Die Schauspielerin Elisabeth Volkmann wurde am 16. März 1936 in Essen geboren und wuchs im Ruhrgebiet auf; sie selbst gab als Geburtsjahr immer 1942 an. Bevor sie zu einer populären Darstellerin bei Film- und Fernsehen avancierte, hatte sie zunächst einen ganz anderen Weg eingeschlagen und sich trotz der Bedenken ihrer Eltern an der Essener Folkwangschule zur Sopranistin ausbilden lassen.
 

Elisabeth Volkmann, fotografiert von dem britischen Fotografen
Stuart Mentiply (www.mentiply.de)
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Erste Leinwandauftritte hatte die rothaarige Schöne seit Anfang der 60er Jahre mit kleinen Nebenrollen in Filmen wie "Immer wenn es Nacht wird" (1961), "Zur Sache, Schätzchen" (1968) oder "Engelchen macht weiter – Hoppe, hoppe Reiter" (1969), in den 70ern folgten Auftritte in Erotik-Streifen wie "Josefine Mutzenbacher"1) (1970), "Die Klosterschülerinnen" (1972) oder den seichten filmischen "Reports" über Hausfrauen, Ehemänner, Lehrmädchen und Schüler, wie 1971 in "Ehemänner-Report"1), "Hausfrauen-Report"1) und "Schüler-Report"1).
Schlagartig bekannt wurde Elisabeth Volkmann 1973 mit ihrer Rolle der schrillen Mutter Jolanthe von Scheußlich in Michael Pfleghar's Kult-Serie "Klimbim"1), der deutschen Version der amerikanischen Comedy-Serie "Laugh In". Damals saßen bei jeder Folge bis zu 17 Millionen Zuschauer vor der Flimmerkiste und die Show galt als unerhört frivol. Als Mitglied der verrückten Klimbim-Familie war auch die Volkmann der absolute Liebling der Fernsehnation, neben Ingrid Steeger2) als Horror-Tochter Gaby mit Zahn-Lücke, Horst Jüssen2) als genervtem Stiefvater Adolar, Wichart von Roëll1) als Opa Klimbim und Peer Augustinski2) in verschiedenen Rollen mimte sie bis 1979 diese Figur. Bis heute ist der Name Elisabeth Volkmann fest mit "Klimbim" verbunden, 2004 erlebte die Chaosfamilie in der Originalbesetzung auf der Bühne eine rasante Wiedergeburt mit der chaotischen Komödie "Die Klimbim-Familie lebt!", ein Stück mit dem die Klimbim-Mannschaft fast zwei Jahre lang bundesweit sowie in der Schweiz Furore machte.
  
Die Vollblutkomödiantin Elisabeth Volkmann avancierte zu einer der "Ulknudeln" der Nation, konnte jedoch auch mit anspruchsvollen Film- und Fernseharbeiten beweisen, dass sie durchaus mehr zu bieten hatte als offenherzige Mieder, Strapse und Dekolletee. Rainer Werner Fassbinder besetzte sie in "Lili Marleen"1) (1981), "Lola"1) (1981) und "Die Sehnsucht der Veronika Voss"1) (1982), doch der frühe Tod Fassbinders bedeutete für Elisabeth Folkmann das "Aus" sich als ernsthafte Charakterdarstellerin profilieren zu können. So blieb sie weiterhin auf das Unterhaltungskino beschränkt, für Walter Bockmayers Musical "Geierwally"1) (1988) stand sie ebenso vor der Kamera wie für Hape Kerkelings Komödie "Kein Pardon"1) (1992), wo sie mit Witz und Charme die "Mutter Schloenzke" mimte. Für das Fernsehen übernahm sie beispielsweise Rollen in unterhaltsamen Stücken wie "Die Katze läßt das Mausen nicht" (1983), "Mrs. Harris fährt nach Monte Carlo" (1989) oder "Zwiebeln und Butterplätzchen" (1990). Neben Auftritten in so beliebten Krimi-Reihen wie "Derrick", "Der Alte", "Großstadtrevier" oder "Die Rettungsflieger" sah man sie in Serien wie "Schloß Pompon Rouge" (1991), "Lilli Lottofee" (1992), "Ohne Mama geht es nicht" (1997) oder "Die Rote Meile" (1999).

Neben ihrer Arbeit für Theater, Film und Fernsehen arbeitet Elisabeth Volkmann auch erfolgreich als Synchronsprecherin; in jüngerer Zeit war sie als "Marge Simpson" in der kultigen US-Zeichentrickserie "Die Simpsons" zu hören.
Als Gesellschafterin der Senffirma ihres im Januar 2004 an Lungenkrebs verstorbenen zweiten Mannes Eberhard Radisch1) machte sie auch schon mal gerne Werbung für den "Friedrichs Dresdner Tafelsenf". Der Konzertagent Radisch, der seit mehr als 30 Jahren seine Frau erfolgreich managte, war auch im Privatleben der Partner von Elisabeth Volkmann; seit 27 Jahren lebte das Paar ohne Trauschein zusammen, erst 2001 hatten sich beide das Ja-Wort in einem Münchener Standesamt gegeben. Der erste Mann von Elisabeth Volkmann, der Filmanwalt Walter Hass, war ebenfalls an Lungenkrebs gestorben – allerdings war die Volkmann damals erst Mitte 20.

In letzter Zeit war es um die Schauspielerin still geworden, sie lebte zurückgezogen in ihrer Dachterrassenwohnung in der Nähe des Münchener Stachus. Dort wurde sie am Abend des 27. Juli 2006 von Rettungskräften tot aufgefunden, nachdem sich eine Freundin besorgt über die Nichterreichbarkeit des Stars an die Polizei gewandt hatte. Die Todesursache bzw. das genaue Todesdatum der 70-jährigen Künstlerin stand bei Bekanntwerden der Todesnachricht noch nicht fest und wurde von der Polizei auf den Zeitraum zwischen dem 25. und 27. Juli 2006 datiert; ein Suizid oder Fremdverschulden wurde ausgeschlossen, laut Obduktionsergebnis starb Elisabeth Volkmann eines natürlichen Todes. Etwa eine Woche nach ihrem Ableben wurde die Urne mit den sterblichen Überresten auf dem Gräberfeld 421 des Waldfriedhofes in München beigesetzt.
  
Dass die Künstlerin im Privatleben nicht die schrille Person war, die sie in "Klimbim" verkörperte, sondern vielmehr oft an sich selbst zweifelte und besonders nach dem Tod ihres Mannes unter Depressionen litt, wurde erst jetzt so richtig öffentlich: Unter der frechen und fröhlichen Hülle allerdings verbarg sich eine gute Portion Schwermut. Im Mai sagte sie der "Bild am Sonntag", sie leide an Depressionen "seit ich denken kann". Sie wuchs im Ruhrgebiet auf, ihre Kindheit bezeichnete sie als "grässlich". Sie habe unter einer strengen Mutter und dem frühen Tod des Vaters gelitten. Nach dem Tod ihres zweiten Mannes Eberhard Radisch im Januar 2004 sollen Volkmann neben ihren ständigen Rückenschmerzen verstärkt Depressionen und Panikattacken geplagt haben. "Warum lebe ich eigentlich noch? Wäre doch besser, wenn ich auch tot wäre", sagte sie der Zeitschrift "Bunte" vor einem guten halben Jahr. Trotzdem ließ sie sich nicht gehen. "Disziplin heißt das Zauberwort, meine Lieben", sagte sie in einem früheren Interview. "Sich Schönheit zu bewahren ist harte Arbeit, verbunden mit einer guten Portion Eitelkeit." Und eitel war sie, wie die Verwirrung über ihr Alter zeigt. Volkmann machte sich jünger und gab zuletzt an, 64 Jahre zu sein tatsächlich aber feierte sie nach Behördenangaben im März bereits ihren 70. Geburtstag.3)
  
WDR-Fernsehdirektor Ulrich Deppendorf würdigte die Schauspielerin mit den Worten: "Elisabeth Volkmann hat entscheidend zum Erfolg von Klimbim, der ersten großen Comedyshow nach amerikanischem Vorbild im deutschen Fernsehen, beigetragen. Sie war die Mutter von 'Klimbim'. Bewundernswert war der Mut von Elisabeth Volkmann, sich auf diese Rolle einzulassen. Sie musste darin Vieles verkörpern, was eigentlich schauspielerischem Ego zuwiderläuft: Mut zur Übertreibung, Mut zum Übermaß. Das machte sie mit so großer Bravour, dass dies die Rolle ihres Lebens wurde. Man identifizierte sie mit dieser Figur, sicher manchmal zum Leidwesen der Darstellerin. Sie hielt die Männerriege des Ensembles zusammen, war das kraftvolle Gegengewicht zu Horst Jüssen, Wichart von Roëll und Peer Augustinski." (Quelle: WDR-Pressestelle) 
Siehe auch Wikipedia; Filmografie bei der Internet Movie Database
1) Link: Wikipedia, 2) Kurzportrait innerhalb dieser HP
3) Westdeutsche Zeitung, Artikel vom 29.07.06 von Sabine Dobel und Anne Grages
Lizenz
Foto Elisabeth Volkmann (Urheber: Stuart Mentiply, Wolfsburg):
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