Eva-Ingeborg Scholz am 02.09.1985 in dem Tournee-Theaterstück "Die gelehrten Frauen"; Copyright Virginia Shue Eva-Ingeborg Scholz wurde am 16. Februar 1928*) (nach anderen Quellen 1926) in Berlin geboren. Schon früh interessierte sie sich für die Schauspielerei, machte dann nach dem 2. Weltkrieg in ihrer Geburtsstadt eine Ausbildung an der von Hilde Körber gegründeten "Max-Reinhardt-Schule für Schauspiel". Engagements an renommierten Berliner Theater schlossen sich an, zwischen 1947 und 1950 stand sie beispielsweise am "Schlosspark-Theater" und am "Renaissance-Theater" auf der Bühne, machte sich mit ihrem feinnervigen, oft zurückgenommenen Spiel rasch einen Namen als exzellente, vielschichtige Charakterdarstellerin. Weitere Stationen ihrer Theatertätigkeit wurden unter anderem die "Komödie Berlin", Mitte der 1950er Jahre wechselte Eva-Ingeborg Scholz an die "Münchner Kammerspiele", spielte im Laufe ihrer Karriere an vielen bedeutenden deutschsprachigen Theatern, so auch an den "Hamburger Kammerspielen", ging auf ausgedehnte Tourneen und gab zahlreiche Gastspiele.
 
 
Eva-Ingeborg Scholz am 02.09.1985 in dem Tournee-Theaterstück
bzw. der Moliere-Komödie "Die gelehrten Frauen"
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der
Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
Bis ins hohe Alter erfreute die sympathische Schauspielerin das Publikum, feierte zur Spielzeit 2007/2008 als Helene Alving in Ibsens Drama "Gespenster", einer Inszenierung der "Berliner Tournee", in vielen deutschen Städten Erfolge.
2009 sowie 2010 ging sie mit dem Einpersonen-Stück "Oskar und die Dame in Rosa" nach Éric-Emmanuel Schmitt wiederum auf eine Tournee durch verschiedene deutsche Städte. Unter der Regie von Andreas Seyferth spielte sie unter anderem auch am Berliner "Schlosspark Theater", eine neuerliche Aufführung fand dort am 10. Oktober 2010 statt. Die "Süddeutsche Zeitung" meinte unter anderem "…Scholz macht das Schwere leicht und man geht lebensfroh von dannen" und Wolf Banitzki schreibt bei www.theaterkritiken.com: "… Regisseur Andreas Seyferth gelang ein Geniestreich mit der Besetzung (…) Die kleine fragile Frau mit großer Bühnenpräsenz verschmolz die Rollen geradezu in sich, war kindlich (nie kindisch) und damenhaft zugleich. Vom hohen Identitätsgrad der Darstellerin mit Text und Geschichte kündeten ihre hellwachen leuchtenden Augen und die Wellen der Begeisterung, die durch ihren zarten Körper wogten."
 
Zum Film kam Eva-Ingeborg Scholz Ende der 1940er Jahre und erhielt gleich bei ihrem Leinwanddebüt eine Hauptrolle. In dem DEFA-Jugendfilm "1-2-3 Corona"1), die erste Produktion, die nach dem Krieg wieder auf dem traditionellen Babelsberger UFA-Gelände gedreht werden konnte, spielte sie die hübsche Artistin Corona, die das Leben der rivalisierenden Jugendbanden-Anführer Gerhard (Lutz Moik) und Dietrich (Piet Clausen) ganz schön durcheinander bringt. In rascher Folge drehte das attraktive Nachwuchstalent zahlreiche weitere, überwiegend leichte Unterhaltungsstreifen, war später an der Seite vieler berühmter Kollegen in anspruchsvollen Literaturverfilmungen, Komödien, Krimis und Melodramen zu sehen.
Hauptrollen spielte sie unter anderem in Georg Hurdaleks Melodram "Die Zeit mit dir" (1948, auch: Ein Vorstadtmädel) sowie in der Romanze "Das Fräulein und der Vagabund" (1948), wo sie sich als Dorflehrerin Regine zwischen zwei Männern – ihrem ehrgeizigen Verlobten Dietmar Schönherr und dem Luftikus John Pauls-Harding – entscheiden musste. Carl Froehlich besetzte sie neben Gustav Fröhlich und Heli Finkenzeller in der Komödie "Pauker Stips und die verliebte Mädchenklasse" (1951), Peter Lorre gab ihr die Rolle der Ursula Weber in seinem Film Noir "Der Verlorene"2) (1951), in der musikalischen Romanze "Die Dubarry" (1951) nach der Carl Millöcker-Operette spielte sie an der Seite von Filmlegende Willy Fritsch.
 
In den 1950er Jahren entstanden Produktionen wie der von Ernst Jacoby inszenierte Schwank "Pension Schöller"2) (1952) oder Erich Engels Zuckmayer-Adaption "Der fröhliche Weinberg"2) (1952; mit Gustav Knuth, Camilla Spira), in dem Kriegsfilm-Dreiteiler "08/15"2) mimte sie 1954/55 Joachim Fuchsbergers Geliebte und spätere Ehefrau Elisabeth, unvergessen bleibt sie als BDM-Mädel Waltraut "Pützchen" Mohrungen in Helmut Käutners "Des Teufels General"2) (1955) neben Curd Jürgens in der Titelrolle. Mit Rudolf Prack und Nadja Tiller sah man sie in der musikalischen Komödie "Ball im Savoy"2)  (1955) nach der gleichnamigen Operette von Paul Abraham, mit Paul Hörbiger, Hans Christian Blech und Charles Régnier drehte sie den Krimi "
Banditen der Autobahn"1) (1955), mit Paul Klinger und Karlheinz Böhm die Komödie "Unternehmen Schlafsack" (1955), im gleichen Jahr erlebten die Kinogänger sie mit prägnanten Rollen in Alfred Weidenmanns Thriller "Alibi"2) (1955; mit O.E. Hasse) und in Wolfgang Liebeneiners Kriegsdrama "Urlaub auf Ehrenwort"1) (1955; mit Claus Biederstaedt), einem Remake des gleichnamigen nationalsozialistischen Soldatenfilms von Karl Ritter aus dem Jahre 1937, in dem Liebeneiner die Handlung nun vom Ersten in den Zweiten Weltkrieg verlegt hatte. In Werner Klinglers Kriegsstreifen "Blitzmädels an die Front"2) (1958; Drehbuch Hans Hellmut Kirst) überzeugte sie als Oberführerin Hanna Helmke, in Gustav Ucickys Filmversion des Lagerlöf-Romans "Das Mädchen vom Moorhof"2) (1958) gab sie neben der Protagonistin Maria Emo die Hildur Lindgren, tauchte wenig später als Partnerin von Gerhard Riedmann in Peter Beauvais' heiteren Romanze " Liebe, Luft und lauter Lügen"1) (1959) auf.
Seit den 1960er Jahren stand Eva-Ingeborg Scholz nur noch für wenige Kinofilme vor der Kamera, agierte beispielsweise in dem Melodram "Ich kann nicht länger schweigen"2)  (1962), dem Wallace-Krimi "Der Schwarze Abt"2) (1964) und in der von den Walt Disney-Studios realisierten Kästner-Verfilmung "Emil und die Detektive"2) (1964, Emil and the Detectives), wo sie sich als Emils Mutter Frau Tischbein zeigte. Dass die Schauspielerin auch in dramatischen Filmen zu überzeugen wusste, bewies sie als Mutter des Berufskillers Ricky in Fassbinders "Der Amerikanische Soldat"4) (1970), zu ihren letzten Arbeiten für das Kino zählten (vorerst) Helmut Dietls erfolgreiche Satire "Rossini"2) (1997) und Rainer Kaufmanns Krimikomödie "
Die Apothekerin"2) (1997).
 
Seit der mehrteiligen, spannenden Durbridge-Verfilmung "Es ist soweit"5) (1960) mit der Rolle der Lucy Freeman, die gemeinsam mit ihrem Mann Clive (Jürgen Goslar) um ihre entführte Tochter bangt, übernahm die Schauspielerin vermehrt Aufgaben für das Fernsehen, gehörte bald zu den vielbeschäftigten und beliebten Darstellerinnen des Genres. Auch in dem dreiteiligen Straßenfeger "Verräter"5) (1967) war sie als undurchsichtige Helen Tevey mit von der Partie, Auftritte in populären Krimi-Serien wie "Die Fünfte Kolonne", "Der Kommissar", "Der Alte", "Tatort", "Derrick", "Die Männer vom K3", "Schwarz Rot Gold" oder "Ein Fall für Zwei" ließ sie zum Dauergast auf den heimischen Bildschirmen werden. Im reiferen Alter hatte sich
Eva-Ingeborg Scholz vom netten Mädel-Image lösen können, war als Mutter oder Tante ebenso gefragt wie als undurchsichtiger Frauentypus oder einfach nur nette Nachbarin. In Erinnerung geblieben ist sie auch als Tante Marianne in der turbulenten Familienserie "Drei sind einer zuviel" (1977,→ fernsehserien.de) mit Herbert Herrmann, Thomas Fritsch und Jutta Speidel, eine interessante Figur war auch die der Sylvia Bennett in der Krimi-Komödie "Schönes Weekend, Mr. Bennett" (1980). In den letzten Jahren sah man die Schauspielerin unter anderem in der Pilcher-Verfilmung "Wenn nur noch Liebe zählt" (2002) sowie als Gräfin Josefine in dem aufwendigen Zweiteiler "Das Bernstein-Amulett" (2004; → tittelbach.tv). In der Episode "Todesengel" (EA: 14.10.2010) aus der Krimiserie "SOKO Stuttgart" zeigte sie sich als Gerlinde Helm, Bewohnerin eines Seniorenstifts, in dem eine ältere Dame ermordet wurde. In der von Doris Dörrie inszenierten Komödie "Alles inklusive"2) nach dem gleichnamigen Roman der Filmemacherin (→ www.dieterwunderlich.de) mit Hannelore Elsner und Nadja Uhl war sie zudem nach längerer Zeit wieder einmal auf der Leinwand zu sehen und trat mit einer kleinen Nebenrolle in Erscheinung; Kinostart war der 6. März 2014.
Zuletzt spielte sie in der "München 7"-Episode "Täuschungen" (EA: 08.10.2014) die Frau Schleedorn → fernsehserien.de.
 
Eva-Ingeborg Scholz mit …
Eva-Ingeborg Scholz mit Joachim Rake in "George Dandin" von Molière; (Tourneetheater 1985), Copyright Virginia Shue Eva-Ingeborg Scholz am 02.09.1985 mit  Uwe Friedrichsen in dem Tournee-Theaterstück "Die gelehrten Frauen"; Copyright Virginia Shue
Joachim Rake5) in "George Dandin"2) von Molière
(Titelrolle: Uwe Friedrichsen5))
(Tourneetheater 1985)
mit Uwe Friedrichsen (02.09.1985)
in der Moliere-Komödie  "Die gelehrten Frauen"2)
(Regie: Fritzdieter Gerhards
2))
Die Fotos wurde mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.

Neben ihrer umfangreichen Arbeit für Theater und Film war die Schauspielerin sporadisch für die Synchronisation tätig, lieh beispielsweise der Titelfigur des Zeichentrickfilms "Cinderella"2) (1950) und der Schwester der Alice in "Alice im Wunderland"2) (1951) ihre Stimme.
 
Eva-Ingeborg Scholz war eine kurze Zeit in erster Ehe mit dem Drehbuchautor Georg Hurdalek2) (1908 – 1980) verheiratet; aus der Verbindung stammt der 1951 geborene Sohn Stefan. Nach ihrer Scheidung heiratete sie 1953 den Schauspieler Wilfried Seyferth2) (geb. 1908), der im darauffolgenden Jahr am 9. Oktober 1954 bei einem Autounfall ums Leben kam; 1954 wurde die gemeinsame Tochter Katharina-Carola geboren. Eva-Ingeborg Scholz stand mit ihrem Mann Wilfried Seyferth auch verschiedentlich vor der Kamera.
Die Schauspielerin lebt heute in Gräfelfing bei München. 

Eva-Ingeborg Scholz bei Management-Lautenbacher
Siehe auch Wikipedia
Fotos bei film.virtual-history.com
*) Geburtsjahr laut filmportal.de: 1928
Link: 1) filmportal.de, 2) Wikipedia, 3) Murnau Stiftung, 4) deutsches-filmhaus.de, 5) Beschreibung bzw. Kurzportrait innerhalb dieser Webpräsenz
Stand März 2017
      
Filme
Kinofilme / Fernsehen
Filmografie bei der Internet Movie Database, filmportal.de
(Fremde Links: Wikipedia, filmportal.de, Die Krimihomepage, 
fernsehserien.de, deutsches-filmhaus.de, prisma.de)
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