Übersicht (Auswahl) Theater / Film / Hörspiel
Vor allem seit den 2000er Jahre fällt ein Schauspieler durch seine starke Ausdruckskraft und enorme Präsenz auf der Bühne sowie bei Film und Fernsehen auf – Thomas Thieme. Geboren am 29. Oktober 1948 in Weimar (Thüringen), konnte er nach der Schule seinen Wunsch, Architekt zu werden, nicht verwirklichen. Er entschied für die "Bretter, die die Welt bedeuten" und ließ sich ab 1970 drei Jahre lang an der "Staatlichen Schauspielschule" in Ost-Berlin (heute "Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" Berlin"1)) ausbilden.
Erste Engagements erhielt er anschließend in Görlitz und am "Theater Magdeburg", weitere Stationen wurden die Theater in Anklam und Halle. "Da er sich nie zum jugendlichen Liebhaber eignete, spielt er verhältnismäßig früh reifere Personen und lernt schnell die Gestaltung einer Hauptrolle, die sonst eher von erfahrenen Schauspielern gespielt wird. Er übernimmt somit schon recht früh eine zentrale Position im Theater, muss an manchen Abenden drei bis vier Stunden auf der Bühne stehen und die großen und umfangreichen Rollen entsprechend lange vorbereiten. Eine harte Schule, die sein Verständnis von der Schauspielerei längerfristig geprägt hat." kann man bei prisma.de lesen.
1981 stellte Thieme einen Ausreiseantrag in den Westen, der es ihm trotz vieler Schikanen 1984 ermöglichte, die DDR zusammen mit seiner Frau und dem kleinen Sohn auf legalem Weg zu verlassen. Er selbst sagte in einem Interview mit Gerald Praschl1) bzw. der Wochenzeitschrift "Superillu"1) im Juni 2006: "Was mir das Leben in der DDR unerträglich machte, waren weniger Honecker und Mielke, als die allgemeinen Verhältnisse. Es war muffig, schmierig, duckmäuserisch in der DDR. Reine Selbstzensur! Und wer rauswollte, wurde erschossen!" → geraldpraschl.de

Foto mit freundlicher Genemigung von Nikolai Eberth
© Nikolai Eberth; Quelle: Agentur Hoestermann

Thomas Thieme; Foto mit freundlicher Genemigung von Nikolai Eberth; Copyright Nikolai Eberth; Quelle: Agentur Hoestermann
Zunächst fand Thieme in Frankfurt/M auch künstlerisch eine neue Heimat, war zwischen 1984 und 1990 Ensemblemitglied des "Schauspiel Frankfurt" und machte sich rasch einen Namen als charismatischer Charakterdarsteller. Ein dreijähriges Engagement am berühmten Wiener "Burgtheater" schloss sich an, wo Thieme unter anderem zur Spielzeit 1991/92 mit der Titelrolle in "Baal"1) von Bertolt Brecht brillierte, eine Figur bzw. ein Stück, dass ihn auch die kommenden Jahrzehnte nicht mehr loslassen sollte. So notierte die "Süddeutsche Zeitung" (27.12.1991) über die von Manfred Karge1) in Szene gesetzte Aufführung unter anderem "Thomas Thieme (…) tritt hier mit mächtiger Raumverdrängung auf: dick und gewalttätig, mit Kulleraugen, spielt er das Monstrum. Seine Wirkung auf Frauen begreift man nur schwer, aber sein Zynismus, seine Egozentrik kommen überzeugend über die Rampe. Neben ihm treten die anderen Figuren in den Schatten."*)
Von 1993 bis 1997 bereicherte Thieme als festes Mitglied das Ensemble der Berliner "Schaubühne am Lehniner Platz", war hier beispielsweise 1994 als Polizist in der Uraufführung des Stücks "Splendid's" von Jean Genet1) in der Übersetzung von Peter Handke1) zu sehen, Regie führte Klaus-Michael Grüber1). "Die darstellerische Glanzleistung liefert Thomas Thieme. (…) Ein mondgesichtiges, kugeläugiges Riesenkind, das auftritt in der Paradeuniform der Flies und mit einem Lied auf den Lippen (…). Der Uniformträger, der Machthaber – bei Thieme ist er vor allem komisch, fiepsstimmig und naiv, täppisch, neugierig, verwunderbar und verwundbar, fasziniert von der Männer-Gewalt-Welt, der er bislang nur auf der ordentlichen, der langweiligen Seite angehören durfte." schrieb Michael Merschmeier1) in der Monatszeitschrift "Theater heute"1) (Heft 4,1994).*)  
1998 wechselte Thieme erneut nach Wien und gestaltete in einer Inszenierung von Claus Peymann die Titelrolle in "Edward II."1) von Christopher Marlowe, ebenfalls 1998 brillierte er bei den "Burgfestspielen Jagsthausen"1) als Titelheld in Goethes "Götz von Berlichingen"1). Im folgenden Jahr machte er bei den "Salzburger Festspielen (Premiere: 25.07.1999) sowie am Hamburger "Deutschen Schauspielhaus" (Premiere: 02.10.1999) als Richard III. ("Dirty Rich Modderfocker der Dritte") in dem monumentalen Spektakel "Schlachten!"1) von Tom Lanoye1) und Luk Perceval1) nach den acht Königsdramen von William Shakespeare1) Furore – die Vorstellung ging über zwölf Stunden, darunter neun Stunden reine Spielzeit. Die Kritiker von "Theater heute" wählten Luk Percevals "Marathonprojekt" zur "Inszenierung des Jahres", Thomas Thieme wurde 2000 für seine darstellerische Glanzleistung zum "Schauspieler des Jahres"1) gekürt.
Acht Jahre später war er für Luk Perceval erneut der Protagonist in dessen rund sechsstündigem Theaterwerk "Molière. Eine Passion"1), die ambivalent aufgenommene Uraufführung fand am 30. Juli 2007 anlässlich der "Salzburger Festspiele" statt. Die Kompilation der Molière'schen Dramen "Der Menschenfeind"1), "Don Juan"1), "Tartuffe"1) und "Der Geizige"1) als Stationen des Lebensweges von Molière war als Co-Produktion mit der "Schaubühne am Lehniner Platz" entstanden. "Vor allem Thieme geht in dieser grausamen Studie an die physischen wie psychischen Grenzen und treibt das Spiel bis zur Selbstentäußerung" konnte man bei www.tagesspiegel.de lesen; → siehe auch www.nachtkritik.de
Thomas Thieme; Foto mit freundlicher Genemigung von Nikolai Eberth; Copyright Nikolai Eberth; Quelle: Agentur Hoestermann Das "ARTE"-Kulturmagazin " Metropolis" hatte bereits 2007 die Endproben des Stücks dokumentiert, mit der Thieme-Aufführung beschäftigt sich auch das von Nikolai Eberth stammende ausführliche filmische Portrait "Liebe ist!" mit dem Untertitel "Der Schauspieler Thomas Thieme ist Molière" (EA: 16.08.2008 bei 3sat). Eberth begleitet den Schauspieler bei den Proben zu "Molière" und gibt zudem einen Einblick in das Privatleben, zu Wort kommen neben Thieme auch Regisseur Luk Perceval und Autor Feridun Zaimoglu1).
 
Thomas Thieme ist nicht nur ein renommierter Charaktermime, mehrfach hinterließ er seit Mitte der 1980er Jahre seine Handschrift als Regisseur. So inszenierte er unter anderem 2002 am "Deutschen Nationaltheater Weimar" Brechts "Baal" mit Ben Becker1) oder 2006 mit sich selbst in der Titelrolle "Dantons Tod"1) von Georg Büchner am "Schauspielhaus Bochum".

Foto mit freundlicher Genemigung von Nikolai Eberth
© Nikolai Eberth; Quelle: Agentur Hoestermann


In jüngerer Zeit befasst sich Thieme einmal mehr mit Brecht, präsentiert, begleitet von Sohn Arthur an der Bass-Gitarre, konzertante Lesungen. Beim "Brecht-Festival"1) in Augsburg kamen die Festival-Besucher 2013 und 2014 in den Genuss des von Thieme dargebotenen "Baal", Gastspiele an anderen Bühnen schlossen sich bis heute an "Diesmal erstellte er eine Fassung, in der er alle Figuren allein spricht als großes lyrisches, wildes Sehnsuchts- und Alptraumgedicht." vermerkt die Berliner "Schaubühne" zur Aufführung am 17. November 2016  → www.schaubuehne.de. Und die "Münchner Kammerspiele" schreiben zur Vorstellung am 27.05.2017: "Thomas Thieme unternimmt eine theatralisch-musikalische Spurensuche, bei der es leicht zugehen kann, melancholisch und anarchisch."
2015 folgte in Augsburg die konzertante Lesung des Stückes "Leben des Galilei"1) (→ www.nachtkritik.de) und 2016 "Brecht XXL. Best of Brecht meets Thieme" (→ literaturportal-bayern.de); → weitere Infos zum Wirken am Theater siehe hier.
 
Vor allem seit seiner Übersiedlung in den Westen ist Thieme umfangreich für Film und Fernsehen tätig, spielte sich im Laufe der Jahre in die vorderste Reihe der deutschsprachigen Schauspieler. Sein Leinwanddebüt hatte er bereits 1975 als Johann Christian Kestner1), Ehemann von Charlotte Buff1), in der DEFA-Produktion "Lotte in Weimar"1), gegeben, gedreht von Egon Günther nach dem Roman von Thomas Mann1) mit Lilli Palmer als Goethes1) Jugendliebe Charlotte Kestner (Werthers "Lotte") und Martin Hellberg1) als Goethe. Spätestens mit der Verkörperung des NS-Reichsministers Martin  Bormann1) in Oliver Hirschbiegels preisgekrönten Literatur-Adaption "Der Untergang"1) (2004) sowie des skrupellos-korrupten DDR-Kulturministers Bruno Hempf in Florian Henckel von Donnersmarcks Langfilmdebüt bzw. Oscar-prämierten Stasi-Drama "Das Leben der Anderen"1) (2006) gehört Thomas Thieme zur ersten Riege der Film-Szene.
Er machte mit prägnante Rollen in weiteren erfolgreichen Kino-Produktionen auf sich aufmerksam, beispielsweise als Richter Dr. Prinzing1) in dem RAF-Drama "Der Baader Meinhof Komplex"1) (2008), als Herr von Briest in der Theodor Fontane-Verfilmung "Effi Briest1) (2009), als NS-Sportfunktionär Hans von Tschammer und Osten1) in "Berlin 36"1) (2009, angelehnt an das Schicksal der jüdischen Leichtathletin Gretel Bergmann1), als bulgarischer KPD-Führer Georgi Dimitroff1) in der Tragikomödie "Hotel Lux"1) (2011) oder jüngst als Organisator Locke bzw. pensionierter DDR-Auslandsspionin in der Agentenkomödie "Kundschafter des Friedens"1) (2016).
 

Thomas Thieme 2014 bei den Dreharbeiten in Düren
zu dem Kinofilm "Fritz Lang – Der Andere in uns"1)
wo er den Kriminalrat Ernst Gennat1) spielte.
Urheber: Gereon Kalkuhl; Lizenz: CC BY-SA 4.0
Quelle: Wikimedia Commons

Thomas Thieme 2014 bei den Dreharbeiten in Düren zu dem Kinofilm "Fritz Lang – Der Andere in uns", wo er den Kripo-Beamten Ernst Gennat spielte; Urheber: Gereon Kalkuhl; Lizenz: CC BY-SA 4.0; Quelle: Wikimedia Commons
Im Fernsehen gibt Thieme immer wieder den Machtmenschen, des öfteren den Unsympath und Bösewicht, hat sich aber auch als Gesetzeshüter, Familienpatriarch, Beamter oder anderen Autoritätspersonen sowie mit Figuren der Zeitgeschichte dem Zuschauer eingeprägt. So stellte er den Kaiser Wilhelm I.1) in dem Zweiteiler über Heinrich Schliemann1) mit dem Titel "Der geheimnisvolle Schatz von Troja"1) (2007) dar, war der 80-jährige Gustav Krupp von Bohlen und Halbach1) in der dreiteiligen Familiensaga "Krupp – Eine deutsche Familie"1) (2009) und, einmal mehr beeindruckend, der gewichtige, gereifte Altbundeskanzler Helmut Kohl1) während der "Wendezeit"1) in dem ZDF-Porträt "Der Mann aus der Pfalz"1)  (2009). In "Rommel"1) (2012), dem Film über General Erwin Rommel1), verlieh er dem Heeresoffizier Günther von Kluge1) Kontur, in dem vielbeachteten Biopic "George"1) (2013) über Heinrich George mit Sohn Götz George in der Titelrolle zeigte er sich als Schauspieler Paul Wegener und in der teil-fiktionalen Story "Uli Hoeneß – Der Patriarch"2) (2015) konnte er als Sportfunktionär Uli Hoeneß1) überzeugen. Der Film "wartet mit einem großartigen Thomas Thieme in der Titelrolle und fesselnd inszenierten Szenen aus dem Prozess auf. Aber auch mit weiteren, deutlich schwächeren Reenactment-Elementen sowie allzu vielen Zeitzeugen und Interview-Schnipseln. Ein umfassendes Porträt mit leider erstaunlichem Qualitätsgefälle und ohne eine gesellschaftspolitische Dimension." meint Thomas Gehringer bei tittelbach.tv1); → siehe auch www.spiegel.de, www.stern.de. In "Das Adlon. Eine Familiensaga"1) (2013), dem vielbeachteten Dreiteiler über die wechselvolle Geschichte des Berliner "Hotel Adlon"1), trat er als Vater von Alma bzw. Kolonialunternehmer und "Adlon"-Geldgeber Gustaf Schadt in Teil 1 in Erscheinung.
 
Einen breiten Raum nimmt der Krimi in der TV-Filmografie von Thomas Thieme ein. Neben markanten Episoden-Rollen in diversen populären Serien und Reihen wie "Tatort"1), "Der Alte"1), "Spreewaldkrimi"1), "Polizeiruf 110"1) oder der Neuauflage von "Ein Fall für zwei"1), mimte er beispielsweise zwischen 2009 und 2013 in der Krimireihe "Rosa Roth1) den mürrischen, aber verlässlichen Markus Körber bzw. den in sich gekehrten Kollegen der titelgebenden Kommissarin alias Iris Berben. Eine schöne Rolle war auch die des alteingesessenen Polizeihauptmeisters Gerhard Mühlfellner, der in der vierteiligen Reihe den von Hinnerk Schönemann1) gespielten wortkargen Privatdetektiv Finn Zehender1) (2011–2014) in der norddeutschen Kleinstadt Aschberg unterstützt. Bemerkenswert war seine Darstellung des Bischof Lorenz und Bruder des Opfers in dem durch geschliffenen Dialoge bestechenden kammerspielartigen Psycho-Duell "Das letzte Wort"2) (2013) mit Shenja Lacher1) als Gegenspieler. "Es ist ein Schauspielerfilm: hier der erfahrene Thomas Thieme, dort der aufstrebende Theaterschauspieler Shenja Lacher. Hörenswert (…) "Das letzte Wort" ist ein atmosphärisch dichtes Kammerspiel, ein raffiniertes Katz- und Mausspiel, ein Thriller der Worte, ein spannender Diskurs über Schuld, Sühne, Verantwortung und Vergebung, der den Betrachter 90 Minuten fordert und sicherlich in Kirchenkreisen und damit auch in dem einen oder anderen Rundfunkrat für Aufregung oder Empörung sorgen dürfte." meint Volker Bergmeister bei tittelbach.tv. Einen ganz anderen Typus stellte er in dem sehenswerten Götz George-Krimi "Besondere Schwere der Schuld"1) (EA: 01. 1.2014) dar und war als spießiger pensionierter Polizist Heinz Braun, der zusammen mit seinen zwei Kollegen Klaus Barner (Manfred Zapatka und Fritz Reet (Hans-Martin Stier) einst den (angeblichen) Frauen- und Kindermörder Joseph Komalschek hinter Gitter gebracht hatte, zu sehen. Nach dem sechsteiligen Politdrama "Die Stadt und die Macht"1) (2016) und dem Part des Politikers Karl-Heinz Kröhmer, mächtiger, skandalumwitterter Fraktionsführer der Konservativen und Vater der engagierten Anwältin Susanne (Anna Loos), kam er in der ebenfalls sechsteiligen Serie "Tempel"3) (2016) als Kiez-Größe und Boxclub-Betreiber Jakob daher. Jüngst erlebte man Thieme in "Clüver und der König von Sylt"2) (EA: 20.09.2017) aus der Reihe "Nord Nord Mord"3) als einflussreich-skrupellosen Bürgervorsteher und Kunstliebhaber Wilfried König, der in das Visier des Kommissars Theo Clüver (Robert Atzorn) gerät. "Als Kontrast dient Thomas Thieme, dessen Gesicht Jauch und Anton immer wieder in bildschirmfüllender Nahaufnahme zeigen, als wollten sie die Bedrohlichkeit dieses Mannes eigens betonen; auch wenn das bei einem Typ wie Thieme eigentlich nicht nötig ist. Sehr schön sind auch die Dialoge, die alltagsnah klingen, aber dennoch mit Sorgfalt formuliert worden sind." (Tilmann P. Gangloff1) bei tittelbach.tv)
Dass Thieme aber auch Komödie "kann", bewies er beispielsweise als Alfred, treuer Diener des Hochstaplers Alexander Stahlberg (Götz George), in "Liebe.Macht.Blind"4) (2001) oder als pragmatischer Dorfbürgermeister und "Alleinherrscher" von Krummenwalde Gerd Jänicke in "Liebling bring die Hühner ins Bett"2) (2002) bzw. in der Fortsetzung "Liebling, weck die Hühner auf1) (2009). Einen eher kleinen Part hatte der Schauspieler in der Wende-Groteske "Willkommen bei den Honeckers"2) (EA: 03.10.2017) und präsentierte sich als "Genosse" Fritz Krozowski, Arzt des Ex-Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker1).
Angekündigt ist die deutschsprachige, international finanzierte, im Berlin der Goldenen 1920er Jahre spielenden Serie "Babylon Berlin"1), in der Thieme die Rolle des Berliner Polizeipräsidenten Karl Zörgiebel1) (1878 – 1961) übernommen hat. Die von Tom Tykwer1), Achim von Borries1) und Hendrik Handloegten1) nach eigenen Drehbüchern in Szene gesetzten Geschichten basieren auf der Krimireihe um den von Volker Bruch1) gespielten Kölner Kommissar Gereon Rath1) von Volker Kutscher1), die im Berlin der Weimarer Republik und in den ersten Jahren des "Dritten Reichs" angesiedelt ist; "Babylon Berlin" wird ab 13. Oktober 2017 wöchentlich beim Bezahlsender Sky 1 ausgestrahlt, ab 2018 in der ARD. Im Rahmen des "25. Hamburger Filmfestes" (05.–14.10.2017) wurde erstmals der von Volker Schlödorff1) nach eigenem Drehbuch in Szene gesetzte ZDF-Krimi "Der namenlose Tag" vorgestellt, gedreht nach dem Bestseller von Friedrich Ani1); Thieme spielt hier den frisch pensionierten Kriminalhauptkommissar Jakob Franck, der mit einem alten Fall konfrontiert wird; ein Sendetermin ist noch offen; Infos bei www.presseportal.zdf.de.     → mehr Filmografie zu Thomas Thieme siehe hier.
Thomas Thieme als Kaiser Wilhelm II. in dem Hörspiel "Die Nordlandfahrer" von Philip Stegers (EA: 29.07.2014); Foto freundlicherweise zur Verfügung gestellt vom WDR (Presse und Information, Redaktion Bild) Copyright WDR/Sibylle Anneck Neben seiner unfangreichen Arbeit für Theater und Film findet Thomas Thieme stets Zeit, sich als Sprecher mit seiner markant-sonoren Stimme an Lesungen des "MDR Figaro" (→  Auswahl bei Wikipedia) sowie zahlreichen Hörspiel-Produktionen zu beteiligen. 2012 beispielsweise wirkte er mit diversen Parts bzw. als Erzähler in "Ulysses"1) nach dem Roman von James Joyce1) mit, einem mit einer Laufzeit von über 22 Stunden bis dahin längsten Hörspiel des Südwestrundfunks und eine der aufwändigsten Hörspielproduktionen der ARD. Eine Auswahl der in der ARD-Hörspieldatenbank aufgeführten Stücke mit Thomas Thieme findet man hier am Ende des Artikels.
  
Thomas Thieme als Kaiser Wilhelm II.1) in dem Hörspiel
"Die Nordlandfahrer"5) von Philip Stegers (EA: 29.07.2014)
Foto freundlicherweise zur Verfügung gestellt vom WDR
(Presse und Information, Redaktion Bild) © WDR/Sibylle Anneck
Von 2009 bis 2011 porträtierte der Maler Harald Reiner Gratz1) den leidenschaftlichen Vollblutmimen, der seit 2001 wieder in seiner Heimatstadt Weimar lebt, über 70  Mal im Rahmen einer Langzeitbeobachtung. Eine Auswahl dieser Porträts zeigte die "Klassik Stiftung Weimar"1) in einer Ausstellung unter dem Titel "Spieler" im "Neuen Museum Weimar"1) im Frühjahr 2012 → Flyer bei www.klassik-stiftung.de.
Von dem Journalisten und Schriftsteller Frank Quilitzsch1) stammt das im Oktober 2008 veröffentlichte Buch "Thomas Thieme – Ich Faust: Gespräche mit Frank Quilitzsch über Theater, Gott und die Welt". Seit dem Beginn der Proben bis zur Premiere am 17. März 2001 von Goethes "Faust I"1) am "Deutschen Nationaltheater Weimar" sowie danach befragte ihn der Autor zu seiner Rolle und seinem Leben. Die Inszenierung des "Faust I" (Regie: Julia von Sell / Karsten Wiegand) mit Thieme als Faust und Marek Harloff1) als Mephisto erhielt übrigens positive Kritiken, gewann den "Bayerischen Theaterpreis"1) und stand fünf Jahre lang auf dem Spielplan. "Thomas Thieme spielt den Faust. Ein Gelehrter mit kraftstrotzender Sinnlichkeit. Und ein Liebhaber, der ganz zärtlich sein kann. Wie sich Thiemes Faust in der Hexenküche, von der schweren Joppe, von Schlips und Brille befreit, zurechtrappelt, wie ihm Lebensfreude in Glieder, Gelenke und Muskeln fährt, ist hinreißend. Und immer hat der Schauspieler diese schwebende, abenteuerliche Balance zwischen körperlich-geistiger Schwere und neugieriger, leise ironischer Leichtigkeit. Ein Mann in der ganzen Fülle seiner Leidenschaften steht auf der Bühne, dröhnend und laut, und doch immer auch ein Nachdenklicher, Wägender, der sich in ganz leises, tiefdunkles Staunen verlieren kann." schrieb der Theaterkritiker Christoph Funke († 2016) im "Tagesspiegel" (26.03.2001) → www.tagesspiegel.de.
An verschiedene Auszeichnungen läst sich die schauspielerische Kunst von Thomas Thieme ablesen. Bereits 1965 hatte der jugendliche Charakterkopf die "Medaille für hervorragendes Volkskunstschaffen in Gold" erhalten. Der "Schauspieler des Jahres 2000" wurde unter anderem 2013 mit dem "Hessischen Fernsehpreis"1) als "Bester Schauspieler" für seine herausragende Darstellung in "Das letzte Wort" geehrt, am 1. Februar 2014 erhielt er in Berlin im Rahmen der festlichen Gala die "Goldene Kamera"1), ebenfalls als "Bester Schauspieler" in der Kategorie "Schauspieler national" → Wikipedia. Die Jury begründete den Medienpreis für den Theatermann aus Thüringen, der sich gegen seine nicht minder herausragenden Kollegen Edgar Selge und Jörg Hartmann1) durchsetzen konnte, unter anderem folgendermaßen: "Ob als polternder Patriarch in "Der Tote im Watt"2), als verdächtiger Vater in "Gestern waren wir Fremde"1) oder als Finanzmagnat in "Das Adlon" – Thomas Thiemes Vielschichtigkeit ist bestechend."

Foto mit freundlicher Genemigung von Nikolai Eberth
© Nikolai Eberth; Quelle: Agentur Hoestermann

Thomas Thieme; Foto mit freundlicher Genemigung von Nikolai Eberth; Copyright Nikolai Eberth; Quelle: Agentur Hoestermann
Tilmann P. Gangloff charakterisierte ihn 2013 in dem Artikel der "Stuttgarter Zeitung" anlässlich der Ausstrahlung des Krimis "Mörderische Jagd"1): "Der Schauspieler Thomas Thieme zum Beispiel ist offenbar eine Art Oliver Kahn der Bühnenwelt. Kollegen nennen ihn respektvoll "Theatertitan" oder "Theatertier", in Porträts und Kritiken wird der 64-Jährige als "sensibler Koloss" bezeichnet und mit einem "atmenden Felsen" verglichen." → www.stuttgarter-zeitung.de.
  
Thomas Thieme, nicht nur äußerlich ein "Schwergewicht" in der Theater- und Filmlandschaft, ist Vater des 1977 in Magdeburg geborenen Musikers Arthur Thieme  → www.schaubuehne.de.
Quellen: Wikipedia, www.prisma.de, filmportal.de sowie
Henschel Theaterlexikon*)
Kontakt: Agentur Hoestermann
*) Henschel Theaterlexikon (Hrsg. C. Bernd Sucher; Henschel Verlag, 2010, S. 864/865)
Fremde Links: 1) Wikipedia, 2) tittelbach.tv, 3) fernsehserien.de, 4) prisma.de, 5)  ARD-Hörspieldatenbank

Stand September 2017

   
Theater-Wirken (Auszug)
Quelle (unter anderem): Henschel Theaterlexikon*), www.schaubuehne.de, Agentur Hoestermann

(Fremde Links: Wikipedia; R = Regie, UA = Uraufführung)
Filme
Kinofilme / Fernsehen
Filmografie bei der Internet Movie Database, filmportal.de
(Link: Wikipedia, filmportal.de, fernsehenderddr.de, prisma.de, 
tittelbach-tv, fernsehserien.de, Die Krimihomepage)
Kinofilme Fernsehen (Auszug)
Hörspielproduktionen (Auszug)
1980er / 1990er / 2000er / ab 2010
(Link: ARD-Hörspieldatenbank (mit Datum der Erstausstrahlung), Wikipedia (deutsch/englisch)) 
Um zur Seite der Publikumslieblinge zurückzukehren, bitte dieses Fenster schließen.
Home: www.steffi-line.de