Edwin NoŽl
Edwin NoŽl wurde am 11. Juli 1944 in Würzburg/Rimpar geboren und wuchs auch dort auf. Gleich nach der Schule ließ er sich an der Münchener "Schauspielschule Nachbauer" ausbilden, sein Bühnendebüt gab er 1965 am "Münchner Volkstheater". Zur Spielzeit 1966/67 wechselte der Schauspieler an die "Münchner Kammerspiele", weitere Verpflichtungen führten ihn an das Berliner "Schiller-Theater" und an das Theater der Stadt Heidelberg, wo er ab 1967 für vier Jahre zum Ensemble gehörte. Dann ging NoŽl zurück nach München und war bis 1983 erneut Mitglied der "Kammerspiele", danach arbeitete er als freier Schauspieler, vornehmlich in Hamburg und Berlin.
Zu seinen großen Bühnenfiguren zählten der Kleistsche "Prinz Friedrich von Homburg" und die Titelrolle in Brechts "Das Leben des Galilei", besonders in modernen Schauspielen wie Büchners "Dantons Tod", Gerlind Reinshagens "Sonntagskinder" oder Botho Strauß' "Groß und Klein" zeigte er immer wieder seine enorme Darstellungskraft.

Seit Mitte der 1960er Jahre übernahm Edwin NoŽl interessante Aufgaben beim Fernsehen. Hier waren es vor allem zahlreiche Krimi-Serien und spannende Einzelproduktionen, für die der Schauspieler vor der Kamera stand. In den "Derrick"-Episoden gehörte er fast zum Stammpersonal und mimte meist zwielichtige, hintergründige Figuren; mehrfach trat er bei "Ein Fall für Zwei", "Der Alte" und "Die Männer vom K3" auf und auch in einigen "Tatort"-Folgen war er auf dem Bildschirm präsent. In Franz Peter Wirths Mehrteiler "Die Buddenbrooks"1) (1979), nach dem Erfolgsroman von Thomas Mann, mimte er den Leutnant von Throta, Egon Günther besetzte ihn neben Angelica Domröse und Wolfgang Büttner in seiner Poche-Adaption "Hanna von Acht bis Acht"2) (1983) sowie zwei Jahre später in dem Kolonial-Dreiteiler "Morenga" (1985) nach dem gleichnamigen Roman von Uwe Timm. Zu NoŽls TV-Filmografie zählen in den 1970ern Stücke wie beispielsweise Helmut Käutners "Die Preußische Heirat" (1974), nach dem Bühnenstück "Zopf und Schwert" von Karl Gutzkow, oder Konrad Sabrautzkys Drama "Eine Schlimme oder eine gute Zeit" (1976), In nachhaltiger Erinnerung bleibt der Schauspieler auch mit der Rolle des Richters Renner in der Gerichtsserie "Die Schöffin"3) (1984).
In den letzten Lebensjahren war es stiller um den Schauspieler geworden, zu seinen letzten Arbeiten für das Fernsehen gehören die Serie "Blankenese" (1994), die Episode um den Bullen von Tölz "Tod am Hahnenkamm" (1999) sowie die Polizeiruf 110-Folge "Silikon Walli" (2002), wo er einen Polizeipräsidenten mimte.
Nur ein Mal wirkte Edwin NoŽl in Kinoproduktionen mit, 1966 zeigte er sich in der Simenon-Verfilmung "Maigret und sein größter Fall"4) an der Seite von Heinz Rühmann.

Edwin NoŽl, der auch als Theaterregisseur erfolgreich war, starb – wenige Tage vor seinem 60. Geburtstag – am 27. Juni 2004 in seiner Münchener Wohnung durch Freitod. Tochter Muriel Baumeister4) (geb. 1972) aus NoŽls Ehe mit der Tanzpädagogin Barbara Hasselbach gehört seit Jahren zur Riege der erfolgreichen Film- und Fernsehschauspielerinnen. NoŽl war Vater einer weiteren Tochter (geb. 1986) und eines Sohnes (geb. 1994).
 
Link: 1) Beschreibung innerhalb dieser HP, 2) deutsches-filmhaus.de, 3) fernsehserien.de, 4) Wikipedia
Siehe auch Wikipedia; Filmografie bei der Internet Movie Database
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