Lutz Moik
Lutz Moik wurde am 10. November 1930 als dritter und letzter Sohn des Chemikers Richard Moik und seiner Frau Helma in Berlin geboren. Als der Vater 1938 verstarb, konnte seine Mutter die Familie nicht mehr ernähren und brachte Lutz im Potsdamer Militär-Waisenhaus unter. Hier wurde der Junge 1942 mit zwölf Jahren von Regisseur Robert A. Stemmle für den Film entdeckt, als er einen Kinderdarsteller und Filmsohn von Werner Hinz für die Komödie "Meine Herren Söhne" (1943/44) suchte. Es folgte "Eine reizende Familie" (1944/UA: 23.01.1948) sowie ein weiterer Streifen, in dem Lutz Moik den Lausbub mimte; nach Ende des 2. Weltkrieges wirkte er in einigen Hörspielen sowie im Kinderfunk bei Dr. Ilse Obrig1) (1908 – 1978) mit.
Hans Müller besetzte ihn dann mit der Hauptrolle des Wolfgang in dem Drama "Und finden dereinst wir uns wieder" (1947), der Geschichte um Jugendliche in den Wirren der Nachkriegszeit. Moik, der inzwischen ein Kunststudium mit dem Ziel, Bühnenbildner zu werden, begonnen hatte, entschloss sich nun endgültig für den Schauspielerberuf und nahm auch Unterricht bei Leonore Ehn1) (1888 – 1978).
 
1947/48 inszenierte Hans Müller den DEFA-Jugendfilm "1-2-3 Corona – Jugend zwischen Himmel und Erde"1) (1948), in dem es um einen Wanderzirkus und eine verunglückte Trapezkünstlerin im Jahre 1945 geht, um die sich Mitglieder zweier rivalisierender Jugendbanden kümmern. Moik erhielt die männliche Hauptrolle des Gerhard Wittmann, einer der Anführer der Jugendbande, der sich in die hübsche Artistin Corona (Eva-Ingeborg Scholz) verliebt. Ein Jahr später erlebte man ihn in Wolfgang Schleifs Jugenddrama "… und wenn's nur einer wär' …", 1950 spielte er in Kurt Hoffmanns Krimi "
Fünf unter Verdacht – Stadt im Nebel"1) an der Seite von Hans Nielsen und Friedrich Schönfelder den Schüler Klaus Eriksen, im gleichen Jahr den Bauernsohn Matthias Lehmkuhl in Hans Müllers Literaturverfilmung "Bürgermeister Anna" nach dem Lustspiel von Friedrich Wolf. Mit der Hauptrolle des armen Köhlerburschen Peter Munk im ersten deutschen Nachkriegs-Farbfilm "Das kalte Herz"1) (1950), den Paul Verhoeven nach dem Märchen von Wilhelm Hauff1) für die DEFA drehte, konnte Moik seine starke Ausdruckskraft beweisen und wurde durch die Rolle zum Star. Als der erste DEFA-Farbfilm fünf Jahre später auch in der Bundesrepublik gezeigt wurde, konnte man in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" unter anderem nachlesen: "Man merkt sich die Erscheinung des jungen Lutz Moik: ein hellgesichtiger Naturbursche mit mehr Mitteln als nur denen des fröhlichen Jungenlachens und der persönlichen Ausstrahlung."

Wenig später verließ Lutz Moik wegen der politischen Verhältnisse die DDR, ließ sich in der Bundesrepublik nieder und übernahm weiterhin Aufgaben für den Film. Paul Verhoeven besetzte ihn erneut, gab ihm die Rolle des Sohnes Gerhard Homma in seinem preisgekrönten Kriminaldrama "Die Schuld des Dr. Homma" (1951) an der Seite von "Filmvater" Werner Hinz als Dr. Magnus Homma. In dem Melodram "Hanna Amon"1) (1951) des wegen seiner Nazi-Vergangenheit umstrittenen Regisseurs Veit Harlan mimte er den Thomas Amon, der gemeinsam mit Schwester Hanna (Kristina Söderbaum) auf dem elterlichen Berghof lebt; als er sich in die mondäne, verführerische Vera Colombani (Ilse Steppat) verliebt, nimmt das Drama seinen Lauf.
Bis Ende der 1950er Jahre folgten Rollen in Kinostreifen, in denen Moik als frischer junger Mann neben Stars wie Gustav Knuth (Der Fröhliche Weinberg1), 1952), Barbara Rütting (
Christina1), 1953), Lil Dagover (Meine 16 Söhne, 1956) oder Heinz Rühmann (Der eiserne Gustav1), 1958) besetzt wurde; zu seinen letzten Leinwandauftritten zählte Frank Wysbars Hans Hellmut Kirst-Adaption "Fabrik der Offiziere"1) (1960).

Danach wandte der Schauspieler sich verstärkt der Theaterarbeit zu, stand unter anderem in Aachen, Dortmund, Hannover, Stuttgart und Düsseldorf auf der Bühne und ging auf Tournee. Zwischen 1970 und 1982 wirkte er an Schweizer Theatern wie beispielsweise in Bern und spielte am Wiener "Theater in der Josefstadt". Außerdem übernahm er interessante Aufgaben für das Fernsehen, agierte etwa als Vater Hauser in der Serie "Till, der Junge von nebenan"1) (1967), in der Serie "Ausgerissen! Was nun?" (1978) oder in Filmen wie "Keine Leiche ohne Lily" (1969) und dem Mehrteiler "Timm Thaler"2) (1979).
In den 1980er Jahren ermittelte er unter anderem in zwei Fällen als Frankfurter "Tatort"-Kommissar Bergmann (1981/1983), musste dann die Schauspielerei stark einschränken, da er an Multipler Sklerose erkrankte. Er zeigte sich, obwohl bereits an den Rollstuhl gefesselt, dennoch mit einigen weiteren Rollen, unter anderem ab 1992 als Richard Graf in etlichen Folgen der Vorabendserie "Gute Zeiten, schlechte Zeiten"1), widmete sich in den letzten Jahren der Malerei und hielt gelegentlich Lesungen ab.

Lutz Moik erlag am 4. Juli 2002 in Berlin-Charlottenburg mit 71 Jahren seiner langjährigen, schweren Krankheit; er hinterließ seine Ehefrau, die Wiener Schauspielerin Anna Moik-Stötzer sowie zwei Söhne. In erster Ehe war er mit Schauspielerkollegin Edith Hancke2) verheiratet gewesen.
Die letzte Ruhe fand Moik auf dem Städtischen Friedhof Stubenrauchstraße in Berlin-Friedenau → Foto der Grabstelle bei Wikimedia Commons
Siehe auch Wikipedia, www.film-zeit.de
Link: 1) Wikipedia, 2) Kurzportrait bzw. Beschreibung innerhalb dieser HP
  
Filme
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