generals Fürst Plata-Ettin, Vater der Titelheldin Olympia, in dem gleichnamigen Stück von Ferenc Molnár. Otto F. Beer schrieb unter anderem am 26.01.1984 in der "Süddeutschen Zeitung": "(…) man darf bei dieser Gelegenheit zurückdenken, wie das halbe Burgtheaterjahrhundert Liewehrs angefangen hat: Wie er als feuriger Schillerheld, als Mortimer, als Carlos, rasch ein Liebling der Wiener wurde; wie er später ins Singen kam, als das Akademietheater jene preziösen musikalischen Komödien Steinbrechers aus der Taufe hob; und wie er dann eines Tages ein echter Sänger wurde und an die Volksoper ausbrach, ein gefragter Operettendarsteller wurde, aber auch beim ersten in Wien gezeigten Musical dabei war, bei "Kiss me Kate."*)
 
Sein Leinwanddebüt hatte Liewehr gleich mit der tragenden Rolle des Bauern Michael an der Seite von Protagonistin Leni Marenbach in dem melodramatischen Liebesfilm "Jana, das Mädchen aus dem Böhmerwald"4) (1935) gegeben, es folgten Produktionen, in denen er oftmals historische Persönlichkeiten darstellte. So glänzte er in E.W. Emos romantischem Biopic "Unsterblicher Walzer"5) (1939) als Johann Strauss Sohn1) oder in Willi Forsts Operettenverfilmung "Wiener Blut"1) (1942) als bayerischer König Ludwig I.1). Im Nachkriegsfilm zeigte er sich beispielsweise als österreichischer Kronprinz Rudolf1) in Karl Hartls Literaturverfilmung "Der Engel mit der Posaune"1) (1948), als Georg in dem musikalischen Marika Rökk-Streifen "Kind der Donau"1) (1950) oder als Franz I. Stephan1), Ehemann der von Paula Wessely verkörperten österreichische Kaiserin Maria Theresia1) in dem gleichnamigen Biopic1) aus dem Jahre 1951. In dem Romy Schneider-Klassiker "Mädchenjahre einer Königin"1) (1954) tauchte Liewehr als Leopold von Belgien1) auf, in der Literaturverfilmung "Gustav Adolfs Page"1) (1960) als kaiserlicher General Octavio Piccolomini1). In den 1960er Jahren wirkte er in Produktionen wie "An der Donau, wenn der Wein blüht"1) (1965), "Tante Frieda – Neue Lausbubengeschichten"1) (1965) oder "Onkel Filser – Allerneueste Lausbubengeschichten"1) (1966) mit, war mit dem Niedergang des deutschsprachigen Unterhaltungskinos vermehrt im Fernsehen in Bühnen-Adaptionen bzw. Theateraufzeichnungen zu sehen.
Verschiedentlich wirkte Liewehr zudem als Sprecher in ambitionierten Hörspiel-Produktionen mit, hier unter anderem einige Beispiele aus der ARD-Hörspieldatenbank (Link mit Datum der Erstausstrahlung bzw. Link Wikipedia):

Fred Liewehr, der 1969 zum Ehrenmitglied und 1981 zum "Doyen"1) des Wiener "Burgtheaters" ernannt wurde, fungierte außerdem von 1978 bis 1980 als interimistischer Leiter der "Seefestspiele Mörbisch"1) in der österreichischen Gemeinde Mörbisch am See. Darüber hinaus unterrichtete rund 30 Jahre am Wiener "Max-Reinhardt-Seminar".
Der beliebte, zum "Kammerschauspieler" und "Hofrat" ernannte Künstler, seit 1971 Träger des "Grillparzer-Rings"1), starb am 19. Juli 1993 im Alter von 84 Jahren in einem Wiener Krankenhaus; er fand die letzte Ruhe in einem ihm ehrenhalber gewidmeten Grab auf dem Wiener Südwestfriedhof (Gruppe 3, Reihe 2, Nummer 16) an der Seite seiner Ehefrau → Foto der Grabstelle bei knerger.de.
Er war mit der Kammersängerin bzw. Mezzo-Sopranistin Martha Rohs6) (1909 – 1963) verheiratet; der gemeinsame Sohn Florian Liewehr1) (1945 – 2014) ergriff ebenfalls den Beruf des Schauspielers, gehörte über 40 Jahre dem Ensemble des Wiener "Burgtheaters" an und war 2010 ebenfalls mit dem Titel "Kammerschauspieler" ausgezeichnet worden.
Nach Fred Liewehr ist eine Gasse im 13. Wiener Gemeindebezirk Hietzing benannt, die verkehrt – also die ungeraden Nummern auf der rechten Seite – nummeriert wurde.
Quelle (unter anderem*): Wikipedia, www.wien.gv.at, www.cyranos.ch,
austria-forum.org, www.biographien.ac.at
*) Henschel Theaterlexikon (Henschel Verlag, 2010, S. 530)
Link: 1) Wikipedia, 3) Kurzportrait innerhalb dieser HP. 4) www.goethe.de 5) Filmlexikon, 6) wien.gv.at
2) Quelle: www.wien.gv.at
Filme (Auszug)
Filmografie bei der Internet Movie Database, filmportal.de

(Link: goethe.de, Wikipedia, filmportal.de, Die Krimihomepage,
Kurzportrait bzw. Beschreibung innerhalb dieser HP, fernsehserien.de)
Kinofilme

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