Der Schauspieler und Regisseur Rudolf Ernst Paul Schündler wurde am 17. April 1906 als Sohn des Kaufmanns Emil Schündler († um 1912) und dessen Ehefrau Olga Meta (1865 – 1955) in Leipzig1) geboren. Nach der Schule absolvierte er die Städtische Schauspielschule seiner Geburtsstadt und gab sein Bühnendebüt 1926 am Theater im oberschlesischen Beuthen1) (heute: Bytom, Polen). Über Zürich, Frankfurt/M, Dortmund und Nürnberg kam Schündler Anfang der 1930er Jahre nach Berlin, wo er an verschiedenen Theatern und ab 1937 auch als Regisseur tätig war. Zudem trat er regelmäßig beim Kabarett auf, so im "Ping Pong"1), in der "Brücke" und bis zu dessen Schließung im "Kabarett der Komiker"1).
Gleich nach Ende des 2. Weltkrieges gründete Schündler im Sommer 1945 in München zusammen mit dem Schauspieler und Regisseur Otto Osthoff1) (1906 – 1957) das literarische Kabarett "Die Schaubude"1), das sich unter deren Leitung und bzw. den politischen Programmen zu einem der bedeutendsten und stilbildenden Kabaretts der Nachkriegszeit entwickelte. Als Regisseur inszenierte er alle acht Programme des Theaters, für das unter anderem Erich Kästner1) sein berühmtes "Marschlied 45" sowie zahlreiche Chansons, Sketche und Monologe schrieb. Durch das nach der Währungsreform 19481) einsetzende Desinteresse an kulturellen Unterhaltungsstätten war Schündler Anfang 1949 jedoch gezwungen, Konkurs anzumelden. Um Schulden abzuzahlen bzw. den Lebensunterhalts zu bestreiten wandte sich er sich wieder dem Film zu und war mitunter bei seinen Rollen nicht unbedingt wählerisch.
Bereits zu Stummfilmzeiten sammelte Schündler in dem US-amerikanischen Streifen "Roulette" (1924) erste Erfahrungen vor der Kamera, seit Anfang der 1930er Jahre tauchte sein Name regelmäßig in den Besetzungslisten von zahllosen Kinoproduktionen auf, wo er meist prägnante Nebenrollen spielte. 1933 mimte er den Ganoven Hardy in einem der großen Leinwandklassiker – in dem Kriminalfilm "Das Testament des Dr. Mabuse"1), mit dem Regisseur Fritz Lang1) Filmgeschichte schrieb.

Rudolf Schündler als Hardy in "Das Testament des Dr. Mabuse"
Quelle/Link: cyranos.ch bzw. Archiv "Praesens-Film AG" Zürich",
mit freundlicher Genehmigung von Peter Gassmann (Praesens-Film AG, Zürich)
© Praesens-Film AG, Zürich

Rudolf Schündler als Hardy in "Das Testament des Dr. Mabuse"; Quelle/Link: cyranos.ch bzw. Archiv "Praesens-Film AG" Zürich", mit freundlicher Genehmigung von Peter Gassmann (Praesens-Film AG, Zürich); Copyright Praesens-Film AG, Zürich
Er zeigte sich in erfolgreichen Produktionen wie beispielsweise "Das Mädchen Johanna"1) (1935), "Das Schweigen im Walde"2) (1937), "Kitty und die Weltkonferenz"1) (1939), "Kleider machen Leute"1) (1940), "…reitet für Deutschland"1) (1941), "Der ewige Klang"2) (1943) oder "Zirkus Renz"1) (1943), wo er den Verleger Ernst Litfaß1) darstellte  – um nur einige der mehr als 70 Filme zu nennen, in denen Schündler bis 1945 mitwirkte. Darunter befanden sich auch bis heute zu den Vorbehaltsfilmen1) zählende Streifen wie "Ritt in die Freiheit"1) (1936) oder "Robert und Bertram" (1939), in denen Schündler unbedeutende Auftritte hatte.
Auch nach Ende des 2. Weltkrieges konnte der Schauspieler seine Leinwandkarriere erfolgreich fortsetzen, stand er unter anderem für die Rühmann-Filme "Der Herr vom andern Stern"1) (1948), "Ich mach' Dich glücklich"1) (1949) und "Wenn der Vater mit dem Sohne"1) (1955) vor der Kamera, drehte zusammen mit Theo Lingen das Lustspiel "Der Theodor im Fußballtor"1) (1950) oder mit Hans Albers die heitere Seemanns-Geschichte "Käpten Bay-Bay"1) (1952).
In den 1960er und 1970er Jahren mimte Schündler meist überzeichnete Figuren in einer Reihe von nichtssagenden Komödien, die damals überaus populär waren, und auch in den Wallace-Streifen "Der unheimliche Mönch"1)  (1965), "Der Mann mit dem Glasauge"1) (1965) und "Der Mönch mit der Peitsche"1)  (1967) tauchte er auf. Er wirkte in seichten Sex-Streifen jener Zeit ebenso mit wie in den zahlreichen "Lümmel"-Filmen1), in letzteren verkörperte er den unsäglich vertrottelten, aber gutmütigen Oberstudienrat Dr. Arthur Knörz.
Szenenfoto aus "Die Herren mit der weißen Weste": (v.l.n.r.) Martin Held (Oberlandesgerichtsrat a. D. Zänker), Otto Graf (Postrat a. D. Kopp), Rudolf Schündler (Dipl.-Ing. Willy Stademann), Heinz Ehrhardt (Studienrat Heinrich Scheller); Foto freundlicherweise zur Verfügung gestellt von "Pidax Film",welche die Produktion Ende September 2013 auf DVD herausbrachte. Eine schöne Rolle, die des rüstigen Pensionärs bzw. Hobbydetektivs Willy Stademann, der zusammen mit der "Rentnergang" Oberlandesgerichtsrat Herbert Zänker (Martin Held), Studienrat Heinrich Scheller (Heinz Erhardt),  Kriminalrat Sikorski (Willy Reichert) und Postrat a. D. Kopp (Otto Graf1)) auf Ganovenjagd ging, hatte er in Wolfgang Staudtes1) herrlichen Gaunerkomödie "Die Herren mit der weißen Weste"1) (1970), in "Die Feuerzangenbowle"1) (1970), dem von Helmut Käutner1) gedrehten Remake des legendären Films aus dem Jahre 19441) nach dem Roman von Heinrich Spoerl1) mit Heinz Rühmann, sah man ihn als Musiklehrer; diesmal spielte Walter Giller den Dr. Hans Pfeiffer, der wieder die Schulbank drückt.
  
Szenenfoto aus "Die Herren mit der weißen Weste":
(v.l.n.r.) Martin Held (Oberlandesgerichtsrat a. D. Zänker),
Otto Graf (Postrat a. D. Kopp),
Rudolf Schündler (Dipl.-Ing. Willy Stademann),
und Heinz Ehrhardt (Studienrat Heinrich Scheller)
Foto freundlicherweise zur Verfügung gestellt von "Pidax film",
welche die Produktion Ende September 2013 auf DVD herausbrachte.
Ein Höhepunkt seiner Altersrollen wurde die Mitwirkung als Hausdiener Karl in dem US-amerikanischen, preisgekrönten Horrorfilm "Der Exorcist"1) (1973, "The Exorzist"), in Szene gesetzt von William Friedkin1) nach dem gleichnamigen Roman1) von William Peter Blatty1), der auch das Drehbuch schrieb. Interessante Aufgaben fand Schündler in Kassenschlagern wie der Rühmann-Komödie "Die Ente klingelt um halb acht"1) (1968), der Malpass-Verfilmung "Als Mutter streikte"1) (1974) oder in dem Drama "Gruppenbild mit Dame"1) (1977) nach dem dem gleichnamigen Roman1) von Heinrich Böll mit Romy Schneider. Seit Mitte der 1970er Jahre fand Schündler vermehrt seinen Platz in ambitioniert-anspruchsvollen Kinoproduktionen, unter anderem besetzte ihn Wim Wenders1) in "Im Lauf der Zeit"1) (1976) als Vater von Robert Lander (Hanns Zischler) und als Gantner vom Auktionshaus "Gantner" in "Der amerikanische Freund"1) (1977). Für Manfred Purzer1) mimte er einen Pfarrer in der Literaturverfilmung "Der Mann im Schilf"1) (1978), für David Hemmings1) den Oberst Gustav von Przygodski in dem starbesetzten Film "Schöner Gigolo, armer Gigolo"1) (1978), unter anderem mit Marlene Dietrich in ihrer letzten Leinwandrolle.
Nach längerer Pause trat Schündler dann in der turbulenten Komödie "Der Unsichtbare"1) (1987) als Onkel Josef in Erscheinung, der Thriller "Ätherrausch" (1987) sowie die Michael Verhoevens politische Satire "Das schreckliche Mädchen"1), ein Film, der erst nach seinem Tod in die Kinos kam (14.02.1990), bildeten den Abschluss seiner Arbeiten als Leinwanddarsteller; insgesamt weist seine Arbeit für den Kinofilm als Darsteller mehr als 170 Produktionen aus. Zudem machte sich Rudolf Schündler seit den 1950er Jahren einen Namen als Regisseur, mehr als zwanzig Produktionen wie "Der Geigenmacher von Mittenwald"1) (1950), "Viktoria und ihr Husar"1) (1954), "Mein Mädchen ist ein Postillion"1) (1958), "Mikosch, der Stolz der Kompanie"1) (1958), "Willy, der Privatdetektiv"1) (1960) oder "Wilde Wasser"1) (1962) tragen seine Handschrift  → Übersicht Kinofilme.
Auf dem Bildschirm war der wandlungsfähige Schauspieler seit Mitte der 1960er Jahre in verschiedensten Serien oder Fernsehspielen ebenfalls regelmäßig präsent und auch hier war seine Domäne die des "komischen Alten". Man erlebte ihn unter anderem mit Episodenrollen in populären Krimiserien wie "Dem Täter auf der Spur", "Stahlnetzt", "Der Kommissar", "Der Alte"1), "Derrick"1), oder "Tatort"1).
In der amüsanten Serie "Unternehmen Rentnerkommune1) (1978) mimte er den alten Schauspieler Hubertus Conradi, der von dem verwitweten Rentner Otto Schabrowsky (Walter Richter) und dessen Freund Jonny Schmidt (Fritz Bachschmidt1)) kurzerhand in deren neu gegründete WG aufgenommen wird.

DVD-Cover bzw. Szenenfoto mit Rudolf Schündler (links) als Hubertus Conradi und
Fritz Bachschmidt als Jonny Schmidt

Mit freundlicher Genehmigung von Pidax-Film, welche die
Serie am 8. Mai 2015 auf DVD herausbrachte.

"Ünternehmen Rentnerkommune"; Szenenfoto mit Rudolf Schündler (l.) als Hubertus Conradi und Fritz Bachschmidt als Jonny Schmidt; mit freundlicher Genehmigung von Pidax-Film, welche die Serie am 8. Mai 2015 auf DVD herausbrachte. "Ünternehmen Rentnerkommune":  DVD-Cover mit freundlicher Genehmigung , von Pidax-Film, welche die Serie am 8. Mai 2015 auf DVD herausbrachte.
Die Figur des alten Herrn Lodeweik stellte er in dem sechsteiligen Abenteuer "Sternensommer"1) (1981) dar, in dem von Dagmar Damek3) gedrehten Film "Der Sandmann"4) (1983) nach der gleichnamigen Erzählung1) von E. T. Hoffmann1) überzeugte er neben Christoph Waltz1) (Student Nathanael) als italienischer Naturforscher bzw. Nathanaels Professor Spalanzani1), der Olimpia (Irina Wanka1)) als seine Tochter ausgibt. In der "Tatort"-Folge "Der unsichtbare Gegner"1) (1982) mit Götz George als KHK  Horst Schimanski1) zeigte er sich als Vater des Bandenmitglieds Fritz Henschel (Hansjoachim Krietsch1)), als Bergwerksdirektor Hermann Rewandowski in der ersten Staffel der Serie "Rote Erde"1) (1983) → Übersicht TV-Produktionen.

Rudolf Schündler, der in seinen letzten Lebensjahren, fast erblindet, von seinem Sohn umsorgt wurde, starb am 12. Dezember 1988 im Alter von 82 Jahren in München an den Folgen eines Herzinfarktes; die letzte Ruhe fand er auf dem Münchener "Ostfriedhof"1) → Foto der Grabstelle bei knerger.de.
Sein schriftlicher Nachlass befindet sich im Archiv der Berliner "Akademie der Künste" → archiv.adk.de.
Der Schauspieler war vier mal verheiratet, der 1966 geborene Sohn Oliver Schündler1) aus der Ehe seines Vaters mit der Fotografin Verena Schündler ist Geschäftsführer und Eigentümer der "Lucky Bird Pictures GmbH", einer TV- und Filmproduktionsfirma in München. Tochter Karin, aus der dritten Verbindung mit Schauspielerkollegin Christine Laszar, lebt in Berlin und arbeitet als Redakteurin und Dokumentarfilmerin.
Quelle (unter anderem): Wikipedia, deutsche-biographie.de*)
Siehe auch cyranos.ch
*) Volker Kühn, "Schündler, Rudolf" in: "Neue Deutsche Biographie 23" (2007, S. 639–640) → online-Version
Fremde Links: 1) Wikipedia, 2) filmportal.de, 3) deutsches-filmhaus.de, 4) dagmar-damek.de
      
Filme
Kinofilme: als Darsteller / als Regisseur
Fernsehen (als Darsteller)
Filmografie bei der Internet Movie Database sowie filmportal.de

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Die Krimihomepage, deutsches-filmhaus.de)
Kinofilme Fernsehen (als Darsteller, Auszug)
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