Hilde von Stolz
Hilde von Stolz wurde am 8. Juli 1903 im damaligen noch habsburgisch regierten Schäßburg*) (Segesvár, Siebenbürgen/ab 1918 zu Rumänien gehörig) als Tochter eines Offiziers geboren. Nach einer Ausbildung an dem Wiener "Max-Reinhardt-Seminar"1) begann ihre Karriere als Schauspielerin. Ihr Bühnendebüt hatte sie an den "Wiener Kammerspielen" gegeben, Ende der 1920er Jahre war auch der Film auf die attraktive Darstellerin aufmerksam geworden.  
Anfangs trat sie noch unter dem Künstlernamen "Helen Steels" auf der Leinwand in Erscheinung, erst ab 1933 benutzte sie ihren Geburtsnamen. Ihr Leinwanddebüt gab sie 1928 in dem stummen Streifen "Don Juan in der Mädchenschule", nach "Die Drei Frauen von Urban Hell" (1928), "Troika" (1929; 1930 nachvertont) mimte sie 1929 die Titelrolle in "Heilige oder Dirne", Harry Piels Abenteuer "Menschen im Feuer" (1930) war dann ihre erste Tonfilmproduktion. Es folgten weitere interessante Aufgaben in Filmen wie "Der Bergführer von Zakopane" (1931) oder "Morgen beginnt das Leben" (1933), Carmine Gallone besetzte sie in dem Jan Kiepura-Musikfilm "Mein Herz ruft nach dir" (1934), Willi Forst in der heiteren Romanze "Maskerade"1) (1934). 
Rasch gehörte auch Hilde von Stolz zu den populären Darstellerinnen jener Zeit, auch wenn ihr der Sprung in die Top-Riege der damaligen Ufa-Stars nicht gelang. Meist verkörperte sie prägnante, für die Handlung wichtige Nebenfiguren, mimte kokette Mädchen und Frauen, stand beispielsweise mit Olga Tschechowa für den Spionagethriller "Lockspitzel Asew" (1935) und mit Gustav Fröhlich für die Romanze "Es flüstert die Liebe" (1935) vor der Kamera. An der Seite von Emil Jannings agierte sie in Carl Froelichs eindrucksvoller Arno Holz-Adaption "Traumulus"1) (1936), mit Zarah Leander und Willy Birgel spielte sie in Douglas Sirks Kassenschlager "Zu neuen Ufern"1) (1937), mit Johannes Heesters in dem harmlosen Lustspiel "Wenn Frauen schweigen"2) (1937).
  
Bis Ende der 1930er Jahre folgten Rollen in Komödie wie Hans Deppes Komödie "Scheidungsreise"2) (1938) und Robert A. Stemmles "Kleiner Mann – ganz groß"2) (1938) jeweils unter anderem an der Seite von , mit Viktor de Kowa. Nach Luis Trenkers Abenteuer "Der Feuerteufel"1) (1940) und ihrer Rolle der Marquise Antoinette de Chanel ließ sie sich als Herzogin von Württemberg in den unsäglichen Nazi-Hetzfilm "Jud Süß"1) (1940) einbinden. Auch für die NS-Propagandastreifen "Der große König"1) (1941) und das wie "Jud Süß" bis heute zu den "Vorbehaltsfilmen"1) zählende Melodram "Fronttheater"1) (1942) stand sie vor der Kamera. Zu Hilde von Stolz' Arbeiten während des Krieges gehören unter anderem Georg Jacobys Bühnenadaption "Tanz mit dem Kaiser"2) (1941, mit Marika Rökk und Wolf Albach-Retty), das Albers-Abenteuer "Münchhausen"1) (1943) und der Musikfilm "Es lebe die Liebe"2) (1944) mit Lizzi Waldmüller und Johannes Heesters.
Nach Kriegsende stand die Künstlerin nur noch sporadisch vor der Kamera, erhielt kleinere Aufgaben in Filmen wie in der von Kurt Maetzig inszenierten DEFA-Produktion "Ehe im Schatten"1) (1947) oder Rudolf Jugerts "Ihre große Prüfung"3) (1954). Wolfgang Liebeneiner besetzte sie in der Erfolggeschichte "Die Trapp-Familie"1) (1956), Karl Anton in dem Heimatfilm "Die Christel von der Post"1) (1956) und Hans Quest in dem Rühmann-Schwank "Charleys Tante"1) (1956). Ihre letzten Leinwandauftritte hatte Hilde von Stolz in dem Melodram "Es war die erste Liebe" (1958) mit Marion Michael und Christian Wolff sowie in der Stefan Zweig-Adaption "Schachnovelle"1) (1960). Danach wurde es still um den ehemaligen Kinostar, lediglich im Fernsehen trat sie bis Mitte der 1960er Jahre noch vereinzelt in Erscheinung.

Von den Medien nahezu unbeachtet starb Hilde von Stolz am 16. Dezember 1973 im Alter von 70 Jahren in Berlin; die letzte Ruhe fand sie in der Familiengruft in der Nähe ihres Geburtsortes Schäßburg.
Siehe auch www.cyranos.ch sowie Wikipedia
Fotos bei film.virtual-history.com
*) nach anderen Quellen in Klausenburg/Kolozsvár, Österreich-Ungarn (heute Cluj-Napoca, Rumänien)
Link: 1) Wikipedia, 2) Murnau Stiftung
 
Kinofilme
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Link:  filmportal.de, Murnau Stiftung, Wikipedia)
Stummfilme
  • 1928: Don Juan in der Mädchenschule
  • 1928: Der Schulmeister vom Lichtenthal
  • 1928: Die drei Frauen von Urban Hell
  • 1929: Was kostet Liebe?
  • 1929: Heilige oder Dirne. Nebenbuhlerinnen
  • 1929: Troika (1930 nachvertont)
Tonfilme
Noch: Tonfilme
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