Günter Strack 1986; Ausschnitt aus einem Foto anlässlich des Weihnachtskonzertes "Lieder öffnen unsere Herzen", veranstaltet vom Kuratorium ZNS für Unfallverletzte mit Schäden des zentralen Nervensystems e. V. in der alten Oper Frankfurt am 12. Dezember 1986;  Quelle: Deutsches Bundesarchiv, Digitale Bilddatenbank, B 145 Bild-F074157-0035; Fotograf: Ludwig Wegmann / Datierung: 12. Dezember 1986 / Lizenz CC-BY-SA 3.0. Günter Strack wurde am 4. Juni 1929 im hessischen Darmstadt geboren. Nach dem Schulbesuch und Abitur studierte er an der "Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst"1) in Stuttgart und gab 1949 am "Theater Oberhausen"1) sein Bühnendebüt als Ferdinand in Friedrich Schillers "Kabale und Liebe"1). 1952 wechselte er an das Landestheater Darmstadt, weitere Engagements führten den Schauspieler nach Wiesbaden, Stuttgart und Hannover. Man sah ihn beispielsweise in Heinrich von Kleists "Der zerbrochne Krug"1), in Johann Nestroys "Der böse Geist Lumpacivagabundus" oder in Iwan Turgenjews "Ein Monat auf dem Lande"1). Er überzeugte als Arthur in "O Wildnis" von Eugene O'Neill1) oder brillierte mit der Titelrolle in der Komödie "Volpone" von Ben Jonson1); danach arbeitete Strack als freier Schauspieler, ging auf Tourneen und gab Gastspiele.
 
Foto: Günter Strack 1986; Ausschnitt aus einem Foto anlässlich des Weihnachtskonzertes "Lieder öffnen unsere Herzen",
veranstaltet vom Kuratorium ZNS für Unfallverletzte mit Schäden des zentralen Nervensystems e. V.
in der alten Oper Frankfurt am 12. Dezember 1986.
Quelle: Deutsches Bundesarchiv, Digitale Bilddatenbank, B 145 Bild-F074157-0035;
Fotograf: Ludwig Wegmann / Datierung: 12. Dezember 1986 / Lizenz CC-BY-SA 3.0.
Genehmigung des Bundesarchivs zur Veröffentlichung innerhalb dieser Webpräsenz wurde am 11.10.2010 erteilt.
Originalfoto und Beschreibung:
Deutsches Bundesarchiv B 145 Bild-F074157-0035 bzw. Wikimedia Commons
Die Kinozuschauer hatten Strack bereits 1961 in Bernhard Wickis "Das Wunder des Malachias"1) sehen können, fünf Jahre später spielte er den Kommissar Delvigne neben Heinz Rühmann (Maigret) in "Maigret und sein größter Fall"1) (1966) und auch in dem Hitchcock-Thriller "Der zerrissene Vorhang"1) (1966, Torn Curtain) machte er als Professor Karl Manfred neben den Hollywoodstars Paul Newman und Julie Andrews eine gute Figur. Doch einem Millionenpublikum wurde Strack erst ab Anfang der 1970er Jahre durch Rollen in zahlreichen Fernsehspielen bekannt. Neben verschiedensten Auftritten in der beliebten Krimireihe "Tatort" sah man ihn beispielsweise 1972 als gerissenen Bauunternehmer Wumme in Dieter Wedels legendären Dreiteiler "Einmal im Leben – Geschichte eines Eigenheims" sowie 1976 als Hotelier Bramme in der Fortsetzung "Alle Jahre wieder – Die Familie Semmeling"1). Weitere prägnante Auftritte hatte Strack beispielsweise auch in den Mehrteilern "Die unfreiwilligen Reisen des Moritz August Benjowski" (1974), "Des Christoffel von Grimmelshausen abenteuerlicher Simplizissimus" (1975), "Die Affäre Lerouge" (1976) und in der Fallada-Adaption "Ein Mann will nach oben" (1977), wo er als Automobilhändler Ernst Gollmer in Erscheinung trat. In nachhaltiger Erinnerung ist er auch als Preußenkönig Friedrich Wilhelm I.1) in "Der Thronfolger" (1980) und als Vater Horst Wagner in Claus Peter Witts sechsteiligem, mit der "Goldenen Kamera"1) ausgezeichneten Drama "Tod eines Schülers" (1981) geblieben. Ungeheure Popularität erlangte Strack ab 1981 als pfiffiger Rechtsanwalt Dr. Dieter Renz in der Krimiserie "Ein Fall für zwei"1) neben Claus Theo Gärtner als Detektiv Josef Matula, eine Rolle, die Strack bis 1988 verkörperte und die dann durch Dr. Franck alias Rainer Hunold abgelöst wurde.
Auch die Rolle des gewitzten und liebenswürdigen Onkel Ludwig in der Familienserie "Diese Drombuschs"1) trug ab 1983 zu Stracks enormer Beliebtheit bei, doch absoluter Höhepunkt seiner Bildschirmpräsenz war ohne Zweifel ab 1989 sein katholischer Pfarrer Dr. Dr. Adam Kempfert in "Mit Leib und Seele"1), für die er aus der Erfolgsserie "Ein Fall für zwei" ausgestiegen war. Hier konnte Strack, dessen Leibesfülle zu seinem Markenzeichen wurde, 51 Folgen lang bis 1993 den allseits beliebten und jederzeit Rat wissenden Seelsorger mimen; seit 2009 sind alle Staffeln auf DVD im Handel erhältlich.
Unvergessen bleibt auch seine Titelrolle des pensionierten Kriminalbeamten und Weinbergbesitzers Hannes König in der SAT.1-Serie "Der König"1), wo Strack ab 1994 in über 30 Folgen mit unkonventionellen Methoden so manchen kniffligen Fall löste. 1996 spielte der Star in Dieter Wedels fünfteiligem Kriminaldrama "Der Schattenmann"1) den Dr. Hans Möllbach und zuletzt stand er 1998 als Justizsenator in Hartmut Griesmayrs "Honigfalle – Verliebt in die Gefahr" neben Agnieszka Wagner und Hannes Jaenick vor der Kamera → mehr Filmografie.
 
 

Abbildung DVD-Cover  mit freundlicher Genehmigung
von "Studio Hamburg Enterprises GmbH
Quelle: presse.studio-hamburg-enterprises.de

Mit Leib und Seele 2: Abbildung DVD-Cover mit freundlicher Genehmigung von "Studio Hamburg Enterprises GmbH"; Quelle: presse.studio-hamburg-enterprises.de
Als Synchronsprecher war Günter Strack ebenfalls aktiv und lieh seine Stimme international bekannten Kollegen wie Edward G. Robinson ("Der kleine Cäsar"1)), Spencer Tracy ("Das siebte Kreuz"1)) und Orson Welles ("Reise der Verdammten"1)). In den US-Fernsehserien "Cannon" und "Nero Wolfe" synchronisierte er William Conrad1), in dem Asterix-Zeichentrickfilm "Operation Hinkelstein"1) (1989) sprach er in der deutschen Fassung den Obelix → www.synchronkartei.de.
Zudem stand er des öfteren im Hörspiel-Studio, eine Auswahl der bei der ARD Hörspieldatenbank gelisteten Produktionen findet man hier.
 
Günter Strack, der während seiner Karriere als Schauspieler mehr als 400 Rollen für Film- und Fernsehen gespielt hat, starb am 18. Januar 1999 überraschend mit 69 Jahren in seinem fränkischen Heimatort Münchsteinach1) an Herzversagen; die letzte Ruhe fand er auf dem dortigen Stadtfriedhof → Foto der Grabstelle bei knerger.de.
Strack hinterließ nach über 40 Ehejahren seine Frau Lore (1936 – 2014), Tochter von Arno Hennig1), die Sohn Michael (geb. 1956), mit in die Ehe brachte, sowie die gemeinsame Tochter Susanne Dorothea (geb. 1959). Bereits 1997 hatte Strack einen Schlaganfall erlitten und drei Wochen im künstlichen Koma gelegen, sich aber zusehends wieder erholt. Günter Strack war bekannt für seinen Humor, seine Bescheidenheit und seine positive Einstellung zum Leben; er liebte einen guten Tropfen und – unübersehbar – gutes Essen.
Seine Erinnerungen veröffentlichte der Schauspieler 1996 unter dem Titel "Das Leben positiv gestalten. Ein Stück vom Glück" und sagt darin über sich "Ich glaube, ich zähle zu den glücklichen Menschen. Meine Familie, mein Beruf, das Leben überhaupt und der Wein – alles ist gut. Davon will ich erzählen, auch von Traurigem – ohne Leid wüsste man die schönen Tage nicht zu schätzen."
In Erinnerung an Strack wurde 2000 der "Günter-Strack-Fernsehpreis"1) ins Leben gerufen. Bereits 1988 hatte man den TV-Liebling mit der "Carl-Zuckmayer-Medaille"1) geehrt, 1990 wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz I. Klasse ausgezeichnet.
Siehe auch die Fanseite www.guenterstrack.de
sowie Wikipedia, www.prisma.de
Fremde Links: 1) Wikipedia
     
Filme
Filmografie bei der Internet Movie Database sowie filmportal.de
(Fremde Links: Wikipedia, Die Krimihomepage,  filmportal.de,
fernsehserien.de, deutsches-filmhaus.de, prisma.de)
Kinofilme Fernsehen (Auszug)
Hörspielproduktionen (Auszug)
(Fremde Links: ARD-Hörspieldatenbank (mit Datum der Erstausstrahlung), Wikipedia, whoswho.de)
Um zur Seite der Publikumslieblinge zurückzukehren, bitte dieses Fenster schließen.
Home: www.steffi-line.de