Jeanette MacDonald
Jeanette MacDonald wurde am 18. Juli 1903 als Jeanette Anne McDonald und Jüngste von drei Töchtern in Philadelphia (Pennsylvania) geboren; schon früh zeigte sie – wie ihre Schwestern – ihr musikalisches Talent und erhielt von ihren Eltern als Kind Tanzunterricht. Nach dem Besuch der High School entschied sie sich zunächst für den Beruf eines Fotomodells, erhielt dann 1920 am Broadway ein Engagement als Tanzgirl. Schnell machte sie sich einen Namen, erhielt Aufgaben als Sängerin und avancierte bis Ende der 1920er Jahre zu einem beliebten Revue- und Operettenstar.
Ihr Leinwanddebüt gab sie 1929 unter der Regie von Ernst Lubitsch in der ironischen Filmoperette "The Love Parade"2) (Liebesparade) mit der Hauptrolle der Königin Louise von Sylvania an der Seite von Maurice Chevalier1) (1888 – 1972), ein Jahr später folgte die musikalische Romanze "The Vagabond King" (Der König der Vagabunden) mit Dennis King als Partner. Ernst Lubitsch besetzte sie als Gräfin Helene Mara in der Komödie "Monte Carlo"2) (1930), es folgten Hauptrollen in musikalischen Unterhaltungsfilmen wie "The Lottery Bride" (1930), "Oh, for a Man" (1930), "Don't Bet on Women" (1931) und "Annabelle's Affairs" (1931). Erneut unter der Regie von Lubitsch und neben Maurice Chevalier stand sie für "One Hour with You"2) (1932, Eine Stunde mit Dir), Chevalier war auch ihr Partner in dem Musical "Love Me Tonight" (1932, Schloss im Mond).
  
Dann erlebte Jeanette MacDonald als Filmschauspielerin einen leichten Karriereknick, sie ging nach Paris, trat erfolgreich in exklusiven Nachtclubs und Revuehäusern auf. Ein Vertrag mit der "MGM" ließ sie ihre filmische Laufbahn fortsetzen. Die eher belanglose musikalische Komödie "The Cat and the Fiddle" (1933, Liebe nach Noten) mit Ramon Novarro als Partner floppte an den Kinokassen, mit der weiblichen Titelrolle in Ernst Lubitschs aufwendig inszenierten, witzig-ironischen Operetten-Verfilmung "The Merry Widow"2) (1934, Die Lustige Witwe) ging es dann wieder aufwärts und einmal mehr konnte Jeanette MacDonald an der Seite von Maurice Chevalier, der einen wunderbaren Grafen Danilo gab, das Publikum verzaubern. Zum absoluten Publikumsliebling wurde die Künstlerin in den nachkommenden Jahren als Partnerin des Baritons Nelson Eddy2) (1901 – 1967), mit dem sie erstmals in der Operetten-Adaption "Naughty Marietta"2) (1935, Tolle Marietta) in Erscheinung trat. Mit Nelson Eddy drehte sie acht erfolgreiche Musicals – meist unter der Regie von W. S. Van Dyke und Robert Z. Leonard und beide avancierten zum erfolgreichsten Gesangsduo der 1930er Jahre, wurden als "Traumpaar" der Leinwand gefeiert. Zu den Erfolgsfilmen der beiden zählen "Rose-Marie"2) (1936), aus dem einer der berühmtesten Schlager des Paares, "Indian Love Call", stammt, weiterhin "Maytime"2) (1937), "The Girl of the Golden West"2) (1938, Im Goldenen Westen), "Sweethearts"2)  (1938), "New Moon"2) (1940), "Bitter Sweet"2) (1940) und "I Married an Angel" (1942).
Aber auch mit anderen Partnern drehte Jeanette MacDonald erfolgreiche Kinofilme, so sah man sie mit Clark Gable und Spencer Tracy in dem Melodram "San Francisco"2) (1936), aus dem das gleichnamige berühmte Titelsong stammt, der zur offiziellen Hymne der Stadt wurde. Mit Allan Jones zeigte sie sich in "The Firefly" (1937), mit Lew Ayres in "Broadway Serenade" (1939, Irrwege der Liebe) und mit Brian Aherne in "Smilin' Through" (1941, Im Banne der Vergangenheit). Mit Robert Young stand sie für "Cairo" (1942) vor der Kamera, dann ließ ihre Popularität auf der Leinwand während des 2. Weltkrieges merklich nach und Jeanette MacDonald konzentrierte sich vermehrt auf ihre Arbeit am Theater.
   
Fred M. Wilcox gab ihr nach Ende des Krieges noch die Rolle der Louise Rayton Morgan und Mutter dreier Töchter in der Romanze "Three Daring Daughters" (1948, Drei kleine Bestien), Richard Thorpe besetzte sie in der Familiengeschichte "The Sun Comes Up" (1949) – eine ihrer letzten Arbeiten für den Film.
Am Broadway erlebte man die Künstlerin bis Mitte der 1950er Jahre oftmals als Partnerin ihres Mannes, dem bekannten Filmschauspieler Gene Raymond2) (1908 – 1998), den sie 1937 geheiratet hatte und der bis zu ihrem Tod an ihrer Seite war.
Jeanette MacDonald trat in TV-Shows, Musicals und auf der Konzertbühne auf, ging auf Tournee – unter anderem nach Europa –, machte auch Ausflüge auf die Operettenbühne und war bis 1957 ein gern gesehener Gast in Las Vegas. Danach zog sie sich aufgrund gesundheitlicher Probleme fast gänzlich ins Privatleben zurück, erschien nur noch sporadisch im Fernsehen oder ließ sich mit Auftritten in Nachtclubs blicken. Noch 1958 brachte sie zusammen mit Nelson Eddy eine Platte mit deren berühmtesten Songs auf den Markt, die sich Millionenfach verkaufte.
  
Die Schauspielerin und Sängerin Jeanette MacDonald, welche bei ihren Kollegen nicht sonderlich beliebt gewesen sein soll – der Spitzname "Eiserner Schmetterling" spricht für sich – starb am 14. Januar 1965 an einer Herzattacke in einem Krankenhaus in Houston (Texas); ihr Mann Gene Raymond erlag am 3. Mai 1998 in Los Angeles den Folgen einer Lungenentzündung.
Jeanette MacDonalds ältere Schwester Blossom  Rock2) (1895 – 1978) erlangte unter dem Namen "Marie Blake" Anfang der 1940er Jahre mit ihren Auftritten in den Filmen der "Dr. Kildare"-Serie einen gewissen Bekanntheitsgrad.
 
Link: 1) Kurzportrait innerhalb dieser HP, 2) Wikipedia
Mehr Informationen gibt es in englischer Sprache beim Jeanette MacDonald Fanclub.
Siehe Wikipedia
Filmografie bei der Internet Movie Database; Fotos bei film.virtual-history.com
Um zur Seite der Publikumslieblinge zurückzukehren, bitte dieses Fenster schließen.
Home: www.steffi-line.de