Rose Renée Roth
Rose Renée Roth wurde am 12. Dezember 1902 im ungarischen Budapest geboren. Ihr schauspielerisches Rüstzeug erwarb sie sich bei Ilka Grüning1) (1876 – 1964) an der von Max Reinhard gegründeten "Schauspielschule des Deutschen Theaters" in Berlin, anschließend spielte sie an bedeutenden deutschsprachigen Bühnen. Nach dem  Nach dem Anschluss Österreichs (März 1938) verließ die Jüdin Rose Renée Roth Österreich, lebte viele Jahre in London und in den USA, wo sie Theater spielte bzw. auch für den amerikanischen Rundfunk tätig war. Erst zu Beginn der 1950er Jahre kehrte sie nach Österreich zurück.
Die Schauspielerin wirkte unter anderem in Wien am "Burgtheater, am "Württembergischen Staatstheater" in Stuttgart oder an verschiedensten Theatern in Berlin. In München glänzte sie beispielsweise an der "Kleinen Komödie" Ende der 1960er Jahre in Erich Ebermayers Gaunerkomödie "Zwei ahnungslose Engel" und 1971 in Axel von Ambessers "Max Mahnke als Mensch". In nachhaltigster Erinnerung bleibt Rose Renée Roth mit ihrer Rolle der mordlustigen Tante in dem Klassiker des schwarzen Humors "Arsen und Spitzenhäubchen", mit dem sie auch bis Mitte der 1980er Jahre auf zahlreichen Tourneen das Publikum erfreute.

Seit Mitte der 1950er Jahre sah man die immer etwas verschmitzt wirkende Schauspielerin vermehrt in Film und Fernsehen, wo sie in späteren Jahren manchmal durchtriebene oder kriminelle, aber stets liebenswerte ältere Damen mimte. Auf der Leinwand agierte sie sowohl in deutschen als auch internationalen Produktionen und wurde meist mit kleineren, prägnanten Nebenrollen besetzt. Zu ihren Arbeiten für das Kino zählen unter anderem Filme wie "Weg in die Vergangenheit" (1954), "Geständnis einer Sechzehnjährigen" (1960), "Town Without Pity"2) (1961, Stadt ohne Mitleid) oder Billy Wilders "One, Two, Three"2) (1961, One, Two, Three). In Harald Vocks kurzweiligen Verwechslungskomödie "Wenn jeder Tag ein Sonntag wär"2) (1973) mimte sie die krimi-süchtige Mutter von Bubi Berger alias Heinz Reincke, der irrtümlich für einen erfolgreicher Reiseunternehmer, gespielt von Georg Thomalla, gehalten wird. In Harald Reinls Heimatfilm bzw. Ganghofer-Adaption "Schloß Hubertus"2) (1973) tauchte sie als Tante Gundula auf und 1987 erlebte man sie als ältere Adelsdame Gräfin Posadowsky in Peter Schamonis Horst-Bienek-Verfilmung "Schloss Königswald" (Die letzte Geschichte von Schloss Königswald), einer Hommage an die alten deutschen Kinostars, gemeinsam mit Marika Rökk1) (1913 – 2004), Carola Höhn1) (1910 – 2005), Marianne Hoppe1) (1909 – 2002), Camilla Horn1) (1903 – 1996), Ortrud von der Recke (1916 – 2000) und Fee von Reichlin1) (1912 – 2002): In dem Film versuchen die adligen Damen ein böhmisches Schloss über die Wirren des verlorenen Krieges hinwegzuretten → www.schamoni.de; zusammen mit ihren Kolleginnen erhielt Rose Renée Roth für ihre darstellerische Leistung den "Bayerischen Filmpreis".
Zu ihren letzten Arbeiten für das Kino zählt ein kleinerer Auftritt in der amüsanten Gaunerkomödie "Schweinegeld" (1989) mit Armin Mueller-Stahl sowie die hinreißend gespielte Rolle der Tante Mechthild in Vicco von Bülows "Ödipussi"2) (1988); unvergessen bleibt wohl die Szene in der sie mit drei anderen Damen beim Scrabble-Spiel sitzt und das Wort "HUNDNASE" legt, was zu einer herrlichen Diskussion führt.

Im Fernsehen zeigte sich die von Statur mit nur 1,55 Metern kleine "große" Rose Renée Roth vor allem in den 1970er und 80er Jahren in verschiedensten populären Krimi-Serien wie "Der Kommissar", "Der Alte", "Sonderdezernat K1", "Derrick", "Dem Täter auf der Spur", "Großstadtrevier" oder "Tatort". In dem unterhaltsamen Mehrteiler "Die Powenzbande"1) (1973) war sie ebenso präsent, wie in den TV-Spielen "Es begann bei Tiffany" (1979) oder "Gute Reise" (1981).

Die sympathische Schauspielerin Rose Renée Roth starb am 10. März 1990 im Alter von 87 Jahren in Wien; ihre letzte Ruhe fand sie auf dem dortigen Israelitischen Friedhof am Zentralfriedhof → Foto der Grabstätte bei www.knerger.de.
 
Link: 1) Kurzportrait bzw. Beschreibung innerhalb dieser HP, 2) Wikipedia
Siehe auch Wikipedia; Filmografie bei der Internet Movie Database
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