Albert Matterstock
Albert Matterstock wurde am 13. September 1911 als Sohn eines Kavallerieoffizier in Leipzig geboren. Er besuchte unter anderem die die Kolonialschule in Witzenhausen, lebte später bis zu seinem 21. Lebensjahr bei Verwandten in Afrika. Dann kehrte er mit dem Berufsziel "Schauspieler" nach Deutschland zurück. Er absolvierte in Berlin die Schauspielschule von Max Reinhardt, ließ sich unter anderem von Leontine Sagan1) (1889 – 1974) unterrichten und gab anschließend sein Bühnendebüt am Berliner "Kurfürstendamm-Theater". Danach vertiefte er sein schauspielerisches Handwerk bei verschiedenen Provinztheatern, avancierte schließlich mit Rollen des Liebhabers oder eleganten Lebemanns am "Alten Theater" in Leipzig zu einem namhaften Bühnendarsteller. 1936 wechselte nach Hamburg an das "Thaliatheater" und wurde dort von Reinhold Schünzel2) (1888 – 1954) für den Film entdeckt. Er erhielt die Hauptrolle des Königs bzw. Schriftstellers Franz Schniepex in Schünzels Komödie "Land der Liebe"3) und gehörte fortan zu den beliebten Darstellern auf der Leinwand. Fast alle seiner über 20 Vorkriegsproduktionen waren Kassenerfolge und Matterstock einer der bestbezahlten Stars der UFA. Ende Februar 1939 heiratete er in dritter Ehe seine Kollegin, die Schauspielerin Jutta Freybe2) (1917 – 1971), doch auch diese Verbindung wurde später geschieden.

Nach dem Willi-Forst-Film "Serenade"3) (1937) mit Hilde Krahl und "Manege"3) (1937, u.a. mit Anneliese Uhlig) spielte er in verschiedenen Komödien, so beispielsweise den Graf Wetterstein in "Gastspiel im Paradies"3) (1938), den berühmten Rennfahrer Andreas von Doerr in "Lauter Lügen"3) (1938) mit Hertha Feiler als Partnerin, den Flieger Pierre Pasqual in der heiteren Geschichte "Wer küsst Madeleine?"3) (1939) an der Seite von Magda Schneider sowie den Dr. Karl Klinger in "Unser Fräulein Doktor"4) (1940) neben Titelheldin Jenny Jugo. Bis 1945 agierte Matterstock in Streifen wie "Das himmelblaue Abendkleid"3) (1941), "Viel Lärm um Nixi"4) (1942), "Ein Walzer mit dir"3) (1943), "Kollege kommt gleich"3) (1943) oder "Komm' zu mir zurück!"4) (1944).
1943 erkrankte der Künstler während Dreharbeiten auf dem Eibsee am Fuß der Zugspitze schwer: Er hatte sich in spärlicher Bekleidung auf den zugefrorenen See werfen müssen und musste diese Szene häufig wiederholen. Eine schmerzhafte Magenerkrankung, die er sich dabei zuzog, konnte nur unter Zuhilfenahme von Morphium behandelt werden, was Matterstock zum Verhängnis wurde – er entwickelte eine Morphium-Sucht. Noch gegen Kriegsende musste der Schauspieler zum Volkssturm einrücken und wurde verwundet. Zwei bereits 1944 gedrehte Produktionen gelangten erst nach Kriegsende in die Lichtspielhäuser, die Gruselfilmkomödie "Spuk im Schloß"1) wurde am 20.02.1947 uraufgeführt, die Komödie "Schuss um Mitternacht"3) am 28.04.1950; der Streifen "Frühlingsmelodie"3) (1945) blieb unvollendet.

Nach Ende des 2. Weltkrieges arbeitete Matterstock vor allem für das Theater; er stand in Dresden auf der Bühne, spielte dann am Staatstheater in München und ging schließlich nach Mannheim, Filmrollen wurden ihm nur wenige angeboten. Der einstige UFA-Star präsentierte sich noch mit Nebenrollen in "Die Frau von gestern Nacht" (1950), "Es begann um Mitternacht" (1951) und "Gesperrte Wege" (1955), letztmalig war er 1956 in dem Heimatfilm "Drei Birken auf der Heide"1) als Hamburger Verleger Jan Wedekind auf der Leinwand zu sehen, der ein Auge auf die auf die hübsche Rose (Sonja Sutter) geworfen hat.
Seit Anfang der 1950er Jahre beeinflusste das Rauschgift wieder hauptsächlich sein Leben, er schlug sich als Allein-Unterhalter, Autoverkäufer, Empfangschef und Gelegenheitsschauspieler durch. 
Matterstock kampierte zeitweise auf der Straße und in Obdachlosenasylen, lebte von dem, was ihm mitleidige Freunde von früher zusteckten. Mitte der 1950er Jahre schien er sich wieder gefangen zu haben, seit der Heirat (1955) mit seiner vierten Ehefrau Margot Rauh, die ein Geschäft in Hamburg betrieb, versuchte er eine zweite, bürgerliche Karriere und fungierte als Geschäftsführer in einem Bierlokal. Aber auch diese Laufbahn hielt er nicht durch.
Er stand noch sporadisch auf der Bühne, so 1956 in Hamburg in dem Stück "Pariser Geschichten", dann glitt der Schauspieler immer mehr ab. Er versuchte sich nochmals in einer winzigen Rolle in einem Lustspiel und hielt sich gerade zu Aufnahmen für einem Fernseh-Werbefilm in Hamburg auf, als man ihn am 29. Juni 1960 dort in einem Hotel tot auffand – er war erst 49 Jahre alt. Die Obduktion ergab, das es sich nicht um Selbstmord gehandelt hatte, sondern dass sein Körper den jahrelangen Rauschgift- und Tablettenmissbrauch nicht mehr verkraftet hatte. Seine inzwischen aufgelöste Grabstätte befand sich auf dem Hauptfriedhof in Würzburg.
  
Neben seiner schauspielerischen Arbeit war Matterstock auch als Schriftsteller tätig: So verfasste er das Buch "Halbgott – die Geschichte eines Pferdes" sowie verschiedene Novellen, Drehbücher und Essays. 

Siehe auch Wikipedia, www.cyranos.ch
Fotos bei film.virtual-history.com
Link: 1) Wikipedia, 2) Kurzportrait innerhalb dieser HP, 3) Murnau Stiftung, 4) filmportal.de
  
Kinofilme
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Link: Murnau Stiftung, filmportal.de, Wikipedia)
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