Ernst Waldbrunn
Ernst Waldbrunn wurde am 14. August 1907 im damals Österreich-Ungarischen Böhmisch-Krumau (heute: Český Krumlov, Tschechien) geboren. Bevor er zu einem populären Schauspieler, Kabarettist und Komiker avancierte, hatte er in Prag Rechtswissenschaften studiert und in dem Fach promoviert. Dann entschied er sich für einen künstlerischen Beruf, stand erstmals in Teplitz-Schönau ohne jegliche entsprechende Ausbildung auf der Bühne und erlernte sein schauspielerisches Handwerk an Provinzbühnen in Mähren. Der Autodidakt Waldbrunn machte sich in den folgenden Jahren rasch einen Namen, berühmt wurde er ab 1950 durch seine Doppelconférencen mit dem Wiener Kabarettisten Karl Farkas1) (1983 – 1971), die aus der Feder von Hugo Wiener1) (1904 – 1993) stammten. Hier mimte Waldbrunn unter anderem im Wiener "Simpl"1) den "Blöden", ebenso wie in der Sendung "Bilanzen" des ORF. Daneben war er als Schauspieler und Komiker auf der Bühne, vor allem am Wiener "Theater an der Josefstadt", sowie für Film und Fernsehen tätig. Sein charakteristisches Stottern machte ihn liebenswert und wurde zu seinem "Markenzeichen".

Auf der Leinwand erlebte man den Schauspieler mit dem verschmitzten Lächeln erstmalig 1947 mit der kleinen Rolle des Baron Schlick in dem Liebesfilm "Das unsterbliche Antlitz"2), in den kommenden Jahren sah man ihn – meist mit prägnanten, komischen Nebenrollen –  oft an der Seite von Komikerkollegen wie Hans Moser, Gunther Philipp oder Oskar Sima. Waldbrunn deckte mit seinem ihm ureigenen Witz die ganze Palette unverzichtbaren Chargenrollen ab, gab Nachtwächter, Kellner, Wirte, Portiers, Wachtmeister, Polizeikommissare, Richter, Detektive oder Gerichtsvollzier. Zu seiner Filmografie zählen harmlose Unterhaltungsstreifen wie "Der himmlische Walzer"1) (1948), "Duell mit dem Tod" (1949), "Der alte Sünder"1) (1951), "Praterherzen" (1953), "Der Kongreß tanzt"1) (1955), "Mit Rosen fängt die Liebe an"1) (1957), "So ein Millionär hat's schwer"1) (1958) oder "Ich bin kein Casanova"1) (1959) In den 1960er Jahren stand Waldbrunn beispielsweise für "Unsere tollen Tanten"1) (1961), "Die lustige Witwe"1)  (1962), "Das Spukschloß im Salzkammergut"1) (1966) oder "Liebe durch die Hintertür"1) (1969) vor der Kamera, zeigte sich unter anderem auch im Fernsehen in der "Theater an der Josefstadt"-Aufzeichnung der pointierten Komödie "Mit den besten Empfehlungen" (1962) oder war der Protagonist in der TV-Serie "Nicht verzagen – Stangl fragen"3) (1964). Auftritte in zahlreichen weiteren Einzelproduktionen oder Serien sollten folgen.
  
Ernst Waldbrunn, der mit der österreichischen Kammerschauspielerin Elfriede Ott1) verheiratet war, starb am 22. Dezember 1977 im Alter von 69 Jahren in Wien. Seine letzte Ruhe fand er in einem ehrenhalber gewidmeten Grab auf dem Wiener Zentralfriedhof → Foto der Grabstelle bei knerger.de.
Die legendären Doppelconférencen mit Farkas sind heute als DVD "Farkas & Waldbrunn – G'scheites und Blödes" erhältlich, Waldbrunn selbst veröffentlichte unter anderem die Erzählungen "Das hat kein Goethe g'schrieben. Aber Ironimus gezeichnet". 

Siehe auch Wikipedia, www.kabarettarchiv.at
Link: 1) Wikipedia, 2) Murnau Stiftung, 3) www.fernsehserien.de
  
Kinofilme (Auszug)
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Link: Murnau Stiftung, Wikipedia)
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