Der Schauspieler und Regisseur Otto Tausig wurde am 13. Februar 1922 in der österreichischen Hauptsstadt Wien als Sohn des Juristen Arpad Tausig geboren, verbrachte seine Kindheit in einem Wiener Arbeiterbezirk und ging dort bis 1938 zur Schule. Als im März 1938 die deutschen Truppen in Österreich einmarschierten und die Nazis wenig später den Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich proklamierten, wurde die Situation für jüdische Mitbürger auch in der Alpenrepublik bedrohlich. Otto Tausig gelang es 16-jährig mit einem Kindertransport nach Großbritannien zu fliehen, wo er sich als Land- und Fabrikarbeiter durchschlug, seine Eltern emigrierten nach Shanghai.
Nach Ende des 2. Weltkrieges kehrte Tausig nach Österreich zurück, entschied sich für den Beruf des Schauspielers und besuchte ab 1946 zwei Jahre lang in Wien das renommierte "Max-Reinhardt-Seminar". Sein Bühnendebüt gab er anschließend an dem Wiener "Neuen Theater in der Scala", wo er bis zur Schließung 1956 auch als Spielleiter und Chefdramaturg tätig war. Weitere Verpflichtungen führten Tausig ab 1956 für vier Jahre an die "Berliner Volksbühne", gleichzeitig wirkte er ab 1957 am "Deutschen Theater" in Ost-Berlin sowie bei dem von Bert Brecht gegründeten "Berliner Ensemble". Danach ging Tausig für eine Spielzeit an die "Städtischen Bühnen" in Münster, 1962/63 arbeitete er am Schauspielhaus in Zürich. Bis 1970 folgte eine Phase vornehmlich als freischaffender Regisseur, unter anderem inszenierte er am Wiener "Theater in der Josefstadt", an der "Komödie" in Basel, am "Hessischen Staatstheater Wiesbaden", an den "Städtischen Bühnen Frankfurt/Main", an den Bühnen der Stadt Köln und an der "Kleinen Komödie" in München. Dann folgte er 1971 einem Ruf an das Wiener "Burgtheater", wo er bis 1983 zum Ensemble gehörte und unter anderem mit der Titelrolle in Nestroys Posse "Kampl" die Zuschauer begeisterte; seit Mitte der 1980er Jahre war Otto Tausig erneut freischaffender Schauspieler und Regisseur.
 

Otto Tausig bei einem Interview im Anschluss an die Verleihung
des "Nestroy-Theaterpreises 2009"1), wo er für sein Lebenswerk geehrt wurde.
Die Verleihung fand am 12. Oktober 2009 im Zelt des "Circus Roncalli" statt,
der während seines Wien-Aufenthalts auf dem Rathausplatz gastierte.
Quelle: Wikipedia bzw. Wikimedia Commons;
Urheber:
Manfred Werner – Tsui;  Lizenz: CC-BY-SA 3.0.
Lizenz zur Veröffentlichung siehe hier

Otto Tausig am 12. Oktober 2009  bei einem Interview im Anschluss an die Verleihung des "Nestroy-Theaterpreises 2009", wo er für sein Lebenswerk geehrt wurde (Circus Roncalli auf dem Wiener Rathausplatz). Quelle: Wikipedia bzw. Wikimedia Commons; Urheber: Manfred Werner – Tsui;  Lizenz CC-BY-SA 3.0.
Otto Tausig 1959 als als Erfinder Tschudakow in "Das Schwitzbad" von Wladimir Majakowski mit Musik von Hanns Eisler an der Berliner "Volksbühne" (Regie: Nikolai Petrow); Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_pk_0004538_b_007); Copyright SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Abraham Pisarek; Urheber: Abraham Pisarek (1901–1983); Datierung: 30-01.1959; Quelle: www.deutschefotothek.de Vielen Bühnenfiguren verlieh der Schauspieler im Verlaufe der Jahre eindrucksvolle Bühnenpräsenz, sowohl in klassischen als auch modernen Stücken zeigte er immer wieder seine Wandlungsfähigkeit. So interpretierte er beispielsweise den Figaro in Beaumarchais' "Der tolle Tag oder Figaros Hochzeit", brillierte als Truffaldino in Goldonis "Der Diener zweier Herren" oder als Zettel in Shakespeares "Ein Sommernachtstraum" ebenso wie unter der Regie von Peter Zadek als Weißkopf in Sobols "Ghetto" an der Seite von Michael Degen.
Als Regisseur inszenierte er beispielsweise am Wiener "Neuen Theater in der Scala" Nestroys "Lumpazivagabundus", Heinrich Manns "Professor Unrat" und "Krieg und Frieden" (nach Tolstoi), in Berlin an der "Volksbühne" Goldonis "Der Diener zweier Herren" und am "Deutschen Theater" Nestroys "Einen Jux will er sich machen"; die Burgtheater-Zuschauer begeisterte er mit Shakespeares "Komödie der Irrungen" und Nestroys "Der Zerrissene". Seine Bühnenkarriere beendete der Vollblutmime 1999 mit der Rolle des Schnoferl in Nestroys "Das Mädl aus der Vorstadt" am "Wiener Volkstheater".
 
Otto Tausig 1959 als als Erfinder Tschudakow in "Das Schwitzbad" von Wladimir Majakowski1)
mit Musik von Hanns Eisler1) an der Berliner "Volksbühne" (Regie: Nikolai Petrow)
→ Infos zum Stück bei berliner-schauspielschule.de
Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_pk_0004538_b_007)
© SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Abraham Pisarek
Urheber: Abraham Pisarek1) (1901–1983); Datierung: 30-01.1959;
Quelle: www.deutschefotothek.de; Genehmigung zur Veröffentlichung: 30.03.2017
Seit Anfang der 1960er Jahre übernahm Otto Tausig Aufgaben für das Fernsehen, führte auch hier erfolgreich Regie und wurde mit zahlreichen, auch internationalen Produktionen als Charakterdarsteller populär. Vor allem in Literaturverfilmungen und Theateradaptionen zeigte er meist mit prägnanten Nebenrollen seine darstellerische Kraft, war in den 1960ern unter anderem als Salomon in dem von Sartre bearbeiteten Stück "Kean" (1964) (von Alexandre Dumas Vater) oder als Dr. Adler in Peter Beauvais' Schnitzler-Verfilmung "Professor Bernhardi" (1964) zu sehen; er spielte den Luka in Tschechows "Tragödie auf der Jagd" (1967), den Füllmann in "Fink und Fliederbusch" (1968, nach Schnitzler) oder den Lope in "Was kam denn da ins Haus?" (1969, nach Lope de Vega). In den 1970er und 1980er Jahren folgten Auftritte in verschiedenen "Tatort"-Produktionen, Wolf Dietrich besetzte ihn als Andreas Langberger in Robert Strombergers Drama "Die Biedermänner" (1975), Dieter Berner in der sechsteiligen "Alpensaga"1) (1976) und Karl Swoboda in der Serie "Kleines Bezirksgericht" (1976). 
In der Komödie "Keine Leiche ohne Lilli" (1980, nach Jack Popplewell) erlebte man ihn neben Elfriede Ott, mit Walter Giller in dessen Show "Locker vom Hocker", mit Rolf Zacher und Iris Berben in der Serie "Angelo und Luzy" (1984). Zur TV-Filmografie zählen weiterhin Stücke wie Tom Toelles "Der Bierkönig" (1988), Moshé Mizrahis Mehrteiler "Warburg: A Man of Influence" (1992) sowie zwischen 1992 und 1994 die Rolle des Willy Stein in der Familienserie "Unsere Hagenbecks". In der britischen Fantasy-Reihe "The Wanderer" (1994) war er ebenso zu sehen wie in Peter Wecks "Hofrat Geiger"-Remake "Alte Liebe – Neues Glück"
1) (1996, u.a. mit Christiane Hörbiger) und Kitty Kinos Thriller "Das Geständnis" (1996). Eine schöne Figur, die des altgedienten Kriminalbeamten Stanewski mimte er in Heide Pils' Komödie "Lieber reich und glücklich" (1997), in Hans-Christoph Blumenbergs "Hirnschal gegen Hitler"2) (2000), einem Dokumentarspiel über einschlägige Anti-Nazisendungen der BBC, die mit ihrem "German Service" schnell zum Feindsender Nr. 1 des Dritten Reichs avancierte, war er ebenfalls auf dem Bildschirm präsent.
Zu Tausigs Arbeiten der letzten Jahre für das Fernsehen zählten der Mehrteiler "Ein Unmöglicher Mann" (2001), der Schimanski-Tatort "Das Geheimnis des Golem"
1) (2004), die Rolle des Pater Umberto in Udo Wittes Remake des Rühmann-Streifens "Wenn der Vater mit dem Sohne" (2005) sowie die Figur eines Kapuzinermönchs in Robert Dornhelms Historiendrama "Kronprinz Rudolf"1) (2006). Mit der sympathische Nebenrolle eines hilfreichen alten Nachbarn sah man ihn am 5. Dezember 2008 in dem ganz auf die Protagonistin Christine Neubauer zugeschnittenen romantisch-turbulenten ARD-Weihnachtsmärchen "Der Nikolaus im Haus"2) sowie in der Folge "Verfolgt"2) (EA: 17.03.2010) aus der Reihe "Bloch" an der Seite von Dieter Pfaff als einfühlsamem Psychologen Bloch. Danach spielte Tausig im Fernsehen einen kleinen Part als demenzkranker Bewohner eines Altenheims in dem berührend melancholischen Drama "Glücksbringer"2) (EA: 07.01.2011 mit Christiane Hörbiger, Filip Peeters und Muriel Baumeister in den Hauptrollen. In dem viel beachteten ARD-Zweiteiler bzw. der bewegenden Familiensaga "Der Mann mit dem Fagott"1) (EA: 29./30.09.2011), gedreht nach der gleichnamigen Autobiografie von Udo Jürgens4), zeigte er sich zuletzt als der greise Aljoscha Kasajev, der Jürgens nach mehr als einem halbem Jahrhundert die in den Kriegswirren Ende des 2. Weltkrieges verloren geglaubte Bronzestatue, "Der Mann mit dem Fagott", seines Großvaters Heinrich Bockelmann1) (1870 – 1945) zurückgeben kann.

Auf der Leinwand erlebte man den Schauspieler in verschiedenen ambitionierten Kino-Produktionen, so mit einer kleinen Nebenrolle in Nicos Perakis' Gaunerkomödie "Bomber & Paganini"1) (1976) mit Mario Adorf als "Bomber" und Tilo Prückner als "Paganini". In Alain Corneaus Roadmovie "Nocturne indien"1) (1989, Nächtliches Indien), nach dem Roman "Indisches Nachtstück" von Antonio Tabucchi, spielte er den Peter Schlemihl und wurde bei den Dreharbeiten in Indien erstmals hautnah mit dem Elend konfrontiert, eine Erfahrung, die Tausig dazu veranlasste sich aktiv für die Not in der Dritten Welt zu engagieren und seine Gagen für Hilfsprojekte zur Verfügung zu stellen. 
1990 folgte Jörg Grasers kritisches Drama "Abrahams Gold" und die Rolle eines Pfarrers, in Jan Schüttes preisgekröntem, skurrilem Film "Auf Wiedersehen Amerika"1) (1994) spielte herrlich die Hauptrolle des Buchhalters Isaak, der gemeinsam mit Freund Mosche (Jakov Bodo) und dessen Ehefrau Genovefa (Zofia Merle) mit dem Schiff von New York aus in die ehemalige Heimat Polen reist und feststellt, dass sich nach mehr als dreißig Jahren vieles verändert hat. Patrice Chéreau besetzte ihn in dem opulenten Historiendrama "La Reine Margot"1) (1994, Die Bartholomäusnacht) nach dem gleichnamigen Roman von Alexandre Dumas dem Älteren, Andreas Gruber in dem kriminalistischen Melodram "Die Schuld der Liebe" (1997) und Nicole Garcia in dem Thriller "Place Vendôme"1)  (1998, Place Vendôme – Heiße Diamanten) mit Catherine Deneuve in der Hauptrolle. Eine erneute Zusammenarbeit mit Jan Schütte erfolgte für dessen Kurzfilm "Old Love" (2001), dann stand Tausig für Fabio Carpis "Nobel" (2001), Fritz Lehners "Jedermanns Fest"1) (2002) und Robert Schindels/Lukas Stepaniks "Gebürtig"1) (2002) vor der Kamera. In nachhaltiger Erinnerung bleibt die Rolle des Karl Rose in Urs Eggers Drama um Schuld und Sühne "Epsteins Nacht"1) (2002): An der Seite von Mario Adorf als Jochen Epstein und Bruno Ganz als seinem Bruder Adam, mit denen Karl eine grausame Vergangenheit während des Nazi-Regimes teilt, zeigte Tausig mit seinem eindringlichen Spiel einmal mehr seine schauspielerische Dominanz. Der Schauspieler wirkte in Jan Schüttes "SuperTex – Eine Stunde im Paradies"3) (2003) mit, der eindringlichen Verfilmung des gleichnamigen Bestseller von Leon de Winter sowie erneut unter der Regie von Jan Schütte mit der Hauptrolle des versponnenen Österreichischen Emigranten Max Kohn in dessen  "Love Comes Lately"2) ("Bis später, Max!") nach den Kurzgeschichten von Nobelpreisträger Isaac Bashevis Singer: Max Kohn (gespielt von der österreichischen Schauspiellegende Otto Tausig) ist charmant, kultiviert, weltgewandt und als Schriftsteller erfolgreich und keinem Flirt mit einer attraktiven Dame abgeneigt: Kein Wunder, dass ihn die Frauen lieben. Er liebt sie ja auch. Dass er kurz vor seinem 80. Geburtstag steht, tut seiner Abenteuerlust keinen Abbruch – sehr zum Kummer seiner langjährigen Lebensgefährtin Reisel (Rhea Perlman). Allerdings ist nicht ganz klar, ob Max seine wundervoll-verrückten Affären in der Realität erlebt oder in seiner blühenden Fantasie. Im Grunde ist das auch egal, "Gott sieht nie zu, wenn die Menschen Liebe machen!". Komisch, tragisch, leidenschaftlich und lakonisch zugleich: Der deutsche Filmemacher Jan Schütte ("Drachenfutter", "Auf Wiedersehen Amerika", "Supertex") schuf eine mitreißende Hymne auf das Leben und die Liebe. Kinostart war der 9. April 2009; Quelle:  www.lovecomeslately.at
In der vom NDR produzierten Verfilmung des Lebens der jüdischen Leichtathletin Gretel Bergmann1), die in den frühen 1930er Jahren ein erfolgreiches deutsches Sport-Idol war, war Otto Tausig ebenfalls zu sehen. In dem von "Tatort"-Regisseur Kaspar Heidelbach in Szene gesetzten Film stellt Karoline Herfurth die Sportlerin Gretel Bergman dar, die Dreharbeiten zum Film mit dem Titel "Berlin 36"1) (auch "Stille Sieger") begannen Ende August 2008, am 10. September 2009 ging der Film an den Kinostart. Einen weiteren Auftritt als Großvater hatte Tausig in dem Drama "Das Vaterspiel"1), inszeniert von Michael Glawogger nach dem gleichnamigen Roman von Josef Haslinger. Seine letzte Arbeit für das Kino war ein kleiner Part in der von Sherry Hormans inszenierten Tragikomödie "Anleitung zum Unglücklichsein"1) nach Motiven des gleichnamigen Sachbuchs1) (1983) des österreichischen Psychologen Paul Watzlawick1) (1921 – 2007), mit Johanna Wokalek als Protagonistin bzw. neurotisch verträumter Ladenbesitzerin Tiffany Blechschmid; den Kinostart am 29. November 2012 erlebte Tausig nicht mehr.
  
Tausigs soziales Engagement gegen die Not in der Dritten Welt nahm seit Jahren einen breiten Raum ein, getreu seinem Lebensmotto "Nicht jammern, sondern einfach etwas tun" unterstützte er als Initiator des Wiener Entwicklungshilfeklub, an dem sich neben ihm viele weitere Künstler beteiligen, Hilfsprogramme unter anderem in Indien, Kambodscha, Guatemala, Peru, Sri Lanka, Äthiopien und Bolivien, sammelte unermüdlich Spenden für Projekte und sensibilisierte für die Armut in den Entwicklungsländern. Auch seine eigenen Gagen stellte der pensionierte Burgschauspieler zu 100 Prozent zur Verfügung, "Das ist der einzige Zweck meiner Auftritte", sagte er in einem Interview.
Tausigs unermüdlicher Einsatz wurde 1998 mit der "Bruno Kreisky Preis für Verdienste um die Menschenrechte"1) gewürdigt. In seiner Dankesrede sagte der Schauspieler unter anderem: Ja, ich hab immer gedacht, dass der Schauspieler mehr sein soll als ein Wurstel, der die Leut' amüsiert. Dass er mit seiner Kunst dazu beitragen soll, dass unser menschliches Zusammenleben menschlicher, vernünftiger wird. Nur, je älter ich werde, je weniger glaube ich an die Fähigkeit des Theaters, wirklich Entscheidendes zu bewirken, in einer Welt die aufgebaut ist auf Besitzgier, in der nicht die Vernunft regiert, sondern der Profit und in der alle zwei Sekunden ein Kind am Hunger stirbt. Müsste man da nicht wie ein Karl-Heinz Böhm in die Dritte Welt gehen, um dort gegen das Elend zu kämpfen? Statt auf seine alten Täg Komödie zu spielen? Ja, das wäre sicher sehr ehrenwert, nur was mich betrifft, würd' ich dort nichts Brauchbares leisten. Also mach ich lieber das, wozu ich tauge, spiel den Kasperl und versuch dem Krokodil der Armut eine auf’s Aug zu hauen. Schau, dass ich mit dem Geld, das ich verdien, in dem ich d'Leut unterhalt, was für den Unterhalt von Leuten zu tun, die's nicht verdienen, so viel schlechter zu leben als wir. (…) Wir sind ja keine Wohltätigkeitstanten, die kritiklos Almosen verteilen, um sich selber zu beweisen, was für gute Menschen sie doch sind. Wie heißt es bei Nestroy? "Es gibt sehr wenig böse Menschen, und doch geschieht soviel Unheil auf der Welt. Der größte Teil dieses Unheils kommt auf Rechnung der vielen, vielen guten Menschen, die weiter nichts sind als gute Menschen." Da halten wir’s lieber mit Brecht, der empfiehlt: "Sorgt, dass ihr die Welt verlassend nicht nur gut wart, sondern verlasst eine gute Welt".5)  
2007 wurde dem Charaktermimen das "Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse"1) überreicht, den "Nestroy-Theaterpreis"1) als Auszeichnung für das Lebenswerk konnte er 2009 entgegen nehmen. Seit 1995 war er zudem Träger des "Johann-Nestroy-Rings"1).

Im Frühjahr 2005 veröffentlichte Otto Tausig seine Erinnerungen unter dem Titel "Kasperl, Kummerl, Jud – Eine Lebensgeschichte"; in dem reich bebilderten Buch erzählt er von seinem turbulenten Leben, von seiner Kindheit in dem Wiener Arbeiterbezirk, seiner Zeit in England, von den Anfängen seiner Karriere bis hin zu seinen Erfolgen als renommierter Regisseur und Schauspieler.

Otto Tausig, der auch an der Wiener "Hochschule für Musik und Darstellende Kunst" unterrichtete, starb am 10. Oktober 2011 im Alter von 89 Jahren nach langer schwerer Krankheit in Wien im Kreise seiner Familie. Seine letzte Ruhe fand der Künstler auf dem Wiener Zentralfriedhof in einem ihm ehrenhalber gewidmeten Grab (Gruppe 40, Nummer 181). Er war in zweiter Ehe verheiratet, aus der vorangehenden, 1944 in London geschlossenen Ehe mit Johanna Tausig (geborene Pick) stammt Sohn Wolfgang (geb. 21.07.1950), der seinen Magister-Abschluss in Sozialwissenschaft machte und als Geschäftsführer in einem Reisebüro arbeitet(e) → Artikel zu Johanna Tausig bei www.centropa.org.
Die österreichische Kulturministerin Dr. Claudia Schmied "zeigte sich tief betroffen vom Ableben Otto Tausigs" und würdigte den Schauspieler mit den Worten: "Otto Tausig gehörte zu den herausragendsten Schauspielern Österreichs. Er verstand es, durch seine Sprachmächtigkeit das Publikum zu fesseln. Otto Tausig war aber mehr als nur ein begnadeter Künstler. Er verstand seine eigene Biografie als Auftrag, Menschen zu helfen, für die Flucht die einzige Möglichkeit war, zu überleben. Anstatt bequem das Leben eines prominenten Künstlers zu leben, scheute er nicht unbequem als ständiger Mahner für Mitmenschlichkeit aufzutreten. Otto Tausig war ein politisch denkender und handelnder Mensch, der Kunst als Mittel zur Veränderung der Welt verstand."6) 
Siehe auch www.prisma.de, Wikipedia sowie
den Nachruf bei wien.orf.at und den Artikel bei www.sueddeutsche.de
Filmografie bei der Internet Movie Database
Link: 1) Wikipedia, 2) prisma.de, 3) www.dieterwunderlich.de, 4) Kurzportrait innerhalb dieser HP
5) Quelle: Entwicklungshilfeklub, 6) Pressemitteilung des BMUKK vom 10.10.2011
Lizenz Foto Otto Tausig (Urheber: Manfred Werner – Tsui): Diese Datei ist unter der Creative Commons-Lizenz Namensnennung 3.0 Unported lizenziert. Es ist erlaubt, die Datei unter den Bedingungen der GNU-Lizenz für freie Dokumentation, Version 1.2 oder einer späteren Version, veröffentlicht von der Free Software Foundation, zu kopieren, zu verbreiten und/oder zu modifizieren; es gibt keine unveränderlichen Abschnitte, keinen vorderen und keinen hinteren Umschlagtext. Der vollständige Lizenztext ist im Kapitel GNU-Lizenz für freie Dokumentation verfügbar.
Um zur Seite der Publikumslieblinge zurückzukehren, bitte dieses Fenster schließen.
Home: www.steffi-line.de