Hans Thimig wurde am 23. Juli 1900 als jüngster Sohn des legendären Hofschauspielers und Hofrats Hugo Thimig1) (1854 – 1944), der zwischen 1912 und 1918 Direktor des Wiener "Burgtheaters" war, in Wien geboren; berühmt wurde besonders seine Schwester Helene Thimig1) (1889 – 1974), die Witwe des bekannten, 1943 verstorbenen Regisseurs und Theaterleiters Max Reinhardt2), aber auch sein Bruder Hermann Thimig1) (1890 – 1982) war ein brillanter Charakterdarsteller.
Nach dem Besuch eines humanistischen Gymnasiums, welches Thimig mit der Matura, dem österreichischen Abitur, abschloss, hatte er zunächst Pläne, Opernsänger zu werden. Doch dann entschied er sich anders und begann, ohne eine entsprechende Ausbildung, eine Laufbahn als Schauspieler. Sein Bühnendebüt gab er am "Burgtheater" als Fischerknabe Jenni in Schillers "Wilhelm Tell", kleinere Rollen schlossen sich an. Nach dem Besuch eines humanistischen Gymnasiums, welches Thimig mit der Matura, dem österreichischen Abitur, abschloss, hatte er zunächst Pläne, Opernsänger zu werden. Doch dann entschied er sich anders und begann, ohne eine entsprechende Ausbildung, eine Laufbahn als Schauspieler. Sein Bühnendebüt gab er am Burgtheater als "Jenni" in "Wilhelm Tell", kleinere Rollen schlossen sich an. 1924 wechselte er an das "Theater in der Josefstadt", wo im März 1926 in einer denkwürdigen Aufführung von Johann Nestroys Zauberposse mit Gesang "Alles und Nichts oder Der Traum von Schale und Kern" (in einer Bearbeitung von Hans Sassmann2) und Egon Friedell2)) alle vier Thimigs zusammen auf der Bühne standen, sowie an das "Volkstheater".
 

Hans Thimig 1919
Foto mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Nationalbibliothek2) (ÖNB)
Urheber: Atelier D'Ora-Benda (Madame d'Ora2) (1881–1963) / Arthur Benda2) (1885–1969)
© ÖNB/Wien, Bildarchiv (Inventarnummer 204147-D); Datierung: 20.01.1919
Quelle: www,cyranos.ch

Hans Thimig: Foto mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Nationalbibliothek (ÖNB); Urheber: Atelier D'Ora-Benda (Madame d'Ora (1881–1963) / Arthur Benda (1885–1969); Copyright ÖNB/Wien, Bildarchiv (Inventarnummer 204147-D); Datierung: 20.01.1919; Quelle: www,cyranos.ch
Bis 1949 blieben diese Bühnen seine künstlerische Heimat, dann kehrte Thimig an das "Burgtheater" zurück, dem er bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1966 als Ensemblemitglied, in den folgenden Jahren mit Gastrollen verbunden blieb; seit 1980 war er "Ehrenmitglied" des "Burgtheaters". Nach seiner Pensionierung setzte sich Thimig keineswegs zur Ruhe, sondern arbeitete als Regisseur für verschiedenste Bühnen und Filmproduktionen, trat im Fernsehen, vor allem aber im Rundfunk auf. Äußerst beliebt war seine Seniorensendung "Besuch am Montag", die er rund 900 Mal moderierte und erst im Jahre 1988 aus Altersgründen verließ. Darüber hinaus war Thimig seit Ende der 1950er Jahre als Pädagoge am "Reinhardt-Seminar" tätig, dessen Leitung er auch zeitweise inne hatte. Als Theaterschauspieler brillierte er in rund 500 Bühnenrollen, die sich an dieser Stelle nicht alle aufzählen lassen.
  
Zum Film war der Schauspieler Anfang der 1920er Jahre gekommen, spielte unter anderem in Stummfilmen wie "Kleider machen Leute" (1922), "Die Sklavenkönigin"2) (1924) oder "Der Fluch" (1925). Mit Beginn des Tonfilm übernahm er kleinere Rollen in Streifen wie "Arm wie eine Kirchenmaus" (1931), "Lumpenkavaliere" (1932), "Der Postillon von Lonjumeau" (1936), "Millionäre" (1937) oder "Geld fällt vom Himmel" (1938). In den 1940er Jahren stand er lediglich für "Zwei glückliche Menschen" (1943) vor der Kamera, erst in den 1950ern nahm seine Tätigkeit für den Film wieder zu. Man erlebte ihn unter anderem als Vater Schubert in dem Biopic "Franz Schubert – Ein Leben in zwei Sätzen"2) (1953), in "Mädchenjahre einer Königin"2) (1954), "Einen Jux will er sich machen" (1957), "
Der Priester und das Mädchen"2) (1958), "Sebastian Kneipp – Ein großes Leben"2) (1958), "Meine Tochter Patricia" (1959), " Der brave Soldat Schwejk"2) (1960) oder "Mann im Schatten"2) (1961). Auch im Fernsehen wirkte er in verschieden Stücken mit, so als Kaiser Karl VI. in "Die Kaiserin" (1962). Als Regisseur zeichnete Thimig unter anderem für die Kinofilme "Brüderlein fein" (1942), "Wie ein Dieb in der Nacht" (1945), "Gottes Engel sind überall" (1948) und "Frühlingsstimmen" (1951) verantwortlich.

Hans Thimig, dem 1963 der Titel eines "Kammerschauspielers", 1978 der Professorentitel und 1981 der "Ehrenring der Stadt Wien"2) verliehen worden war, starb am 17. Februar 1991 wenige Monate vor seinem 91. Geburtstag in Wien. Er überließ seinen Körper dem Anatomischen Institut der Universität Wien zu wissenschaftlichen Zwecken. Den Toten, die ihren Körper in dieser Form gewidmet haben, sind Gedenkstätten im Wiener Zentralfriedhof gewidmet (hier: Neue Anatomiegräber, Gruppe 26).3) "Jahrzehntelang war Hans Thimig als Komiker und Komödienregisseur (in den vierziger Jahren auch in einer Reihe von Filmen) ein unentbehrlicher Liebling des Wiener Publikums" schrieb DER Spiegel (9/1991) in einem kurzen Nachruf. 
Thimig war in erster Ehe seit 1929 mit der Schauspielerin Christl Mardayn1) (1896 – 1971) verheiratet; 1945 heiratete er Helene Rauch. Aus der Verbindung stammen die Töchter Heidemarie und Henriette (geb. 1947; → Agentur Monica Holzheim), die ebenfalls Schauspielerinnen geworden sind.
Thimigs Erinnerungen erschienen 1983 unter dem Titel "Neugierig wie ich bin".

Siehe auch Wikipedia, www.cyranos.ch
Fotos bei www.virtual-history.com
Link: 1) Kurzportrait innerhalb dieser HP, 2) Wikipedia
3) Quelle: Wikipedia (abgerufen 09.02.2015)
 
Kinofilme
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Link:  Wikipedia, filmportal.de, Murnau Stiftung)
Stummfilme Auszug)
  • 1921: Kleider machen Leute ( → film.at)
  • 1922: Der Taugenichts
  • 1922: Der Ausflug in die Seligkeit
  • 1922: Märchen aus Alt-Wien
  • 1924: Die Sklavenkönigin (Tonfilmfassung 1932)
  • 1924: Der Fluch ( → Wikipedia, englisch)
  • 1925: Liebesgeschichten
  • 1927: Die Kirschen in Nachbars Garten  / Die Strecke
  • 1928: Eine Frau von Format
  • 1928: Dorine und der Zufall
  • 1929: Die weiße Nacht
  • 1930: Was kostet die Liebe?

Tonfilme

Als Regisseur
  • 1941: So gefällst Du mir
  • 1942: Brüderlein Fein (auch Drehbuch)
  • 1943: Die kluge Marianne
  • 1944: Die Goldene Fessel
  • 1945: Wie ein Dieb in der Nacht
  • 1947: Umwege zu Dir (auch Drehbuch; ( → film.at)
  • 1948: Gottes Engel sind überall ( → film.at)
  • 1949: Wie ein Dieb in der Nacht
  • 1950: Maresi
  • 1951: Frühlingsstimmen (Regie)
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