Friedrich von Thun wurde am 30. Juni 1942 im mährischen Kwassitz als viertes Kind in ein altes Südtiroler Adelsgeschlecht, welches seit dem 16. Jahrhundert in Böhmen und Mähren lebte, hinein geboren: sein Vater  war der Gutsbesitzer Ernst Graf von Thun und Hohenstein, seine Mutter Marie Therese eine Freiin von Wiedersperg. 1949 zog die Familie nach Österreich und der junge Friedrich besuchte in Seckau in der Steiermark das humanistische Gymnasium. Schon als Schüler interessierte er sich für alles, was mit dem Theater zusammenhing und so war es nicht weiter verwunderlich, dass er nach dem Abitur in München Germanistik und Theaterwissenschaften studierte und auch nebenher Schauspielunterricht nahm. Seine ersten Erfahrungen auf "den Brettern, die die Welt bedeuten" machte von Thun mit einem Studentenkabarett, später arbeitete er beim "Bayerischen Rundfunk" als Regieassistent.
Zwischen 1963 und 1967 war er an den "Münchner Kammerspielen" engagiert und avancierte schnell zu einem gefragten Charakterdarsteller.
Zum Film kam der Schauspieler 1964 und war erstmals als Förster in Helmut Käutners " Lausbubengeschichten"1) nach der Erzählung von Ludwig Thoma auf der Leinwand zu sehen. Auch in den Folgefilmen "Tante Frieda – Neue Lausbubengeschichten"1)
 (1965), "Onkel Filser – Allerneueste Lausbubengeschichten"1) (1966) und "Wenn Ludwig ins Manöver zieht"1) (1967) übernahm er kleinere Rollen.
 

Das Foto wurde mir freundlicherweise von der
Fotografin  Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.

Friedrich von Thun 01
Ab den 1970er Jahren arbeitete von Thun vermehrt für das Fernsehen, man sah ihn beispielsweise 1973 als Karli Guthmann in der beliebten Serie "Der Bastian"2), ein Jahr später war er der Baron von Dalheim in der Courts-Mahler-Verfilmung "Griseldis" und in dem Mehrteiler "Des Christoffel von Grimmelshausen abenteuerlicher Simplicissimus"2) mimte er 1975 den Junker Hinz. 1984 beispielsweise sah man ihn mit der Hauptrolle des österreichischen Sektionschefs Leonidas Tachezy in Axel Cortis "Eine Blassblaue Frauenschrift"1) nach einer Erzählung von Franz Werfel und von Thun erhielt für seine Leistung den "Großen Preis" auf dem Fernsehfestival in Monte Carlo. Ungeheure Popularität erlangte der Schauspieler dann ab 1988 mit seiner Rolle des Gutsverwalter Baron Hannes von Meerungen in der intrigenreichen Erfolgsserie um das Bier-Imperium der adeligen Privatbrauerei Guldenburg, "Das Erbe der Guldenburgs"1). In der Serie "Die Schnelle Gerdi"1), den Geschichten um eine schlicht-dreiste Taxifahrerin alias Senta Berger, trat er als Gerdis geschiedener Mann Rudi auf, im Laufe der Jahrzehnte sollten noch viele erfolgreiche Filme mit Senta Berger als Partnerin folgen.
Friedrich von Thun 02 In den 1990ern sah man den Schauspieler mit dem Gentleman-Image neben Auftritten in Krimis wie "Tatort", "Derrick", "Der Bulle von Tölz" oder "Anwalt Abel" unter anderem 1990 als Doktor Hans Bergmann in Xaver Schwarzenbergers TV-Krimi "Ein Anderer Liebhaber" nach dem Roman "La prison" von Georges Simenon auf dem Bildschirm, er war 1993 der Konrad Maienstedt in dem Paretti-Mehrteiler "Der Rote Vogel" und ab 1994 begeisterte er die Zuschauer als Dr. Schwarz in der achtteiligen Arzt-Serie "Dr. Schwarz und Dr. Martin", in der Senta Berger den weiblichen Gegenpol zu "Dr. Schwarz" darstellte; ebenfalls mit Senta Berger als verwitwete Franziska Ackermann, die sich als alleinerziehende Mutter mehr schlecht als recht mit ihren zwei Söhnen David und Bobby, der unter dem Down-Syndrom leidet, durchschlägt, agierte von Thun 1999 als Psychologe Professor Maximilian Weiss in dem viel beachteten Vierteiler "Liebe und weitere Katastrophen"3).
1996 stand er für die Pilcher-Verfilmung "Mrs. Cameron" vor der Kamera, doch mit der Rolle des Professor Capellari in dem Dauerbrenner "Die Verbrechen des Professor Capellari"1) konnte von Thun ab 1998 seinen Beliebtheitsgrad dann noch "toppen". Auf eigenwillige und gewitzte Weise löst er seither erfolgreich so manchen kniffligen Fall – sehr zum Ärger der mit den Fällen befassten Polizei, die von Capellaris Alleingängen wenig begeistert ist.
 
 
 
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In jüngerer Zeit sah man den beliebten Schauspieler, der 1999 für seine schauspielerischen Leistungen einen "Bambi" erhielt, als Raimund Rosner in "Fast ein Gentleman" (2000), einem Episodenfilm, in dem von Thun zu seiner Hochform auflaufen konnte und die unterschiedlichsten Charaktere verkörperte. Er war 2001 neben Peter Weck der Heinz Wucher in der ORF-Komödie "Herzensfeinde" sowie ein Jahr später der Prof. Julius Stern in der Komödie "Unser Papa – das Genie", mit Simone Thomalla und Ruth Maria Kubitschek. 2003 spielte er neben Hannelore Elsner den Carl in "Eine Liebe in Afrika" und war der General Erich von Ludendorff in dem aufsehenerregenden und umstrittenen amerikanischen TV-Film "Hitler: The Rise of Evil"1), in dem Robert Carlyle als Hitler und Peter O’Tooles als Paul von Hindenburg zu sehen sind. Eine schöne Rolle in gewohnter "von Thun-Manier" war Anfang Mai 2005 dann die Rolle des Archäologen Ludwig Gehlen in der turbulenten Beziehungskomödie "Sommer mit Hausfreund"3), dem seine Ausgrabungen und Forschungen seit Jahren wichtiger sind als seine Ehefrau Elisa alias Thekla Carola Wied. Als er wegen eines beruflichen Angebots den Sommerurlaub anlässlich der bevorstehenden Silberhochzeit platzen lässt, spielt seine Ehefrau nicht mehr mit, denkt über den Sinn der Beziehung nach und stürzt sich in eine Liebesaffäre mit seinem Kollegen; daraufhin tröstet sich Ludwig mit der attraktiven Lydia (Andrea L'Arronge)…
Wenige Monate später schlüpfte von Thun in Jan Ruzickas heiter-romantischer Komödie "Liebe wie am ersten Tag" (2005) erneut in die Rolle eines vielbeschäftigten Ehemannes, der seine Frau Theresa (Saskia Vester) bzw. deren unermüdlichen Einsatz für die Familie nur noch am Rande wahrnimmt. Als diese spontan dem grauen Alltag entflieht, sich an ihrem Urlaubsort auf Usedom (fast) in den charmanten Bootsbauer Sebastian Schneider (Peter Sattmann) verliebt und auch sonst ziemlich viel ungewohnte Aufmerksam erfährt, setzt Gatte Richard Jessen alles daran, das Herz seiner Frau erneut zu erobern, was ihm letztlich auch überzeugend gelingt.
  
Eine eher nachdenkliche Rolle verkörperte der Schauspieler Ende Januar 2006 als Vater von Jan Josef Liefers in dem ZDF-Fernsehfilm "Die Entscheidung", einem Ethik-Psychodrama von Nikolaus Leytner, welches die Machenschaften des weltweiten Organhandels anprangert. Hier überzeugte von Thun als Großvater des todkranken Jonas, der seinem Enkel mittels Geld und Beziehungen zu einem Spenderherz verhelfen will, wohl wissend, dass dafür ein anderes Kind getötet werden soll. Wenig später tauchte er als zerstreuter Universitätsprofessor Charles Bernbeck auf dem Bildschirm auf, der in dem von Urs Egger nach dem Bestseller von Felix Mettler ("Der Keiler") inszenierten Fernsehfilm "Tod eines Keilers"3) in einen ungewöhnlichen Mordfall verwickelt wird (siehe auch Filmbeschreibung bei www.dieterwunderlich.de).
Nach der Paraderolle des Zuckerbäckers Alberto Puccini und Partner von Gila von Weitershausen in Xaver Schwarzenbergers vergnüglichen Geschichte "Mein süßes Geheimnis"3) (2006) sowie einer Vaterrolle in Michael Kreihsls Komödie "Heute heiratet mein Mann"3) (2006), gab von Thun in dem Zweiteiler "Helen, Fred und Ted"3) zur Abwechslung dann mal einen renommierten Psychotherapeuten, der eigentlich mit seiner Lebensgefährtin den Ruhestand genießen will. Prof. Dr. Frederick Czerny, genannt Fred, hat als Nachfolger für seine Praxis Theodor Fröhlich, genannt Ted (Christian Berkel) gefunden, als Dritte im Bunde taucht Dr. Helen Cordes (Andrea Sawatzki) auf, die zu Anfang noch als Ärztin in einer psychiatrischen Klinik arbeitet. Inszeniert von Sherry Hormann erzählt der Zweiteiler augenzwinkernd und mit ungewöhnlicher Kameraführung vom ganz normalen Wahnsinn des Alltags, dem Allzumenschlichen, von Patienten und ihren Neurosen, von Ärzten, ihren versteckten Träumen und ihren Ängsten, wobei von Thun alias "Fred" eher der ruhende Pol in dem manchmal chaotischen Trio ist, welches noch durch Sprechstundenhilfe Traudel Nietsche (Gisela Schneeberger) ergänzt wird. Für seine herausragende darstellerische Leistung erhielt der Schauspieler am 25. Mai 2007 aus der Hand des bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber im Münchener Prinzregententheater den Bayerischen Fernsehpreis "Der Blaue Panther".
 
Eher kurz war von Thuns Auftritt in dem unterhaltsamem Krimi "Das Mörderspiel" (Erstausstrahlung 4.1.2007) aus der Reihe "Agathe kann's nicht lassen" mit der eigenwilligen und gewieften Hobbydetektivin Agathe Heiland alias Ruth Drexel. Hier mimte er den an den Rollstuhl gefesselten Gutsherrn Hohenfels, der (scheinbar) einem Mord zum Opfer fällt. Glänzend war Mitte April 2007 seine schwierige Rolle des Arztes Dr. Hinrich Fehse an der Seite von Anneke Kim Sarnau als engagierter Filmtochter und Ärztin Jenny sowie Eleonore Weisgerber als stiller, undurchsichtiger Arzthelferin Frau Spengler in Martin Eiglers eindringlichem Fernsehspiel
"Der falsche Tod"3), welches sich sensibel mit dem heiklen Thema der aktiven Sterbehilfe befasst. Eine kleinere, dennoch prägnante Rolle hatte von Thun in Xaver Schwarzenbergers bitterbösen Komödie "Muttis Liebling"3), die Ende Juli 2007 in der ARD ausgestrahlt wurde. Hier mimte er den Ehemann der dominanten Mutter Maria (Monica Bleibtreu), die in ihrem Modelleisenbahn-spielenden erwachsenen Sohn Wolferl (Gregor Bloéb) ihren ganzen Lebensinhalt sieht, ihn bevormundet, bekocht und vor den vermeintlichen Unbilden des Lebens (inklusive Frauen) beschützten will. Ehemann Josef hat sich schon seit Jahren innerlich von dieser Ehe verabschiedet und Zuflucht bei einer Geliebten gesucht.  
Als intriganter Bauunternehmer Nick Winter versprühte von Thun seinen Charme in der der Mitte Dezember 2007 ausgestrahlten turbulenten Familienkomödie  "Eine stürmische Bescherung"3), der dritten Geschichte um das Restaurant "Vier Meerjungfrauen" mit der patenten Besitzerin Maren Torkelsen alias Hannelore Hoger, deren Mann Friedrich (Jürgen Schornagel) und Marens drei erwachsenen Töchtern, allen voran Muriel (Nina Hoger) sowie deren Schwestern May Brit (Susanne Schäfer) und Merle (Lavinia Wilson). Gerade auf dem Grundstück der Torkelsens möchte Winter ein ehrgeiziges Bauprojekt verwirklichen, hat jedoch nicht mit dem zähen Widerstand seiner Kontrahentinnen gerechnet und muss trotz aller Finesse schließlich klein bei geben. In der Folge "Näher als du denkst" aus der ZDF-Krimireihe "Der Kommissar und das Meer" mimte er wenig später den Vater des Protagonisten Kommissar Robert Anders alias Walter Sittler, Ende Oktober 2007 begannen die Dreharbeiten zu der neuen ZDF-Krimireihe mit dem Titel "Dell & Richthoven", in der von Thun selbst als Ermittler auftrat. Neben Christoph M. Ohrt als wohlhabendem Lebemann Bruno Dell gab er den jovialen, pensionierten Oberstaatsanwalt Sebastian Richthoven, in vorerst vier Folgen ŕ 45 Minuten kommt das ungleiche Duo Trickbetrügern auf die Spur und machte diese dingfest; die Reihe startete am 13. November 2008.
 
Dass der Schauspieler nicht nur in unterhaltsamen Komödien zu überzeugen weiß, bewies er Ende April 2008 in dem von Matti Geschonneck inszenierten eindringlichen TV-Drama "Zeit zu leben"3). Das kontrovers diskutierte Stück thematisiert die Sterbehilfe, von Thun spielt den an Krebs erkrankten Rolf Waldheim, der gemeinsam mit seiner unter Depressionen leidenden Frau Lena (Nicole Heesters) mittels des Sterbehelfers Doktor Laufen (Dietz-Werner Steck) in Holland aus dem Leben scheiden möchte. Der Entschluss löst bei den Kindern des Paares (u.a. glänzend Maja Maranow) Entsetzen aus, das Drama nimmt eine überraschende Wendung, als Lena das tödliche Gift wie geplant zu sich nimmt und stirbt, Rolf jedoch gerettet wird, da er kurz zuvor ein Mittel zum Erbrechen geschluckt hatte …
Zwei Wochen später zeigte sich von Thun erneut an der Seite von Nicole Heesters, diesmal spielte er in Xaver Schwarzenbergers Beziehungsdrama "Copacabana"3) allerdings nicht die Hauptrolle sondern musste Bruno Ganz als Film-Ehemann den Vortritt lassen.
Seinen ganzen Charme konnte der sympathische Schauspieler erneut in der auf die Protagonistin Christiane Hörbiger zugeschnittenen Tragikomödie "Annas zweite Chance"3) versprühen, mit der die ARD am 2. Januar 2009 die Zuschauer vor den Fernseher lockte. Christiane Hörbiger als ehemals gefeierte, elegante Kunstmäzenin der Hamburger High Society, die nach dem kriminellen Bankrott ihres Mannes ganz von vorne anfangen muss und sich als als Besitzerin eines Gemüsestandes am Wiener Naschmarkt eine neune Existenz aufbaut sowie Friedrich von Thun als verkrachter Kammersänger, der sich recht schlitzohrig durchs Leben schlägt und Anna einige überlebenswichtige Tricks beibringt, garantierten für 90 Minuten kurzweilige Unterhaltung. Frank Rauscher (teleschau – der mediendienst) schrieb unter anderem: Was sich ein bisschen anhört wie aus einem Märchen für die Ü-60-Generation, ist die Geschichte von "Annas zweite Chance", einem zwar etwas übertriebenen, aber in seiner Grundaussage doch realitätsnahen Komödchen über die Offerten, die das Leben im Alter zu bieten hat. In den Hauptrollen überzeugen Christiane Hörbiger und Friedrich von Thun als spätes Liebespaar, das vor der romantischen Kulisse des Wiener Naschmarktes zueinanderfindet. 
Wenige Tage später präsentierte sich von Thun in dem sehenswerten, dreiteiligen Nachkriegsdrama "Die Rebellin"3), der Geschichte des außergewöhnlichen Lebensweges einer jungen, Technik-begeisterten Frau (Alexandra Neldel) im Deutschland der Fünfzigerjahre (EA: 5./7./11.01.2009; siehe auch Wikipedia). Diesmal verlieh er dem Fabrikanten und Radiopionier Wilhelm Sattler Kontur, spielte diesen gefühlsarmen und standesbewussten Familienpatriarchen, dessen Unternehmen mit der Nazi-Vergangenheit belastet ist, mit der notwendigen Arroganz.
Eine ambivalente Vaterfigur spielte Friedrich von Thun in dem packenden Zweiteiler "Entführt!"1), welcher am 2./4. März 2009 im ZDF gezeigt wurde. Er verkörpert den reichen Großindustriellen Albert Targensee, dessen Tochter Liane (Nina Kunzendorf) um das Leben ihres Mannes (Mark Waschke) und ihrer Tochter (Charleen Deetz) bangen muss, die von eiskalten Gangstern entführt wurden. Mit dem hochkarätig besetzten Thriller "Entführt" erzählt Regisseur Matti Geschonneck nicht nur ein Kidnapper-Drama, sondern auch die Geschichte einer zutiefst zerrütteten Familie. Als ermittelnder Kommissar Thomas Danner agiert Heino Ferch, weitere prägnante Rollen spielen unter anderem Andrea Sawatzki, Hanns Zischler, Matthias Brandt und Suzanne von Borsody (siehe auch www.dieterwunderlich.de).
Kraftvoll war seine Darstellung des Schraubenfabrikanten und Familienpatriarchen Karl Maillinger in dem am 25. Mai 2009 in dem ZDF-Familiendrama mit durchaus komödiantischen Zügen "Das Beste kommt erst"1). Premiere hatte Rainer Kaufmanns Regiearbeit bereits 2008 beim Filmfest München gefeiert, auch nach der TV-Ausstrahlung erntete der Film durchweg gute Kritiken. Für André Mielke von "DIE WELT" … ist Kathrin Richter, Jürgen Schlagenhof (Buch) und Rainer Kaufmann (Regie) ein sympathischer Film gelungen, der seine Charaktere mit milder Ironie behandelt und diesen feinen, lebensklugen Tonfall bis zur letzten Einstellung durchhält. Der unaufdringliche Stil wird unterstützt durch eine vorzüglich ins Bild gesetzt oberbayrische Herbstlandschaft, eine Idylle fernab jeder blau-weißen Herrlichkeit. Aus einem guten Darsteller-Ensemble sticht neben Patriarchen-Routinier Friedrich von Thun eine Sophie von Kessel heraus, die die tragische Vaterfixierung ihrer Figur auf glaubhafte Art vermittelt. Ihre Anna ist keine Karrieristin, sondern ein Bienchen. Verzweifelt summt und sammelt und wuselt sie, nur um ihrem Vater zu gefallen. Doch, ach, der alte Mailinger mag zwar glauben, dass das Beste erst noch komme. Aber der Beste ist in seinen Augen schon und noch lange da: er selbst. (siehe www.welt.de)
In Hermine Huntgeburths ergreifendem TV-Drama "Das Glück ist eine ernste Sache"
3) gehört von Thun neben Eva Löbau, Devid Striesow, Christine Schorn und Friedrich zu den Hauptdarstellern; die NDR-Produktion wurde erstmals am 29. September 2009 beim "Filmfest Hamburg" gezeigt, gelangte allerdings erst am 14. August 2013 in der ARD zur Ausstrahlung. In der streckenweise grotesken Geschichte um die mit Minderwertigkeitskomplexen beladene junge Olivia (Eva Löbau), die von ihrer egozentrischen Mutter Kora (Christine Schorn) und ihrem zynisch-bösartigen Ehemann Klaus (Devid Striesow) ständig klein gemacht wird, glänzte von Thun als manisch-depressiver bzw. hochstaplerisch-charmanter Rudi Müller, in den sich die zu neuem Leben erwachte Mutter verguckt hat → www.tittelbach.tv.
Friedrich von Thun am 20. Januar 2012 anlässlich der Verleihung der "Bayerischen Filmpreise 2012" im Münchener "Prinzregententheater"; Quelle: Wikipedia bzw. Wikimedia Commons; Urheber: Manfred Werner – Tsui;  Lizenz CC-BY-SA 3.0. Eine interessante Arbeit war Xaver Schwarzenbergers Neuverfilmung von "Sisi"1), mit der Romy Schneider als Kaiserin von Österreich Filmgeschichte geschrieben hat. In dem international besetzten Zweiteiler, eine Koproduktion von ORF, ZDF und RAI, verkörperte von Thun den Feldmarschall Graf Radetzky, für die Titelrolle konnte die Italienerin Cristiana Capotondi verpflichtet werden. In weiteren Rollen waren Martina Gedeck als Erzherzogin Sophie, Herbert Knaup als Max Herzog in Bayern und David Rott als Kaiser Franz-Josef zu sehen, Fritz Karl gab den ungarischen Grafen Gyula Andrássy; die Zuschauer konnten das opulent ausgestattete Remake am 17. bzw. 20. Dezember 2009 im ZDF erleben.
Als zutiefst erschütterter Ehemann und Vater beeindruckte er in dem Krimi "Das große Fressen" (EA: 24.10.2009) aus der Reihe "Ein starkes Team", dessen Ehefrau Anna (Peggy Lukac) bei einem Raubüberfall in dem von dem Paar geführten Juwelierladen erschossen wird. Bald geraten der Juwelier Walter Machnow und seine erwachsenen Kinder in das Visier der Berliner Ermittler (Maja Maranow/Florian Martens), die scheinbar glänzende Fassade einer heilen Familie beginnt zu bröckeln …
 
Friedrich von Thun am 20. Januar 2012 anlässlich der Verleihung
der "Bayerischen Filmpreise 2012" im Münchener "Prinzregententheater"
Quelle: Wikipedia bzw. Wikimedia Commons;
Urheber:
Manfred Werner – Tsui;  Lizenz CC-BY-SA 3.0.
Die mit szenischen Darstellungen durchsetzte Dokumentation "Aghet – Ein Völkermord"1), mit der Regisseur Eric Friedler den Völkermord an den Armeniern aufzeigt, entstand 2009 nach mehrjährigen umfangreichen Recherchen und erhielt 2010 den "Deutschen Fernsehpreis" in der Kategorie "Beste Dokumentation". Neben anderen renommierten Schauspielern verkörperte Friedrich von Thun den zwischen 1913 und 1916 amtierenden US-amerikanischen Botschafter in Konstantinopel Henry Morgenthau1) (1856 – 1946).
Kurzweilige Unterhaltung bot am 18. Dezember 2010 die Pilcher-Geschichte "Lords lügen nicht", in der von Thun den findigen Lord Philipp Woxter darstellte, der seine Geldprobleme durch die Heirat mit einer reichen Frau gemäß dem Familienmotto "nil desperandum" – "niemals aufgeben" – lösen möchte. Dass der verarmte Lord ebenso wie sein Sohn Russell (Jan Hartmann) am Ende doch noch die wahre Liebe findet bzw. die Geschichte ein Happy End hat, ist bei den Pilcher-Storys mehr als vorhersehbar.
Eine weitere fertiggestellte Arbeit für das Fernsehen war der Krimi "Klarer Fall für Bär" (EA: 06.01.2011; → tittelbach.tv) mit Hans Sigl in der Hauptrolle des Münchner Rechtsanwaltes Richard Bär, der in seiner bayerischen Heimat in einen auch emotional komplizierten Mordfall als Verteidiger verwickelt wird. Friedrich von Thun verkörpert den mächtigen Josef Bernhuber, Chef der "Bernhuber-Brauerei" und Vater des Mordopfers. Freuen durfte man sich am 11. März 2011 auf einen vergnüglichen Fernsehabend mit Friedrich von Thun an der Seite von zwei starken Frauen: Heidelinde Weis und Christiane Hörbiger als die Schulfreundinnen Hermine und Edith, die in "Das Glück ist ein Kaktus"3) trotz fortgeschrittenen Alters mit der Eröffnung eines Restaurants auf Mallorca einen ungewöhnlichen Neubeginn wagen wollen. Friedrich von Thun war als der "Aussteiger" Joachim zu sehen sein, in den sich Edith (Christiane Hörbiger) verliebt.
In der Beziehungskomödie "Adel Dich"3) (EA: 20.04.2011) zeigte sich der Schauspieler neben den Protagonisten Elmar Wepper und Gisela Schneebergerals als Graf Lorenz von Felsen-Hepp. Der Film ist eine schwarzhumorige Liebeskomödie, die mit Augenzwinkern in die bayrische Adelswelt eintaucht, über eine späte Suche nach der wahren Identität und den immer wieder überraschenden Wendungen des Lebens. (Quelle: www.br-online.de; siehe auch kundendienst.orf.at). Wenig später wurde am 26. April 2011 in der ARD das von Florian Baxmeyer inszenierte bewegende Drama "Wie ein Licht in der Nacht"3) mit Christiane Hörbiger als erfolgsgewöhnter Immobilienmaklerin Carla gesendet, wo von Thun den mittlerweile geschiedenen Ehemann der Protagonistin Carla spielte. Vorgestellt wurde der Film erstmals anlässlich des Hamburger Filmfestes 2010 (30.09. – 09.10.2010); mehr bei www.presseportal.de.
 
Als charmant-dubioser, erfolgsverwöhnter Rüdiger Siebert, Chef der traditionsreichen, aber angeschlagenen fiktiven Oberhausener "Salerno AG", tauchte von Tun in dem komplexen, kritischen ZDF-Wirtschaftskrimi "Ein mörderisches Geschäft"1) (EA: 12.09.2011) auf. Der Schauspieler gestaltete einen Mann, der ein Unternehmen in alter Tradition führt, "Macht und Machtlosigkeit verbinden sich in seiner Figur. Auf der einen Seite ist er ein knallharter Rechner, auf der anderen Seite unterliegt er seinen eigenen Eitelkeiten und Machtgelüsten." notiert das ZDF. In der von Regisseur Martin Eigler in Szene gesetzten packenden Geschichte werden die die kriminellen Machenschaften von Wirtschaftsbossen und die Behandlung von Menschen als Firmeninventar gnadenlos angeklagt. Dabei deckt Eigler zugleich auf, wie sich Firmenbosse fernab üblicher Sanierungsprojekte am Untergang noch bereichern können.5) Im Zentrum des Geschehens stehen weiterhin die beiden Sanierer einer Unternehmensberatungsfirma, Christiane Paul als leidenschaftlich agierende Alina Liebermann und Devid Striesow als dynamisch-eigenwilliger und ziemlich cooler Tom Winkler.
Die Dreharbeiten zu der romantischen ORF/SWR-Komödie "Die Abstauber"3) mit Ursula Strauss und Misel Maticevic in den Hauptrollen gingen bis Mitte Dezember 2010, hier war von Thun mit der Figur des unsympathischen Bankchefs Werner Wachter zu sehen; die Erstausstrahlung erfolgte am 7. Dezember 2011 auf ORF 2, mehr bei kundendienst.orf.at. Viele Jahre nach den Erfolgsproduktionen "Dr. Schwarz und Dr. Martin" (1993–1996) bzw. dem Vierteiler "Liebe und weitere Katastrophen" (1998) ließ sich von Thun in der ARD-Screwball-Comedy "Hochzeiten"1) (EA: 27.09.2012) erneut mit Senta Berger als charmant-streitbarer Kontrahentin blicken und stellte deren Ex-Ehemann dar. Claire, Besitzerin einer Gärtnerei, und Bernhard, erfolgreicher Großunternehmer im Flugzeuge, kommen sich wieder näher, als die Hochzeit der gemeinsamen Tochter Sophie (Lisa Martinek) mit dem Workaholic Ingo (Tim Bergmann) geplant werden soll. In einer weiteren Hauptrolle tritt der Schriftsteller Hans (Fritz Karl) auf den Plan, der Tochter Sophie vor langer Zeit verlassen hatte. "Nun geben sie bravourös ein ehemaliges Ehepaar, das sich nach Jahren der Trennung wieder auf die einstige Liebe besinnt. Das ist zwar nicht sonderlich originell, doch wie von Thun und Berger dies spielen, ist allemal sehenswert." notiert prisma.de. 
In dem zweiten, von Andreas Prochaska inszenierten ZDF-Krimi um den genialen Polizeipsychologen bzw. Verhörspezialisten Richard Brock (Heino Ferch), "Spuren des Bösen – Racheengel", (EA: ARTE 30.11.2012; → tittelbach.tv), standen neben Protagonist Ferch auch Friedrich von Thun und Hannelore Elsner als tiefgläubige Eltern des Selbstmörders Sebastian Ulmer (Florian Teichtmeister) auf der Besetzungsliste → kundendienst.orf.at. Fertiggestellt war auch Xaver Schwarzenbergers Familiendrama "Clarissas Geheimnis"3) (EA: 05.10.2012) mit von Thun als todkrankem Großvater Albert, am 17. April 2011 fiel die erste Klappe in der Nähe von Johannesburg – und seit dem 26. April schlägt das Team seine Zelte in der Steiermark, genauer gesagt auf Schloss Herberstein auf. In dem ergreifenden Familiendrama spielen Katja Riemann und Paula Kalenberg die Hauptrollen. In weiteren Rollen sind Publikumslieblinge wie Herbert Knaup, Fritz Karl, Friedrich von Thun, Krista Stadler, Hary Prinz, Thomas Sarbacher und Nina Proll zu sehen.6); mehr bei kundendienst.orf.at. Von Thun stand erneut als Familienpatriarch Karl Maillinger für Rainer Kaufmanns "In den besten Familien"3) vor der Kamera, einer Fortsetzung mit nahezu identischer Besetzung (u.a. Sophie von Kessel, Marc Hosemann, Fabian Hinrichs) des 2009 ausgestrahlten komödiantischen Familiendramas "Das Beste kommt erst"; die Dreharbeiten dazu begannen im Mai 2011, gezeigt wurde die turbulente Geschichte am 3. Dezember 2012 im ZDF. Rund ein Jahr später ging eine dritte Geschichte um den Maillinger-Clan auf Sendung, in "Beste Bescherung"3) (EA: 16.12.2013) hat sich Karl diesmal aus Angst vor den Steuerfahndern kurz vor Weihnachten in die Berge zurückgezogen. "Wieder mit hervorragender Besetzung nach dem Drehbuch von Kathrin Richter und Jürgen Schlagenhof in Szene gesetzt, ist es natürlich dieses Mal das Weihnachtsfest, das das Leben der Großfamilie gehörig durcheinander wirbelt." notiert prisma.de. Und tittelbach.tv meint: "Der Film von Rainer Kaufmann, der dritte Streich um die Maillingers, ist Weihnachtsfilm, Familiengeschichte und Beziehungskomödie. Ein geistreicher, realistischer Feelgood-Film, bissig & ironisch statt von romantischer Glückssuche getragen. Herzstück: die Charaktere. Star: das Ensemble." Mit "Das beste aller Leben" ging die Geschichte um die Fabrikanten-Familie Maillinger am 22. Dezember 2015 in eine ebenfalls ziemlich chaotische vierte Runde: Senior Karl Maillinger (von Thun) hat gerade seine Gefängnisstrafe wegen Steuerhinterziehung abgesessen und will nun zum Jahresende im Kreise seiner Lieben die Taufe seines Enkels feiern. Doch als sein ehemaliger Knastkumpel Edward (Christoph Letkowski) auftaucht, läuft einiges aus dem Ruder … → tittelbach.tv.
  
In das neue Jahr 2013 startete von Thun mit der spannenden Geschichte "Das Blut der Erde" (EA: 11.01.2013; → tittelbach.tv) aus der ZDF-Reihe "Unter Verdacht"1) mit Senta Berger als engagierte Kriminalrätin Eva Prohacek und präsentierte sich als der in kriminelle Machenschaften verwickelte Wasserwerks-Chef Toni Schiermeier. In dem Krimi "Mord an Bord" (EA: 09.02.2013) aus der Reihe ZDF-Reihe "Einsatz in Hamburg"1) kam er als harmloser Kreuzfahrt-Passagier Ludwig Hagen daher, der das Ermittler-Team Jenny Berlin (Aglaia Szyszkowitz), Hans Wolfer (Hannes Hellmann) und Volker Brehm (Rainer Strecker) an der Nase herumführt und schließlich als Mörder enttarnt wird.
Eine weitere Arbeit für das Fernsehen ist das vom ZDF produzierte historische Familiendrama "Ein weites Herz"1) nach dem gleichnamigen Buch von Matthias Wegner. Erzählt wird die bewegende Lebensgeschichte der ehemaligen Kabarettistin und späteren Ordensschwester Isa Vermehren1) (1918 – 2009), Friedrich von Thun verkörpert hier den Vater der Protagonistin Isa Vermehren (Nadja Uhl) und stand erstmals gemeinsam mit Sohn Max von Thun in einer Vater-Sohn-Rolle vor der Kamera. Eine weitere Hauptrolle hatte Iris Berben als Filmehefrau von Thuns übernommen, Sendetermin war der 1. April 2013 → www.presseportal.de. Wenig später tauchte von Thun als gestresster Familienvater und Ehemann Franz Sonntag in der herrlichen Komödie "Familie Sonntag auf Abwegen"3) (EA: 18.04.2013) auf. Eigentlich hatte sich der Ruheständler und einstige Autohausbesitzer Franz mit seiner Frau Bärbel (Gisela Schneeberger) auf einen beschaulichen Lebensabend eingerichtet. Als nach und nach die erwachsenen Kinder, Tochter Moni (Anna Maria Sturm), Sohn Robert (Sebastian Bezzel) und schließlich auch die älteste Tochter Karo (Christiane Paul), wieder im "Hotel Mama" unterkriechen, nimmt das Chaos seinen Lauf → www.tittelbach.tv. Aufgrund des Erfolgs der 2012 gesendeten heiteren Geschichte "Hochzeiten", ging die Story am 2. Mai 2013 mit "Just Married – Hochzeiten zwei"3) in die zweite Runde → www.wdr.de.
Als Bürgermeister der Freien Reichsstadt Tremmlingen bzw. mächtiger Geschäftsmann Koloman Laux gehörte von Thun zur Besetzung des historischen, spektakulären vom ZDF produzierten Event-Zweiteilers "Die Pilgern"3) (EA: 05/06.01.2014). Angesiedelt im 14. Jahrhundert, wurde die Geschichte der jungen Tilla Willinger (Josefine Preuß) erzählt, die sich als Mann verkleidet auf die abenteuerliche Pilgerreise ins spanische Santiago de Compostela begibt, um dort den letzten Willen ihres vom eigen Bruder Otfried (Volker Bruch) ermordeten Vaters (Uwe Preuss) zu erfüllen bzw. dessen Herz dort beizusetzen. Die Geschichte, gedreht von Philipp Kadelbach nach dem gleichnamigen Roman des Autorenpaares Iny und Elmar Lorentz (Pseudonym), wartete mit visuell recht realistischen Szenen aus der Welt des finsteren Mittelalters auf, Intrigen, Mord und Totschlag waren damals an der Tagesordnung. Friedrich von Thun, der sich in den letzten Jahren überwiegend im heiteren Rollenfach präsentierte, zeigte in dieser Produktion eine weitere Facette seiner Schauspielkunst; mehr zum Film bei www.zdf.de, Wikipedia und www.tittelbach.tv.
 
Es folgte die komödiantisch angehauchten Rosamunde Pilcher-Story "Besetzte Herzen" (EA: 12.01.2014) mit Henriette Richter-Röhl und Christof Arnold als jugendliche Protagonisten Jennifer und Steve. Hier war von Thun der Albert Hedgeson, Vater des erfolgreichen Architekten Steve, der mit seiner Ex-Ehefrau Kate (Gaby Dohm) immer noch, wenn auch räumlich getrennt, unter einem Dach lebt, was mitunter zu skurrilen Situationen führt. "Jennifer/Richter-Röhl ist Dreh- und Angelpunkt der Geschichte. Sie ist Überrumpelungskünstlerin, Spielerin, mal berechnend, hinterhältig und zumindest pragmatisch, dann wieder liebenswert, freundlich, einfallsreich und ziemlich hinreißend. (…) Nicht nur Träumer Steve ist gegenüber Jennifer ein Leichtgewicht, sondern auch der männliche Hauptdarsteller Christof Arnold gegenüber seiner Kollegin. Gut, dass mit Friedrich von Thun und Gaby Dohm zwei echte Profis im leichten Unterhaltungsfach dem jungen Paar zu Seite stehen. Wie die beiden ihre komisierten Klischee-Rollen an die Frau bringen, das hat Boulevardkomödienklasse." notiert unter anderem www.tittelbach.tv.
Ebenfalls eher leicht-harmlose Unterhaltungskost bot die Utta Danella-Story "Die Himmelsstürmer" (EA: 14.02.2014; → tittelbach.tv) mit Jule Ronstedt in der weiblichen Hauptrolle. Hier war er der etwas griesgrämige Wolfgang Waldheim, Vater der jungen, unter Rechenschwäche leidenden Kiosk-Besitzerin Cora, die auf den versponnenen-zerstreuten Astrophysiker Florian (Alexander Beyer) trifft. Nicht nur dieses ungleiche Pärchen machte den Reiz dieser Geschichte aus, als nach Jahrzehnten Coras in Amerika lebende Onkel Martin (Günther Maria Halmer) auftaucht, treffen zwei vollkommen unterschiedliche Typen aufeinander: "… das Doppelpack Friedrich von Thun und Günther Maria Halmer; beider Können veredelt sichtlich den stereotypen Bruder-Konflikt." schreibt www.tittelbach.tv; siehe auch www.presseportal.de.
Zum hundertjährigen Gedenken an den Ausbruch des 1. Weltkrieges strahlte das ZDF am 28. April 2014 einen fesselnden Genre-Mix aus Historiendrama und Krimi unter dem Titel "Das Attentat – Sarajevo 1914" (Regie: Andreas Prochaska) aus. Neben dem Hauptdarsteller Florian Teichtmeister1) als gradlinigem Untersuchungsrichter Leo Pfeffer, der die Umstände des Attentats auf den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand1) (Reinhard Forcher) und seine Frau Herzogin Sophie1) (Michaela Ehrenstein) klären bzw. die Täter ermitteln soll, hatte von Thun den kleinen Part des Wiener Sektionsrates Wiesner übernommen. "Atmosphärisch dicht in Szene gesetzt – Prochaska bleibt immer nah an seinen Protagonisten – ist dies keiner der üblichen Historienschinken, sondern ein packender Verschwörungsthriller, in dem der Regisseur die hinlänglich bekannten Fakten geschickt mit fiktiven Begebenheiten vermischte. Stark!" schreibt prisma.de; mehr zu der ORF-Produktion unter anderem bei kundendienst.orf.at und www.tittelbach.tv.
Als Vaters des im Zentrum der Geschichte stehenden Theater- und Bühnenbildners Peter (Heino Ferch) präsentierte sich von Thun in dem sehenswerten drei Generationen umfassenden Männerportrait "Wenn es am schönsten ist" (EA: 15.09.2014). Das Drama "erzählt eine doppelte Vater-Sohn-Geschichte. Der Held hat sich noch immer nicht freigeschwommen von seinem übermächtigen Vater, der so ganz andere Werte vertritt und doch in einer Sache nicht ganz Unrecht hat. Das weiß die Hauptfigur auch – was die Wut auf den alten Patriarchen nur noch steigert. Und jener Peter weiß auch, dass sein Sohn Lukas (Max Hegewald) derjenige ist, der so gar nichts dafür kann, dass sich sein Vater die letzten Jahre noch immer an seinem Erzeuger abgearbeitet hat, anstatt sich um ihn zu kümmern, und dafür, dass Lukas' Mutter (Birge Schade) versucht hat, nach der Trennung den Kontakt zwischen Peter und ihm zu unterbinden." schreibt tittelbach.tv; siehe auch die TV-Kritik bei www.faz.net. Als Partner von Heiner Lauterbach spielte von Thun eine Hauptrolle in der ARD-Tragikomödie bzw. dem Roadmovie "Letzte Ausfahrt Sauerland" (EA: 15.05.2015). Gedreht unter anderem vor idyllischer Kulisse am Möhnesee und weiteren malerischen Schauplätzen im Sauerland wird die Geschichte des eigensinnigen, sarkastisch-mürrischen Misanthropen Horst Kierspe (Lauterbach) erzählt, dessen einziger Freund der verlotterte Johann Schlorke (von Thun) ist. Seinen 17-jährigen Enkel Elyas (Emilio Moutaoukkil) hat Horst seit vielen Jahren nicht mehr gesehen, als er erfährt, dass er sterbenskrank ist, bricht er zusammen mit Johann und dem (gekidnappten) Elyas zu einer letzten (Selbstfindungs)-Reise (im gestohlenen Leichenwagen!) auf … → tittelbach.tv
Seit Ende Juni 2014 stand Friedrich von Thun als pensionierter Polizist Franz Germinger bzw. Vater von Hauptkommissar Franz Germinger (Maximilian Brückner) für den Krimi "Schwarzach 23: Und die Hand des Todes" vor der Kamera, www.presseportal.de informiert: "Das ZDF dreht zurzeit in der Umgebung von München den neuen Samstagskrimi "Schwarzach 23" (Arbeitstitel). Matthias Tiefenbacher inszeniert den Pilotfilm für eine geplante neue Reihe mit Maximilian Brückner, Friedrich von Thun, Marlene Morreis, Gundi Ellert, Jockel Tschiersch, Thomas Schmauser und vielen anderen. Das Drehbuch schrieben Michael Comtesse, Michael Proehl und Christian Jeltsch."; vorgestellt wurde der Krimi erstmals am 29. Juni 2015 auf dem "33. Filmfest München", Sendetermin im ZDF war dann der 24. Oktober 2015. Für von Thun ist die Figur des grantelnden, kiffenden Ex-Polizisten Franz Germinger in diesem mitunter schräg-skurrilen Krimi einmal mehr eine Paraderolle, wunderbar bildet er den Gegenpol zu seinem überaus korrekten Sohn Franz, der mit Schwester Anna (Marlene Morreis) wegen deren unkonventionellen Ermittlungen aneinander gerät. Zur Polizisten-Familie, die gemeinsam in dem Haus in der Schwarzachstraße 23 wohnt, gehört dann noch Mutter Erika (Gundi Ellert), welche zwar noch mit Franz sen. unter einem Dach, allerdings in Trennung lebt. Dass Erika ein Techtelmechtel mit Nachbar Karl (Jockel Tschiersch) hat, der ebenfalls Polizist ist und mit Sohn Franz jr. zusammenarbeitet, gibt dem ganzen eine zusätzliche Würze → presseportal.zdf.de, tittelbach.tv. Die zweite, abermals etwas schrullige Folge von "Schwarzach 23" mit dem Titel "Und die Jagd nach dem Mordsfinger" wurde am 22. Oktober 2016 gesendet → tittelbach.tv.
  
In dem am 25. November 2015 in der ARD ausgestrahlten Spionage-Drama "Unsichtbare Jahre"1) (Regie: Johannes Fabrick) über das Doppelleben einer jungen Frau (Julia Koschitz), die beim Auswärtigen Amt Karriere macht und in den 1980ern über Jahre hinweg die Stasi mit vertraulichen Akten versorgt, gehörte von Thun als Vater von Bea Kanter zur Besetzung. Als in der hessischen Provinz tätiger, konservativen Unternehmer, der für Bea den Kapitalisten schlechthin verkörpert, ist Norbert Kanter nicht ganz unschuldig an der seelischen Verstörtheit seiner Tochter bzw. deren "Werdegang" → tittelbach.tv
Bereits Ende Oktober 2014 hatten die Dreharbeiten zu dem von Christian Theede inszenierten düsteren ZDF-Thriller "Die Tote aus der Schlucht" (EA: 07.12.2015) begonnen, Rosalie Thomass spielt die Susanne Landauer, eine junge Kommissarin im Vermisstendezernat, welche bei der Aufklärung eines rätselhaften Falls mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert wird. Friedrich von Thun ist der Dr. Mangold, Chefarzt einer Psychiatrischen Klinik, aus der die tot aufgefundene schizophrene Frau unter zunächst mysteriösen Umständen entwichen war. Dass der sympathisch auftretende Dr. Mangold mehr weiß bzw. ein dunkles Geheimnis mit sich herumträgt, stellt sich erst zum Schluss der Geschichte heraus. In weiteren Rollen sah man unter anderem August Schmölzer als Susannes Vater und Lavinia Wilson als deren Lebensgefährtin Isabell → presseportal.zdf.de, tittelbach.tv. Am 10. April 2016 präsentierte sich von Thun als im Rollstuhl sitzender, griesgrämiger ehemaliger Landarzt Ingmar, dem die vorlaute, fröhliche Krankenschwester Elin (Susan Hoecke) in der Inga Lindström-Geschichte mit dem Titel "Alle lieben Elin" wieder neuen Lebensmut gibt →  www.bavaria-film.de, tittelbach.tv
   
Auch die Kinozuschauer erlebten von Thun immer wieder mal auf der Leinwand, so übernahm er die Rolle des Rolf Czurda in Steven Spielbergs preisgekröntem Film "Schindler's Liste"1) (1993), in Rainer Kaufmanns Thriller "Die Apothekerin"1) sah man ihn 1997 als Rolf Moormann und 2002 wirkte er als Vater des SS-Offiziers Kurt Gerstein alias Ulrich Tukur in Costa-Gavras' Drama "Amen"1) (Der Stellvertreter) mit.
Nach mehr als einem Jahrzehnt präsentierte sich von Thun erneut in einer Kinoproduktion – und zudem mit einer Hauptrolle: In dem von Heiner Lauterbach mitproduzierten blutigen Gangster-Thriller "Harms"7) (Regie: Nikolai Müllerschön) mit Lauterbach als Ex-Knacki Harms mimte er den pensionierten, ehemaligen Bundesbank-Vorstand Knauer. Dieser schlägt dem "einsamen Wolf" Harms einen interessanten Coup vor: Im Keller der Bundesbank lagern 100 Millionen Euro, die nur gehoben werden wollen. So macht sich Harms mit seinen einstigen Kumpanen Menges (Axel Prahl) und Timm (Martin Brambach) an ein letztes großes Ding … Uraufgeführt wurde der Streifen am 1. Juli 2013 anlässlich des "32. Filmfestes München", allgemeiner Kinostart war der 12. Juni 2014. Auch in der Liebeskomödie bzw. Anika Deckers Regie-Debüt "Traumfrauen"1), welches am 19. Februar 2015 in den deutschen Kinos anlief, gehörte von Thun zur prominenten Besetzung. Er mimte den Carl Reimann, Vater von Leni (Hannah Herzsprung) und Hannah (Karoline Herfurth), der seine Ehefrau Margaux (Iris Berben) nach mehr als 30 gemeinsamen Jahren wegen einer jungen Physiotherapeutin verlassen hat.
 
Sporadisch betätigte sich von Thun als Sprecher in Hörspiel-Produktionen, so wirkte er unter anderem in folgenden Stücken mit
(Link: ARD-Hörspieldatenbank, mit Datum der Erstausstrahlung):

Friedrich von Thun, der sich seit Anfang der 1970er Jahre auch als Dokumentarfilmer mit Reportagen aus fernen Ländern einen Namen gemacht hat, lebt derzeit in München und ist seit 1999 in zweiter Ehe mit der Modedesignerin Gabriele Schniewind verheiratet. Aus seiner ersten.1970 geschlossenen Ehe mit Gabriele "Yella" Bleyler, von der er 1984 geschieden wurde, stammen Tochter Katharina (geb. 1974), eine erfolgreiche Filmproduzentin, sowie Sohn Max1) (geb. 1977), der ebenfalls ein renommierter Schauspieler geworden ist. Ende Juli 2009 ging durch die Presse, dass von Thun und seine Frau sich nach zehnjähriger Ehe getrennt hätten. Das Paar wolle jedoch auch in Zukunft befreundet bleiben.

Textbausteine des Kurzportraits von www.prisma.de
Friedrich von Thun bei der Agentur Alexander Carla Rehm
Siehe auch Wikipedia
Link: 1) Wikipedia, 2) Beschreibung innerhalb dieser HP, 3)  www.prisma.de, 4) br-online
Quelle: 5) prisma.de, 6) kundendienst.orf.at
Stand Oktober 2016
  
Filme (Auszug)
Kinofilme / Fernsehfilme / TV-Serien und -Reihen
Filmografie bei der Internet Movie Database

(Link: Wikipedia, filmportal.de, Die Krimihomepage, deutsches-filmhaus.de,
Beschreibung innerhalb dieser HP,  fernsehserien.de, prisma.de, tittelbach.tv)
Kinofilme Fernsehfilme (Auszug)

TV-Serien und - Reihen (Auszug)

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