Jan Niklas wurde am am 15. Oktober 1947 als Jan Niklas Kupferoth in München in eine großbürgerliche Familie hineingeboren. Der Vater war ein erfolgreicher Geschäftsmannes, die am 29. Oktober 1920 geborene Mutter, Elsbeth Kupferoth1)  machte sich als Textildesignerin und Illustratorin einen Namen und gründete 1956 mit ihrem Mann das Familienunternehmen "Textil-Verlag Kupferoth-Drucke"*). Bevor deren ältester Sohn Jan Niklas zu einem der renommiertesten Darsteller sowohl auf der Bühne als auch bei Film und Fernsehen avancierte, ließ er sich in London sowie drei Jahre lang in West-Berlin an der von Hilde Körber gegründeten "Max-Reinhardt-Schule für Schauspiel"1) ausbilden. Nach dem Abschluss erhielt er 1968 sein erstes Engagement am "Stadttheater Regensburg"1), stand in der Folgezeit an so bedeutenden Theatern wie dem Berliner "Schillertheater"1), dem "Hessischen Staatstheater"1) in Wiesbaden und dem Hamburger "Thalia Theater"1) auf der Bühne. In Hamburg gestaltete er beispielsweise 1970/71 den Karl V.1) in dem Stück "Martin Luther & Thomas Münzer oder Die Einführung der Buchhaltung"1) von Dieter Forte (Regie: Kurt Meisel) oder zur Spielzeit 1972/73 den Herzog von Aumerle1) in dem Shakespeare-Drama "Richard II."1) (Regie: Hans Hollmann1)). Niklas zeigte seine schauspielerische Kunst zudem am "Residenztheater"1) in München sowie dem Wiener "Theater in der Josefstadt"1), wo er unter anderem als Student Arkenholz in Strindbergs "Die Gespenstersonate"1) (Premiere: 09.04.1981; Regie: Hermann Kutscher) und als Fritz Lobheimer in "Liebelei"1) von Arthur Schnitzler (Premiere: 04.02.1982; Regie: Wolfgang Liebeneiner1)) brillierte.
   

Das Foto wurde mir freundlicherweise von Jan Niklas zur Verfügung gestellt und
zur Veröffentlichung freigegeben. Die Rechte liegen bei Jan Niklas.

an Niklas
Zu Film und Fernsehen kam der blendend aussehende Schauspieler Mitte der 1970er Jahre, trat anfangs mit kleineren Rollen in TV-Stücken wie Rolf von Sydows Sagan-Adaption "Das ohnmächtige Pferd" (1975), dem Durbridge-Zweiteiler "Die Kette" (1977) oder der mehrteiligen Romanverfilmung "Theodor Schindler" (1979) auf. Aufmerksamkeit erregte er als Leutnant Hans Hermann von Katte1), Freund und Vertrauter des Kronprinzen Friedrich1) (Jan Kollwitz1)), in dem Zweiteiler "Der Thronfolger" (1980), von Oswald Döpke1) gedreht nach der Roman-Biographie "Der Vater. Roman des Soldatenkönigs" von Jochen Klepper1) mit Günter Strack als preußischem "Soldatenkönig" Friedrich Wilhelm I.1)1). Nach weiteren TV-Produktionen wie beispielsweise dem Familiendrama "Der Richter"2) (1981) und der Rolle des Sohnes Ludwig oder der Figur des Operndirigenten Angelo Mariani (1821–1873) in der achteiligen, in Italien gedrehten Biografie "Giuseppe Verdi – Eine italienische Legende"1) (1982) über den Komponisten Giuseppe Verdi1) konnte man Niklas in István Szabós Biopic "Oberst Redl"1) als Baron Kristof von Kubinyi an der Seite von Klaus Maria Brandauer (Oberst Alfred Redl1)) auf der Leinwand erleben. Im gleichen Jahr feierte Niklas seinen internationalen Durchbruch in Marvin Chomskys mehrteiligen, hochkarätig besetzten Hollywood-Produktion "Peter der Große"3) ("Peter The Great"), in der er den jungen Zaren Peter I.1) an der Seite so berühmter Kollegen wie Maximilian Schell, der den älteren Zaren spielte, Vanessa Redgrave (Sofia Alexejewna1)), Omar Sharif (Prince Feodor Romodanovsky), Laurence Olivier (William III.1)), Trevor Howard (Sir Isaac Newton1)), Mel Ferrer (Friedrich I.1)) oder Lilli Palmer (Peters Mutter Natalja Kirillowna Naryschkina1)) verkörperte. Für seine darstellerische Leistung in der in den USA mit drei "Emmy Awards"1) preisgekrönte Mini-Serie wurde Jan Niklas für einen "Golden Globe"1) nominiert und von den Kritikern als "Entdeckung des Jahres" gefeiert, in Deutschland erhielt er einen "Goldenen Gong"1). Erneut unter der Regie von Marvin Chomsky spielte er in dem US-amerikanischen TV-Zweiteiler "Anastasia: The Mystery of Anna" (1986, "Anastasia") über Anastasia Manahan = Anna Anderson1) und fand mit der Rolle des Friedrich Ernst, Prinz von Sachsen-Altenburg1) an der Seite von Titelheldin Amy Irving1), Rex Harrison (Großfürst Kyrill Wladimirowitsch Romanow1)), Olivia de Havilland (Zaren-Witwe Maria Fjodorowna1)) und Omar Sharif (Zar Nikolaus II.1)) erneut viel Beachtung – diesmal gewann Niklas einen "Golden Globe", neben Maximilian Schell (1993 für die Rolle des Lenin1) in "Stalin"1)) als bislang einziger Schauspieler aus dem deutschsprachigen Raum. Bereits 1956 war die Geschichte der Anna Anderson für das Kino verfilmt worden, in den USA mit Ingrid Bergman ("Anastasia") und in Deutschland mit Lilli Palmer ("Anastasia, die letzte Zarentochter"1)) in der Titelrolle.
Im Verlaufe der nächsten Jahre folgten zahlreiche Rollen in deutschen als auch internationalen TV- und Kinoproduktionen – oftmals an der Seite großer Hollywood-Stars. So sah man Niklas  beispielsweise 1989 in dem Drama "The Rose Garden"4) ("Der Rosengarten") neben Liv Ullmann und Maximilian Schell, Claude Chabrol besetzte ihn als Inspektor Klaus Hartmann in dem Thriller "Docteur M."1) (1990, "Dr. M") zusammen mit Alan Bates1) und Jennifer Beals1). In der Literaturverfilmung "The House of the Spirits"1) ("Das Geisterhaus"), nach dem Bestseller von Isabel Allende1), zeigte er sich 1993 als Industrieller Graf Jean de Satigny an der Seite von Meryl Streep1), Glenn Close1) und Jeremy Irons1) auf der Leinwand. Zu seinen letzten Kinoproduktionen zählt die tschechisch-deutsche Co-Produktion "Die Seekönigin1) (1999) bzw. der Part des König Richard, ein Märchenfilm nach Motiven aus Tschaikowskis "Schwanensee"1).

Seit Mitte der 1990er Jahre war Jan Niklas wieder vermehrt auf dem Bildschirm präsent, so beispielsweise 1995 mit der Hauptrolle des Alexander West in dem Thriller "Blutige Spur", ein Jahr später als Alex Neumann in dem Krimi "Ein Tödliches Vergehen" oder als Zirkusdirektor Martin Kier in "Zirkusblut" ("La dame du cirque"). 1997 mimte er den Comic-Zeichner Philip Mosdi in dem Krimi "Geisterstunde – Fahrstuhl ins Jenseits"3), unter anderem neben Rolf Hoppe und Corinna Harfouch1). 2001 beeindruckte er in dem US-amerikanischen Zweiteiler über die Lebensgeschichte von Anne Frank1) mit dem Titel "Anne Frank: The Whole Story"1) neben Hannah Taylor-Gordon1) (Anne Frank), Ben Kingsley (Otto Heinrich Frank1)) und Tatjana Blacher1) (Edith Frank1)) mit der Darstellung des jüdischen Zahnarztes Fritz Pfeffer1), der seit November 1942 ebenfalls im "Achterhuis"-Versteck untergetaucht war.
Jan Niklas präsentierte sich mit der Rolle Ulrich Stein in der von Paul Harather in Szene gesetzten rabenschwarzen Komödie "Die Gottesanbeterin"1) (2001) mit Christiane Hörbiger als die ein Doppelleben führende Trixi Jancik. Bei dieterwunderlich.de kann man lesen: "Nach den widerlichen drei Ehemännern kann sie endlich dem eleganten, charmanten Ulrich Stein (Jan Niklas) das Ja-Wort geben und zu ihm auf sein luxuriöses Anwesen ziehen. Für den Hund sind die eingepackten Fleischportionen gerade richtig. Eines Tages erzählt er ihr von Jungvögeln auf den Zinnen eines Turms. Neugierig steigt sie mit einer Leiter hinauf. Währenddessen redet Ulrich von seinen drei tödlich verunglückten Frauen und schildert kurz, wie die ersten beiden ums Leben kamen. "Und die dritte?", fragt Trixi. "Die bist du", antwortet Ulrich und ruft den an der Leiter angebundenen Hund." Entstanden war die österreichische Produktion nach der Biografie der Serienmörderin Elfriede Blauensteiner1) (1931 – 2003), die als "Schwarze Witwe" in die österreichische Kriminalgeschichte einging.
Niklas war der erfolgreiche Staatsanwalts Gerd Puttgammer, der in dem ZDF-Melodram "Gestern gibt es nicht – eine Liebe sucht ihren Weg"3) (2003) seine Ehefrau Sandra (Suzanne von Borsody1)) in einen "goldenen Käfig" gesperrt hat und sich schuldig macht, als diese ihn mit dem attraktiven Landarzt Jan Baumann (Klaus J. Behrendt1)) verlassen will. In der zweiteiligen, prominent besetzten Pilcher-Verfilmung "Wintersonne" (2003; "Winter Solstice")  – unter anderem mit Geraldine Chaplin und Sir Peter Ustinov – sowie der ebenfalls zweiteiligen Fortsetzung "Zauber der Liebe" (2005, "Summer Solstice") trat er als Oscar Blundell in Erscheinung. Sehenswert war auch die spannende "Tatort"-Folge mit dem Titel "Die Spieler"1) (2005), wo Niklas unter der Regie von Michael Verhoeven1) den passionierten Spieler und Anwalt Louis Sobeke mimte, dessen Frau spurlos verschwunden ist – Hauptkommissarin Klara Blum (Eva Mattes1)) hatte einen schwierigen Fall zu lösen. Ebenfalls prägnant war sein Part in dem US-amerikanisch-kanadischen Filmdrama von Paul Shapiro aus dem Jahre 2004: Der Film "(The) Plain Truth"1) ("Mord im Schilf") basiert auf dem Roman "Die einzige Wahrheit" von Jodi Picoult1) und wurde am 10. Juli 2006 im ZDF erstmals in Deutschland ausgestrahlt. Niklas verkörperte den der Amish-Religion anhängenden Aaron Fitch, dessen Tochter Katie (Alison Pill1)) der Kindstötung angeklagt ist.
Abgedreht hatte er im Herbst 2006 das von Sharon von Wietersheim in Szene gesetzte, bewegende Melodram über Freundschaft und Lebenssinn "Die Zeit, die man Leben nennt"1), wo er als Musikkritiker Jargonov bzw. Manager des jungen Pianisten Luca (Kostja Ullmann) zu sehen war (Erstausstrahlung: 4. Januar 2008 bei ARTE). Seither weisen die einschlägigen Film-Datenbanken keine Aktivitäten mehr vor der Kamera aus.
  
Der populäre Schauspieler Jan Niklas, der in Amerika wegen seiner ausdrucksstarken Augen auch "Eye" genannt wird, ist mit Ehefrau Heike verheiratet und Vater des gemeinsamen Sohnes Louis. Mit seiner Familie lebt er wechselweise in München und Los Angeles.

Weitere Informationen findet man bei www.janniklas.com 
Siehe auch www.prisma.de, Wikipedia
*) Quelle: www.munzinger.de; siehe auch Elsbeth Kupferoth bei "Lexikon der Textildesigner" sowie den Artikel bei www.zeit,de
Fremde Links: 1) Wikipedia, 2)  deutsches-filmhaus.de, 3) prisma.de, 4) filmportal.de
Stand: Juni 2018
   
Filme
Filmografie bei der Internet Movie Database sowie filmportal.de
(Fremde Links: Wikipedia (deutsch/englisch), filmportal.de, Die Krimihomepage,
deutsches-filmhaus.de, fernsehserien.de, prisma.de)
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