Hans-Peter Thielen 1954; Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_pkm_0001148_120); Copyright SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Abraham Pisarek; Urheber: Abraham Pisarek (1901–1983); Datierung: 01.1954; Quelle: www.deutschefotothek.de Obwohl der Schauspier Hans-Peter Thielen am Theater und auch beim Film Erfolge feierte, scheint er heute jedoch weitgehend vergessen. Das mag auch daran liegen, dass es nur wenige Informationen über ihn gibt. Geboren wurde Thielen am 12. Juni 1920 in Essen und ließ sich an der dortigen "Folkwang-Schule"1) ausbilden. Nach seinem Bühnendebüt in Neuss führten ihn weitere Verpflichtungen nach Aachen, Köln und Düsseldorf. Nach Ende des 2. Weltkrieg wirkte er zunächst am "Staatstheater Dresden", anlässlich der feierlichen Wiedereröffnung des "Großen Hauses" am 23. September 1948 mit "Simon Bolivar" von Ferdinand Bruckner1) glänzte er mit der Titelrolle des des neugranadischen Unabhängigkeitskämpfers Simón Bolívar1).
Seit seinem Wechsel zu Wolfgang Langhoff an das renommierte "Deutsche Theater"1) in Ost-Berlin machte sich der Schauspieler als jugendlicher Held in Klassikern einen Namen, wusste aber auch in Stücken der Moderne überzeugen.
   
Hans-Peter Thielen 1954
Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_pkm_0001148_120)
© SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Abraham Pisarek
Urheber: Abraham Pisarek1) (1901–1983); Datierung: 01.1954
Quelle: www.deutschefotothek.de; Genehmigung zur Veröffentlichung: 30.03.2017
So gestaltete er beispielsweise zur Spielzeit 1951/52 in Wolfgang Langhoffs Inszenierung von "Der Chirurg" des ukrainisch-sowjetischen Schriftstellers Oleksandr Kornijtschuk1) den Protagonisten Platon Kretschet. Ebenfalls ab 1951/52 brillierte er als Titelheld in Langhoffs Aufführungen von Goethes "Egmont"1), gab seit der Premiere am 8. Dezember 1951 an den "Kammerspielen" den Journalist Carter in der DDR-Erstaufführung von Adam Tarns Schauspiel "Ein gewöhnlicher Fall" (Regie: Herwart Grosse).
Beachtenswerte Interpretationen lieferte Thielen in weiteren Inszenierungen am "Deutschen Theater" ab, so unter anderem in

Fotos: Hans-Peter Thielen als Kretschet in "Der Chirurg"
Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_pk_0000958_012) / Datierung: 06.1951
sowie mit Erika Pelikowsky (Klärchen) in "Egmont"
Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_pkm_0000976_010) / Datierung: 24.10.1951
  
© SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Abraham Pisarek
Urheber: Abraham Pisarek1) (1901–1983)
Genehmigung zur Veröffentlichung: 30.03.2017
 

Hans-Peter Thielen als Kretschet in "Der Chirurg"; Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_pk_0000958_012) / Datierung: 06.1951; Copyright SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Abraham Pisarek; Urheber: Abraham Pisarek (1901–1983) Hans-Peter Thielen  mit Erika Pelikowsky (Klärchen) in "Egmont"; Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_pkm_0000976_010) / Datierung: 24.10.1951; Copyright SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Abraham Pisarek; Urheber: Abraham Pisarek (1901–1983)
Seit Anfang der 1950er Jahre fand der attraktive Mime beim Film ein weiteres Betätigungsfeld, gab sein Leinwanddebüt mit der Figur des sympathischen Jochen Karsten in Kurt Maetzigs, heute als politisch hochinteressantes Zeitdokument bezeichnetem Streifen "Roman einer jungen Ehe"1) (1952). Nach der Rolle des Maxime von Traillers in Georg C. Klarens Balzac-Adaption "Karriere in Paris"2) (1952) erregte Thielen als hinterhältiger Agent Dr. Neumann in dem Krimi "Der Fall Dr. Wagner"1) (1954) Aufmerksamkeit und bewies, dass er sich nicht auf ein bestimmtes Rollenfach festlegen ließ. Eugen York besetzte ihn an der Seite der Protagonistin Henny Porten in "Das Fräulein von Scuderi"1) (1955) als Marechaussee-Leutnant Degrais, gedreht nach der Novelle von E. T. A. Hoffmann1). Ein filmischer Höhepunkt für Thielen wurde das von Carl Ballhaus in Szene gesetzte Drama "Der Teufelskreis"1) (1956) nach dem Theaterstück von Hedda Zinner1) über den Reichstagsbrand1) und anschließenden Schauprozess im Jahre 1933 – hier verkörperte er den SA-Obergruppenführer Graf Helldorf, der in der Nacht des Reichstagsbrandes eine Massenverhaftung von KPD- und SPD-Mitgliedern durch die SA veranlasst. Ganz anders geartet war dann sein letzter Leinwandauftritt, in Martin Hellbergs Lessing-Verfilmung "Emilia Galotti"1) (1958) trat er neben Titelheldin Karin Hübner als Hettore Gonzaga, Prinz von Guastalla, in Erscheinung.
 
Ab Mitte/Ende der 1950er Jahre verlegte Thielen seinen Wirkungskreis in die Bundesrepublik, übernahm dann seit den 1960er Jahren sporadisch Aufgaben für das Fernsehen. Oft waren es Produktionen über Personen der Zeitgeschichte, so "Der Zündholzkönig – Der Fall Ivar Kreuger"3) (1967) über den Zündwaren-Tycoon Ivar Kreuger1), "Carl Schurz"3) (1968) über den Politiker Carl Schurz1), "Ferdinand Graf von Zeppelin – Stunde der Entscheidung" (1970) über den Flugpionier Ferdinand von Zeppelin1), "Friedrich III. "… gestorben als Kaiser" über den preußischen Feldherrn und 99-Tage-Kaiser Friedrich III.1) (1970) und "Max Hölz. Ein deutsches Lehrstück"1) (1972) über den deutschen Kommunisten Max Hoelz1), wo sich Thielen mit prägnanten Parts auf dem Bildschirm präsentierte. In Falk Harnacks zweiteiligem Dokumentarspiel "Peenemünde"4) (1970), über die Heeresversuchsanstalt Peenemünde1) bzw. über die Entwicklung der Raketenwaffe im 2. Weltkrieg, verkörperte er den Kommandeur Oberst Zanssen, Leiter des Peenemünder Heereswaffenamtes, gehörte als Journalist Collins zur Schauspielerriege des spannenden Mehrteilers "Alexander zwo" (1972). Nach eher kleineren Auftritten in der "Tatort"-Folge "Wer andern eine Grube gräbt …" (1977), der 11-teiligen Serie "Die Buddenbrooks" (1979) und dem TV-Film "Der Schuft, der den Münchhausen schrieb – Eine Moritat nach Tatsachen" (1979) beendete Thielen seine Arbeit vor der Kamera.
Er war jedoch weiterhin als Sprecher für zahlreiche Hörspielproduktionen tätig, schon zu DDR-Zeiten hatte er im Hörspiel-Studio gestanden. Eine Auswahl der in der ARD-Hörspieldatenbank aufgeführten Stücke mit Thielen findet man hier am Ende des Artikels.
 
Hans-Peter Thielen, über dessen Privatleben keine Informationen vorliegen, starb am 19. November 2012 im Alter von 92 Jahren. Die Öffentlichkeit nahm keine Notiz von seinem Ableben, ein Sterbeort ist unbekannt.
Quellen (u. a.): "Lexikon der DDR-Stars"*), Wikipedia
*) "Lexikon der DDR-Stars" von F.-B. Habel und Volker Wachter (Ausgabe 1999, S. 336)
Fremde Links: 1) Wikipedia, 2) defa-stiftung.de, 3) Die Krimihomepage, 4) fernsehserien.de
   
Filme
Kinofilme / Fernsehen
Filmografie bei der Internet Movie Database sowie
filmportal.de
(Fremde Links: Wikipedia, fernsehenderddr.de, Die Krimihomepage, fernsehserien.de)
Kinofilme / DEFA-Produktionen Fernsehen (Auszug)
  
Hörspielproduktionen (Auszug)
(Link: ARD-Hörspieldatenbank (mit Datum der Erstausstrahlung), Wikipedia (deutsch/englisch))
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