Trude Marlen 1941; Foto mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Nationalbibliothek (ÖNB) Trude Marlen wurde am 7. November 1912 als Trude Posch und Tochter eines Gutsbesitzers im österreichischen Graz geboren, wo sie gemeinsam mit ihrer Zwillingsschwester Cecilia sowie Schwester Grete die Kindheit und Jugend verlebte. Bevor sie zu einer vielbeschäftigten Darstellerin sowohl am Theater als auch im Film avancierte, hatte sie in ihrer Geburtsstadt privaten Schauspielunterricht von Lori Weiser erhalten, erste Bühnenengagements in Brünn, Berlin und Wien schlossen sich an.
  
Rasch war der Film auf das junge, aparte Talent aufmerksam geworden, 1933 erhielt Trude Marlen ihre erste Leinwandrolle in Arthur Robisons Liebeskomödie "Des jungen Dessauers große Liebe"1) und fand an der Seite von Willy Fritsch und Paul Hörbiger erste Aufmerksamkeit. Weitere Unterhaltungsfilme, in denen sie auf das "süße Wiener Mädel" abboniert war, folgten, man erlebte sie unter anderem erneut mit Paul Hörbiger in der Komödie "Spiel mit dem Feuer"1) (1934) und in "Schabernack" (1936), Georg Jacoby besetzte sie als Hanni und Kellnerin eines Wirtshauses, die in "Ehestreik"1) (1935) den Männern den Kopf verdreht.

Trude Marlen 1941
Foto mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Nationalbibliothek2) (ÖNB)
Urheber: Atelier D'Ora-Benda (Madame d'Ora2) (1881–1963) / Arthur Benda2) (1885–1969)
© ÖNB/Wien, Bildarchiv (Inventarnummer 205445-B); Datierung: 10.12.1941
Quelle: www,cyranos.ch

In Carl Boeses "Der Verkannte Lebemann" (1936) umgarnt sie als Lotte Bach einen Schriftsteller und vermeintlichen Schürzenjäger alias Ralph Artur Roberts, in "Der Favorit der Kaiserin" (1936) verliebt sie sich als fintenreiche Hofdame Komtesse Irena in einen Gardeoffizier. 
In Kurt Hoffmanns erfolgreichen Komödie "Paradies der Junggesellen"1) (1939) agierte sie neben Heinz Rühmann, Josef Sieber und Hans Brausewetter und bleibt mit dieser Rolle wohl in nachhaltigster Erinnerung: Der zweimal geschiedene und daher vorübergehend zum Frauenhasser gewordene Standesbeamte Heinz Rühmann verliebt sich in seine Vermieterin Frau Platen (Trude Marlen), während seine Wohnungsgenossen und Freunde Studienrat Dr. Balduin Hannemann (Hans Brausewetter) sowie der Apotheker Cäsar Spreckelsen (Josef Sieber) am Ende die beiden Ex-Frauen (Gerda Maria Terno, Hilde Schneider) ehelichen.
 
Eine weitere schöne Rolle hatte Trude Marlen in dem spannenden Krimi "Ich bin Sebastian Ott"1) (1939), hier mimte sie die Verlobte Erika eines Kunstsachverständigen (Willi Forst), der für die Betrügereien seines Bruders verantwortlich gemacht wird. Forst hatte neben Viktor Becker auch für die Regie verantwortlich gezeichnet und eine Doppelrolle gespielt, eine erneute Zusammenarbeit mit Willi Forst fand in dem Musical "Operette"2) (1940) statt.
Weitere Filme mit Trude Marlen waren beispielsweise "Der Favorit der Kaiserin" (1936), "Ein kleiner goldener Ring" (1936), "Die Verschwundene Frau" (1937), "Meine Frau, die Perle" (1937), "Romanze" (1937) und "Sherlock Holmes und die graue Dame" (1937). Die süßen, herzigen, auch in Kapricen stets liebenswerten Backfische blieben ihr Rollenfach. (…) war sie das "Wiener Mädel" schlechthin: adrett und propper, quirlig und agil, bezaubernd und einnehmend, zwischen Ausgelassenheit und Schmollmund, Abenteuerlust und Keuschheit alle Register jugendlicher Verliebtheit ziehend.3)
 
Während des 2. Weltkrieges trat Trude Marlen nur in wenigen Produktionen wie "
Fahrt ins Abenteuer"1) (1943) oder "Die beiden Schwestern"1) (1943) in Erscheinung. Sie konzentrierte sich überwiegend auf ihre Arbeit auf der Bühne, war zwischen 1941 und 1945 Ensemblemitglied des renommierten Wiener "Burgtheaters".
Auch nach Kriegsende blieb das Theater der Mittelpunkt ihres Wirkens, nur noch sporadisch stand sie vor der Kamera, trat in der Komödie "Wer küßt wen?" (1947) auf und zeigte sich noch einmal in Werner Malbrans "Leckerbissen" (1948), einem eher anspruchslosen Potpourri aus achtzehn ehemals populären Kinoproduktionen in willkürlicher Folge. Sándor Szlatinay gab ihr einen kleineren Part in "Wenn eine Wienerin Walzer tanzt" (1951), Emil E. Reinert in "Abenteuer in Wien"2) (1952) und Eduard von Borsody in "
Ich und meine Frau"2) (1953). Trude Marlens vorerst letzter Leinwandauftritt in den 1950er Jahren war in Hans Wolffs "Ein Tolles Hotel" (1956).
In dem eher belanglosen Streifen "
Heubodengeflüster"2) (1967) tauchte sie dann wieder mal im Kino auf, Ende der 1980er übernahm sie eine Aufgabe in "Borderline" (1988) unter der Regie von Houchang Allahyaris, der sie neben Altstar Leon Askin auch in "Ene mene muh – und tot bist du" (2001) besetzte – Trude Marlens letzte Filmrolle  → film.at.
Vor allem in den 1970er und 80er Jahren begeisterte die Künstlerin das Theaterpublikum in zahlreichen Stücken, so an der "Kleinen Komödie" in Wien, zu dessen Gründungsmitgliedern sie gehört hatte; außerdem gab sie viele Gastspiele und ging auf umfangreiche Tourneereisen.

Die Schauspielerin Trude Marlen starb am 9. Juni 2005 im Alter von 92 Jahren in Wien. Bis zu dessen Tod am 21. Februar 1967 war sie mit dem Ufa-Star Wolf Albach-Retty4) (1906 – 1967) verheiratet gewesen. Den Vater von Romy Schneider4) (1938 – 1982), mit dem sie seit 1943 zusammenlebte, hatte sie 1947 nach dessen Scheidung (1946) von Magda Schneider4) (1909 – 1996) geheiratet. Ihre letzte Ruhestätte fand Trude Marlen in einem Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof (Gruppe 32 C, Nummer 50) an der Seite ihres Mannes Wolf Albach-Retty → Foto der Grabstätte bei knerger.de.
Ihre Schwester Cecilia Brantley starb am 17. August 1997, die ebenfalls in dieser Grabstätte beigesetzt wurde. Schwester Grete Posch war die erste Ehefrau des österreichischen Komponisten und Tenors Anton Maria Topitz (1887 – 1948).5)  
Siehe auch www.cyranos.ch, Wikipedia sowie
den Nachruf bei derstandard.at
Fotos bei film.virtual-history.com
Link: 1) Murnau Stiftung, 2) Wikipedia, 4) Kurzportrait innerhalb dieser HP
Quelle: 3) cinOmat, Filmdienst-Archiv 15/2005, 5) Österreichisches Musiklexikon
 
Kinofilme
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Link: Murnau Stiftung, filmportal.de, Wikipedia)
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