Jochen Striebeck; Copyright Virginia Shue Jochen Striebeck wurde am 7. Mai 1942 als Sohn des bekannten Schauspielers Karl Striebeck1) (1904 bis 1985) und der Schauspielerin Mathilde Zedler im pommerschen Schneidemühl in der Nähe von Posen (heute Pila, Polen) geboren, wo sein Vater zu dieser Zeit Intendant des Theaters war; Bruder Peter Striebeck1) (geb. 1938) hat sich ebenfalls einen Namen als bedeutender Schauspieler gemacht.
Nach Abschluss der Schule trat Jochen Striebeck in die Fußstapfen seiner Eltern und ließ sich in Hamburg an der "Staatlichen Hochschule für Musik und darstellende Kunst" zum Schauspieler ausbilden, 1961 erhielt er ein erstes Engagement am "Thalia-Theater". Weitere Verpflichtungen führten den jungen Schauspieler unter anderem nach Heidelberg und Basel, von 1963 bis 1966 gehörte er zum "Hessischen Staatstheater Wiesbaden", anschließend wechselte an das "Bayerische Staatsschauspiel" nach München", dem er sechs Jahre lang verbunden blieb. Ab 1970 lehrte er 15 Jahre lang an der renommierten "Otto-Falckenberg-Schule" in München, seit den 1970er Jahren war er Ensemblemitglied der "Münchner Kammerspiele", trat dort zuletzt als Gast auf.

Das Foto mir freundlicherweise von der
Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
Rasch war Jochen Striebeck sowohl mit klassischen als auch modernen Rolleninterpretationen auf der Bühne zu einem bedeutenden Charakterdarsteller avanciert, als Shakespeare-Interpret brillierte er beispielsweise in "Der Kaufmann von Venedig"2), "Viel Lärm um nichts"2), "Ein Sommernachtstraum"2), "Heinrich IV."2), "Was ihr wollt"2) und "Hamlet"2). In der Moličre-Komödie "George Dandin"2) gestaltete er den Bauernburschen Lubin, den Fabrikanten Lennox in Brechts "Die heilige Johanna der Schlachthöfe"2), den ehemaligen Theologen Molvig in Ibsens "Die Wildente"2) und den Deputierten des Nationalkonvents Legendre in Büchners "Dantons Tod"2) – um nur einige der Figuren zu nennen, die er mit seinem facettenreichen Spiel eindrucksvoll darstellte.
Ab 1997 war Striebeck zwei Jahre lang künstlerischer Leiter der "Burgfestspiele Jagsthausen"
2), wo er bereits 1992 bis 1994 sowie erneut 1999 mit der Titelrolle in Goethes "Götz von Berlichingen"2) glänzte. In jüngerer Zeit interpretierte der Schauspieler unter anderem an den "Münchner Kammerspielen" den Herzog von Alba in Schillers "Don  Karlos"2) (2004/2006), überzeugte mit der Hauptrolle des Onkel Otto in Polle Wilberts Familiengroteske "Am Tag der jungen Talente" (2006) oder mit der Figur des alten Schroffenstein in Heinrich von Kleists Trauerspiel "Die Familie Schroffenstein"2) (2007). In der deutschen Erstaufführung (1. März 2008) von "Schnee" nach dem Roman von Orhan Pamuk2) gab er den Vater Turgut, trat 2009 als Kaiser in Kleists "Das Käthchen von Heilbronn"2) bei den Festspielen von Bad Hersfeld in Erscheinung.

Seit Mitte der 1960er Jahre übernimmt Jochen Striebeck, dessen Domäne immer die Bühne geblieben ist, sporadisch interessante Aufgaben für das Fernsehen Hier spielte er in Verfilmungen von Klassikern und Literaturvorlagen, war beispielsweise der Casimir in "Der Schpunz" (1967) nach Marcel Pagnol, der Silvius in "Wie es euch gefällt" von Shakespeare (1968) oder unter der Regie von Werner Schlechte in dessen Shaw-Adaption "Candida" (1976) gemeinsam mit Cordula Trantow zu sehen. Neben Auftritten in beliebten Krimi-Reihen wie "Schwarz-Rot-Gold", "Tatort", "SOKO 5113", "Die Krimistunde", "Der Fahnder" oder "Der Bulle von Tölz" erlebte man den Schauspieler unter anderem in den Jugend-Dramen "Revolte im Erziehungshaus" (1975) und "Notwehr" (1977), Dagmar Damek besetzte ihn in "Nachtgelächter" (1985) nach der Erzählung von Ingeborg Bachmann, Dominik Graf in dem Krimi "Die Beute" (1988). In jüngerer Zeit stand er für die Komödien "Dich schickt der Himmel" (2001) und "Ein unmöglicher Mann" (2001) vor der Fernsehkamera. 2004 erlebte man ihn gleich mehrmals, so in dem Inga Lindström-Melodram "Begegnung am Meer", dem Thriller "Die Schöne Braut in Schwarz" und dem Mehrteiler "Der Wunschbaum". Striebeck stand als Kriminalhauptkommissar Kruppke in der "Polizeiruf 110"-Episode "
Er sollte tot"2) (2006) sowie für die Folge "Atemlos" (2006) aus der Reihe "Unter Verdacht"2) (mit Senta Berger als Ermittlerin Eva Maria Prohacek) vor der TV-Kamera. Striebeck machte sich in den letzten Jahren auf dem Bildschirm rar, stand beispielsweise für den Krimi "Wenn alles zerbricht" aus der beliebten ZDF-Reihe "Kommissarin Lucas" mit Ulrike Kriener als beherzter Ermittlerin vor der Kamera und verkörperte den Wolfgang Wagner, einen Lehrer vom alten Schlage; die Dreharbeiten begannen Mitte Oktober 2009, die Erstausstrahlung erfolgte am 5. Juni 2010. Am 3. Oktober 2010 wurde das von Jan Ruzicka inszenierte TV-Drama "Der Mauerschütze"2) auf dem "Filmfest Hamburg" vorgestellt, in dem Striebeck neben Protagonist Benno Fürmann den Dr. Richard Breitfeld spielte, die Ausstrahlung in der ARD erfolgte am 3. August 2011.
 
Darüber hinaus wirkte der Schauspieler in einigen Kinofilmen mit, so in Margarethe von Trottas Beziehungsdrama "
Heller Wahn"3) (1983) mit Hanna Schygulla und Angela Winkler in den Hauptrollen und in Sherry Hormanns temporeicher Tragikkomödie "Irren ist männlich"2) (1996) mit Herbert Knaup, Corinna Harfouch und Richy Müller. 1999 tauchte er als Vater in dem von Elena Álvarez inszenierten Episodenfilm "Midsommar Stories"2) auf, 2007 sah man ihn als Großvater in dem packenden Ehedrama "Gegenüber"2) , mit dem Regisseur Jan Bonny die häusliche Gewalt thematisiert, sowie in dem kriminalistisch angehauchten Kurzfilm "Das Baby" (2007) von Falco Jagau. Als Sprecher war er mit seiner charakteristischen Stimme beispielsweise in der deutschen Version von "Cars"2) (2006) als Sheriff zu hören und in "Der Mondbär – Das große Kinoabenteuer"3) (2008) lieh er dem Dachs seine Stimme, eine Rolle, die er bereits 2007/2008 in den TV-Folgen von der "Der Mondbär"2) übernommen hatte. Zuletzt sprach Striebeck den Elf Crunch in dem Kinderabenteuer "Prinzessin Lillifee und das kleine Einhorn"1), das am 1. September 2011 an den Start ging.
Neben seiner umfangreichen Arbeit für das Theater und den Film betätigt sich Jochen Striebeck als Sprecher bei verschiedensten Hörbuchproduktionen, beispielsweise für das Hörspiel "Die Forsyte Saga" nach der Roman-Trilogie von John Galsworthy, wo er im 1. Teil den Nicholas spricht; eine Auswahl der bei der ARD Hörspieldatenbank gelisteten Produktionen findet man hier am Ende dieser Seite. Er arbeitet für zudem als Synchronsprecher, seit dem von Clint Eastwood inszenierten und mit Eastwood in der Hauptrolle gedrehten Film "Gran Torino"2) (2008) ist Jochen Striebeck auf persönlichen Wunsch von Clint Eastwood dessen deutsche Stimme.

Jochen Striebeck im Hörspiel-Studio als Inspector Lestrade in dem Dreiteiler
"Sherlock Holmes und das Geheimnis des weißen Bandes"4) (EA: 21.–23.12.2016)
von Anthony Horowitz2), Bearbeitung und Regie: Bastian Pastewka2)
Foto freundlicherweise zur Verfügung gestellt vom WDR (Presse und Information, Redaktion Bild)
© WDR/Monika Nonnenmacher

Jochen Striebeck im Hörspiel-Studio als Inspector Lestrade in dem Dreiteiler "Sherlock Holmes und das Geheimnis des weißen Bandes" (EA: 21.–23.12.2016) von Anthony Horowitz, Bearbeitung und Regie: Bastian Pastewka; Foto freundlicherweise zur Verfügung gestellt vom WDR (Presse und Information, Redaktion Bild); Copyright WDR/Monika Nonnenmacher
Weiterhin hält Striebeck regelmäßig Literatur-Lesungen ab, seit nunmehr rund fünf Jahrzehnten gehört er zu den festen Größen sowohl beim Theater als auch bei Film und Fernsehen.
Der Künstler lebt in München, ist verheiratet und Vater der Kinder Matthias und Franziska. 
Kontakt: Agentur J.S. Production
Siehe auch Wikipedia
Link: 1) Kurzportrait innerhalb dieser HP, 2) Wikipedia, 3) filmportal.de, 4) ARD-Hörspieldatenbank Stand: Januar 2017
  
Filme
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Link: filmportal.de, Wikipedia, deutsches-filmhaus.de, 
Die Krimihomepage, tittelbach.tv, fernsehserien.de)
Kinofilme Fernsehen (Auszug)
  
Hörspielproduktionen (Auszug)
(Link: ARD-Hörspieldatenbank (mit Datum der Erstausstrahlung) bzw. Wikipedia (deutsch/englisch), Krimi-Lexikon)
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