Paul Edwin Roth; Copyright Virginia Shue Paul Edwin Roth wurde am 22. Oktober 1918 in eine Hamburger Arztfamilie hineingeboren und wuchs auch in Hamburg auf. Nach Abschluss der Schule hatte er eigentlich andere Berufspläne, nur auf Drängen seiner Mutter ließ er sich zum Schauspieler ausbilden. Sein Bühnendebüt gab Roth 1939 in Heilbronn, Engagements in Karlsruhe, Heidelberg, Darmstadt und Wiesbaden schlossen sich an. Doch erst nach Ende des 2. Weltkrieges konnte er sich am Berliner "Hebbel-Theater" durch seine Hauptrolle des namenlosen, zurückkehrenden Soldaten Beckmann in Wolfgang Borcherts Heimkehrer-Drama "Draußen vor der Tür" in die Riege der Charakterdarsteller einreihen. Zu seinen weiteren herausragenden Bühnenrollen zählen Ende der 1940er Jahre auch seine Interpretation des Moritz Stiefel in Frank Wedekinds "Frühlings Erwachen" unter der Regie von Walther Suessenguth sowie die Titelrolle in Schillers "Don Carlos", den Fritz Kortner Ende 1950 am Berliner "Hebbel-Theater" inszenierte; ursprünglich sollte Klaus Kinski den "Don Carlos" spielen, doch dieser verließ die Proben schon nach zwei Wochen.
 
 
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der
Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
Seit den 1950er Jahren widmete sich Paul Edwin Roth verstärkt der Arbeit für Film und Fernsehen. Zu seinen ersten Kinoproduktionen zählt Josef von Bákys Drama "…und über uns der Himmel"1) (1947), wo Roth den Filmsohn Werner des ehemaligen Kranführers Hans Richter alias Hans Albers mimte, der seinen in Schwarzmarktgeschäfte verwickelten Vater wieder auf den Pfad der Tugend zurückführt; von den Kritikern wird diese Rolle als Roths bedeutendste Darstellung auf der Leinwand angesehen. Zwei Jahre später folgte Slátan Dudows zeitkritischer DEFA-Nachkriegsdrama "Unser täglich Brot"1) mit Viktoria von Ballasko und Paul Bildt in den Hauptrollen, wo er den leichtsinnigen Harry Weber verkörperte. Es folgten Filme mit meist prägnanten Nebenrollen wie in "Ingrid – Die Geschichte eines Fotomodells"1) (1955), "Gestehen Sie, Dr. Corda!" (1958), "Fabrik der Offiziere"1) (1960), "Das Wunder des Malachias"1) (1961), "Vier Schlüssel"1) (1966), "Und Jimmy ging zum Regenbogen"1) (1971), "Der Stoff, aus dem die Träume sind"1) (1972), "Seitenstechen" (1985) und "Zirkuskinder" (1985).
 
Paul Edwin Roths hauptsächliches Betätigungsfeld war seit den 1960er Jahren das Fernsehen geworden. Neben zahlreichen Auftritten in so beliebten Krimi-Reihen wie "Der Kommissar", "Der Alte", "Sonderdezernat K1", "Stahlnetz", "Kriminalmuseum" oder "Tatort" erlebte man den Schauspieler unter anderem zusammen mit Günter Pfitzmann in dem Quotenrenner "Gestatten, mein Name ist Cox"2) (1961), Rolf Hädrich besetzte ihn, neben Ernst Jacobi in der Titelrolle, als Robert Bluhm in der Meichsner-Verfilmung bzw. Ost-West-Geschichte "Nachruf auf Jürgen Trahnke" (1962), für Peter Beauvais stand er als Dave Rubin in "Jahre danach – Reunion Day" (1963), dem dramatischen Stück über ein Kriegsveteranentreffen in Australien, mit Klausjürgen Wussow vor der Kamera. In dem dreiteiligen Straßenfeger "Die Gentlemen bitten zur Kasse"2) (1966), der Geschichte um den legendärsten Fall der englischen Kriminalgeschichte, in der dreiste Posträuber die Britische Majestät um dreißig Millionen Pfund erleichtern, war er der Peter Masterson, in der sechsteiligen TV-Serie "Sherlock Holmes"1) (1967) verkörperte er den Dr. Watson und treuen Assistenten des legendären Meisterdetektivs, gespielt von Erich Schellow; Serien-Auftritte bzw. Gastrollen hatte Roth auch in "Der Bastian"2) (1973) und "St. Pauli Landungsbrücken" (1979).  
Zu Paul Edwin Roths weiteren Arbeiten für das Fernsehen gehören auch seine Rolle des Chefinspektor Roberts in Konrad Wagners Literaturadaption "Die Nacht zum Vierten" (1966), der Part des Vaters Nikolai Kirsanow in Claus Peter Witts Verfilmung von "Väter und Söhne" (1978) nach dem gleichnamigen Roman von Iwan Turgenjew. Zuletzt sah man ihn in Joachim Roerings Satire "Zwei Tote im Sender und Don Carlos im Pogl"1) (1982) und dem Rühmann-Stück "Es gibt noch Haselnußsträucher"3) (1983) nach Georges Simenon auf dem Bildschirm.

Neben seiner umfangreichen Tätigkeit als Schauspieler für Film und Fernsehen war Paul Edwin Roth auch ein gefragter Synchronsprecher; so lieh er unter anderem öfter Montgomery Clift und Michel Bouquet seine Stimme, außerdem synchronisierte er auch Alan Bates, Arthur Kennedy, Henry Fonda, Rod Steiger, Jules Dassin, Peter Lawford und Tony Curtis. In Erinnerung bleiben darüber hinaus viele Hörspielproduktionen, bei denen er seine markante Stimme einsetzen konnte.

Paul Edwin Roth erlag am 27. Oktober 1985 in seiner Geburtsstadt Hamburg einem Krebsleiden – wenige Tage nach seinem 67. Geburtstag.
 
Link: 1) Wikipedia, 2) Beschreibung innerhalb dieser HP, 3) prisma.de
Siehe auch Wikipedia; Filmografie bei der Internet Movie Database
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