Der Schauspieler und Regisseur Johannes Riemann wurde am 31. Mai 1888 in Berlin geboren. Sein Vater stirbt, als er 7 Monate alt ist; er wächst in bescheidenen Verhältnissen auf. Als kleiner Junge besucht er die Gemeindeschule in der Gipsstraße. Frühzeitig zeigt er Interesse für das Singen und nimmt erfolgreich an einer Aufnahmeprüfung für den Berliner Hof- und Domchor teil, mit dem er mehrmals vor der kaiserlichen Familie auftritt. Eigentlich will er Oratorien-Sänger werden, befolgt aber während des Stimmbruchs, wo er in einer Musikalienhandlung arbeitet, den Rat eines Lehrers und nimmt Schauspielunterricht bei Anna von Strantz-Führing und Alexander Strakosch. Damit ändert sich seine Leidenschaft – Johannes Riemann wird Schauspieler. 1908 erhält er sein erstes Engagement am Hebbel-Theater in Berlin. Danach zieht es ihn in die Provinz, wo im Fach des jugendlichen Helden sein Repertoire ständig erweitert. Stationen sind Teplitz, Meran und Marienbad, bis er 1911 nach Berlin, an die dortige Volksbühne zurückkehrt. Nach einer Spielzeit geht er ans Hoftheater nach Weimar, wo Johannes Riemann zum Charakterschauspieler reift. Um 1916 holt in Max Reinhardt ans "Deutsche Theater" in Berlin. Nebenbei veranstaltet der junge Künstler Vortragsabende, die seinen Namen in Berlin bekannt machen.1)

Foto: Johannes Riemann vor 1930 auf einer Fotografie
von Nicola Perscheid2) (1864 – 1930)
Quelle: Wikimedia Commons bzw. Wikipedia

Lizenz/Genehmigung siehe hier 

Johannes Riemann vor 1930 auf einer Fotografie von Nicola Perscheid (1864 - 1930)
Johannes Riemann vor 1929; Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander Binder (1888 – 1929); Quelle: www.cyranos.ch Bereits zu Stummfilmzeiten tauchte Riemanns Name in den Besetzungslisten von Kinoproduktionen auf, erstmals war er in dem Streifen "Gelöste Ketten"2) (1916) auf der Leinwand zu sehen. Nach Haupt- und Nebenrollen in stummen Dramen wie beispielsweise dem Zweiteiler "Die Faust des Riesen"2) (1917), "Anna Karenina" (1919), "Der Ewige Kampf"3) (1921), "Die Stadt ohne Juden"2) (1924), "Lumpen und Seide" (1925) oder "Die Frau auf der Folter" (1928) konnte Riemann ab Anfang der 1930er Jahre seine Karriere auch im Tonfilm erfolgreich fortsetzen.
Eine erste sprechende Hauptrolle spielte er an der Seite von Olga Tschechowa in "Liebe auf Befehl" (1931), als Partner von Maria Paudler sah man ihn mit einer Doppelrolle in der Verwechslungskomödie "Der falsche Ehemann"3) (1931), zusammen mit Albert Bassermann zeigte er sich in der Literaturverfilmung "Kadetten" (1931). Bis Mitte der 1930er Jahre stand Riemann für Filme wie "Fräulein – Falsch verbunden" (1932), "Der Polizeibericht meldet" (1933), "Die Herren vom Maxim" (1933), "Der Mann mit der Pranke" (1935) oder "Die un-erhörte Frau" (1936) vor der Kamera; Wolfgang Liebeneiner besetzte den attraktiven Schauspieler als Bankier Aristide de Saval in der Maupassant-Adaption "Yvette" (1938) zusammen mit Käthe Dorsch, Ruth Hellberg und Albert Matterstock, und auch in Heinz Rühmanns Regiedebüt "Lauter Lügen"3) (1938) oder Willi Forsts "Bel Ami"2) (1939) war er zu sehen.

Foto: Johannes Riemann vor 1929
Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander Binder2) (1888 – 1929)
Quelle: www.cyranos.ch; Angaben zur Lizenz siehe hier

Zu Riemanns Arbeiten während des 2. Weltkrieges gehören unter anderem Produktionen wie "Friedemann Bach" (1941), "Alles für Gloria" (1941), "Kleine Residenz"3) (1942) oder "Das Lied der Nachtigall"3) (1944), nach Kriegsende wurde es stiller um den beliebten Schauspieler. Lediglich in vier Filmen konnte man ihn nach mehr als zehn Jahren noch einmal mit kleineren Rollen auf der Leinwand sehen: So in Géza von Bolvárys Heimatfilm "Was die Schwalbe sang"2) (1956) nach der Novelle "Immensee" von Theodor Storm, sowie in der Bolváry-Komödie "Der schräge Otto"2) (1957). Paul Verhoeven gab ihm in seinem heiter-ironischen Lustspiel "Jede Nacht in einem anderen Bett"2) (1957) den prägnanten Part des Fürsten von Wiesenberg und für Joe Stöckel mimte er in dem Klamauk-Streifen "Zwei Bayern im Harem" (1957) den Hieronymus Walden.

Neben seiner Arbeit als Schauspieler in mehr als 60 Kinoproduktionen machte sich Riemann, der auch auf der Bühne Erfolge verzeichnen konnte, einen Namen als Regisseur. Filme wie "Ich sehne mich nach Dir"4) (1934) mit Camilla Horn und Theo Lingen, "Ich heirate meine Frau"3) (1934) mit Lil Dagover, Käthe Haack und Paul Hörbiger oder "Die große und die kleine Welt"4) (1936) mit Viktor de Kowa und Heinrich George tragen seine Handschrift.
 
Johannes Riemann, der 1939 zum "Staatsschauspieler" ernannt worden war, starb am 30. September 1959 im Alter von 71 Jahren in Konstanz; seine letzte Ruhe fand er auf dem dortigen Hauptfriedhof → Foto der inzwischen eingeebneten Grabstelle bei knerger.de.
Bereits 1940 war von Erich Knauf die Biografie "Johannes Riemann. Porträt eines Schauspielers" erschienen.

Urheber des Fotos: Nicola Perscheid2) (1864 – 1930)
Quelle:
www.virtual-history.com; Lizenz siehe hier 

Johannes Riemann: Urheber des Fotos: Nicola Perscheid (1864 – 1930); Quelle: www.virtual-history.com
Siehe auch www.cyranos.ch, Wikipedia, www.film-zeit.de, filmportal.de 
Fotos bei film.virtual-history.com
Quelle: 1) www.film-zeit.de
Link: 2) Wikipedia, 3) Murnau Stiftung, 4) filmportal.de
Lizenz
/Genehmigung Foto Johannes Riemann (Ueheber Nicola Perscheid/Alexander Binder): Diese Bild- oder Mediendatei ist gemeinfrei, weil ihre urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist. Dies gilt für die Europäische Union, die Vereinigten Staaten, Australien und alle weiteren Staaten mit einer gesetzlichen Schutzfrist von 70 Jahren nach dem Tod des Urhebers.
Kinofilme (Auszug)
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Link: Murnau Stiftung, Wikipedia, filmportal.de)
Stummfilme (Auszug) Tonfilme (Auszug) Noch: Tonfilme (Auszug) Kinofilme als Regisseur
Um zur Seite der Publikumslieblinge zurückzukehren, bitte dieses Fenster schließen.
Home: www.steffi-line.de