Jürgen Prochnow wurde am 10. Juni 1941 als Sohn eines Ingenieurs in Berlin geboren. Seine Schulzeit verbrachte er in Düsseldorf und begann nach dem Abitur eine Banklehre, schon als Schüler stand er als Statist auf der Bühne des "Düsseldorfer Schauspielhauses"1). Nach Abschluss der Lehre entschied er sich endgültig, Schauspieler zu werden und absolvierte zwischen 1963 und 1966 ein dementsprechendes Studium an der renommierten "Folkwang-Schule"1) in Essen. Sein Bühnendebüt gab er am "Theater Osnabrück"1), weitere Engagements führten ihn nach Aachen und Heidelberg (1970/71) sowie ab 1971 an das "Schauspielhaus Bochum"1), wo er bis 1976 dem Ensemble unter der Leitung von Peter Zadek1) angehörte; danach arbeitete Prochnow als freier Schauspieler. Prochnow glänzte in vielen klassischen Theaterstücken, wurde beispielsweise für seine Darstellung des Franz Moor in Schillers "Die Räuber"1) 1979 von der Zeitschrift "Theater heute"1) zu einem der "Schauspieler des Jahres"1) gewählt.

Seit 1970 wirkte Prochnow in verschiedensten TV-Produktionen mit, die Fernsehzuschauer sahen ihn erstmals in dem Stück "Unternehmer" (1970) auf dem Bildschirm, mit der Rolle des Franz Sass in "Auf Befehl erschossen – Die Brüder Sass"1) (1972, → Die Krimihomepage) und der "Tatort"-Folge "Jagdrevier"1) (1973) etablierte sich Prochnow endgültig als gefragter Darsteller in der Filmszene.

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Jürgen Prochnow 01; Copyright Virginia Shue
Jürgen Prochnow 02; Copyright Virginia Shue Gleichzeitig begann auch seine Kinokarriere: Wolfgang Petersen1) betraute ihn 1973 in seinem Erpresser-Drama "Einer von uns beiden"1) mit der Rolle des erpresserischen Studenten Bernd Ziegenhals, bereits ein Jahr später beeindruckte Prochnow auf der Leinwand mit der Titelfigur in dem Gefängnisdrama "Die Verrohung des Franz Blum"1), gedreht von Reinhard Hauff1) nach dem Roman von Burkhard Driest1). In der Böll-Adaption "Die Verlorene Ehre der Katharina Blum"1) sah man ihn 1975 als den von der Polizei gesuchte Deserteur Ludwig Götten, Wolfgang Petersen übertrug ihm die Rolle des schwulen Schauspielers Martin Kurath in dem Homosexuellen-Drama "Die Konsequenz"1) (1977). 1981 gelang Prochnow der internationale Durchbruch als "Der Alte" Kapitän Henrich Lehmann-Willenbrock unter anderem an der Seite von Herbert Grönemeyer1) und Klaus Wennemann in Wolfgang Petersens hochgelobten Kriegsdrama "Das Boot"1) und wurde für seine Leistung unter anderem 1986 mit der "Goldenen Kamera"1) ausgezeichnet.
Von da an wurde der Mann mit den markanten Gesichtszügen auch in unzähligen Hollywood-Streifen besetzt, war jedoch anfangs überwiegend auf die Rolle des Bösewichts oder den "harten Kerl" festgelegt. Hollywood nutzte die Darstellungskraft Prochnows in hochkarätigen Action-Filmen, gab ihm jedoch auch die Gelegenheit, sensible, hochgradig emotionale Figuren zu verkörpern.
 
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In Michael Manns Thriller "Die unheimliche Macht"1) (The Keep) agierte er 1983 als Kapitän Klaus Woermann, in Anthony Pages tragischen Romanze "Versteckt" (1984, Forbidden), der Geschichte eines jüdischer Schriftstellers, der die Nazizeit im Haus einer Gräfin zu überleben versucht, sah man ihn ein Jahr später mit der Hauptrolle des Fritz Friedländer an der Seite von Jacqueline Bisset; im gleichen Jahr war er der "Bulle" in dem Thriller "Der Bulle und das Mädchen"1). In Michael Verhoevens Actionfilm "Killing Cars"1) übernahm er 1985 die Rolle des Entwicklungsingenieurs Ralph Korda und hatte Senta Berger zur Partnerin, in dem Krimi "Das siebte Zeichen"1) (The Seventh Sign) spielte er 1988 neben Demi Moore1) und Michael Biehn1) den mysteriösen Untermieter David Bannon. Zusammen mit Marlon Brando und Donald Sutherland überzeugte er 1989 als Captain Stolz in dem Polit-Thriller "Weiße Zeit der Dürre"1) (1989, A Dry White Season), einem Film, der sich kritisch mit der Apartheidpolitik in Südafrika auseinandersetzte, und in John Frankenheimers Kriegsdrama "Powerplay"1) (The Fourth War) zeigte er sich 1990 als Oberst Valachev, der sich mit dem Chef der amerikanischen Grenztruppe Colonel Knowles (Roy Scheider1)) einen erbitterten Kampf liefert. Im gleichen Jahr spielte Prochnow den "Skipper"1) in Peter Keglevics gleichnamigen Abenteuerfilm und beeindruckte mit der Rolle des Investigativ-Journalisten Günter Wallraff1) in dem Streifen "The Man Inside – Tödliche Nachrichten"1).

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In dem Abenteuer "Robin Hood – Ein Leben für Richard Löwenherz"1) (Robin Hood) mimte er 1991 den fiesen Widersacher von Sir Robert Hode (Patrick Bergin1)), Sir Miles Folcanet, in Colin Budds' Action-Drama "Hurricane Smith" war er 1992 als Charlie Dowd neben Titelheld Carl Weathers1) zu sehen, im gleichen Jahr mit der Hauptrolle des Waffenhändlers und Anführers der Terrorgruppe Phillips in dem Actionfilm "F-117 A Stealth-War"1) (Interceptor). Für Werner Mastens TV-Krimi "Die Wildnis" übernahm er 1993 die Hauptrolle des Polizisten Brenner, der in einem entlegenen Gebirgsdorf eine mysteriöse Mordserie aufklären soll, stand für Jack Golds spannende Politskandal-Verfilmung "Der Fall Lucona"1) als ehrgeiziger Journalist Hans Strasser vor der Kamera und 1995 beispielsweise erlebte man ihn in dem Horrorstreifen "Die Mächte des Wahnsinns"1) (In the Mouth of Madness) als Bestseller-Autor Sutter Cane, der von dem Versicherungsdetektiv John Trent alias Sam Neill gejagt wird.
Bis Ende der 1990er Jahre folgten Rollen in zahlreichen weiteren Kinofilmen, wie beispielsweise 1996 die des Major Muller in dem mehrfach "Oscar"-prämierten Liebesdrama "Der englische Patient"1) oder 1998 die des Paul Konen in dem Konsalik-Krimi "Liebe im Schatten des Drachen". 2001 präsentierte sich Prochnow mit der Hauptrolle des Colonel Barret McKay in dem Actionfilm "Codename: Elite" (The Elite), ebenfalls 2001 als Andrus Bukarin in dem Spionagethriller "Last Run – In den Fängen des Verrats" (The Last Run) neben Armand Assante1) und Ornella Muti1), sowie als Klinikarzt Dr. Fallon in dem Horrorstreifen "Dark Asylum"1). In Uwe Bolls Drama über die Vorgeschichte eines Schulmassakers mit dem Titel "Heart of America"1) spielte er 2003 die Hauptrolle des Schuldirektors Harold Lewis, in Paul Hills' Melodram "Der Poet"2)  (2003, The Poet) war er der ketterauchende Inspektor Vashon, der Profikiller Andrei Loisin (Dougray Scott1)), genannt "The Poet" gnadenlos verfolgt.
Zu Prochnows jüngeren Filmen gehört auch "Baltic Storm"1) (2003), die tragische Geschichte um den Untergang der Ostseefähre "Estonia"1). Hier trat er an der Seite von Greta Scacchi1) als fiktiver Überlebender bzw. Rechtsanwalt Erik Westermark in Erscheinung, der sich mit einer Journalistin aufmacht, um die Hintergründe des schwersten Schiffsunglücks der Nachkriegsgeschichte zu klären. Weitere Rollen hatte Prochnow unter anderem in dem eher anspruchslosen Horror-Streifen und Olaf Ittenbach-Splatter "Chain Reaction"1) (2006) sowie in dem Abenteuer "Die Prophezeiungen von Celestine"1) (2006, The Celestine Prophecy"), das Armand Mastroianni1) nach dem 1993 veröffentlichten und millionenfach verkauften gleichnamigen Buch1) von James Redfield1) in Szene gesetzt hatte und in dem Prochnow den Archäologen Robert Jensen1) mimte. Mit von der Partie war Prochnow auch in Ron Howards hochgelobtem, mit vielen Preisen ausgezeichneten Blockbuster "The Da Vinci Code – Sakrileg" (2006, The Da Vinci Code) nach Dan Browns Bestseller "Sakrileg"1), unter anderem mit Hollywoodstar Tom Hanks1) – hier zeigte sich Prochnow mal nicht als Bösewicht, sondern als Schweizer Bankdirektor André Vernet im feinen Nadelstreifenanzug.
Danach stand er für Jay Chandrasekhars Oktoberfest-Komödie "Beerfest"1) (2006, Bierfest) vor der Kinokamera, sowie für Michael Katlemans Horrorstreifen "Die Fährte des Grauens"1) (2007, Primeval), wo er als Großwildjäger Jacob Krieg auftauchte. Es folgten unter anderem die Rolle des deutschen Kaufmanns John Rabe1) in dem mit Spielszenen durchsetzten US-amerikanischen Dokumentarfilm "Nanking"1) (2007).
Jürgen Prochnow  bei den 59. Internationalen Filmfestspielen Berlin; Urheber: Thore Siebrands (Siebbi); Lizenz CC-BY-SA 3.0; Quelle: www.ipernity.com bzw. Wikimedia Commons Eine weitere Produktion mit Prochnow war unter anderem die von seiner Ehefrau für das Kino inszenierten Satire "Ohne Gnade"2). In dem Regiedebüt von Birgit Stein1), die auch das Drehbuch verfasste und als Co-Produzentin fungiert, sah man ihn neben Publikumsmagneten wie Christoph M. Ohrt1), Gedeon Burkhard1), Jan Fedder, Rolf Zacher oder Helge Schneider1); Kinostart war der 2. Mai 2013. In dem Actionstreifen "Hitman: Agent 47"1) (2015), gedreht nach der Computerspielserie "Hitman"1), tauchte Prochnow mit einer Nebenrolle auf, ebenso in dem Drama "Remember"1), in dem "Oscar"-Preisträger Christopher Plummer als zunehmend dementer Holocaust-Überlebender Zev Gutman brilliert, der zusammen mit seinem an den Rollstuhl gefesselten Freund Max Rosenbaum (Martin Landau1)) den Entschluss fasst, den Mann zu töten, der in Auschwitz ihre Familien ermordet hatte Dieser SS-Mann Otto Walisch konnte unter dem falschen Namen Rudy Kurlander in Nordamerika untertauchen. Als Problem erweist sich, dass es vier Männer unter dem Namen Kurlander gibt, unter anderem dargestellt von Bruno Ganz, Jürgen Prochnow und Heinz Lieven1). Die Geschichte, welche der vielfach ausgezeichnete kanadische Regisseur armenischer Abstammung Atom Egoyan1) erzählt, ist nicht nur wegen seiner Hauptdarsteller sehenswert, thematisiert er doch "in einer raffinierten, der Geschichtsschreibung nicht unbekannten Wendung das Thema Täter und Opfer neu. Was bleibt, ist das Offenlegen der Macht der Verdrängung." schrieb die "Stuttgarter Nachrichten": Kinostart in Deutschland war der 31. Dezember 2015 → deutschlandradiokultur.de, epd-film.de.
 
 
Jürgen Prochnow  bei den 59. Internationalen Filmfestspielen Berlin1)
Urheber: Thore Siebrands (Siebbi); Lizenz CC-BY-SA 3.0
Quelle: www.ipernity.com bzw. Wikimedia Commons
Am 14. Januar 2016 kam dann der Psychothriller "Die dunkle Seite des Mondes"1) in die Kinos, gedreht nach dem gleichnamigen Roman1) von Bestseller-Autor Martin Suter1). Hier präsentiert sich Prochnow als durchtriebener, eiskalter Geschäftsmann Pius Ott, den der ebenso erfolgreiche wie skrupellose Wirtschaftsanwalt Urs Blank (Moritz Bleibtreu1)) los werden möchte … Für den 26. Januar 2017 war die von Robert Thalheim in Szene gesetzte witzige Agentenkomödie "Kundschafter des Friedens"1) angekündigt, in der Prochnow als entführter BND-Agenten Franz Kern auftrat. Ausgerechnet der ehemalige DDR-Top-Spion Jochen Falk (Henry Hübchen), den Kern vor über 30 Jahren enttarnte, wird vom BND für eine heikle Mission angeheuert. Falk holt seine ehemaligen Kollegen Bastler Jaecki (Michael Gwisdek), Organisator Locke (Thomas Thieme) und den nicht mehr ganz jungen Gigolo Harry (Winfried Glatzeder) aus dem Agenten-Ruhestand und macht sich "an die Arbeit". Danach zeigte sich Prochnow mit der Titelrolle in dem von Nick Baker-Monteys realisierten, vielschichtigen Drama "Leanders letzte Reise"2), das am 21. September 2017 in die Kinos kam: Der 76-jährige Prochnow überzeugt in diesem Roadmovie bzw. in dieser komplexen und tragischen Geschichte als 92-jähriger, ehemaliger Wehrmachts-Kommandant einer ukrainischen Kosakeneinheit Eduard Leander, der nach dem Tod seiner Frau in die Vergangenheit eintaucht. Begleitet von Enkelin Adele (Petra Schmidt-Schaller1)) macht er sich auf den Weg in die Ukraine, um dort nach seiner Jugendliebe und seiner eigenen Vergangenheit als Wehrmachtsoffizier zu suchen. Mit "Radegund"1) (2018), einem Drama von Terrence Malick1), wird die Lebensgeschichte des im oberösterreichischen  St. Radegund1) geborenen Franz Jägerstätter1) erzählt, der als Kriegsdienstverweigerer im 2. Weltkrieg am 6. Juli 1943 wegen "Wehrkraftzersetzung" zum Tode verurteilt und hingerichtet wurde. An der Seite des Protagonisten August Diehl1) sieht man Prochnow als Major Schlegel → Übersicht Kinofilme.
Zwischen all den großen internationalen Kinoproduktionen tauchte der Star auch immer wieder mal auf dem Bildschirm auf, so 1983 als General Kaplan in dem amerikanischen Abenteuerfilm "Operation Comeback"1) (Love Is Forever) oder 1985 als Adam Berwid in dem Drama "Ich muss sie töten" (Murder: By Reason of Insanity). In der 3-Generationen-Drama "Juwelen des Schicksals" (Jewels) nach dem Erfolgsroman von Danielle Steel1) kam er beispielsweise 1992 als Joachim von Mannheim daher und in der Bibel-Verfilmung "Esther"1) (Ester regina di Persia) über das Leben von Königin Ester1) mimte er 1999 den heimtückischen königlichen Berater Haman1). Im gleichen Jahr war er dann auch wieder in Krimis zu sehen, glänzte als Kunstfälscher Jan Vleuten, den man aufgrund seiner Vorliebe für hinduistische Götter auch den "blonden Affen" nennt, in dem gleichnamigen Thriller3), spielte den Ex-Agent Quentin Darby in "Inferno der Flammen" (1999, Heaven's Fire) sowie den Hans Hagemann, Leiter der JVA-Tegel, in "Die Millenium-Katastrophe – Computer-Crash 2000". 2002 spielte er an der Seite von Suzanne von Borsody1) in dem Entführungsdrama "Davon stirbt man nicht"4) die Rolle des Sicherheitsexperten Everett Burns, 2005 den Arnold Schwarzenegger in dem Biopic "Arnold – Sein Weg nach oben " (See Arnold Run) → wunschliste.de.
Der ausdrucksstarke Mime gehörte als Gentleman-Gangster bzw. Kunstsammler Baron von Hahn zur Besetzung des RTL-Abenteuers "Die Jagd nach der Heiligen Lanze"1)  (EA: 01.04.2010),
in der aus der Krimi-Reihe "Nachtschicht"1) gezeigten Folge "Das tote Mädchen"4) (EA: 22.11.2010) geriet Prochnow als undurchsichtiger Privatbankier Winterstein in das Visier der Ermittler, dargestellt von Barbara Auer1), Armin Rohde1) und Minh-Khai Phan-Thi1).
    

Abbildung DVD-Cover mit freundlicher Genehmigung von "Pidax film"

DFD-Cover: Der blonde Affe; Abbildung DVD-Cover mit freundlicher Genehmigung von "Pidax film"
Jürgen Prochnow auf der Berlinale 2010; Urheber: Thore Siebrands (Siebbi); Quelle: www.ipernity.com bzw. Wikimedia Commons/Wikipedia; Lizenz CC-BY-SA 3.0. Abgedreht hatte er den von Lars Becker in Szene gesetzten Thriller "Amigo – Bei Ankunft Tod"1) und verkörpert darin einmal mehr einen hartgesottenen Typen – den BKA-Beamten Fredo Kovacs, der dem untergetauchten RAF-Terroristen Amigo Steiger (Tobias Moretti1)) auf den Fersen ist. Seine Premiere feierte der spannende und temporeiche Streifen beim "Filmfest Hamburg"1) am 2. November 2010, die TV-Erstausstrahlung der mit Tobias Moretti, Jürgen Prochnow, August Zirner1), Uwe Ochsenknecht1), Florian David Fitz1), Kostja Ullmann1) und Ina Weisse1) prominent besetzten, vom ZDF produzierten Story erfolgte am 11. März 2011 bei ARTE. Im ZDF kamen die Zuschauer am 10. Oktober 2011 im Rahmen der Reihe "Fernsehfilm der Woche" in den Genuss eines fesselnden Fernsehabends. Für den nach seinem Roman "Amigo" inszenierten Film erhielt Lars Becker1) am 11. März 2011 den "Sonderpreis für herausragende Einzelleistung" anlässlich der Verleihung des "Deutschen Fernsehkrimipreises"1).
Wenig später stattete Prochnow nach langen Jahren dem "Tatort" wieder einen Besuch ab; bereits 1973 hatte er unter der Regie von Wolfgang Petersen in dem Krimi "Jagdrevier"1) als Häftling Dieter Brodschella eine tragende Rolle übernommen, 1977 folgte die Geschichte "Das Mädchen von gegenüber"1) mit dem Part des Lehrers Klaus Linder. Am 30. Mai 2010 mimte er dann in dem von Florian Baxmeyer inszenierten Tatort "Schlafende Hunde"1) den zwielichtigen Hans Rodenburg, Geschäftsmann mit DDR-Vergangenheit, der in das Visier der Bremer Ermittler Inga Lürsen (Sabine Postel1)) und Nils Stedefreund (Oliver Mommsen1)) gerät.
  
 
Jürgen Prochnow  bei den 60. Internationalen Filmfestspielen Berlin1)
Urheber: Thore Siebrands (Siebbi); Lizenz CC-BY-SA 3.0
Quelle: www.ipernity.com bzw. Wikimedia Commons
Seit der 8. Staffel spielt Prochnow überdies einige Folgen lang den Mafiaboss Sergei Bazhaev in der amerikanischen TV-Serie "24"1). 2010 sah man ihn in zwei Episoden der Krimiserie "Navy CIS: L.A"1). Ende August 2011 begannen in Hamburg und Umgebung die Dreharbeiten zu dem ZDF-Film "Die Schuld der Erben"4), wo er neben Protagonistin Lisa Martinek1) in der tragenden Figur der Clara Billius-Asmussen sowie Otto Sander als Leonhard Asmussen, Patriarch der ins Schlingern geratenen Werften-Dynastie Asmussen, als Reeder und (vermeintlicher) Freund der Familie Kurt Hanson auftrat. "Sie erzählen eine Geschichte um Liebe und Hass, Vertrauen und Verrat, Schuld und Sühne – und die einzige Bürde, die zu übernehmen man sich nicht aussuchen kann: die eigene Familie" notierte das ZDF anlässlich der Vorankündigung; ausgestrahlt wurde das 120-minütige Familienepos am 5. Januar 2012. In der ZDF-Komödie "Die Kinder meiner Tochter"4) (EA: 05.05.2013) zeigte sich der Schauspieler von einer ungewohnten Seite und mimte den konservativen und in sich gekehrten pensionierten Richter Ernst Blessing, der nach dem plötzlichen Unfalltod seiner Tochter mit zwei halbwüchsigen Enkelkindern konfrontiert wird. Einfühlsam gestaltete Prochnow einen Mann, der durch die die achtjährige Hewi (Mia Kasalo) und den 15-jährigen Dilo (Ugur Ekeroglu) zum liebevollen, verständnisvollen "Opa" mutiert.
Bis Anfang Mai 2016 fanden die Dreharbeiten zu der "Tatort-Folge" aus Kiel mit dem Titel "Borowski und das verlorene Mädchen"1) statt, in der Prochnow mit der Rolle des Kesting zu sehen war, der als Leiters der Staatsschutz-Abteilung beim LKA offenbar eigene, skrupellose Interessen verfolgt; Sendetermin war der 6. November 2016. Mit dem Part des ehemaligen BKA-Chefs Dr. Schweikert bzw. Mentor des Protagonisten Georg Dengler (Ronald Zehrfeld1)) tauchte er in dem Polit-Thriller "Die schützende Hand"4) (EA: 06.11.2017) auf, gedreht nach dem Bestseller von Wolfgang Schorlau1). In seinem dritten Fall will der Ex-BKA-Zielfahnder und Privatermittler Dengler die Hintergründe des Selbstmordes der NSU-Terroristen Uwe Mundlos1) und Uwe Böhnhardt1) klären → Übersicht TV-Filme.
  
Jürgen Prochnow in Arthur Millers Stück DER PREIS; Copyright Virginia Shue
Jürgen Prochnow in Arthur Millers Stück "Der Preis",
aufgenommen während der Tournee
 im "Haus im Park" (Bergedorf).
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der
 Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt. 
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
  
Auf die Theaterbühne fand der Vollblutschauspieler immer wieder sporadisch zurück, so unternahm beispielsweise 1990 mit dem Arthur-Miller-Stück "Der Preis" und seiner Rolle des Victor Franz eine Theatertournee durch Deutschland. Nach längerer Bühnenabstinenz kehrte Prochnow wieder zu seinen (Theater-)Wurzeln zurück, seit Ende Oktober 2011 zeigte er sich als "James 'Sharky' Harkin" in "Der Seefahrer", einem Schauspiel des irischen Autors Conor McPherson1), das 2007 am New Yorker Broadway als "Das beste neue Stück des Jahres" ausgezeichnet wurde. Mit dem von der Münchener "a.gon Theaterproduktion" realisierten Stück ging Prochnow für rund drei Monate bis Ende Januar 2012 auf eine Tournee quer durch Deutschland. Anlässlich der Premiere am 21. Oktober 2011 im Freisinger "Asamtheater" schrieb die "Süddeutsche Zeitung" unter anderem: "Jürgen Prochnow spielt die Hauptfigur James 'Sharky' Harkin, ein irisches Raubein, lebensüberdrüssig und jeglichen Gefühlen gegenüber verschlossen. Nach langen Jahren ist der schon fast legendäre U-Boot-Kommandant wieder einmal auf der Theaterbühne zu sehen. Die Rolle des harten, unantastbaren Mannes scheint Prochnow in Fleisch und Blut übergegangen zu sein, so authentisch verkörpert er seinen Sharky."
Aktuell konnte man Prochnow seit der Premiere am 20. Juli 2018 bei den "Nibelungenfestspielen"1) in Worms bewundern, in der von Roger Vontobel1) in Szene gesetzten Uraufführung von "Siegfrieds Erben"1) gestaltete er eindrucksvoll den Hunnenkönig Etzel1). Die vom Autorenduo Feridun Zaimoglu1) und Günter Senkel1) geschriebene Geschichte setzt da ein, wo die Nibelungensage1) endet: Nach dem Tod der Burgunder und der rachedurstigen Kriemhild, Etzels Frau und frühere Frau des getöteten Siegfried, reist der trauernde Etzel nach Worms, um den Nibelungenschatz als Erbe einzufordern. "Jürgen Prochnow, bekannt geworden als U-Boot-Kommandant bei Wolfgang Petersen, wird den ganzen Abend lang den aufgeklärten harten Hund geben, den reflektierten Despoten." notiert deutschlandfunk.de.
   

Jürgen Prochnow als Etzel in "Siegfrieds Erben"
Weitere Fotos siehe hier
Urheber : Sven Mandel; Lizenz: CC BY-SA 4.0
Quelle: Wikimedia Commons

Jürgen Prochnow als Etzel in "Siegfrieds Erben"; Urheber : Sven Mandel; Lizenz: CC BY-SA 4.0; Quelle: Wikimedia Commons
Zahlreiche Auszeichnungen belegen die darstellerische Vielseitigkeit des Schauspielers, unter anderem erhielt er neben der erwähnten "Goldenen Kamera"1) (1986) bereits 1978 den "Deutschen Darstellerpreis"1), 1985 wurde ihm der "Bayerische Filmpreis"1) für seine Leistung in "Der Bulle und das Mädchen" überreicht, 1988 konnte er einen "Bambi"1) für den Film "Das siebte Zeichen"1) entgegennehmen und 1996 wurde er mit dem  "European Video Award" im Rahmen der "DIVA"-Verleihung1) geehrt. Am 3. Dezember 2011 kam mit dem "Yes-we-help-Award" für sein Lebenswerk anlässlich der "17. Filmschau Baden-Württemberg" im Rahmen einer Ehrengala im Saal des Stuttgarter "Metropol Kinos" ein weiterer Preis hinzu. Auch der tschechische Premierminister Bohuslav Sobotka1) ehrte im Juni 2015 beim "Internationalen Filmfestival" im tschechischen Zlín das Lebenswerk des Künstlers. Im Rahmen des "SemperOpernballs"1) in Dresden wurde Prochnow am 26. Januar 2018 der "St. Georgs Orden"1)  für sein Lebenswerk in der Kategorie "Kultur" verliehen. "Bei Prochnow verbinden sich Talent, Ausstrahlung und Auffälligkeit zu einer einmaligen Erfolgsformel und machen ihn damit zu einem exzellenten Botschafter deutscher Schauspielkunst und Filmschaffens in der Welt." hieß es in der Begründung des Vereins "Semper Opernball".
  
Der Film- und Fernsehstar Jürgen Prochnow, der zu den wenigen deutschen Schauspielern gehört, die auch internationale Erfolge feiern können, war von 1982 bis 1997 mit Isabel Goslar, der Tochter des Schauspielers und Regisseurs Jürgen Goslar verheiratet; aus der Verbindung gingen der 1983 geborene Sohn Roman und die 1985 geborene Tochter Mona hervor. Eine weitere Tochter, Johanna, stammte aus seiner Beziehung zu der österreichischen, aus einer Bierbrauerdynastie stammenden Schauspielerin Antonia Reininghaus1) (1954 – 2006), mit der Prochnow seit Ende der 1970er Jahre kurzzeitig liiert war. Die am 4. November 1980 geborene Johanna wurde 1987 von ihrer Mutter vergiftet, bevor diese versuchte, sich selbst das Leben zu nehmen → www.oe24.at.
Seit 1996 war die knapp 30 Jahre jüngeren Schauspielerin und Filmproduzentin Birgit Stein1) (1968 – 2018) an Prochnows Seite, 2002 heiratete das Paar. Ende August 2014 bestätigte Prochnow gegenüber der Presse, dass er und Birgit Stein seit der Trennung im Mai 2013 inzwischen offiziell geschieden seien. Dem Bericht zufolge habe er nun bereits seit zwei Jahren mit der ebenfalls wesentlich jüngeren Schauspielerin Verena Wengler5) ein neues Glück gefunden → www.focus.de. Am 19. März 2015 "traute" sich der inzwischen über 70-jährige Prochnow zum dritten Mal und gab seiner 21 Jahre jüngeren Kollegin in der denkmalgeschützten "Hochzeitsvilla" Teltower Damm in Berlin-Zehlendorf das Ja-Wort.
Der Schauspieler, welcher sowohl die deutsche als auch die US-Staatsbürgerschaft besitzt, lebte etliche Jahre in Los Angeles und München; im April 2017 zog er mit seiner Familie aus den USA nach Berlin zurück (Quelle: morgenpost.de).
 
Prochnows älterer Bruder Dieter1) (geb. 22. Mai 1939) ist ebenfalls Schauspieler, stand jedoch seit Mitte der 1990er Jahre nicht mehr vor der Kamera. Auch Sohn Roman  ist in der Filmbranche tätig bzw. arbeitet bei einer der führenden Digitalagenturen Deutschlands.
Textbausteine des Kurzportraits von www.prisma.de
Siehe auch Wikipedia, filmportal.de, deutsches-filmhaus.de
Kontakt: Management Lautenbacher
Fremde Links: 1)  Wikipedia, 2 ) filmportal.de, 3) prisma.de, 4) tittelbach.tv, 5) komoedie-muenchen.de Stand: Oktober 2018
  
Filme
Kinofilme / Fernsehen
Filmografie bei der Internet Movie Database, filmportal.de
(Fremde Links: Wikipedia, prisma.de, filmportal.de, Die Krimihomepage,
deutsches-filmhaus.de, tittelbach.tv, fernsehserien.de)
Kinofilme (Auszug) Fernsehen
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