Otto Schenk01; Copyright Erich Reismann Der Kammerschauspieler, Kabarettist, Regisseur und Theaterleiter Otto Schenk wurde am 12. Juni 1930 als Sohn eines Notars und einer aus Triest stammenden Mutter in Wien geboren. Nach dem Abitur wollte er in die Fußstapfen seines Vaters treten und begann an der Universität seiner Geburtsstadt ein Jurastudium. Doch dann entschloss er sich Schauspieler zu werden und ließ sich am renommierten Wiener "Max-Reinhardt-Seminar"1) entsprechend ausbilden. Seinen Abschluss machte er 1951 mit Auszeichnung, sein Bühnendebüt gab er anschließend als Gendarm in Karl Schönherrs "Karrnerleut" im Wiener "Theater der Jugend". Weitere Erfahrungen als Schauspieler sammelte er anschließend am Wiener "Volkstheater", 1953 machte er mit Kellertheater-Inszenierungen erstmals als Regisseur auf sich aufmerksam. Zwei Jahre später folgte er einem Ruf an das Wiener "Theater in der Josefstadt"1), wo er sowohl als Schauspieler als auch Regisseur schnell Erfolge feierte. Nach einer Zwischenstation in Düsseldorf wurde er 1963 Direktor des "Staatstheaters am Gärtnerplatz"1) in München, 1965 Oberregisseur an der "Staatsoper" in Wien, dessen Ehrenmitglied als erster Nicht-Musiker seit 1980 ist.

Foto: © Erich Reismann
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Zwischen 1986 und 1988 war Schenk als Direktoriumsmitglied der "Salzburger Festspiele"1) tätig, ebenfalls 1986 wurde er – als Nachfolger von Boy Gobert2) – zum Intendanten des "Josefstädter Theaters" berufen, 1988 trat er das Amt (gemeinsam mit Robert Jungbluth1)) an und übte es fast zehn Jahre lang aus, 1997 gab er es an Helmut Lohner2) ab. Zur Eröffnung inszenierte Schenk Schnitzlers "Professor Bernhardi"1) mit Michael Degen2) in der Titelrolle, es folgten unter anderem O'Neills Spätwerk "Fast ein Poet" (1988/89), Schnitzlers "Der Reigen"1) (1989) und "Anatol"1) (1990), Shakespeares "Der Widerspenstigen Zähmung"1) (1992), Tschechows "Die Möwe"1) (1993) und "Das Lächeln des Barrakuda" (1994) von Esther Vilar1). Auch unter Lohners Leitung blieb Schenk dem "Theater in der Josefstadt" verbunden, inszenierte dort unter anderem 1998 Ödön von Horváthss Drama "Glaube Liebe Hoffnung"1).
Schenk selbst sagte einmal in Interview: "Ich bin geprägt worden von diesem Theater. Ich habe in der Josefstadt die Natürlichkeit im Schauspiel gelernt. Dieses Theater hat meinen Stil geprägt, wo immer ich in der Welt gearbeitet habe. Ich habe es nie verraten."
 

Das Foto wurde mir freundlicherweise von der
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Otto Schenk02; Copyright Virginia Shue
Zu Schenks frühen Inszenierungen zählen unter anderem Johann Nestroys Posse "Umsonst"1) (1955) und Karl Wittlingers Komödie "Kennen Sie die Milchstraße?"1) (1958), seinen Durchbruch als anerkannter Theaterregisseur hatte Schenk 1960 mit dem O'Neill-Stück "O Wildnis". An vielen bedeutenden Häusern hinterließ Otto Schenk mit seinen Inszenierungen einen nachhaltigen Eindruck, so an den "Münchner Kammerspielen" mit Ödön von Horváths Volksstücken "Kasimir und Karoline"1) (1964/1969) und "Geschichten aus dem Wiener Wald"1) (1966). Am "Deutschen Schauspielhaus" in Hamburg trugen Shakespeares "Viel Lärm um nichts"1) (1975), bei den "Salzburger Festspielen" Shakespeares "Was ihr wollt"1) (1972–1974) und "Wie es euch gefällt"1) (1980, mit Schenk als "Probstein"), Nestroys "Der Talisman"1) (1976,1978–1980) und "Der Zerrissene"1) (1982, mit Helmut Lohner in der Titelrolle und Schenk als Gluthammer) die Handschrift des berühmten Österreichers. Auch die Besucher des Wiener "Burgtheaters", des "Theaters in der Josefstadt" und des "Münchner Volkstheaters" erlebten Schenk nicht nur als begnadeten Regisseur sondern ebenfalls als brillanten Schauspieler, der Figuren wie dem "Bockerer"1) (1984) in dem gleichnamigen Volkstück von Ulrich Becher und Peter Preses eindrucksvolle Bühnenpräsenz verlieh.
 
Otto Schenk 1982 als "Teufel" in "Jedermann"; Copyright Virginia Shue
Otto Schenk 1982 als "Teufel" in "Jedermann"1); diese Figur verkörperte Schenk eindrucksvoll
bei den "Salzburger Festspielen" zwischen 1978 und 1982 sowie erneut 1991 und 1992.
Die Fotos wurden mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.

Am "Theater in der Josefstadt" glänzte er mit vielen Titelfiguren, so beispielsweise in Ben Jonsons "Volpone"1), als Antonio Salieri1) in Peter Shaffers "Amadeus"1) oder als "Geiziger" (Harpagon) in der gleichnamigen Komödie1) von Moličre. In Salzburg wurde er als depressiver Fortunatus Wurzel in Jürgen Flimms Raimund-Inszenierung "Der Bauer als Millionär"1) (1987) gefeiert, in der "Süddeutschen Zeitung" stand unter anderem " Otto Schenk (…) sucht den gebrochenen Charakter, will den Raimund am Wurzel packen, den depressiven Künstler offenbaren, der noch im höchsten Ruhm die 'Aschen' nicht verdrängen konnte, den Tod. (…) Dieser Mensch, der erst nach Champagner brüllt und dann um Kamillentee winselt, ist weder mopsfidel als Bauer noch als Edelmann von Wurzel. Sondern von Beginn an ein armer Kerl. (…) In Schenks matten Augen, seiner zerfurchten Stirn, seiner geduckten Haltung, der stockenden, keineswegs selbstbewussten Sprechweise, erkennen wir schon früh den Lebensüberdrüssigen, der sich verschwendet, weil er nicht mehr mag." (C. Bernd Sucher1), SZ vom 13. 8. 1987).
In den letzten Jahren brillierte Otto Schenk unter anderem am "Theater in der Josefstadt" ("Kammerspiele") als Witwer Ralph Bellini in der deutschsprachigen Erstaufführung der amüsant-berührenden Altersromanze "Ralph und Carol – Noch einmal verliebt" von Joe DiPietro1) und arbeitete einmal mehr mit Christine Ostermayer2) zusammen, die als Carol Reynolds nicht minder gefeiert wurde; das von Dieter Berner (→ www.dieterberner.de) in Zusammenarbeit mit dem Berliner "Renaissance-Theater" in Szene gesetzte Stück feierte am 27. Januar 2011 Premiere. So schrieb unter anderem der Wiener "KURIER" (29.01.2011): "Was Schenk und seine beiden kongenialen Kolleginnen Christine Ostermayer und Ingrid Burkhard1) zeigen, lässt das Herz jedes Theater-, und Opernliebhabers garantiert höherschlagen. Wenn etwa der vielfache MET-Regisseur Schenk über den Zauber der MET und die Oper im allgemeinen räsoniert, kommt auch Rührung auf. Denn man merkt, wie sehr der große Schauspieler die Oper tatsächlich liebt. Schenk gelingt zudem das Kunststück, diesen Ralph auf Freiersfüßen vollkommen unpeinlich darzustellen. (…) Christine Ostermayer) wirkt in ihrer Zartheit und Unschuld ganz natürlich. Eine fabelhafte Leistung beider Künstler. Den köstlichen Gegenpol zu den beiden Turteltauben bildet Ingrid Burkhard als resolute, vom Schicksal geprüfte Rose mit Mut zur Hässlichkeit und Härte. Dieses Trio rührt, verführt, ja bezaubert in jeder Phase." (Quelle: www.josefstadt.org; siehe auch www.nachtkritik.de)
Nach der Gestaltung des Violinspielers Hans Weiring in dem Arthur Schnitzler.Schauspiel "Liebelei"
1) (Premiere: 04.09.2014) erfreute der fast 85-jährige Schenk seit der Premiere am 26. März 2015 in der von Helmuth Lohner in Szene gesetzten Altersheimkomödie "Schon wieder Sonntag" von Bob Larbey das Josefstädter Publikum als sarkastisch-grantiger Witwer Cooper → mehr bei www.josefstadt.org.

Vor allem als Opernregisseur machte Schenk schon früh von sich reden, bereits 1957 hatte er am "Landestheater Salzburg" Mozarts "Die Zauberflöte"1) inszeniert, 1962 brachte er Alban Bergs "Lulu"1) an der "Wiener Staatsoper" auf die Bühne, wurde damit ebenso gefeiert wie 1966 mit seiner "Carmen"1)-Inszenierung von Bizet, die ihn in die Riege der internationalen Spitzenklasse der Opernregisseure aufsteigen ließ. Seither arbeitete er als ständiger Regisseur an der "Wiener Staatsoper", oftmals schieden sich die Geister an seinen Interpretationen, so wie 1967 an seiner eigenwilligen "Don Giovanni"1)-Aufführung, die wegen der ironisch gebrochenen Regie und Ausstattung zum ausgemachten Premierenskandal geriet. Auch an anderen Häusern zeigte Schenk seine Sichtweise von klassischen Musikwerken, am "Münchener Nationaltheater" bot er unter anderem Richard Strauss' komische Oper "Der Rosenkavalier"1) (1972) und die Johann Strauß-Operette' "Die Fledermaus"1) (1975) dar, in in den1980ern "Der Barbier von Bagdad"1) (1984, von Peter Cornelius) und Offenbachs "Hoffmanns Erzählungen"1) (1986). In Hamburg feierte er Triumphe mit den Richard Strauss-Opern "Ariadne auf Naxos"1) (1979) und "Arabella"1) (1983), die Salzburger Festspielbesucher erlebten unter anderem 1981 seine Uraufführung von Friedrich Cerhas1) "Baal" (Text: Bertolt Brecht1)).
An der New Yorker "Metropolitan Opera" debütierte er 1970 mit Beethovens "Fidelio"1), 1978 inszenierte er dort Richard Wagners "Tannhäuser"1), ab 1986 setzte er außerdem zum ersten Mal seit 1965 Wagners kompletten "Der Ring des Nibelungen"1) an der "Met" in Szene. Otto Schenk bespielte die führenden Opernhäuser und Theater der Welt, unter anderem auch die "Mailänder Scala" (1974, Mozarts "Le nozze di Figaro") und die "Convent Garden Opera" in London, weitere Operninszenierungen erarbeite er unter anderem für die "Deutsche Oper Berlin", die "Bayerische Staatsoper" und die "Staatsoper" in Hamburg. Nach rund 120 Inszenierungen zog sich Schenk 1988 mit Mozarts "Die Zauberflöte" an der "Wiener Staatsoper" für viele Jahre von der Opernregie zurück, war dann im neuen Jahrtausend wieder zurück: In jüngerer Zeit bereitete er eine Inszenierung von Donizettis Oper "Don Pasquale"1) an der "Met" in New York vor, die zur Spielzeit 2005/06 mit James Levine1) am Dirigentenpult und den Opernstars Simone Alaimo, Anna Netrebko1) und Juan Diego Flórez1) aufgeführt und mit überaus positiver Kritik bedacht wurde → Auswahl an Regiearbeiten bei Wikipedia.
Auch für die Kinobesucher und TV-Zuschauer ist Otto Schenk kein Unbekannter, bereits seit Mitte der 1950er Jahre übernimmt er sporadisch als Darsteller Aufgaben für Film und Fernsehen und zeigt auch hier sein komödiantisches Talent. Sein Leinwanddebüt gab er 1955 in Josef von Bákys Melodram "Dunja" (mit Eva Bartok und Karlheinz Böhm), es folgten Kinoproduktionen wie beispielsweise Rudolf Steinböcks Raimund-Adaption "Der Bauer als Millionär"1) (1961) und die unterhaltsamen Streifen "Das haben die Mädchen gern"1) (1963, mit Peter Kraus) und "Immer Ärger mit Hochwürden"1) (1972, mit Georg Thomalla). Nach "Starke Zeiten"1) (1988), "Immer Ärger mit Nicole" (1992), "Tafelspitz"1) (1994) und "Ein Herz wird wieder jung" (1997) stand er für Helmut Dietls Comedy "Late Show"1) (1999) vor der Kamera. In "Die Fledermaus" (1972), bei der er auch für die TV-Version selbst Regie führte, mimte er – wie auf der Bühne – den "Frosch".
 
 

Foto: © Erich Reismann
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Otto Schenk03; Copyright Erich Reismann
Im Fernsehen wurden etliche Theateraufführung mit Schenk als Darsteller und/oder als Regisseur übertragen, so unter anderem Luigi Pirandellos "Sechs Personen suchen einen Autor" (1978), Ferenc Molnárs "Spiel im Schloss" (1985), die Jürgen Flimm-Inszenierung von Hugo von Hofmannsthals "Der Schwierige" (1991) oder die Komödie "Potasch und Perlmutter" (1996) von Montague Marsden Glass mit Schenk als "Potasch". Das Erfolgsstück "Othello darf nicht platzen" (2002), welches viele Spielzeiten lang am "Theater in der Josefstadt" begeisterte Zuschauer fand, wurde 2002 mit Otto Schenk in der Titelrolle des weltberühmten Tenors Tito Merelli im Fernsehen gezeigt.
In nachhaltiger Erinnerung bleiben Rollen wie des Kommissars Joseph Mallinger in Xaver Schwarzenbergers Krimikomödie "Duett" (1992, → tv.orf.at) sowie sein Opa Franz Sedlak in den beiden Lustspielen "Unser Opa ist der Beste" (1995) und "Mein Opa und die 13 Stühle"1)  (1997), bei denen Helmut Lohner Regie geführt hatte. In "Ein Schutzengel auf Reisen"1) (1997) erlebte man mit Schenk zusammen mit dem Erzkomödianten Fritz Muliar, in dem Neil Simon-Stück "Sonny Boys" mimte Schenk dann 1999 neben Helmuth Lohner als Al Lewis einen herrlichen Willie Clark, weitere Rollen spielte er in dem Drama "Die Verhaftung des Johann Nepomuk Nestroy" (2000, nach Peter Turrini), Peter Weck besetzte ihn neben Klausjürgen Wussow mit der Hauptrolle in der Komödie "Zwei unter einem Dach"3) (2001). In dem ebenso humorvollen wie turbulenten TV-Film "Hochwürden wird Papa"3) (2002) zeigte er sich an der Seite von Hans Clarin und Fritz Wepper als italienischer Star-Koch und Opern-Liebhaber Enrico Beloni, in Joseph Vilsmaiers "August der Glückliche"3) (2002) mimte er hinreißend den alternden Busfahrer August Grandits, der plötzlich zu einer Million Euro kommt –  Verwicklungen sind somit vorprogrammiert. Zu Schenks letzten Auftritten im Fernsehen zählen Dieter Wedels turbulent-besinnliche Komödie "Mein alter Freund Fritz"1) (2007) und die Aufzeichnung der amüsanten Geschichte "Chuzpe" (2013) aus den "Wiener Kammerspielen" mit einem grandiosen Otto Schenk als Edek → www.josefstadt.org. Vereinzelt übernimmt Schenk auch Aufgaben für die Synchronisation, in der österreichischen Fassung des mit dem "Trickfilm-Oscar" ausgezeichneten computeranimierten 3D-Spielfilms "Oben"1) (2009, Up) sprach er den ebenso abenteuerlustigen wie grantigen Witwer Carl Fredricksen (deutsche Version: Fred Maire); Karlheinz Böhm lieh übrigens dem verrückten Wissenschafter Charles Muntz seine Stimme. Vor die Kinokamera selbst ließ er sich nach längerer Zeit von Regisseur Michael Kreihsl locken, in dessen Episodenfilm um das unterschiedliche Schicksal von in einer Großstadt lebenden Menschen mit dem Titel "Liebe möglicherweise"1) mimte er den alten Witwer Walter, "der einmal eine Berühmtheit war und inzwischen einsam und zunehmend vergesslich in seiner Wohnung sitzt. Er kauft Stützstrümpfe, hätte aber lieber eine Pistole. Oder zumindest ein sehr scharfes Rasiermesser. Die Patientenverfügung hat er schon unterschrieben." (Quelle:  www.josefstadt.org) Die Premiere erfolgte am 30. August 2016 im Rahmen des "Montreal World Film Festival" in der Sektion "World Greats"; der Kinostart in Österreich ist für den 2. Dezember 2016 angekündigt; siehe auch www.michaelkreihsl.at.

Das Multitalent Schenk wurde nicht nur als Schauspieler, Regisseur und Theaterleiter bekannt und berühmt, sondern auch als Autor mit zahlreichen heiteren Büchern: 1992 erschien seine Texte "Sachen zum Lachen", mit denen er auch bei Leseabenden das Publikum begeistert, mit der Witze-Sammlung  "Garantiert zum Lachen" (2003) setzte er seinen Erfolg fort. Das Buch "Otto Schenk –  Nach außen bin ich ja viel jünger" (2006) enthält autobiografische Texte sowie viele Abbildungen, weiterhin ein Verzeichnis der Theaterrollen und der Regiearbeiten für Schauspiel, Oper und Operette. 2007 erschien "Wer kocht, ist selber schuld" mit dem Untertitel "Angefressene Memoiren", das Buch "Darum das ganze Theater. Nichts ist so komisch wie das Leben" (2008) enthält Anekdoten und Pointen, Witziges und Weises zum Leben und zur Kunst. Ein weiteres "Muss für Otto Schenk-Fans ist sicherlich die CD "Gedachtes, Belachtes, Verbranntes" mit Live-Mitschnitten aus dem Wiener "Burgtheater".
Gemeinsam mit Helmut Lohner, mit dem er auch  1996 bei den Salzburger Festspielen als " Rappelkopf" in Peter Steins Raimund-Inszenierung "Der Alpenkönig und der Menschenfeind"1) zu sehen gewesen war, brachte er das Buch "Lacherfolge" auf den Markt, welches auf dem gleichnamigen Programm mit Lohner basiert: "Eine Sternstunde des Humors ist garantiert, wenn zwei Vollblutkomödianten wie Otto Schenk und Helmuth Lohner gemeinsam auf der Bühne stehen und ihr Programm "Lacherfolge – Sketches aus fünf Jahreszeiten" präsentieren. Mit "Lacherfolge – die besten Sketches aus 5 Jahrzehnten" verwirklichen sich die beiden Schauspielerfreunde einen langjährigen Traum, nämlich gemeinsam einen Abend lang zu blödeln und die lustigsten Sketches wieder oder erstmals zur Aufführung zu bringen. Denn alles begann vor rund 50 Jahren im Studio Hamburg, als Otto Schenk Helmuth Lohner für eine Fernsehshow einlud, um den Sketch "Auf den Flügeln des Gesangs" aufzuführen. Viele skurrile Szenen wie, der Versuch eine Giraffe per Bahn zu versenden, die Brandrede eines volltrunkenen Antialkoholikers gegen den Alkohol, oder die schnorrigen Versuche eines verarmten Dichters sich Geld zu leihen, oder der politschwangere Anton Kuh Text "Mein Nachtbar in Grinzing", sind Inhalt des Programms." (Zitat: www.events.at)
 
Otto Schenk 04; Copyright Moritz Schell
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© Moritz Schell
  
Am 12. Juni 2005 feierte Otto Schenk, der wie kaum ein anderer die österreichische Schauspielszene geprägt hat und zu den größten Komikern des Landes zählt, seinen 75. Geburtstag. Auch an diesem Ehrentag stand er auf der Bühne: Im "Großen Festspielhaus" in Salzburg spielte er das Ein-Personen-Stück "Die Sternstunde des Josef Bieder", in dem er seit 1992 einen Requisiteur verkörpert, einen Mann voller Träume und Sehnsüchte, den das Theater nicht loslässt – ganz wie im richtigen Leben; das Stück wurde 1992 auch im Fernsehen übertragen.
Auch kurz vor seinem seinen 80. Geburtstag am 12. Juni 2010 stand der Jubilar auf der Bühne, zwei Tage zuvor hatte im "Theater an der Josefstadt" die Uraufführung von Klaus Pohls "Einmal noch" stattgefunden, eine Hommage an das Geburtstagskind und Schenk förmlich auf den Leib geschrieben. Als Geburtstagsgeschenk präsentiert die "Josefstadt" gleich eine Uraufführung: "Einmal noch" von Klaus Pohl. Naturgemäß mit dem Jubilar in der Hauptrolle eines abgetakelten Dirigenten. "Grant", die wienerische Form des Griesgrams und Raunzens, kommt laut Hugo von Hofmannsthal von den spanischen Granden. Der Grant-Seigneur Otto Schenk, gerade erst mit dem sehr selten verliehen Ehrentitel "Bürger von Wien" ausgezeichnet, wird heute 80. (Quelle: Artikel "Depressionshumorist: Otto Schenk zum Achtzigsten" bei www.welt.de)
So schrieb die FAZ unter anderem "(…) der Otti Schenk absolvierte sein Einpersonenstück für sechs Schauspieler derart frisch, hochkonzentriert und mit seinem typisch larmoyanten Raunzen, dass man bei jedem ehrfürchtigen Szenenapplaus an Maradona denken musste (…) und die "Salzburger Nachrichten" brachten es auf den Punkt: "Er grantelt, weisheitelt, pointelt, sarkastelt, weltschmerzlt und sehnsüchtelt vor sich hin – und ist ganz in seinem Element. Otto Schenk ist Otto Schenk.".
Viel Applaus erhielt der "Doyen" und Ehrenmitglied des "Theaters an der Josefstadt" seit der Premiere am 4. September 2014 mit der Figur des alten Violinspielers Hans Weiring in Alexandra Liedkes Inszenierung von Arthur Schnitzler Meisterwerk "Liebelei"1). So schrieb "Der Standard" unter anderem: "Eine Pensionierung hat er nicht zu befürchten: Otto Schenk, Jahrgang 1930, ist eben das Zugpferd des Theaters in der Josefstadt. Man will ihn granteln sehen. Und es geht einem das Herz auf, wenn er liebevoll, gütig ist." → www.josefstadt.org
Mit seinem aktuellen Programm "Humor nach Noten" feierte die Theaterlegende am 1. Januar 2015 im Münchener "Prinzregententheater" mit einem Feuerwerk aus lustigen Anekdoten und Musik zusammen mit dem Publikum den Jahreswechsel 2015; weitere Vorstellungen, unter anderem im "Wiener Konzerthaus" standen auf Schenks Terminkalender. Bereits seit 2013 erfreut Schenk mit diesem Programm die Zuschauer, Höhepunkt ist sicherlich, wenn Schenk selbst an das Orchesterpult tritt, um in unnachahmlicher Form Mozart- und Johann Strauss-Melodien zu dirigieren; Anfang Mai 2014 erschien die DVD "Humor nach Noten – Otto Schenk".
Schenk selbst veröffentlichte rechtzeitig zu seinem runden Geburtstag sein neues Buch "Es war nicht immer komisch: Notizen aus meinen ersten 80 Jahren", in dem man neben Theateranekdoten auch sehr viel Persönliches findet. "Otto Schenk blickt zurück auf seine "ersten 80 Jahre". Humorvoll, oft aber auch nachdenklich, erinnert er an große Erfolge und merkwürdige Ereignisse, macht sich Gedanken über Theater, Kultur und Geschichte, erzählt Anekdoten und gewährt dem Leser einen augenzwinkernden Blick hinter die Kulissen seiner Welt. Fritz von der Schulenburg hat Otto Schenk für dieses Buch in den unterschiedlichsten, oft urkomischen Situationen fotografiert." heißt es beim Amalthea Signum Verlag.  
Schenk, ein Urgestein des Theaters scheint auch im hohen Alter rastlos, mit seinen Lesungen und Programmen erfreut er nach wie vor das Publikum. So auch mit seinem aktuellen Einpersonenstück "Die Sternstunde des Josef Bieder", mit dem er seit geraumer Zeit durch die Lande tourt. Wir erleben Otto Schenk in seiner Paraderolle als Josef Bieder, in der Rolle des Requisiteurs, der plötzlich einem ausverkauften Haus gegenübersteht, obwohl an diesem Tag keine Vorstellung angesetzt ist und der dem eisernen Theatergesetz folgt: Ein Publikum schickt man nicht nach Hause. So beginnt er aus seinem Leben und seiner reichen Bühnenerfahrung zu erzählen und damit die Vorstellung zu retten. (Quelle: 2010.theatersommer.at)

Otto Schenk zu Gast bei der Verleihung des
"Nestroy-Theaterpreises 2010" im Burgtheater in Wien
Quelle: Wikipedia bzw. Wikimedia Commons;
Urheber: Manfred Werner – Tsui;  Lizenz CC-BY-SA 3.0.
Lizenz zur Veröffentlichung siehe hier

Otto Schenk zu Gast bei der Verleihung des "Nestroy-Theaterpreises 2010" im Burgtheater in Wien; Quelle: Wikipedia bzw. Wikimedia Commons; Urheber: Manfred Werner – Tsui;  Lizenz CC-BY-SA 3.0.
Zahlreiche Auszeichnungen würdigen die Leistungen des zum "Kammerschauspieler" ernannten Otto Schenk, 1991 wurde er mit dem "Nestroy-Ring"1) geehrt, zwei Jahre später erhielt er den "Bayerischen Filmpreis"1) (1993). Sein Heimatland verlieh ihm 1994 das "Große Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich"1). Otto Schenk ist Träger des "Karl-Valentin-Ordens"1) (1995) und des "Ehrenringes der Stadt Wien"1) (1997). Im Jahre 2000 erhielt er anlässlich seines 70. Geburtstages den "Nestroy-Theaterpreis"1) und den "Amadeus" für sein Lebenswerk. 2005 konnte er den "Undine Award"1) für "das Lebenswerk eines Nachwuchsförderers" entgegennehmen. Zuletzt überreichte man Schenk am 10. Juni 2010 nach der Vorstellung von "Einmal noch" die "Bürgerurkunde"1) der Stadt Wien. Im Anschluss an die vielfach akklamierte und mit Standing Ovations bedachte Aufführung stellte sich Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny mit einem Geschenk ein: "Otto Schenk hat bereits 36 Auszeichnungen – ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Im Namen des Bürgermeisters überreiche ich hiermit die Bürgerurkunde von Wien, eine der höchsten Auszeichnungen, die die Stadt zu vergeben hat." Otto Schenk bedankte sich launig: "Ich bin stolz darauf, dass mir bestätigt wird, dass ich das bin, was ich mein Leben lang geglaubt habe, zu sein." (Quelle: www.wien.gv.at, Rathauskorrespondenz vom 11.06.2010)
Zuletzt wurde Schenk am 16. April 2016 in der Wiener "Hofburg" mit der "Platin-Romy"
1) für sein Lebenswerk geehrt; die Laudatio hielt der österreichische Kabarettist, Schauspieler und Autor Michael Niavarani1).
 
Der Künstler kann auf eine außergewöhnliche Karriere zurückblicken: Mit über hundert Rollen hat er das Publikum begeistert, fast ebenso viele Opern- und rund fünfzig Theater-Inszenierungen tragen seine Handschrift.
Seit 29. August 1956 ist Schenk mit Renée Michaelis verheiratet, die er am "Reinhardt-Seminar" kennengelernt hatte. Am 3. November 1957 erblickte Sohn Konstantin das Licht der Welt, der sich inzwischen einen Namen als Operndirigent gemacht hat → www.tamaratrojani.com
Einige Textbausteine des Kurzportraits stammen von kundendienst.orf.at
Siehe auch Wikipedia, www.josefstadt.org, prisma.de, austria-forum.org
Filmografie bei der Internet Movie Database
  
Link: 1) Wikipedia, 2) Kurzportrait innerhalb dieser HP, 3) prisma.de Stand: Oktober 2016
Otto Schenk04; Copyright Virginia Shue Otto Schenk05; Copyright Virginia Shue
Otto Schenk06; Copyright Virginia Shue Otto Schenk07; Copyright Virginia Shue
Die Fotos wurden mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt. 
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
Lizenz Foto Otto Schenk (Urheber: Manfred Werner – Tsui): Diese Datei ist unter der Creative Commons-Lizenz Namensnennung 3.0 Unported lizenziert. Es ist erlaubt, die Datei unter den Bedingungen der GNU-Lizenz für freie Dokumentation, Version 1.2 oder einer späteren Version, veröffentlicht von der Free Software Foundation, zu kopieren, zu verbreiten und/oder zu modifizieren; es gibt keine unveränderlichen Abschnitte, keinen vorderen und keinen hinteren Umschlagtext. Der vollständige Lizenztext ist im Kapitel GNU-Lizenz für freie Dokumentation verfügbar.
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