Helene Thimig als Käthchen in Heinrich von Kleists "Das Käthchen von Heilbronn" ca. 1911 im Theater Meinigen; aufgenommen im Fotoatelier Otto Weber; Bildrechte/-herkunft: Meininger Museen: Theatermuseum "Zauberwelt der Kulisse" Helene Thimig (Helene Ottilie Thimig) wurde am 5. Juni 1889 als Tochter des legendären Hofschauspielers und Hofrats Hugo Thimig1) (1854 – 1944), der zwischen 1912 und 1918 Direktor des Wiener Burgtheaters war, in Wien geboren; als brillante Charakterdarsteller berühmt wurden auch die Brüder Hermann Thimig1) (1890 – 1982) und Hans Thimig1) (1900 – 1991).
Nach dem Besuch einer Mädchenschule in Wien erlernte sie ihr schauspielerisches Handwerk bei ihrem Vater sowie bei der Burgschauspielerin Hedwig Bleibtreu1) (1868 – 1958), die jedoch anfangs von dem Talent der jungen Helene wenig überzeugt war. Helene Thimig ließ sich nicht beirren und avancierte im Laufe ihrer Karriere zu einer der bedeutendsten Darstellerinnen des deutschsprachigen Theaters.
Erste Bühnenerfahrungen sammelte sie in Wien, ab 1908 schloss sich ein drei-jähriges Engagement in Meiningen an; 1914 holte sie Max Reinhardt2), der später ihr Mann werden sollte, nach Berlin an das "Königliche Schauspielhaus", wo sie bis 1917 wirkte; anschließend war Helene Thimig bis 1933 Ensemblemitglied des "Deutschen Theaters", danach spielte vier Jahre lang an dem ebenfalls von Reinhardt geleiteten Wiener "Theater in der Josefstadt".
 
 
Foto: Helene Thimig als Käthchen in Heinrich von Kleists "Das Käthchen von Heilbronn"
ca. 1911 im Theater Meiningen;
aufgenommen im Fotoatelier Otto Weber
Mit freundlicher Genehmigung (Bildrechte/-herkunft): Meininger Museen: Theatermuseum "Zauberwelt der Kulisse"
Originalfoto sowie weitere Infos bei "Museum digital Thüringen" (www.museum-digital.de)
Zu ihren Glanzrollen zählten unter anderem das "Gretchen" in Goethes "Urfaust", die "Ophelia" in Shakespeares "Hamlet", die "Luise Millerin" in "Kabale und Liebe", die Titelfigur in "Die Jungfrau von Orleans" (beides Schiller), die "Maria" in Goethes "Clavigo", der "Glaube" in Hugo von Hoffmansthals Mysterienspiel "Jedermann", die "Dorothea Angermann" in Gerhart Hauptmanns gleichnamigen Drama oder das "Klärchen" in Goethes "Egmont" – um nur einiges zu nennen. Ihr Repertoire war außergewöhnlich vielseitig, ihre Darstellungsweise verband Wiener Tradition mit modernen Darstellungsmitteln Reinhardtscher Prägung.
 
Foto: Helene Thimig als  Puck in Shakespeares
"Ein Sommernachtstraum" 1910 im Theater Meiningen;
aufgenommen im Fotoatelier Otto Weber
Mit freundlicher Genehmigung (Bildrechte/-herkunft): Meininger Museen: Theatermuseum "Zauberwelt der Kulisse"; Originalfoto sowie weitere Infos bei "Museum digital Thüringen" (www.museum-digital.de)
Foto: Helene Thimig als  Puck in Shakespeares "Ein Sommernachtstraum" 1910 im Theater Meinigen; aufgenommen im Fotoatelier Otto Weber; Bildrechte/-herkunft: Meininger Museen: Theatermuseum "Zauberwelt der Kulisse"
Helene Thimig, fotografiert von Franz Xaver Setzer (1886 – 1939); Quelle: www.cyranos.ch Im Jahre 1935 hatte sie Max Reinhardt geheiratet, mit dem sie 1937 in die USA auswanderte; dort gründeten beide ein Institut für die Nachwuchsbildung, ganz in der Tradition des Schauspielerseminars in Schönbrunn. Helene Thimig blieb auch nach dem Tod ihres Mannes im Jahre 1943 in den Vereinigten Staaten, leitete unter anderem in Hollywood eine Schauspielschule und stand auch schon mal vor der Kamera, wie in "The Hitler-Gang"2) (1944, Die Hitler-Bande), wo sie die Angela Raubal und Schwester Hitlers spielte. Zu ihren ihren insgesamt 18 Filmen während ihres Amerika-Aufenthaltes zählen unter anderem "The Seventh Cross"2) (1944, Das siebte Kreuz), "Hotel Berlin" (1945), "Cloak and Dagger"2) (1946, Im Geheimdienst) oder "Escape Me Never" (1947).
Im August 1946 kehrte Helene Thimig nach Europa zurück, führte in Salzburg bei den wiederbelebten Festspielen in der "Jedermann"-Aufführung Regie, wobei sie ihre alte Rolle, der "Glaube", wieder übernahm.
Seit ihrer Rückkehr gehörte sie zum Ensemble des Burgtheaters (1950: Verleihung des Ehrentitels "Kammerschauspielerin"), später ab 1954 auch zum Ensemble des "Theaters in der Josefstadt", von 1948 bis 1959 leitete sie in Wien das "Reinhardt-Seminars" und war Professorin für Schauspiel und Regie an der "Akademie für Musik und Darstellende Kunst".
 
 
Helene Thimig, fotografiert von Franz Xaver Setzer2) (1886 – 1939)
Quelle: www.cyranos.ch; Angaben zur Lizenz siehe hier
Als Schauspielerin brillierte sie während dieser Zeit beispielsweise als "Christine" in O'Neills "Trauer muss Elektra tragen", als " Margarete" in Goethes "Egmont" oder als "Amanda" in Tennessee Williams "Glasmenagerie". Gelegentlich stand sie auch für Kinoproduktionen vor der Kamera, wie für "Der Engel mit der Posaune"2) (1948), "Das Mädchen vom Pfarrhof"2) (1955), "Waldwinter" (1956) oder "Die Magd von Heiligenblut"2) (1956).
Anlässlich ihres 80. Geburtstages wurden ihre schauspielerischen Leistungen ausführlich in der Presse gewürdigt; bereits 1955 war ihr der "Max-Reinhardt-Ehrenring" verliehen worden, 1962 hatte man ihr die "Josef-Kainz-Medaille"2) überreicht, ein Jahr später den "Salzburger Festspielpreis"; 1969 erhielt sie den Ehrenring der Stadt Wien2).
  
Die Charakterdarstellerin und Regisseurin Professor Helene Thimig starb am 7. November 1974 im Alter von 85 Jahren an den Folgen einer Lungenembolie in einem Wiener Krankenhaus. Ihre ehrenhalber gewidmete Grabstelle befindet sich in Wien im Urnenhain der Feuerhalle Simmering (Abteilung ALI, Grab Nr. 152).
In erster Ehe war sie seit 1916 mit dem Schauspieler, Regisseur, Schauspiellehrer und Schriftsteller Paul Kalbeck2) (1884 – 1949) verheiratet gewesen, nach nur kurzer Zeit wurde die Verbindung 1918 wieder geschieden. Die enge private Freundschaft zu Max Reinhardt2) (1886 – 1944) wurde 1935 durch die Hochzeit in Wien gefestigt, nach dessen Tod ehelichte Helene Thimig den österreichischen Theater- und Filmschauspieler Anton Edthofer3) (1883 – 1971).

 
Link: 1) Kurzportrait innerhalb dieser HP, 2) Wikipedia, 3) Kurzportrait innerhalb dieser HP
Lizenz Foto Helene Thimig (Urheber: Franz Xaver Setzer): Der Urheber dieses Werks ist 1939 gestorben; es ist daher gemeinfrei, weil seine urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist. Dies gilt für das Herkunftsland des Werks und alle weiteren Staaten mit einer gesetzlichen Schutzfrist von 70 oder weniger Jahren nach dem Tod des Urhebers.
Siehe auch Wikipedia, www.cyranos.ch, agso.uni-graz.at
Fotos bei film.virtual-history.com
  
Kinofilme
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Link: Murnau Stiftung, Wikipedia)
  • 1932: Mensch ohne Namen
  • 1942: Die Gaylords (The Gay Sisters)
  • 1943: The Moon is Down
  • 1943: Aufstand in Trollness (Edge of Darkness)
  • 1944: The Hitler Gang
  • 1944: Strangers in the Night
  • 1944: None But the Lonely Heart
  • 1944: Das siebte Kreuz (The Seventh Cross)
  • 1944: The Master Race
  • 1945: Roughely Speaking
  • 1945: Hotel Berlin
  • 1945: Isle of the Dead
  • 1945: Die Liebe unseres Lebens (This Love Is Ours)
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