Dieter Pfaff wurde am 2. Oktober 1947 als Sohn eines Polizisten in Dortmund geboren. Bevor er auf dem Bildschirm zu einem der beliebtesten und renommiertesten Darsteller avancierte, war er nach seiner Schauspielausbildung lange Jahre erfolgreich Theaterdramaturg, Autor, Regisseur und seit 1983 Professor für Bildende Kunst an der "Hochschule für Musik und darstellende Kunst" in Graz. Er arbeitete an so bedeutenden Bühnen wie beispielsweise in Dortmund, Tübingen, Nürnberg oder München oder am "Theater am Turm" in Frankfurt. 
Dieter Pfaff während einer Drehpause, aufgenommen 26. August 2010; Urheber: Udo Grimberg (Wikipedia-Benutzer Chester100); Genehmigung (Weiternutzung): Diese Datei ist unter der Creative Commons-Lizenz Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported lizenziert. Mit 41 Jahren gab Pfaff seine Lehrtätigkeit völlig auf und konzentriert sich seither fast ausschließlich auf seine Arbeit vor der Kamera. Angefangen hatte er im Fernsehen mit eher kleineren Rollen in Krimis wie "Tatort" oder dem Historienfilm "Martin Luther"1), wo man den schwergewichtigen Schauspieler 1983 als als Papst Leo X.1) sehen konnte. Bereits zwei Jahre später erlangte er eine ungeheure Popularität an der Seite des Titelhelden Klaus Wennemann mit der Figur des skurrilen Streifenpolizisten Otto Schatzschneider in der beliebten Krimi-Serie "Der Fahnder"1) – eine Rolle, die Dieter Pfaff bis 1994 verkörperte.
Mit Auftritten in Krimi-Reihen wie "Anwalt Abel", "Die Männer vom K3" aber auch Unterhaltungsserien wie "Unser Lehrer Dr. Specht" oder "Das Traumschiff" bewies er immer wieder seine schauspielerische Vielseitigkeit. 
 
 
Foto: Dieter Pfaff während einer Drehpause, aufgenommen 26. August 2010 
Quelle: Wikipedia bzw. Wikimedia Commons
Urheber: Udo Grimberg (Wikipedia-Benutzer Chester100)
Lizenz: CC-BY-SA-3.0
Ab 1995 mimte er zwei Staffeln lang den Kriminaloberrat Vollmer und Vorgesetzten des Detektivs "Balko"1) und wurde für seine darstellerische Leistung 1996 mit dem "Adolf Grimme-Preis"1) ausgezeichnet. Im gleichen Jahr sah man ihn erstmals mit der Paraderolle des "Bruder Esel"1), einem Franziskanermönch, der aus Liebe zu einer Frau alias Renate Krößner den Orden verlässt und sich den Widrigkeiten der Welt stellt, in der gleichnamigen TV-Serie auf dem Bildschirm und wurde hierfür 1997 gleich zwei Mal ausgezeichnet: Erneut mit dem "Adolf Grimme-Preis" sowie dem "TeleStar"1).
 
Mit der ganz anders gearteten Figur des beleibten und stets behüteten Kommissar Sperling1) tauchte er dann ebenfalls 1996 erstmals auf dem Bildschirm auf und ermittelte seither mit unkonventionellen Methoden gegen die Berliner Verbrecherwelt. Der inzwischen preisgekrönte "Kommissar Sperling", eine Figur, die Dieter Pfaff gemeinsam mit Rolf Basedow entwickelt hatte, entspricht so gar nicht dem landläufigen Bild eines knallharten Ermittlers: Sperling ist unangepasst, eigenwillig, sanft und nachdenklich, hin und wieder sogar poetisch und benutzt als Waffe sein Einfühlungsvermögen, um die Verbrecher zur Strecke zu bringen. Nach insgesamt 18 Folgen erklärte Dieter Pfaff im Juli 2007, dass er für die Rolle nicht mehr zur Verfügung stehe, weil er die Figur für "auserzählt" halte; die letzte Folge "Sperling und die kalte Angst" wurde am 10. März 2007 im ZDF im Rahmen des Samstagkrimis" ausgestrahlt.
Eine emotional ähnlich gelagerte Rolle verkörperte Pfaff seit 2001 in der ARD als Psychotherapeut und "Seelendetektiv" Dr. Maximilian Bloch1) in den gleichnamigen spannenden Reihen – eine Figur, die ebenfalls von Dieter Pfaff mit entwickelt wurde. In der Serie geht es um den zunächst in Köln und später in Baden-Baden lebenden und praktizierenden Psychotherapeuten Dr. Maximilian Bloch, der seinen Patienten mit Hilfe von Empathie, Humor, List und detektivischem Spürsinn zu helfen sucht. Dabei wird sein eigenes (kompliziertes) Privatleben meist arg strapaziert und er mit sich selbst oft schmerzhaft konfrontiert.3)
  

Dieter Pfaff und Birge Schade1) in
"Bloch – Vergeben nicht Vergessen"1) (EA: 16.07.2008)
Foto mit freundlicher Genehmigung der Fotografin Stephanie Schweigert
© SWR/Stephanie Schweigert (www.stephanie-schweigert.de)

Dieter Pfaff und Birge Schade in "Bloch - Vergeben nicht Vergessen"; Copyright SWR/Stephanie Schweigert
Der WDR beschreibt diese Figur folgendermaßen: "Ein Mann mit einem offenen Ohr für alle Gestrandeten und Gestrauchelten, für Traumatisierte und Frustrierte, für alle Phobien und Manien, Ängste und Depressionen. Bisweilen ruppig im Umgang, weiß er, dass man die wahren Ursachen psychischer Störungen, die hartnäckig verborgenen seelischen Geheimnisse nicht ohne wohlkalkulierte List, ein Quäntchen Humor und detektivischen Spürsinn ergründen kann." 
Einen Ermittler ganz anderer Art mimte Pfaff dann Anfang 2005 in dem Vater-Sohn-Drama "Erinnere dich, wenn du kannst!"2); an der Seite seines Film-Sohnes Tom, gespielt von Frank Giering, agierte er als Schauspieler Max Walden, der von der Unschuld seines Sohnes, der in einen Mord-Komplott verwickelt wird, überzeugt ist und letztlich den wahren Mörder zur Strecke bringt. Der Kriminalthriller wurde von Regisseur Sigi Rothemund nach einem Drehbuch von Thomas Kirdorf für den Südwestrundfunk realisiert.
Dieter Pfaff als Bauarbeiter Walter Zielinski in "Die Blattlaus" (1991); Foto mit freundlicher Genehmigung von SWR Media Services mit weiteren Infos zu dem Fernsehspiel; Copyright SWR Doch Dieter Pfaff war nicht nur "Sperling" oder "Bloch", mit vielen weiteren herausragenden Portraits etablierte er sich zu einer festen, im wahrsten Sinne "schwergewichtigen" Größe auf dem Bildschirm. So beispielsweise 1996 mit der Titelrolle in Claudia Prietzels Drama "Kuppke", der mitten auf der Autobahn einen Herzinfarkt erleidet und während er mit dem Tod ringt, die Geschichte seines Lebens erzählt. 2000 erheiterte er mit der Rolle des Meisterkochs Alfons in Udo Wachtveitls Mafia-Komödie "Krieger und Liebhaber"2) oder beeindruckte als verwitweter Bankfilialleiter Christoph Bergam, der in Thorsten Näters "Verhängnisvolles Glück"2) regelmäßig ein Bordell aufsucht.
 
Dieter Pfaff als Bauarbeiter Walter Zielinski in "Die Blattlaus"1) (1991)
Foto mit freundlicher Genehmigung von SWR Media Services; © SWR
In Siggi Rothemunds Komödie "Ein Vater zum Verlieben"2) glänzte er 2002 als Berliner Geschäftsmann Richard Brosche, der erfährt, dass er auf Mallorca eine uneheliche Tochter hat. In Vivian Naefes Tragikomödie "Verrückt ist auch normal" spielte er 2002 hinreißend den Insassen einer psychiatrischen Klinik "Pluto", sowie den Arzt und "Unser Pappa" Achim Hagenau, der in dem gleichnamigen Fernsehspiel seinem Leben einen neuen Sinn gibt. Ebenfalls 2002 sah man Dieter Pfaff als Hermann Schomberg in Dieter Wedels Mehrteiler "Die Affäre Semmeling"1), 2003 als Hans-Dietrich Genscher in "Im Schatten der Macht"1), dem vielbeachteten Zweiteiler um die Verstrickungen des ehemaligen Bundeskanzlers Willy Brandt in die Guillaume-Affäre.
Seit Frühjahr 2005 war Dieter Pfaff nun "Der Dicke"1) in der gleichnamigen Serie der ARD: Hier mimte er einmal mehr in unverwechselbarer Pfaff-Manier den Rechtsanwalt Gregor Ehrenberg, der aus seiner florierenden Nobel-Kanzlei sowie seiner langjährigen Ehe "aussteigt", um sich als "Armenadvokat" in Hamburg-Altona den ganz alltäglichen Problemen der "kleinen Leute" zu widmen; humorvoll und sympathisch löste er nebenbei auch so manchen Fall für die Polizei – ein echtes Vergnügen, nicht für Fans von Dieter Pfaff. Seit September 2007 war er mit der 2. Staffel und weiteren 12 Folgen in dieser erfolgreichen Serie zu sehen, die 3. Staffel wurde seit 7. Juli 2009 in der ARD ausgestrahlt. Nach einer längeren Pause lief seit 17. April 2012 die 4. Staffel mit neuen 13 unterhaltsamen Folgen → www.daserste.de.
Am 20. September 2012 gab Pfaffs Agentur bekannt, dass der Schauspieler an Lungenkrebs erkrankt sei. Er ließ mitteilen, dass er sich einer Chemotherapie unterziehe und die Behandlung gut anschlage. Die Dreharbeiten für eine neue Staffel der ARD-Serie "Der Dicke" seien verschoben worden.4)
Freuen durfte man sich daher auf Pfaff als erfolgreichen Kriminalschriftsteller bzw. ehemaligen Hauptkommissar der Mordkommission Balthasar Berg, der in der Krimikomödie "Balthasar Berg – Sylt sehen und sterben"2) (EA: 01.11.2012) während eines Erholungsurlaubs auf der Nordsee-Insel die Leiche einer Frau findet – sein Ermittler-Instinkt erwacht zu neuem Leben … → www.tittelbach.tv und bavaria-film.de.
Auf der Kinoleinwand erlebt man den populären Schauspieler eher selten: So stand er beispielsweise für Percy Adlons "Die Schaukel" (1983) und Hajo Gies' Schimanski-Verfilmung "Zabou"1) (1987) vor der Kamera; in Peter Timms "Manta – Der Film"1) mimte er 1991 den Heinz Grabowski , Helmut Dietl besetzte ihn in der Satire "Late Show"1) (1999) mit der Rolle des abgeschobenen Moderators Mick Meyer und Marcus Rosenmüller als Kommissar Konrad Hartwich in der Kriminalkomödie "Der tote Taucher im Wald"1)
Zu Pfaffs jüngeren Kinoproduktionen bzw. Leinwandrollen zählte zuletzt 2002 der Vater Willi, welcher in Andreas Rogenhagens Komödie "Die Frau, die an Dr. Fabian zweifelte"1) seinen Sohn und Kleindealer Paul alias Robert Glatzeder zum Entzug auf den Bauernhof verschleppt. Dort sperrt er Paul in einen Hundezwinger ein und lässt ihn billige Groschenromane auswendig lernen; erst wenn Paul den Arztroman "Die Frau, die an Dr. Fabian zweifelte" Wort für Wort kann, kommt er frei.
   

Foto: Dieter Pfaff am 10. Februar 2012 anlässlich der 
ARD/Degeto "Blue Hour Party"
(Berlinale 2012)
Urheber: Thore Siebrands (Siebbi); Lizenz CC-BY-SA 3.0.
Quelle: www.ipernity.com bzw. Wikimedia Commons/Wikipedia

Dieter Pfaff am 10. Februar 2012 anlässlich der ARD/Degeto "Blue Hour Party" (Berlinale 2012); Urheber: Thore Siebrands (Siebbi); Lizenz CC-BY-SA 3.0.; Quelle: www.ipernity.com bzw. Wikimedia Commons/Wikipedia
Der Plan Dieter Pfaffs, der unter anderem 1999 für seine herausragende Darstellung in "Sperling und der brennende Arm"2) mit dem "Bayrischen Fernsehpreis"1) ausgezeichnet wurde, schon bald wieder für die Serie "Der Dicke" vor der Kamera zu stehen, ging nicht in Erfüllung. Er erlag am 5. März 2013 in einer Hamburger Klinik mit nur 65 Jahren seinem Lungenkrebsleiden; seit 1995 lebte er mit seiner Familie in Hamburg. "Als "Bloch" und "Der Dicke": Der Schauspieler Dieter Pfaff gab seinen Rollen Seele. Er war ein großer Theatermann und ein verständiger Vertreter der kleinen Leute." schrieb unter anderem DIE ZEIT in einem Nachruf. ZDF-Fernsehspielchef Reinhold Elschot würdigte Dieter Pfaff als einen "Volksschauspieler erster Güte", den das Publikum und der Sender sehr vermissen werde.
Der Schauspieler hinterließ seine Frau, die Produzentin Eva Maria Emminger, mit der er seit 1969 lang verheiratet war, sowie die gemeinsamen Zwillinge Johanna und Maximilian (geb. 1979) und deren Kinder. Johanna arbeitet als Regieassistentin, Maximilian ergriff den Beruf des Schauspielers.
 
Eine öffentliche Trauerfeier für den allseits beliebten und geschätzten Darsteller fand am am 5. April 2013, genau einen Monat nach Pfaffs Tod, in der Hamburger Hauptkirche "St. Michaelis" statt. Neben der Familie und guten Freunden nahmen auch etliche Kollegen und Weggefährten Abschied von dem viel zu früh verstorbenen Künstler, zu den Trauergästen zählten unter anderem die Schauspielerkollegen Herbert Knaup, Peter Heinrich Brix und Sabine Postel, der Moderator Reinhold Beckmann sowie der ARD-Vorsitzende Lutz Marmor. Die Beisetzung auf dem Friedhof Ohlsdorf erfolge auf Wunsch der Angehörigen im engsten Familienkreis, hieß es in den Medien.
 
Als am 24. April 2013 mit "Die Lavendelkönigin"1) (Regie: Michael Verhoeven) die bereits 2012 gedrehte und damit letzte "Bloch"-Folge" ausgestrahlt wurde, konnten sich die Zuschauer ein letztes Mal von der darstellerischen Dominanz des schwergewichtigen Mimen überzeugen. Einmal mehr wurde klar, wie sehr der Schauspieler in der Fernsehlandschaft fehlen wird. Etliche Kritikern sahen dieses TV-Spiel als eines der Besten aus dieser Reihe an: "Es sind wunderbare Szenen, wenn Pfaff es in seiner Zelle mit Angst und Einsamkeit zu tun bekommt. Und wenn er den Kampf um seine Existenz aufnimmt – und der Geschichte seiner Patientin Stefanie Rudolf (wunderbar: Anna Maria Mühe) auf den Grund geht." notierte unter anderem die "Rheinische Post".
Textbausteine des Kurzportraits von www.prisma.de
Siehe auch Wikipedia, www.deutsches-filmhaus.de, filmportal.de sowie
den Nachruf bei www.zeit.de
Link: 1) Wikipedia, 2) prisma.de
Quelle: 3) Wikipedia, 4) Wikipedia nach www.abendblatt.de (abgerufen 02.10.2012)

  
Filme
Kino / TV-Einzelproduktionen / TV-Serien / "Sperling"-Folgen / "Bloch"-Folgen
Filmografie bei der Internet Movie Database, filmportal.de
Link: prisma.de, Wikipedia, filmportal.de, Die Krimihomepage,  fernsehserien.de 
tittelbach.tv, Filmlexikon, dieterwunderlich.de
Kinofilme Fernsehen (Einzelproduktionen) TV-Serien und - Reihen
Die "Sperling" bzw. "Bloch"-Folgen (EA=Erstausstrahlung):
(Weitere Infos zur Reihe "Sperling" sowie "Bloch" bei Wikipedia)

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