Bruno W. Pantel
Bruno Walter Pantel wurde am 17. März 1921 als Sohn des Zauber- und Varietekünstlers Benno Pantel-Patrix in Berlin geboren, wo er auch seine Kindheit und Jugend verbrachte. Bevor er sich endgültig für den Beruf des Schauspielers entschied, hatte er sich zum Fahrlehrer ausbilden lassen sowie eine medizinische Laboranten-Prüfung absolviert. Bereits als junger Mann arbeitete Pantel als Conférencier bei Berliner Kabaretts, nach Ende des 2. Weltkrieges erhielt er von dem damaligen Direktor Kurt Seifert1) (1903 – 1950) am "Berliner Theater" in Berlin-Neukölln ein Engagement und trat dort vier Jahre lang als Buffo auf. Im Verlaufe der Zeit folgten zahlreiche Gastspiele an verschiedenen anderen Berliner Bühnen, so am "Theater in der Nürnberger Straße", am "Hebbel-Theater" und an der "Kleinen Komödie", das "Bayerische Staatsschauspiel" München sowie das Kölner Kabarett "Senftöpfchen" zählen ebenfalls zu Pantels Theaterstationen.
Bereits seit den frühen 1950er Jahren war ein Schwerpunkt seine Tätigkeit der Hörfunk, gemeinsam mit Hans Rosenthal1) (1925 – 1987), Kurt Pratsch-Kaufmann1) (1906 – 1988) und anderen gestaltete er beispielsweise die legendäre "RIAS-Kaffeetafel", in dieser Zeit begann auch Pantels Karriere beim Film. Meist waren es Nebenrollen des komischen Fachs in Unterhaltungsstreifen wie "Mikosch rückt ein" (1952), "Wenn am Sonntagabend die Dorfmusik spielt"2) (1953), "Das Bad auf der Tenne" (1956), "Die Christel von der Post"2)  (1956), "Der schräge Otto"2)  (1957), "Piefke, der Schrecken der Kompanie"2) (1958) oder "Unser Wunderland bei Nacht" (1959), Filme, die ganz dem Publikumsgeschmack jener Jahre entsprachen. In den 1960ern tauchte er in Kinoproduktionen wie "Freddy und die Melodie der Nacht" (1960), "Sherlock Holmes und das Halsband des Todes"2) (1962) oder den Wallace-Krimis "Zimmer 13"2) (1964) und "Der Mönch mit der Peitsche"2) (1967) auf, stand im darauffolgenden Jahrzehnt auch für eher nichtssagende Filmchen wie "Liebesspiele junger Mädchen" (1972) oder "Crazy – total verrückt" (1973) vor der Kamera. Pantel trat in den mehr als 100 Film- und Fernsehproduktionen stets mit einer ihm eigenen Komik in Erscheinung , mimte Geschäftsmänner oder Direktoren ebenso überzeugend wie Barbesitzer, Polizisten oder Kneipenbesucher.
  
Für das Fernsehen war Pantel seit den Anfängen tätig, zu seinen frühen Arbeiten zählen TV-Spiele wie "Signale aus dem Äther" (1953), "Zwischenfall im Roxy" (1954) oder "Daniel ist mein Feind" (1954), in den 1970ern agierte er in Serien wie "Salto Mortale"1) (1969/70) oder "Die seltsamen Methoden des Franz Josef Wanninger"1) (1971/72).
1973 musste Pantel ein Bein amputiert werden, dennoch blieb er ein vielbeschäftigter Darsteller, nun fast ausschließlich für das Fernsehen. Beliebte Krimiserien wie "Der Kommissar", "Derrick", "SOKO 5113" oder "Tatort" gehören ebenso dazu wie die Mehrteiler "Jauche und Levkojen"1) (1979), "Ein Kapitel für sich"1) (1979) oder die Serie "Anderland" (1980); zu Pantels letzten Fernsehauftritten zählen die Serien "Ein Schloß am Wörthersee"2) (1990) und "Lilli Lottofee" (1992).  
Neben seiner umfangreichen Tätigkeit für den Film war Bruno W. Pantel ein gefragter Synchronsprecher, über 20 Jahre lang machte er sich als deutsche Stimme von Oliver Hardy in den "Dick und Doof"-Streifen einen Namen, sprach beispielsweise die Stubenfliege Puck in der ersten Staffel der Zeichentrick-Serie "Die Biene Maja"2) und den "Fozzie-Bär" in der "Muppet-Show"2). Weiterhin lieh er auch Gordon Jackson in "Raubzug der Wikinger", Ferdy Mayne in "Der Pirat" und Sorrel Brooke in "Is was Doc?!" seine Stimme.
  
Anfang der 1990er Jahre musste dem Schauspieler nach einem Herzinfarkt auch das zweite Bein amputiert werden, eine Operation, von der er sich nicht mehr erholte und die ihn an den Rollstuhl fesselte. Nach längerer Krankheit starb Bruno W. Pantel, der für seine Verdienste um die Künste mit dem "Bundesverdienstkreuz" geehrt worden war, am 30. November 1995 im Alter von 74 Jahren in München. Pantel war mit Brigitte-Isolde Marx verheiratet; aus der Verbindung stammen zwei Söhne.
 
Link: 1) Kurzportrait bzw. Beschreibung innerhalb dieser HP, 2) Wikipedia
Siehe auch Wikipedia
  
Kinofilme
Filmografie bei der Internet Movie Database

(Link: Murnau Stiftung, filmportal.de, Wikipedia)
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