Eva-Maria Meineke mit Max Haufler (Mitte; Link Wikipedia) und ManfredáHeidmann in "Die Kollektion"á(1962) von Harold Pinter; Foto mit freundlicher Genehmigung von SWR Media Services mit weiteren Infos zu dem Fernsehspiel; Copyright SWR Eva-Maria Meineke wurde am 8. Oktober 1923 in Berlin geboren. Nach dem Besuch einer Handelsschule entschied sie sich für den Beruf der Schauspielerin und ließ sich dementsprechend ausbilden. Ihr Bühnendebüt gab sie 1943 als Adelheid in Hauptmanns "Der Biberpelz" am "Berliner Staatstheater" unter der Intendanz des berühmten Gustaf Gründgens1) (1899 – 1963) war. Rasch avancierte die Schauspielerin beim Theater zu einer unverzichtbaren Größe, zu ihren bedeutendsten Bühnenrollen zählen unter anderem die Eboli"in Schillers "Don Carlos", die Johanna in Sartres "Die Eingeschlossenen" oder die Do˝a Nisa in Lope de Vegas "Die kluge Närrin". Im Verlaufe der Jahre wurde Eva-Maria Meineke jedoch vor allem durch den Film bzw. das Fernsehen bundesweit bekannt.
 
Foto: Eva-Maria Meineke mit Max Haufler1) (Mitte) und Manfred Heidmann1)
in "Die Kollektion" (1962) von Harold Pinter
Foto mit freundlicher Genehmigung von SWR Media Services; © SWR
Auf der Leinwand hatte man die Schauspielerin bereits 1942 mit einer kleinen Rolle in dem Rührstück "Mit den Augen einer Frau" an der Seite von Olga Tschechowa erleben können, in den 1940er Jahren wirkte sie in Filmen wie Peter Pewas' Liebesdrama "Der Verzauberte Tag"2) (1944) mit, wo sie neben Winnie Markus deren Filmfreundin Anni mimte; der Streifen wurde damals von der NS-Filmzensur verboten und kam erst Anfang Januar 1952  in die Kinos. Zur Filmografie jener Jahre zählen die Titelrolle in der Komödie "Moselfahrt mit Monika"2) (1944) sowie die unvollendeten Produktionen "Das seltsame Fräulein Sylvia"2) (1945, Regie: Paul Martin) und "Heidesommer"2) (1945, Regie: Eugen York). Auch G. W. Pabsts Krimi "Der Fall Molander"2) (1945) nach dem Roman "Die Sternengeige" von Alfred Karrasch konnte in den Kriegswirren nicht mehr fertiggestellt werden, ebenso wie Helmut Weiss ' heitere Romanze "Sag' die Wahrheit"2) (1946) mit Gustav Fröhlich. Meineckes erster Nachkriegsfilm war G. W. Pabsts hochgelobtes Drama "Der Prozess" (1948, auch "Im Namen der Menschlichkeit"), das sich mit dem Thema des Antisemitismus anhand eines authentischen "Ritualmord-Prozesses" von 1883 beschäftig und mit Ernst Deutsch und Ewald Balser in den Hauptrollen besetzt war.
Ab den 1950er Jahren intensivierte Eva-Maria Meineke ihre Arbeit für den Film, der große Durchbruch gelang ihr im deutschen Nachkriegsfilm jedoch nicht Meist waren es prägnante Nebenrollen in erfolgreichen Unterhaltungsstreifen wie beispielsweise Kurt Hoffmanns Kästner-Adaptionen "
Drei Männer im Schnee"3) (1955, mit Paul Dahlke, Claus Biederstaedt) und "Salzburger Geschichten"3) (1957, nach dem Roman "Der kleine Grenzverkehr") mit Marianne Koch und Paul Hubschmid, die Hoffmann-Komödie "Heute heiratet mein Mann"3) (1956) mit Paul Hubschmid und Liselotte Pulver oder Peter Beauvais' "Liebe, Luft und lauter Lügen"2) (1959). Gemeinsam mit Romy Schneider und Paul Hubschmid stand sie für Alfred Weidenmanns Romanze "Scampolo"3) (1958) vor der Kamera, erneut mit Liselotte Pulver in dem Hoffmann-Remake "Das Schöne Abenteuer" (1959). Aber auch eher anspruchslose Produktionen wie dem Heimatfilm "Die Försterliesel" (1956) oder unsägliche Pauker-Filme wie "Morgen fällt die Schule aus"3) (1971) gehören zur Filmografie.
  
Ab Mitte der 1960er Jahre erhielt die Schauspielerin interessantere Aufgaben in anspruchsvollen, zeitkritischen Kinoproduktionen: Kurt Hoffmann besetzte sie in "Das Haus in der Karpfengasse" (1965) nach dem Roman des israelischen Autors Ben-Gavriels, einem bewegenden Film, der das Schicksal jüdischer Familien und tschechischer Widerstandskämpfer nach dem deutschen Einmarsch in die Slowakei Mitte 1939 nachzeichnet und der später als Dreiteiler im Fernsehen gezeigt wurde. Alexander Kluge gab ihr die Rolle der Frau Pichota in seinem inzwischen zum Klassiker avancierten und preisgekrönten Drama "
Abschied von gestern – (Anita G.)"3) (1966) und Dietrich Haugk in der Gaunerkomödie "Adrian, der Tulpendieb" (1966). In Claude Sautets "CÚsar und Rosalie"3) (1972) sah man an der Seite von Romy Schneider und Yves Montand, in Henri Verneuils Agententhriller "Le Serpent" (1973, Die Schlange) spielte sie mit Stars wie Yul Brynner und Henry Fonda, in Vojtech Jasnys sensibler Böll-Verfilmung "Ansichten eines Clowns"4) (1976) zeigte sie als Mutter der Hauptfigur Hans Schnier alias Helmut Griem einmal mehr ihre darstellerische Kraft. 
Zu Eva-Maria Meinekes weiteren Arbeiten für das Kino zählen deutsche aber auch internationale Produktionen unter der Regie namhafter Regisseure und an der Seite berühmter Kollegen: so unter anderem Peter Sykes' Horrorstreifen "To the Devil a Daughter" (1976, Die Braut des Satans) mit Richard Widmark, Christopher Lee und Nastassja Kinski, Alf Brustellins und Bernhard Sinkels "Der Mädchenkrieg" (1977), der Geschichte einer deutschen Familie im Prag der Nazi-Ära, u.a. mit Hans-Christian Blech; weiter Franz Seitz' "Die Jugendstreiche des Knaben Karl" (1977) über die Anfänge des Komikers Karl Valentin mit Robert Seidl und Walter Sedlmayr, Bernhard Sinkels "Taugenichts" (1978), frei nach der spätromantischen Eichendorff-Erzählung "Aus dem Leben eines Taugenichts", mit Jacques Breiter und Matthias Habich, Bertrand Taverniers Drama "Der gekaufte Tod" (1978, La mort en direct) mit Romy Schneider und Max von Sydow, William Richerts Satire "The American Success Company" (1980, Der Ringer) mit Jeff Bridges sowie Dino Risis Thriller "Fantasma d'amore" (1981, Die Zwei Gesichter einer Frau) mit Romy Schneider und Marcello Mastroianni.

Auch das Fernsehen bot der Schauspielerin seit Mitte der 1950er Jahre ein breites Betätigungsfeld: In verschiedenen Literaturverfilmungen brillierte sie auch hier mit Rollen, die sie bereits auf der Bühne verkörpert hatte, so in Jean Anouilhs "Jeanne oder Die Lerche" (1956), Kafkas "Der Kaukasische Kreidekreis" (1958), Brechts "Die Kahle Sängerin" (1961), oder "Weekend im Paradies" (1973), einem Schwank von Franz Arnold und Ernst Bach. Aber vor allem durch ernsthafte Konversationsstücke wie "Herr Wolf hat seine Krise" (1969, Regie: Rainer Erlers), Peter Ustinovs "Das Leben in meiner Hand" (1966, Regie: Rolf von Sydow ) oder Bölls "Wie in schlechten Romanen" (1964, Regie: Claus Peter Witt) konnte Eva-Maria Meineke ihre schauspielerische Vielseitigkeit zeigen. In vielen Krimi-Reihen und unterhaltsamen TV-Filmen war sie auf dem Bildschirm ebenfalls populär. Fast zum Dauergast wurde sie in Krimiserien wie "Derrick", "Der Alte" oder "Tatort", 1963 spielte sie in Rainer Erlers TV-Fassung des Wallace-Krimis "Der Hexer" zusammen mit Peter Peter Pasetti, Trude Kolman besetzte sie als Hilary Graythorne in der TV-Fassung des Bühnenstückes "Die Verschenkten Jahre" (1966), Karl-Heinz Bieber als Mademoiselle Hortense in der Komödie "Die Vitrine" (1972). In dem heiteren Stück "Villa zu vermieten" spielte sie 1982 mit Edith Heerdegen und Günter Strack, ein Jahr später wirkte sie neben Heinz Baumann in Thomas Engels "Der Frosch und die Eintagsfliege" mit; unter der Regie von Stanislav Barabas stand sie für dessen Simenon-Verfilmung "Sonntag" (1985) vor der Kamera.
 
Zur TV-Filmografie von Eva-Maria Meineke zählen weiterhin Serien wie "Gastspieldirektion Gold" (1982), "Weiberwirtschaft" (1987), "Der Elegante Hund" (1987) oder "Harry & Sunny" (1993), in zwei Folgen um die "Tierärztin Christine" (1993/1995, mit Uschi Glas) war sie ebenso mit von der Partie wie in Erich Neureuthers "Verzwickte Lügen" (1997) nach der Komödie von Clive Exton, oder in Rolf von Sydows "Heiß und kalt" (1997) nach dem Thriller von Petra Hammesfahr. Zu den jüngeren Fernseharbeiten der Schauspielerin gehören der Tatort "Gefährliche Zeugin" (1998), die "Schwurgericht-Episode "Seitenwechsel" (1999), die Pilcher-Verfilmung "Im Licht des Feuers" (2000) sowie Dagmar Dameks gefühlvolle Tragikkomödie "Die Blauen und die grauen Tage"5) (2000), nach einem Roman von Monika Feth mit Inge Meysel in der Hauptrolle.
Nach längerer Fernsehabstinenz tauchte die Schauspielerin 2005 mit einer kleinen Rolle in Dagmar Dameks romantischen Komödie "Wen die Liebe trifft" auf, ein Jahr später verkörperte sie 80-jährige Großmutter der Protagonistin Antonia Vogt (Sophie Schütt) in der melodramatischen Familiensaga "Afrika – Wohin mein Herz mich trägt"5). Danach wirkte sie als Hedwig Andersen in der "Traumschiff"-Episode "Kilimandscharo–Malediven–Indien" (2008) mit.

Die sympathische Schauspielerin Eva-Maria Meineke war in erster Ehe mit ihrem Kollegen Siegfried Breuer1) (1906 – 1954) verheiratet, die zweite Verbindung ging sie mit dem Filmproduzenten Heinz Angermeyer3) (1909 – 1988) ein.
  
Siehe auch Wikipedia
Link: 1) Kurzportrait innerhalb dieser HP, 2)  Murnau Stiftung, 3) Wikipedia, 4) deutsches-filmhaus.de, 5) prisma.de Stand Dezember 2015
  
Kinofilme
Filmografie bei der Internet Movie Database

(Link: Murnau Stiftung, Wikipedia, deutsches-filmhaus.de, filmportal.de)
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