Der Schauspieler Herbert Stass wurde am 7. Oktober 1919 als Herbert Staskiewicz in dem kleinen Städtchen Oebisfelde an der Aller (Sachsen-Anhalt) geboren. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in Berlin, wo er später die "Reichersche Schauspielschule" besuchte. Sein Bühnedebüt gab er in Shakespeares "Ein Sommernachtstraum"1) am Stadttheater Reichenberg, nach Ende des 2. Weltkrieges arbeitete Stass 1945/45 zunächst als Regieassistent und Schauspieler an der Berliner "Komödie", von 1949 bis 1951 gehörte er zum Ensemble des "Hebbel-Theaters", gab dazwischen immer wieder Gastspiele am Stadttheater in Schwerin. Dann folgte er einem Ruf an das neugegründete "Schiller-Theater", dessen Mitglied er bis 1962 war. Danach arbeitete er als freischaffender Schauspieler, trat an zahlreichen Berliner Bühnen sowie an den "Hamburger Kammerspielen" und bei verschiedenen Freilichtspielen wie beispielsweise in Recklinghausen auf. In den 1960ern verlegte Stass seinen Schwerpunkt auf das Fernsehen, wo er mit mehr als 180 Rollen seine schauspielerische Vielseitigkeit unter Beweis stellte.
  
Sein Name tauchte erstmals Ende der 1940er Jahre in den Besetzungslisten von Kinoproduktionen auf, meist spielte er kleinere, wenn auch prägnante Nebenrollen, so in "Und über uns der Himmel"1) (1947), "Der 20. Juli"1) (1955), "Madeleine und der Legionär"1) (1958), "Der Unsichtbare"1)  (1963) oder "Der Tod im roten Jaguar"1) (1968).
 

Das Foto wurde mir freundlicherweise von der
Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
 

Herbert Stass; Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt. Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
Seit den 1960er Jahren stand Stass für unzählige Fernsehfilme und -serien vor der Kamera, oft verkörperte er gebrochene, zweiflerische und stille Charaktere, aber auch Bösewichte oder zwielichtige Gestalten wie in vielen beliebten Krimi-Reihen. Man sah ihn im Verlaufe der Jahrzehnte in "Tatort", "Derrick", "Der Kommissar", "Ein Fall für zwei", "Der Alte", "Der Fahnder", "SOKO 5113", "Wolffs Revier", "Männer vom K3" oder "Ein Mord für Quandt". Er agierte mit Titelrollen in Fernsehfilmen wie beispielsweise "Der Außenseiter" (1960), dem Krimi "Vorsätzlich"2) (1961), dem Historiendrama "Rasputin" (1966) oder "Interview mit Herbert K."3) (1970), wofür er mit dem "Adolf-Grimme-Preis" ausgezeichnet wurde. In dem Mehrteiler "Die unfreiwilligen Reisen des Moritz August Benjowski"4) (1974) zeigte er sich als Baturin, in "Des Christoffel von Grimmelshausen abenteuerlicher Simplicissimus"4) (1975) tauchte er als halb närrischer, halb weiser Jupiter auf. Man erlebte Stass  in dem historischen Mehrteiler "Wallenstein"4) (1978) ebenso wie in "Martin Luther"1) (1983), wo er den Vater des Religionsstifters (Lambert Hamel) spielte. In der Mini-Serie "Die Schöne Wilhelmine"4) (1984) verkörperte er Friedrich II., in "Der Havelkaiser"1) mimte er an der Seite von Günther Pfitzmann als dem Titelhelden Richard Kaiser dessen Bruder Bruno Kaiser.
Zu Herbert Stass' letzten Arbeiten für das Fernsehen zählt Sigi Rothemunds Psychodrama "Zwischen den Feuern" (1997) sowie der Juhnke-Film "Letzte Chance für Harry"1) (1998).

Neben seiner umfangreichen Arbeit für Film und Fernsehen war der Schauspieler auch ein beliebter Synchronsprecher; so lieh er beispielsweise Frank Sinatra, Tony Curtis, Dirk Bogarde, Dustin Hoffmann oder Yves Montand seine unverwechselbare Stimme → Auswahl Synchron-Arbeiten bei Wikipedia sowie www.synchronkartei.de. Darüber hinaus wirkte er bei zahlreichen Hörspiel- und Hörbuchproduktionen mit → Infos zu Hörspielen in der ARD Hörspieldatenbank (Suchmaske, Name des Sprechers eingeben).
  
Herbert Stass starb am 11. November 1999 in Berlin – wenige Wochen nach seinem 80. Geburtstag; seine letzte Ruhe fand er in Berlin auf dem Waldfriedhof Dahlem (Bezirk Steglitz-Zehlendorf)
→ Foto der Grabstelle bei knerger.de.
 
Siehe auch Wikipedia; Filmografie bei der Internet Movie Database sowie Wikipedia
Link: 1) Wikipedia, 2) Die Krimihomepage, 3) deutsches-filmhaus.de, 4) Beschreibung innerhalb dieser HP
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