Foto: Eleonore Weisgerber anlässlich der Premiere des Films "Albert Schweitzer – Ein Leben für Afrika" am 14.12.2009 im Berliner Kino INTERNATIONAL; Copyright Christian Behring Eleonore Weisgerber wurde am 18. August 1947 als Tochter eines Kaufmanns in Wiesbaden geboren. Ihre ersten Kindheitsjahre verbrachte sie in Santo Domingo1) (Lateinamerika), wohin ihr Vater mit seiner Familie ausgewandert war, und legte dort den Grundstein für ihre Mehrsprachigkeit. Als Eleonore Weisgerber eingeschult werden sollte, kehrte die Familie nach Deutschland zurück und ließ sich in Baden-Baden nieder. Schon früh interessierte sich Eleonore Weisgerber für alles, was mit dem Theater zusammenhing und ließ sich dann nach dem Gymnasium, welches sie mit dem Abitur abschloss, am "Max-Reinhardt-Seminar" in Berlin zur Schauspielerin ausbilden.
 
Eleonore Weisgerber anlässlich der Premiere des Films
"Albert Schweitzer – Ein Leben für Afrika" am 14.12.2009
im Berliner Kino INTERNATIONAL
Foto mit freundlicher Genehmigung des Berliner Fotografen Christian Behring
© Christian Behring (www.christian-behring.com)
Erste Engagements erhielt sie anschließend in Heidelberg sowie in Basel und avancierte schnell zu einer erfolgreichen Darstellerin auf der Bühne; weitere Stationen ihrer Theaterlaufbahn wurden unter anderem München, Straßburg und Paris. Das Rollenrepertoire der Schauspielerin war und ist vielseitig, reicht von klassischen Figuren wie beispielsweise der Lessing'schen "Minna von Barnhelm"1) bis hin zur Polly in Brechts "Dreigroschenoper"1). Sie brillierte unter anderem als Kriemhild in Hebbels "Die Nibelungen"1), als Susanna in "Der tolle Tag oder Figaros Hochzeit"1) von Beaumarchais, als Jeléna Andréjewna in "Onkel Wanja"1) von Anton Tschechow und als Elisabeth von Valois in Schillers "Don Karlos"1).
Vor allem in den letzten Jahren konzentriert sich das Multitalent Eleonore Weisgerber vermehrt auf die Arbeit am Theater. In jüngerer Zeit brillierte sie 2003 bei zahlreichen Gastspielen beispielsweise mit der Titelrolle der Ellida in Henrik Ibsens Schauspiel "Die Frau vom Meer"1) in einer Produktion der "Bühne 64 Zürich" neben Holger Petzold1). Seit 2004 tourte die Künstlerin äußerste erfolgreich jedes Jahr an der Seite von Peter Bongartz mit dem Stück "Kleine Eheverbrechen" durch deutschsprachige Städte und ging auch im Frühjahr 2009 wieder mit Bongartz auf Tournee. Das Zwei-Personen-Stück von Éric-Emmanuel Schmitt1), im Original "Petits Crimes Conjugaux", erzählt die Geschichte des Autors Gilles Andary, der gerade mit "Kleine Eheverbrechen" die Bestsellerliste anführt. Durch einen mysteriösen Unfall hat er sein Gedächtnis verloren und kann sich an nichts mehr erinnern. Daraus ergibt sich das Spannungsfeld – Wer ist er? Wer ist Lisa? Welche Ehe führen die beiden? Ist es tatsächlich so, wie sie ihre Ehe beschreibt, waren sie tatsächlich so verliebt, wie sie sagt, oder war es im Gegenteil eine Hassliebe, die sie verbindet? In Eleonore Weisgerber (Lisa) und Peter Bongartz (Gilles, Ehemann und Krimi-Autor) hatte Regisseur Krzysztof Zanussi eine ideale Besetzung: beide scharfzüngig, rasch, sarkastisch, realistisch, dabei ungesagt Liebendes und Verletzendes spürbar machend. Das war erstklassige Schauspielkunst. Das Publikum applaudierte lange. (Quelle: Rheinische Post, 30.01.2006)
  
Eleonore Weisgerber verkörpert die unterschiedlichsten Frauentypen, lässt sich auch im Film nie auf ein bestimmtes Genre festlegen und beweist immer wieder mit facettenreichen Rollen ihre Wandlungsfähigkeit. 
Ihr Leinwanddebüt gab Eleonore Weisgerber 1969 mit der Rolle der Carla in Kurt Hoffmanns Literaturadaption "Ein Tag ist schöner als der andere"1), übernahm in den folgenden Jahren jedoch nur wenige weitere Rollen in Kinoproduktionen. Unter anderem stand sie für Ulrich Krenklers Thriller "Zoning"1) (1986) vor der Kamera, 1990 übernahm sie einen kleinen Part in Claude Chabrols "Docteur M."1).
Ihre Arbeit für zahlreiche Fernsehproduktionen ließen die Schauspielerin hingegen auf dem Bildschirm ungeheuer populär werden. Neben zahllosen Auftritten in so beliebten Krimi-Reihen wie beispielsweise "Der Kommissar", "Der Alte", "Ein Fall für zwei", "Großstadtrevier", Derrick", "SOKO 5113", "Wolffs Revier" oder "Siska", wo sie häufig mondäne Frauentypen verkörpert, agierte sie unter anderem 1982 auch in der Serie "Es muß nicht immer Mord sein" oder war in verschiedensten "Tatort"-Folgen auf dem Bildschirm präsent. Mit ihrer Rolle der stets etwas unterkühlt wirkenden Dr. Gisela Saalbach bzw. Schwägerin von Dr. Peter Brockmann alias Günter Pfitzmann in "Praxis Bülowbogen"1) steigerte sie Ende der 1980er Jahre ihre Beliebtheit beim Fernsehpublikum. In der erfolgreichen Unterhaltungsserie "Ein Heim für Tiere"1) mimte sie Anfang der 1990er Jahre die Gudrun Reichert, war beispielsweise 1993 die Marianne Schäffler in Wolfgang Storchs Thriller "Ein Mord danach" mit Roland Schäfer1) als Filmehemann, oder ein Jahr später die Annabelle in der Pilcher-Verfilmung " Karussell des Lebens". In Herbert Ballmanns Mehrteiler "Der Clan der Anna Voss" spielte sie 1995 die Viktoria Voss, im gleichen Jahr die Karin in Christian Petzolds Drama "Pilotinnen" oder ein Jahr später die Marion Sellin in der Serie "Spiel des Lebens".
Bis Ende der 1990er Jahre erlebten die Fernsehzuschauer Eleonore Weisgerber in so erfolgreichen TV-Produktionen wie etwa "Leben in Angst" (1997), "Die Fremde in meiner Brust" (1998), "Rosamunde Pilcher – Rosen im Sturm" (1999) oder "Mit fünfzig küssen Männer anders"1) (1999). 
In den letzten Jahren glänzte die Schauspielerin unter anderem als Thekla in der Komödie "
Die Meute der Erben"1) (2001) an der Seite von Günter Pfitzmann, als Liz Weinberg in Detlef Rönfeldts "Die Liebenden vom Alexanderplatz"1) (2001) mit Inge Meysel, oder als Ulrike in Berno Kürtens Komödie "Der Vamp im Schlafrock" (2001) an der Seite von Gudrun Landgrebe1) und Walter Kreye; ab 2002 sah man Eleonore Weisgerber zudem zwei Staffeln lang als Kriminaldirektorin Dr. von Stein in den Folgen der witzigen und turbulenten SAT1-Krimis um den "Inspektor Rolle"1) alias Rufus Beck1). Zu ihren Bildschirmauftritten zählen unter anderem 2003 die Rolle der Nele Ohrmann und Filmehefrau von Gunter Berger in der TV-Komödie "Marga Engel kocht vor Wut"2) mit Marianne Sägebrecht in der Titelrolle, sowie die der Barbara Kessner in der Heimat-Kunst-Krimi-Komödie "Der Aufbruch" (2003) an der Seite von Elisabeth Lanz1) und Thomas Sturm unter der Regie von Robert Narholz. Weiterhin spielte sie in "Unter weißen Segeln – Kompass der Liebe" (2004), "Inga Lindström – Mittsommerliebe" (2005) sowie in der "Pfarrer Braun"-Geschichte "Adel vernichtet"1) (2005), wo sie die Baronin Lydia von Falkenberg mimte. Ende Januar 2006 tauchte sie dann in dem Liebesfilm "Was das Herz befiehlt" aus der losen Reihe "Im Tal der wilden Rosen" auf und agierte als Mutter der weiblichen Filmheldin und Witwe Sarah alias Eva Habermann1), die sich Ende des 19. Jahrhunderts im kanadischen Westens gegen die Vorurteile einer viktorianisch geprägten Männerwelt behaupten muss.
 
Eine Paraderolle für die Schauspielerin war die Figur der Elisabeth Möller in Olaf Kreinsens eher harmlosen, dennoch pfiffigen Familienkomödie "Von Müttern und Töchtern"2), mit der Eleonore Weisgerber Anfang Februar 2007 zusammen mit Filmtochter Anna Loos1) in der ARD zu sehen war. Gerade als die allein erziehende Mittdreißigerin Lena (Anna Loos) sich endlich entschieden hat, mit ihrem neuen Freund Felix (Jürg Löw1)) zusammenzuziehen, nimmt ihr Leben eine unerwartete Wendung: Völlig überraschend taucht Lenas Mutter Elisabeth auf, und quartiert sich bei ihrer Tochter ein. Da Lena die Kritik ihrer ebenso sympathischen wie dominanten Mama fürchtet, traut sie sich nicht, ihr von ihrer neuen Liebe zu erzählen. Lenas 13-jähriger Tochter Johanna (Luise Risch), die Felix ohnehin nicht leiden kann, kommt dieses Versteckspiel jedoch sehr gelegen: Gemeinsam mit ihrer Omi heckt sie einen Plan aus, um den perfekten Mann für ihre Mama zu finden …(Quelle: ARD)
Ganz anders geartet war Mitte April 2007 der Part der stillen, undurchsichtigen Arzthelferin Frau Spengler in Martin Eiglers eindringlichem Fernsehspiel "Der falsche Tod"2), welches sich sensibel mit dem heiklen Thema der aktiven Sterbehilfe befasst. An der Seite der Protagonisten Friedrich von Thun als Arzt Dr. Hinrich Fehse und Anneke Kim Sarnau1) als dessen engagierter Filmtochter und Ärztin Jenny zeigte Eleonore Weisgerber einmal mehr, dass sie durchaus auch mit "leisen" Figuren überzeugen kann. Eine vollkommen konträre Figur, die etwas exaltierte Mutter der Hauptdarstellerin Lotta Basalle (Chiara Schoras1)), gab sie Ende Oktober 2008 in der heiteren Romanze "Der Hochzeitswalzer", der Geschichte einer Starpianistin, die von einem Spitzenkoch (Stephan Luca1)) aus einer Krise befreit wird und in ihm ein neues Glück findet. Danach tauchte die Schauspielerin unter der Regie von Kai Wessel neben Robert Atzorn, Judith Rosmair1) und Axel Milberg1) in "Im Gehege"3) (EA: 01.12. 2008) auf, einer Mischung aus spannendem Thriller und Liebesdrama. 
Ende April 2009 spielte sie in der ZDF-Komödie "Vorzimmer zur Hölle"2), einer amüsanten Story um den arroganten Vorstandsvorsitzenden (Andreas Pietschmann1)) eines Kosmetik-Konzerns und dessen neuen Chefsekretärin Jule (Henriette Richter-Röhl1)). Eleonore Weisgerber gab in dieser Büro-Liebesgeschichte Jules ziemlich überdrehte Vorgängerin, die nach einem Herzanfall außer Gefecht gesetzt wird. Fortgesetzt wurde die Geschichte am 3. April 2011 mit "Vorzimmer zur Hülle – Streng geheim!"2) und am 25. April 2013 mit "Vorzimmer zur Hölle 3 – Plötzlich Boss"2). Anfang März 2010 gehörte die Schauspielerin zur Besetzung des Katie Fforde-Melodrams "Eine Liebe in den Highlands"1) und mimte die leicht versnobte Mutter des Wollfabrikanten Philipp Dalmain (Max Landgrebe1)). In der im Sommer 2009 für die ARD gedrehten "Utta Danella"-Verfilmung "Eine Nonne zum verlieben"4) (nach dem Roman "Die Jungfrau im Lavendel") hatte sie neben Publikumsmagneten wie Michaela May1) und Michael Mendl die Rolle der Priorin Dorothea übernommen; gezeigt wurde das Melodram am 23. April 2010. Eine weitere Arbeit war der am 15. Dezember 2010 ausgestrahlte, ungewöhnlich packende ARD-Film mit dem Titel "Morgen musst Du sterben"1), in dem Eleonore Weisgerber mit der kleineren, dennoch prägnanten Nebenrolle der Ex-Ehefrau des Protagonisten Uwe Kockisch zu sehen war.
 

Eleonore Weisgerber in der am 25. Mai 2010
ausgestrahlten TV-Sendung "Lafer!Lichter!Lecker!"1) 
Quelle: Wikipedia bzw. Wikimedia Commons
Urheber: Udo Grimberg (Wikipedia-Benutzer Chester100)
Lizenz zur Veröffentlichung siehe hier 

Eleonore Weisgerber in der am 25. Mai 2010 ausgestrahlten Sendung "Lafer!Lichter!Lecker!";  Quelle: Wikipedia bzw. Wikimedia Commons; Urheber: Udo Grimberg; Diese Datei ist unter der Creative Commons-Lizenz Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported lizenziert.
In der rund 180-minütigen Doppelfolge der vierteiligen deutsch-britischen melodramatischen Familiensaga "Vier Frauen"5), einer Verfilmung angelehnt an den Rosamunde Pilcher1)-Bestseller "This September", mit dem Titel "Virginias Geheimnis" (EA: 24.04.2011) war die Schauspielerin an der Seite von Charles Dance1) als ihrem Filmehemann mit der weiblichen Hauptrolle der eleganten Virginia Aird zu sehen. Die glücklich verheiratete und der britischen Oberschicht angehörende Virginia wird von ihrer Vergangenheit eingeholt, als sich ihr einstiger amerikanischer Freund Conrad Tucker (Michael Brandon1)), mit dem sie vor mehr als zwei Jahrzehnten eine Liebesnacht verbracht hat, bei ihr auftaucht. Tucker glaubt, der Vater von Virginias Tochter Laura (Rebecca Night1)) zu sein … Die Dreharbeiten zu den Folgen drei und vier begannen ab Mai 2011 in Schottland. Nur wenig später folgte mit der Ausstrahlung von Christine Kabischs dramatischen Komödie "Die geerbte Familie"4) (EA: 29.04.2011) eine weitere TV-Produktion, in der Eleonore Weisgerber, wenn auch nur mit einem kleineren Part, mitwirkte. Neben den Hauptdarstellern Denise Zich1) und Hendrik Duryn1) mimte sie hier die strenge Chefredakteurin eines Frankfurter Fashion-Magazins. 
Eleonore Weisgerber zeigte sich seit 25. August 2011 in dem ZDF-Vierteiler "Wilde Wellen – Nichts bleibt verborgen"1) erneut mit einer schönen Hauptrolle auf, verlieh der Kunstmalerin Sabine du Maurier Kontur, einstige Ehefrau des wohlhabenden Fischgroßhändler Léon Menec (Hanns Zischler), Patenonkel der im Zentrum des Geschehens stehenden jungen Pariser Polizistin Marie Lamare (Henriette Richter-Röhl). In der von Ulli Baumann nach einer Romanreihe bzw. einem Drehbuch von Christiane Sadlo1) ("Inga Lindström") aufwendig inszenierten, melodramatisch-kriminalistischen Familiensaga ging es um schicksalhaft-düstere Familiengeheimnisse, Vergangenheitsbewältigung, fiese Intrigen und natürlich kam vor allem die Liebe nicht zu kurz. Vor der Kulisse der romantischen Küste der westfranzösischen Bretagne spielten in weiteren Hauptrollen Johannes Zirner1) als junger, sympathischer Archäologie-Professor Paul Racine, Ulrich Pleitgen als Ex-Kapitän bzw. Maries Vater Michel Dumont, Katja Weitzenböck1) als Menecs dominante, Ränke schmiedende Ehefrau Claire und  Daniel Roesner1) als labiler Sohn und designiertem Firmenerbe Caspar Menec; mehr zu den inzwischen auf DVD erschienen einzelnen Folgen "Der Schuss" (EA: 25.08.2011), "Der Verdacht" (EA: 28.08.2011), "Der Sturz" (EA: 01.09.2011) und "Die Erlösung" (EA: 04.09.2011)  bei fernsehserien.de sowie der Filmkritik des Journalisten Rainer Tittelbach bei tittelbach.tv.
In dem Katie Fforde-Melodram "Sommer der Wahrheit"4) (EA: 09.12.2012) präsentierte sie sich als verständnisvolle Café-Besitzerin Fiona Summer bzw. Mutter des erfolgreichen Fotografen Lucas (Siegfried Terpoorten1)), der nach Jahren erfährt, dass er einen Sohn mit der verheiraten Susan Bishop (Carolina Vera1)) hat und deren Ehe mit dem Arzt Richard Bishop (Thomas Heinze1)) ganz schön durcheinanderwirbelt. In der heiteren Tessa Henning-Geschichte "Mutti steigt aus"4) (EA: 12.05.2013) komplettierte sie zusammen mit Rita Russek1) und Maren Kroymann1) das Aussteiger-Trio, welches dem grauen Alltag in Deutschland entfliehen und auf Gran Canaria ein neues Domizil aufschlagen will. In dem farbenprächtigen abenteuerlichen ZDF-Zweiteiler "Das Mädchen mit dem indischen Smaragd"1) (EA: 10./11.11.2013) mit Stephanie Stumph1) als Titelheldin, die in Indien ihren verschollenen Vater sucht, übernahm Eleonore Weisgerber die Nebenrolle einer aufopferungsvollen Ärztin, die sich in den Slums von Jaipur um Waisenkinder kümmert → tittelbach.tv.
Am 21. Mai 2014 gelangte das historische Drama "Sternstunde ihres Lebens"1) zur Ausstrahlung, die Dreharbeiten für die WDR-Produktion begannen am 15. Oktober 2013. Thematisiert wurde die Entstehung des Artikels 3 des Grundgesetzes1), nach dem Männer und Frauen gleichberechtigt sind. Die SPD-Politikerin Elisabeth Selbert1) (1896 – 1986), verkörpert von Iris Berben, war eine der vier "Mütter des Grundgesetzes"1) – die Aufnahme der Gleichberechtigung in den Grundrechteteil der bundesdeutschen Verfassung war zum großen Teil ihr Verdienst. In dem historischen TV-Drama, mit dem Regisseurin Erica von Moeller Selberts Kampf für den Gleichberechtigungsartikel nachzeichnete, verlieh Eleonore Weisgeber Helene Wessel1)  Kontur. Zur hochkarätigen Besetzung zählten unter anderem Anna Maria Mühe1) (Irma Lankwitz), Lena Stolze1) (Frieda Nadig1)), Walter Sittler1) (Albert Finck1)), Rudolf Kowalski (Adam Selbert), Max von Thun1) (Heinrich Bode), Dietrich Mattausch (Konrad Adenauer1)) und Klaus Mikoleit (Theodor Heuss1)).
In dem nachdenklich stimmenden TV-Film "Unverschämtes Glück"4) (EA: 25.03.2015), mit Achim Rohde1) als Oberbürgermeister Größt bzw. ausgebranntem Kleinstadt-Politiker und Katja Flint1) als dessen vereinsamte Gattin Erika, präsentierte sich Eleonore Weisgerber als die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Klara Gauss, die im Polit-Poker kräftig mitmischt.
Eleonore Weisgerber am 28. November 2015 in Köln anlässlich der Preisverleihung der "Deutschen Akademie für Fernsehen"; Urheber: Wikimedia-User 9EkieraM1 (M. Krefting); Lizenz: CC BY-SA 3.0; Quelle: Wikimedia Commons In der nur vordergründig als Komödie daherkommenden Geschichte "Mutter auf Streife"4) (EA: 29.05.2015), in der sich die wohlhabende Zahnarztgattin Mia Bischoff (Mira Bartuschek1)) von ihrem wenig gewürdigten Vollzeitjob als Hausfrauen mit zwei nörgelnden Kindern aber auch egozentrischem Ehemann Florian (Max von Thun) emanzipieren will und eine Ausbildung zur Polizistin anstrebt, erfreute Eleonore Weisgerber die Zuschauer als Mias abgedrehte, mitunter kiffende Schwiegermutter. Die in der Familie lebende Alt-68erin und Ex-Musikerin Helga kümmert sich nur um ihre eigenen Belange und sorgt mit ihrer eigenwilligen Lebensweise für zusätzlichen Stress. Zudem war die Schauspielerin seit Anfang Juni 2015 in der vorerst sechsteiligen ZDF-Sitcom "… und dann noch Paula"5) als Mutter des gestressten Sternekochs Oliver (Alexander Schubert1)) zu sehen, der plötzlich mit der Existenz einer Tochter (Amelie Plaas-Link1)) konfrontiert wird → www.presseportal.de.
Am 30. November 2015 erlebte man die Schauspielerin dann in dem ZDF-Gerichtsdrama "Nacht der Angst"4), erzählt wird die Geschichte der engagierten, freiberuflichen Hebamme Emma Hartl (Nina Kunzendorf1)), deren Existenz aufgrund einer in Bruchteilen von Sekunden getroffenen Entscheidung auf dem Spiel steht. Eleonore Weisgerber spielte hier die Schwiegermutter der jungen Sesha (Friederike Becht1)), deren Sohn bei einer Zwillingsgeburt mit extrem schweren Behinderungen zur Welt kam.
 
Eleonore Weisgerber am 28. November 2015 in Köln anlässlich der Preisverleihung
der "Deutschen Akademie für Fernsehen"1)
Urheber: Wikimedia-User 9EkieraM1 (M. Krefting); Lizenz: CC BY-SA 3.0
Quelle: Wikimedia Commons
Seit Ende der 1980er Jahre wirkte Eleonore Weisgerber immer mal wieder in den populären "Tatort"-Krimis mit, in der am 30. Oktober 2016 ausgestrahlten Folge "Echolot"1), in der sich die Bremer Kommissare Lürsen (Sabine Postel1)) und Stedefreund (Oliver Mommsen1)) mit einem mysteriösen Tod in der Computerszene auseinandersetzen müssen, stellte sie die Doris Osterloh dar, Mutter der tödlich verunglückten Vanessa Arnold (Adina Vetter1)).
Im Februar 2017 präsentierte sie sich in der Krimikomödie "Dimitrios Schulze"4) (EA: 02.02.2017), dem Pilotfilm zu einer geplanten neuen ARD-Reihe, als wenig zimperliche Ermittlungsrichterin Eszter Petöfi, die es mit dem titelgebenden Mannheimer Anwalt mit griechischen Wurzeln Dimitrios Schulze (Adam Bousdoukos1)) zu tun bekommt, in "Chaos-Queens: Für jede Lösung ein Problem"4) (EA: 19.03.2017) aus der ZDF-Reihe "Herzkino" als Mutter der Protagonistin Gerri Thaler (Katharina Wackernagel1)).
Am 8. September 2017 wurde bei ARTE erstmals das Nachkriegsdrama "Ich werde nicht schweigen"1) mit Nadja Uhl1) in der Hauptrolle der um ihr Recht kämpfenden Kriegswitwe Margarete Oelckers ausgestrahlt. In dem auf realen Tatsachen basierenden Film trat Eleonore Weisgerber mit der durchaus prägnanten Nebenrolle der "„blödsinnigen" Anstaltspatientin Erna Trauernicht in Erscheinung: Deutschland 1948: Die Kriegswitwe Margarete Oelkers (Nadja Uhl) verdingt sich als Näherin. Sie beantragt Witwenrente, um für ihre beiden Söhne sorgen zu können. Als ihr diese verweigert wird, dreht Margarete durch und randaliert. Landesarzt Dr. Paul Ahrens (Rudolf Kowalski) diagnostiziert einen schizophrenen Schub und weist sie in die Heil- und Pflegeanstalt Wehnen1) ein. Ein Jahr später wird Margarete als geheilt entlassen. Der Aufenthalt in Wehnen hat sie gezeichnet, doch sie will für ihre Rehabilitation und das Sorgerecht für ihre beiden Kinder kämpfen. Als sie sich mit der jungen Antje Eversen (Janina Fautz1)) anfreundet, deren Mutter in Wehnen starb, keimt in Margarete ein schrecklicher Verdacht. Wie kam es zu ihrer Einweisung und was geschah wirklich in der Psychiatrie von Wehnen? Keiner will mit Margarete über die Vergangenheit sprechen, denn die Drahtzieher von einst befinden sich noch immer in ihren Ämtern und halten die bürokratischen Fäden der jungen deutschen Demokratie in ihren Händen.6) Erstmals vorgestellt wurde die ZDF-Produktion im Juni 2017 im Rahmen des "28. Internationalen Filmfest Emden-Norderney" → tittelbach.tv.
Mit Regisseurin Anna Justice3) entstand das Drama "Das Leben vor mir"4) (EA: 24.10.2018), in dem die drei Protagonisten mit nostalgischen Erinnerungen, aber auch der Gegenwart konfrontiert werden: Cornelius (Matthias Habich) lebt mit seinem jüngeren Freund Frank (Stephan Kampwirth1)) in einer glücklichen Beziehung, die Harmonie wird gestört, als plötzlich ohne jede Ankündigung Julia (Eleonore Weisgerber) nach mehr als zwei Jahrzehnten vor der Tür steht – die Frau, die Cornelius verließ, nachdem er erkannt hatte, dass er Männer liebt, und mit der er zwei Kinder hat: Natascha (Maren Eggert1)) und Abel (Florian Panzner1)). Die beruflich und privat gescheiterte Julia sucht Zuflucht bei Cornelius und wirbelt das Leben des Paares ganz schön durcheinander. "Das mit Ironie und Humor durchsetzte Drama besticht nicht nur durch seine unaufgeregte Haltung, die Autor Ramesh mit Hilfe seiner Hauptfigur der Geschichte mitgibt, sondern auch durch die Beiläufigkeit, mit der die gleichgeschlechtliche Beziehung erzählt wird. Die Besetzung ist top, die Sprache präzise, die Dialoge sind köstlich. Der Film erklärt einem nicht die Welt, besitzt dennoch eine Haltung, die mehr ist als die Summe der Haltungen der meinungsstarken Figuren, die Themen werden wie Töne angeschlagen. Das war auch Matthias Habich ein großes Anliegen: "eine ganz normale Liebesbeziehung", nichts Schrilles, keine Sexszenen, kein tuntiges Händchengehalte, "sondern einfach zeigen, wie zwei Menschen zusammenleben". Das könnte auch für die Rezeption von Vorteil sein: "Diese selbstverständliche Erzählweise führt vielleicht dazu, dass auch heterosexuelle Männer mit dem Paar mitfühlen können", vermutet Habich." schreibt der TV-Kritiker und Medienjournalist Rainer Tittelbach1) bei tittelbach.tv. Eleonore Weisgerber überzeugte hier mit der Charakterstudie einer einsam-zynischen, vielschichtigen Frau und war kongeniale Partnerin eines ebenfalls exzellent aufspielenden Matthias Habich.
 
Zu den aktuelleren Arbeiten der Schauspielerin vor der Kinokamera zählen neben der deutschen Produktion "Schwerkraft"1) (2010) von Regisseur Maximilian Erlenwein zwei internationale Produktionen, der von James Mc Teigue in Szene gesetzte und den Brüdern Larry und Andy Wachowski produzierte Actionfilm mit dem Titel "Ninja Assassin"1) (2009) sowie "Albert Schweitzer – Ein Leben für Afrika"1) (2009), die Verfilmung des Lebens des großen Humanisten Albert Schweitzer1) (1875 –1965). Die Hommage an die "Ninja" Filme der 1980er Jahre kam am 3. Dezember 2009 in die deutschen Kinos, in der Hauptrolle sah man den koreanischen Popstar, Schauspieler, Model und Tänzer Rain1). Das Biopic über den legendären Urwaldarzt und Friedensnobelpreisträger Albert Schweitzer realisierte der britische Regisseur Gavin Millar mit Jeroen Krabbé1) in der Titelrolle, Eleonore Weisgerber verkörperte die Oberschwester Anna, an weiteren deutschen Darstellern gehören unter anderem Armin Rohde1) (Albert Einstein1)) und Hans-Werner Meyer1) (Dr. Erik als) zur internationalen Besetzung; Kinostart war der 24. Dezember 2009 → albertschweitzer-derfilm.de
Erlenweins Langspielfilm-Regiedebüt "Schwerkraft"1) mit Fabian Hinrichs1) als Bankangestellter und Jürgen Vogel1) als Ex-Knacki in den Hauptrollen fokussierte die Wandlung eines Bankangestellten, der sich aus dem Korsett seines Alltags befreit und zum Grenzgänger wird. Die Koproduktion des "Kleinen Fernsehspiels" (ZDF) gewann am 25. August 2009 in der Kategorie "Abendfüllender Spielfilm" den Nachwuchspreis "bei den "First Steps Awards"; Eleonore Weisgerber zeigte sich mit der Rolle der Frau Reicherts, Kinostart war der 25. März 2010. Danach stand Eleonore Weisgerber für Hans Weingartners Kinofilm "Die Summe meiner einzelnen Teile"1) als Ärztin vor der Kamera. Das Psychodrama feierte am 16. Oktober 2011 anlässlich des "55. BFI London Film Festivals" seine Weltpremiere, ab 2. Februar 2012 lief der sehenswerte Film in den deutschen Kinos an. In der Produktionsphase befindet sich derzeit der historische Kinofilm "G'stätten" um das Geschwisterpaar Maria (Svenja Jung) und Gregor (Merlin Rose) in einem kleinen Dorf der frühen 1950er Jahre, gedreht von Regisseur Peter Evers; Eleonore Weigerber spielt die Badnerin. Bereits 2014 hatte Evers mit "G'stätten" den von der "Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg"1) (MFG) ausgelobten "Thomas Strittmatter Drehbuchpreis"1) gewonnen. Eine weitere Kinoproduktion mit Weisgerber wird der Film "Gut gegen Norwind" sein, nach dem gleichnamigen Bestseller1) von Daniel Glattauer1). Nora Tschirner1) und Alexander Fehling1) haben die Hauptrollen übernommen, Regie führt Vanessa Jopp1); als Kinostart wird Herbst 2019 genannt → filmstarts.de.
 
In den letzten Jahren hat sich Eleonore Weisgerber, die lange zusätzlich Chanson- und Musicalgesang studierte, auch einen Namen als erfolgreiche Chansonsängerin gemacht. Mit ihren Programmen wie beispielsweise "Aufstieg und Fall der Femme Fatale" begeistert sie auch in diesem Genre das Publikum. Auf der Theaterbühne konnte man sie jüngst seit der Premiere am 7. Februar 2015 am Berliner "Schlossparktheater" gemeinsam mit Ulrich Gebauer1) in dem Zweipersonenstück "Das Lächeln des Barrakuda" von Esther Vilar1) erleben → schlosspark-theater.de.
Darüber hinaus wirkt die Künstlerin seit den 1970er Jahren sporadisch in Hörspielproduktionen mit, eine Auswahl der Stücke, die in der ARD Hörspieldatenbank gelistet sind, findet man hier.

Neben ihrer Arbeit für Theater und Film, engagiert sich die Schauspielerin für Menschen mit seelischer Behinderung. 2007 gründete Eleonore Weisgerber die Stiftung "In Balance – Zentrum für bipolare Störungen Hamburg", die über manisch-depressive Erkrankungen aufklärt. Dazu Weisgerber: "Über zwei Millionen Menschen in Deutschland sind erkrankt, aber der Großteil der Bevölkerung hat noch nie davon gehört. Aufklärung ist dringend notwenig. Da die Krankheit meist am Ende der Pubertät ausbricht, sind, wenn sie erst 15 Jahre später diagnostiziert wird, viele Chancen für das Leben vertan: Ausbildung, Familie, Beziehungen. Und das ist meist nicht wieder gut zu machen." Weitere Infos finden Betroffene unter "Deutsche Gesellschaft für Bipolare Störungen e.V. (DGBS)". (Quelle: www.prisma.de) Seit 2010 engagiert sie sich zudem als "SchrittMacher" der "Tom Wahlig Stiftung", die sich die Erforschung und Bekämpfung der seltenen, bisher unheilbaren Erbkrankheit HSP1) (Hereditäre Spastische Spinalparalyse) zum Ziel gesetzt hat → www.hsp-info.de.
 
Die erfolgreiche und vielseitige Bühnen- und Filmschauspielerin Eleonore Weisgerber lebt in Berlin und hat einen Zweitwohnsitz in Paris. Von ihrem Ehemann, dem Schauspieler Joachim Bliese1), den sie 1976 geheiratet hatte, lebte sie seit 1991 getrennt; die Ehe wurde inzwischen geschieden. Aus der Verbindung stammen eine Tochter (geb. 1979) sowie einen Sohn (geb. 1983).
Textbausteine des Kurzportraits von www.prisma.de
Siehe auch Wikipedia, schlosspark-theater.de
Kontakt: Künstleragentur Schlag
Fremde Links: 1) Wikipedia, 2) prisma.de, 3) dieterwunderlich.de, 4) tittelbach.tv, 5) fernsehserien.de
6) Quelle: www.studio-hamburg.de
Lizenz Foto Eleonore Weisgerber (Urheber Udo Grimberg):
Diese Datei ist unter der Creative Commons-Lizenz Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported lizenziert.
Stand: Oktober 2018
Filme
Filmografie bei der Internet Movie Database sowie filmportal.de
(Fremde Links: Wikipedia, filmportal.de, Die Krimihomepage, fernsehserien.de, 
deutsches-filmhaus.de, tittelbach.tv, prisma.de)
Kinofilme Fernsehen (Auszug)
   
Hörspielproduktionen (Auszug)
(Link: ARD-Hörspieldatenbank (mit Datum der Erstausstrahlung) bzw. Wikipedia)
Eleonore Weisgerber als Hilde, Frau von Reiner, in dem Hörspiel "Böse Onkel" von Benno Hurt (EA: 12..11.2011); Foto freundlicherweise zur Verfügung gestellt vom WDR (Presse und Information, Redaktion Bild) Copyright WDR/Sibylle Anneck
Eleonore Weisgerber als Hilde, Frau von Reiner, in dem Hörspiel
"Böse Onkel" von Benno Hurt (EA: 12.11.2011)
Foto freundlicherweise zur Verfügung gestellt vom WDR
(Presse und Information, Redaktion Bild) © WDR/Sibylle Anneck
    
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