Der Theater- und Filmschauspieler Dieter Mann wurde am 20. Juni 1941 in Berlin als Sohn eines Arbeiters in eine nicht gerade begüterte Familie hineingeboren, zu der neben der Mutter noch ein älterer Bruder gehörte, der später als Auslandskorrespondent arbeitete. Nach dem Besuch der Grundschule in Berlin-Pankow und einer Lehre im "VEB Kühlautomat" zum Spitzendreher (1955–1957) war er anschließend als Facharbeiter im "VEB Schleifmaschinenwerk" tätig. 
Dieter Mann im August 2007; Urheber: Ronny Marzok (User: Rmweb; www.studiomarzok.de); Lizenz: CC BY-SA 3.0; Quelle: Wikimedia Commons 1961 holte er mittels eines Stipendiums das Abitur an der Arbeiter-und-Bauern-Fakultät "Friedrich Engels" in Berlin nach – er wollte ursprünglich Lehrer werden –, begann dann jedoch im darauffolgenden Jahr ein Studium an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch"1) im Ost-Berliner Ortsteil Niederschöneweide, das er 1964 abschloss. "Später sagte Dieter Mann, nach dem Reizvollem an diesem Beruf gefragt, dass es vor allem die "Liebe zu schöner Sprache" sei, weshalb er Schauspieler wurde. Gern sei er "Diener" eines guten Dichters." wurde bei defa-sternstunden.de angemerkt. Noch während des Studiums wurde er 1964 von Friedo Solter1) und Hans-Diether Meves an das "Deutsche Theater"1) (DT) verpflichtet und feierte seinen ersten großen Erfolg als Wolodja in dem Drama "Unterwegs" von Wiktor Rosow1). "Die Welt" notierte unter anderem: "Eine bittersüße Liebesromanze (mit der bezaubernd störrischen, berückend hingebungsvollen Christine Schorn1)), ein sowjetisches Selbstfindungsstück. Für damalige Theaterzeiten ziemlich realistisch, mithin konfliktgeladen und aufsehenerregend: Jugend im Aufbruch und Aufruhr. Die Schorn und der Mann, beide Frischlinge von der Schauspielschule, wurden gefeiert als Nachfahren von Romeo und Julia, als hochfliegende Träumer, die unsanft landeten auf dem harten Boden sozialistischer Tatsachen." → www.welt.de (06.09.2004)

Dieter Mann im August 2007
Urheber: Ronny Marzok (User: Rmweb → www.studiomarzok.de); Lizenz: CC BY-SA 3.0
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Dem "Deutschen Theater" blieb Mann bis 2006 über vier Jahrzehnte als festes Ensemblemitglied verbunden, zudem fungierte er als Nachfolger des Theaterwissenschaftlers Rolf Rohmer (1982–1984) von 1984 bis 1991 als Intendant des "Deutschen Theaters", holte unter anderem die politisch umstrittenen Regisseure Frank Castorf1) und Heiner Müller1) an das Haus. "So trägt er wesentlichen Verdienst daran, dass sich das "Deutsche Theater" im wiedervereinten Deutschland etablieren kann und sogar zwei Mal in Folge zum "Theater des Jahres" gewählt wird (1990 und 1991). Mit der Gewissheit, dem Haus seinen Platz in der veränderten hauptstädtischen Kulturlandschaft gesichert zu haben, übergibt Dieter Mann die Intendanz an Thomas Langhoff1). Er will wieder "nur" Schauspieler sein." konnte man bei defa-sternstunden.de lesen.
Dieter Mann feierte mit seinem facettenreichen Spiel – oft in Inszenierungen seines Förderers Friedo Solter – große Erfolge auf der Bühne und zählte zu den Stars der damals Ost-Berliner Bühne – als singender und tanzender Kellner Jean in der Revue bzw. Burleske "Zwei Krawatten" (1976) avancierte er endgültig zum Publikumsliebling der Berliner Theaterszene. Von seinen zahlreichen Rollen, die er während seiner langen Karriere (wenn nicht anders vermerkt) am "Deutschen Theater" eindrucksvoll gestaltete, sind unter anderem zu nennen (Link: Wikipedia): Darüber hinaus führte er gelegentlich Regie, so bei der Uraufführung von "Die Marulas" (1964) nach dem Roman "Abschied von den Engeln" von Werner Heiduczek1), bei der DDR-Erstaufführung von "Zufälliger Tod eines Anarchisten" (1978) von Dario Fo1) und bei Tschechows "Schwanengesang" (1996), einer dramatischen Studie in einem Akt.
Dieter Mann, der einst als jugendlicher Held bzw. tragischer Träumer Edgar Wibeau in Plenzdorfs Dauerbrennerstück "Leiden des jungen W." ebenso begeisterte wie in jüngerer Zeit als alter "König Lear", hat Jahrzehnte lang das deutschsprachige Theater entscheidend geprägt und wird für seine Wandlungsfähigkeit sowie seine hohe, Sinn und Emotion freilegende Sprechkultur gerühmt. "Kritiker und Publikum lieben die Präsenz des Charakterdarstellers, seinen geschliffenen, leicht unterkühlten Stil, seinen diskreten Charme, feinen Humor – und Biss" schrieb der MDR in einem Portrait anlässlich des 75. Geburtstages. Und auf der Seite "100 Jahre Schauspielschule Berlin" (www.berliner-schauspielschule.de) wird notiert: "Der Schauspieler Dieter Mann münzt die charmante, helle Schnoddrigkeit des Berliners, den vitalen, gesunden Ehrgeiz und Elan des Arbeiters und die leidenschaftliche Vernünftigkeit des Intellektuellen um in darstellerische Impulse, die seinen Bühnenfiguren unverwechselbare Lebensnähe und Überzeugungskraft geben. Stets ist die starke, kluge Persönlichkeit dieses Darstellers in seinen Gestalten lebendig – ob für die ehrliche Liebenswürdigkeit und robuste Arroganz des Tempelherrn, für die körperliche Agilität und tänzerische Eleganz des Luftgeistes Ariel, für die listige, witzige Leichtigkeit des Kellners Jean oder für die gelegentlich saloppe Unbeherrschtheit und ansonsten beflissene, aalglatte Distinktion des Illo. Ob als Demetrius in Shakespeares "Sommernachtstraum", als Staatssekretär in Goethes "Torquato Tasso", als Lopachin in Tschechows "Kirschgarten" oder als Johannes Hörder in Bechers "Winterschlacht" – Dieter Mann überzeugt als ein Schauspieler äußerster Konzentration, aus der heraus er mit Lockerheit und Bestimmtheit gewinnende Menschlichkeit produziert. Ein Darsteller von hohen Graden, der feine Verfremdungen seiner Figuren allenfalls als spöttisch-freundliche Ironisierungen liefert, der deren menschliches Zentrum aber nie verletzt."

Nach seinem Ausscheiden als Ensemblemitglied am "Deutschen Theater" blieb Dieter Mann dem renommierten Haus weiterhin verbunden, übernahm zudem Gastrollen unter anderem am "Berliner Ensemble", am "Staatsschauspiel Dresden", zeigte seine Kunst bei den "Wiener Festwochen", an der "Sächsischen Staatsoper" oder bei den "Bregenzer Festspielen". Zahlreiche Auszeichnungen belegen die schauspielerischen Leistungen des Vollblutmimen, zu nennen sind die "Erich-Weinert-Medaille"1) (1965), der "Kunstpreis der DDR"1) (1975), die "Johannes-R.-Becher-Medaille"1) in Gold (1981), der "Nationalpreis der DDR"1)  (II. Klasse für Kunst und Literatur, 1984) und der "Kritikerpreis" (1997) der "Berliner Zeitung" für seine Rolle des Odysseus in "Ithaka". 2003 wurde Mann von der "Berliner Morgenpost" für den "Friedrich-Luft-Preis"1) für den Thomas Mann-Monolog "Fülle des Wohllauts" nominiert, im Anschluss an einen dieser Soloabende wurde dem Schauspieler ein Jahr später im September 2004 anlässlich seines 40-jährigen Bühnenjubiläums die (seltene) Ehrenmitgliedschaft des "Deutschen Theaters" verliehen. Dieter Mann war Mitglied der "Akademie der Künste der DDR" und ist seit 1993 Mitglied der Berliner "Akademie der Künste" → www.adk.de; außerdem ist er Mitglied der "Akademie der Darstellenden Künste", Frankfurt/Main. Zu erwähnen ist, dass sich Mann zu DDR-Zeiten gesellschaftspolitisch engagierte, 1975 wurde er Mitglied des Zentralvorstandes der "Gewerkschaft Kunst". Die Kulturjournalistin Ursula Meves meinte damals unter anderem im der Tageszeitung "Neues Deutschland"1): "Er verfügt über bestes Komödiantentum, das starken Intellekt einschließt."*)
Einem breiten Publikum wurde Dieter Mann durch zahlreiche Rollen in DEFA-Filmen und Produktionen des DFF bekannt, seit Mitte der 1960er Jahre war er regelmäßig auf Leinwand und Bildschirm präsent. Sein "Unterspielen" kommt der Arbeit vor der Kamera entgegen, sein trockener Humor mit einem Anflug von Berliner "Schnoddrigkeit" lockert mitunter dürftige Dialoge auf."**)
Seinem Kinodebüt mit der Hauptrolle des jungen, schnoddrigen Olaf, Mitglied einer Jugendbrigade eines großen Metallbetriebes, in Gerhard Kleins Film über einen Generationskonflikt unter Arbeitern mit dem Titel "Berlin um die Ecke"1) (1965) war jedoch zunächst kein Erfolg beschieden, wegen der kritischen Auseinandersetzung mit dem Sozialismus brachte es der Streifen nur bis zum Rohschnitt und gelangte –- vom 11. Plenum des Zentralkomitees der SED mit Aufführungsverbot belegt – nicht in die Lichtspielhäuser; erst 1987 kam es zur Fertigstellung bzw. Uraufführung. Es sollten prägnante, mitunter auch kleinere Parts in DEFA-Produktionen folgen, unter anderem Konrad Wolfs autobiografisch gefärbte Geschichte "Ich war neunzehn"1) (1968), Egon Günthers Thomas Mann-Adaption "Lotte in Weimar"1) (1975) und Goethe-Verfilmung "Die Leiden des jungen Werthers"1) (1976) oder "Brandstellen"6) (1978), gedreht nach Franz Josef Degenhardts1) gleichnamigem kritischen Roman mit der Hauptrolle des angesehenen Hamburger Rechtsanwaltes Bruno Kappel. 

Der Schauspieler Dieter Mann 1990 im Hörspielstudio
Urheber: Fotograf Werner Bethsold1); Lizenz: CC BY-SA 4.0
Quelle: Wikimedia Commons

Der Schauspieler Dieter Mann 1990 im Hörspielstudio; Urheber: Fotograf Werner Bethsold; Lizenz: CC BY-SA 4.0; Quelle: Wikimedia Commons
Dieter Mann, 1980 fotografiert von Barbara Morgenstern; Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_mo_0000900_001); Copyright SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Barbara Morgenstern; Urheber: Barbara Morgenstern; Datierung: 15.02.1980; Quelle: www.deutschefotothek.de Mit Jutta Hoffmann und Manfred Krug stand er für Frank Beyers Liebesfilm "Das Versteck"1) (1978) vor der Kamera. Als lebensunentschlossener, gutsituierter Bibliothekar Karl Erp, der eine eher langweilige Ehe führt, glänzte er in Herrmann Zschoches kammerspielartig inszenierten Dreiecksgeschichte "Glück im Hinterhaus"1) (1980), in Szene gesetzt nach dem Roman "Buridans Esel" von Günter de Bruyn1). "Die Liebe zu der Praktikantin Fräulein Broder (gespielt von Ute Lubosch) bringt neuen Schwung in sein Leben. Aber dem Alltag hält die Liebe nicht stand – er kehrt zu seiner Ehefrau zurück. Die Schauspieler des Ehepaares Erp, Jutta Wachowiak und Dieter Mann, werden als ideale Besetzung von Kritik wie Publikum geschätzt. In ihrer darstellerischen Glaubwürdigkeit können sich die Zuschauer wiederfinden." kann man bei www.film-zeit.de lesen.
 
Dieter Mann, 1980 fotografiert von Barbara Morgenstern
Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_mo_0000900_001)
© SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Barbara Morgenstern;
Urheber: Barbara Morgenstern; Datierung: 15.02.1980;
Quelle: www.deutschefotothek.de; Genehmigung zur Veröffentlichung: 30.03.2017
Nach Auftritten beispielsweise in dem Kinderfilm "Moritz in der Litfaßsäule"1) (1983) oder der Satire "Zwei schräge Vögel"1) (1989) blieb Dieter Mann auch nach der so genannten "Wende" ein begehrter Darsteller. Unter anderem verkörperte er in Peter Sehrs Biopic "Kaspar Hauser"6) (1993) den Baron Wedel, mimte den Vater von Konrad (August Zirner) in Margarethe von Trottas politischem Melodram "Das Versprechen"1) (1995). Dieter Mann gehörte als Feldmarschall Wilhelm Keitel1) zur Besetzung von Oliver Hirschbiegels vielbeachtetem, preisgekröntem Spielfilm "Der Untergang"1) (2004), eindrücklich war sein Spiel des Nachbarn Günther in Andreas Kannengießers Drama "Vergiss dein Ende"1) (2011) mit Renate Krößner als Partnerin. Zuletzt hatte Dieter Mann einen winzigen Part in der Agentenkomödie "Kundschafter des Friedens"1), die am 26. Januar 2017 an den Start ging – prominente Namen wie Henry Hübchen, Michael Gwisdek, Thomas Thieme und Winfried Glatzeder stehen auf der Besetzungsliste.
 
Vor allem das Fernsehen bot Dieter Mann ein vielfältiges Betätigungsfeld, neben verschiedenen Bühneninszenierungen trat der Schauspieler mit Hauptrollen in Gegenwartsfilmen in Erscheinung, so in dem von Frank Beyer in Szene gesetzten Vierteiler "Die sieben Affären der Doña Juanita"6) (1973) nach dem gleichnamigen Roman von Eberhard Panitz1) oder der zweiteiligen Geschichte "Auf der Suche nach Gatt"6) (1976) nach dem Roman von Erik Neutsch1), wo er als Bergmann Eberhard Gatt brillierte, der den Bohrhammer gegen den Bleistift eintauscht und als Redakteur arbeitet → fernsehenderddr.de. In der Hommage "Requiem für Hans Grundig"7) (1976) für den Maler und Grafiker Hans Grundig1) (1901 – 1958) überzeugte er als Dresdner Arbeiterfunktionär und NS-Widerstandskämpfer Christel Beham1), in "Die Rache des Kapitäns Mitchell"1) (1979) nach dem von Bertolt Brecht in Hollywood verfassten, gesellschaftskritischen Exposé "Safety First" mit der Titelfigur und in dem Doku-Spiel "Chirurgus Johann Paul Schroth"7) (1981) mit dem Untertitel "Eine Geschichte aus den Anfängen der Charité" als Chirurg Ernst Konrad Holtzendorff1). Als Georgi Kissimov den TV-Film "Emil der Versager"7) (1982) nach Motiven der Erzählung "Emil Bierstedt" von Ludwig Turek1) realisierte, fand er in Dieter Mann einen ausgezeichneten Protagonisten, einmal mehr einer historischen Persönlichkeit verlieh er in dem Dreiteiler "Bebel und Bismarck"7) (1987) Kontur und schlüpfte in das Kostüm des deutschen Kaisers Wilhelm II.1).
In den 1990er Jahren setzte Dieter Mann seine Karriere vor der Kamera unverändert erfolgreich fort, während er in den 1980er Jahren eher gebrochene Charaktere spielte, sind es in den nachfolgenden Jahrzehnten des öfteren Bösewichter, die er in zahlreichen TV-Krimis verkörperte.**) Schon zu DDR-Zeiten hatte er in den "Polizeiruf 110"1)-Folgen "Schuldig"1) (1978), "Alptraum"1) (1981) und "Auskünfte in Blindenschrift"1) (1983) prägnante Rollen verkörpert, besonders in letztgenannter Story zeigte er als erblindeter Bauarbeiter Gernot Siebenkorn eine besondere schauspielerische Leistung: Die Kritik stellte fest, dass sich der Film ganz auf die Figur des Opfers Gernot konzentriere, da der Täter Erwin Kampe (Dietrich Körner) dem Zuschauer schnell bekannt werde. "Die Spannung verlagert sich (daher) ganz auf den Selbstfindungsprozeß des Gernot Siebenkorn, der nicht nur im wörtlichen, sondern auch im bildhaft übertragenen Sinn in seiner Blindheit "sehen" lernen muß, und der Hauptdarsteller Dieter Mann führt diesen Prozeß auf geradezu beklemmende Weise vor, zwischen neuem Lebensmut und Verzweiflung pendelnd."8)
1992 zeigte er sich in dem sechsteiligen Dokumentarspiel "Karl May"9) als deutscher Journalist, Gewerkschafter und Politiker Rudolf Lebius1), die durchgehende Figur des Bahnhofs-Chefs Klaus Meding mimte er in der Familienserie "Ein Mann am Zug"1) (1993) an der Seite von Protagonist Eberhard Feik, zwischen 1998 und 2007 sah man ihn 32 Folgen lang als Chef der Pathologie Prof. Dr. Sigmar Bondzio in der beliebten ZDF-Krimi-Serie "Der letzte Zeuge"1) neben Ulrich Mühe als Gerichtsmediziner Dr. Robert Kolmaar.

Dieter Mann, 1989 fotografiert von Barbara Morgenstern
Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_mo_0000900_008)
© SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Barbara Morgenstern;
Urheber: Barbara Morgenstern; Datierung: 28.11.1089;
Quelle: www.deutschefotothek.de; Genehmigung zur Veröffentlichung: 30.03.2017

Dieter Mann, 1989 fotografiert von Barbara Morgenstern; Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_mo_0000900_008); Copyright SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Barbara Morgenstern; Urheber: Barbara Morgenstern; Datierung: 28.11.1089; Quelle: www.deutschefotothek.de
Dieter Mann tauchte mit Episodenrollen in populären Krimi-Reihen wie "Ein starkes Team"1) (1997, Folge 6: Mordlust), "Stubbe –  Von Fall zu Fall"1) (1997, Folge 10: Stubbe und die Killer9)), "Rosa Roth"1) (2002, Folge 14: Die Abrechnung9)), "Bella Block"1) (Folge 14: Kurschatten9)) und "Der Kommissar und das Meer"1) (2010, Folge 8: Ein Leben ohne Lüge9)) auf, war in den "Tatort"-Folgen " Ein Hauch von Hollywood"1) (1997), "Falsches Leben"1) (2009) und "Edel sei der Mensch und gesund"1) (2011) zu sehen.
Einen nachhaltigen Eindruck hinterließ der Schauspieler mit dem markanten Profil als pflegebedürftiger Vaters Michael in dem erschütternden Drama "Wohin mit Vater?"1) (2009). Zuletzt erlebte man ihn in der Seniorenkomödie "Die letzten Millionen"10) (2014) mit der Rolle des grantigen Günter, der sich im Gegensatz zu seiner Ehefrau Karin (Jutta Wachowiak) im Seniorenheim optimal betreut fühlt. "Günter ist als einziger aus dem Seniorensextett als Karikatur angelegt: Der frühere Statistiker ist ein Erbsenzähler, wie er im Buche steht, und im Alter unvermeidlich zum Korinthenkacker geworden. An der Farbe seines jeweiligen Pullunders kann man zuverlässig die Wochentage erkennen, und selbstredend hasst er es, wenn seine Routine durcheinander gerät. Prompt stellt er nach einer mit Conrad durchzechten Nacht am nächsten Morgen schockiert fest, dass er den falschen Pullunder trägt." kann man bei tittelbach.tv lesen. Nur seine unverwechselbare Stimme konnte man in der Tragikomödie "Heimat ist kein Ort"10) (EA: 09.10.2015) hören – er sprach den verstorbenen Vater der Hauptfiguren.
Zu erwähnen ist auch, dass Dieter Mann, der 1981 zum "Fernsehliebling" gewählt wurde, als Moderator auftrat, wiederholt gab er den Zirkusdirektor in der beliebten, traditionell am Abend des 2. Weihnachtsfeiertages ausgestrahlten Sendung "Nacht der Prominenten"1), in TV-Shows wie dem einstündigen Jugendmagazin "Palette der Jugend" (1966/67) oder "Ein Kessel Buntes"1) konnte man ihn ebenfalls erleben.

Darüber hinaus erfreut(e) Dieter Mann mit seiner ausdrucksstarken Stimme das Publikum im Rahmen von stets ausverkauften Lesungen bzw. literarischen Solo-Abenden, etliche Hörspiele sowie zahlreiche von ihm besprochene Hörbücher, aber auch vereinzelte Synchron-Arbeiten runden seine künstlerische Arbeit ab; eine Auswahl der Hörspiele und Features findet man bei Wikipedia. Neben den vielfältigen Aufgaben für Theater, Film, Fernsehen und Audioproduktionen fand Dieter Mann noch Zeit, eine Honorarprofessur an der Berliner "Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" wahrzunehmen. "Mann ist (…) ein heller Schauspieler geblieben; distanziert klug, aber ohne intellektuelle Draperie; Bissigkeit und Härte liegen ihm wohl mehr, als das Dämonisch-Verquälte. Er ist sozusagen zum Lachen und zum Schrecken genau." schrieb 1997 der Journalist Hans-Dieter Schütt.**)
Als Dieter Mann im Mai 2016 in den "Kammerspielen" des "Deutschen Theaters" seine gemeinsam mit Hans-Dieter Schütt verfasste Autobiografie in Dialogform mit dem Titel "Schöne Vorstellung" präsentierte, fand er einmal mehr eine begeisterte Zuhörerschaft. In seinen Gesprächen mit Hans-Dieter Schütt lässt der Künstler ein halbes Jahrhundert Theatergeschichte Revue passieren. Für Betroffenheit sorgte sicherlich die Tatsache, dass Dieter Manns erstmals öffentlich über seine Erkrankung an Parkinson sprach. Der Abschied von der Bühne komme für Schauspieler meist mit der Altersrolle von Shakespeares "König Lear", sagt Mann und lächelt. "Den habe ich gespielt", sagt er, dann wird er ernst. Für ihn sei der endgültige Abschied von der Bühne mit seiner letzten Lebens-Rolle des Parkinson-Patienten gekommen. (Quelle: www.bz-berlin.de) Und in dem Artikel bei www.deutschlandradiokultur.de kommt Susanne Burkhardt zu dem Ergebnis: "Schöne Vorstellung" ist ein kluges und dringend zu empfehlendes Buch. Denn Dieter Mann ist weit entfernt von vielen selbstverliebten Kollegen, die ihre eigene Bedeutsamkeit in Theateranekdoten-Plauderbändchen feiern. Dieter Mann schenkt uns ein reflektiertes Panorama einer blass gewordenen Zeit. Voller Gedanken, die man gern wieder und wieder liest. Hier begegnet man einem Menschen, der Freude am Denken hat. Uns Leser lässt er daran großzügig teilhaben.
 
Dieter Mann lebt mit seiner Lebensgefährtin in Berlin. Er ist Vater eines Sohnes, der 1972 geboren wurde. Aus der Beziehung zu seiner Kollegin Barbara Schnitzler1), Tochter der Schauspielerin Inge Keller2), stammt die 1980 geborene Tochter Pauline Knof1), welche die Familientradition fortsetzte und ebenfalls den Schauspielerberuf ergriff. Seit Dezember 2007 stand sie erstmals mit ihrem Vater auf der Bühne, am Wiener "Burgtheater" wurde Schillers "Wallenstein"1) gegeben – Dieter Mann interpretierte an der Seite von Gert Voss Wallensteins intriganten Gegenspieler Octavio Piccolomini, Pauline Knof Wallensteins Tochter Thekla.

Quelle (unter anderem*)): Wikipedia, bundesstiftung-aufarbeitung.de
www.filmportal.de, www.film-zeit.de sowie "Lexikon der DDR-Stars"**)
Siehe auch den Artikel bei www.deutschlandradiokultur.de
Kontakt: www.hoestermann.de
*) Henschel Theaterlexikon (Henschel Verlag, 2010, S. S. 558/559
**) F.-B. Habel, Volker Wachter: Lexikon der DDR-Stars (Schwarzkopf & Schwarzkopf  1999, S. 214/215)
Link: 1) Wikipedia, 2) Kurzportrait innerhalb dieser HP, 3) ARD-Hörspiel, 4) schaubuehne.de, 5) burgtheater.at, 6) filmportal.de, 7) fernsehenderddr.de, 9) fernsehserien.de, 10) tittelbach.tv
8) Peter Hoff: Polizeiruf 110. Filme, Fakten, Fälle. Das Neue Berlin (Berlin 2001, S. 132)
Stand: Februar 2017
Filme (Auszug)
Filmografie bei der Internet Movie Database, filmportal.de

(Link: Wikipedia, filmportal.de, defa-stiftung.de,
fernsehserien.de, fernsehenderddr.de, Die Krimihomepage, prisma.de, tittelbach.tv, prisma.de)
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