Klaus Wildbolz wurde am 25. August 1937 in Wien geboren, wuchs gemeinsam mit Zwillingsbruder Jost in Zürich sowie in Internaten in Bern und St. Moritz auf. Er stammte aus einem alteingesessenen Geschlecht der Stadt Bern, der als Berner Platzkommandant während des Landesstreiks 1918 bekannt gewordene Eduard Wildbolz1) (1858 – 1932) war sein Großvater, sein Vater Generaldirektor einer Schuhfabrik, seine Mutter eine österreichische Adlige. Bevor Wildbolz zu einem populären Darsteller bei Theater, Film und Fernsehen avancierte, hatte er, ganz in der Familientradition, nach dem Abitur einen kaufmännischen Abschluss erworben, anschließend seinen Militärdienst bei der Schweizer Armee geleistet und sich dann für den Beruf des Schauspielers entschieden. In Wien studierte er bis 1960 am Wiener "Max Reinhardt Seminar"1) Musik und Darstellende Kunst, erhielt dann ein erstes Engagement am Stadttheater in Luzern. 1963 folgte Wildbolz einem Ruf an das Wiener "Theater in der Josefstadt", welches bis 1970 seine künstlerische Heimat wurde; danach arbeitete er als freischaffender Schauspieler. Auch bei den "Salzburger Festspielen" war er präsent, gestaltete 1982 in der "Jedermann"-Aufführung1) den "Guten Gesell" an der Seite von Maximilian Schell (Jedermann), gab 1983 den Spielansager mit Klaus Maria Brandauer als Jedermann – jeweils in Inszenierungen von Ernst Haeusserman → mehr zum Theaterwirken bei tls.theaterwissenschaft.ch.
  
Seit Mitte der 1960er Jahre übernahm Wildbolz Aufgaben für das Fernsehen und wurde rasch einem breiten Publikum bekannt; so hatte man ihn bereits 1965 in der Serie "Alle machen Musik" erleben können, Auftritte in Stücken wie "Wienerinnen" (1973) oder "Johann und Anna" (1976) festigten seinen Ruf als vielseitiger Darsteller. Als Mitte der 1970er Jahre ein Moderator für die ARD-Quiz-Show "Schnickschnack"1) gesucht wurde, hatte Wildbolz mit dieser "Rolle" seinen endgültigen Durchbruch auf dem Bildschirm.

Das Foto wurde mir freundlicherweise von dem
Fotografen Christian Mastalier zur Verfügung gestellt.
© Christian Mastalier (www.mastalier.com)

Klaus Wildbolz; Copyright Christian Mastalier
 Er gehörte fortan zu den beliebtesten Fernsehschauspielern, agierte mit den unterschiedlichsten Rollen immer wieder in zahlreichen Krimi-Reihen wie "Der Alte", "Derrick", "Sonderdezernat K1", "SOKO 5113", "Männer vom K3" oder "Tatort".  Man sah den stattlichen und attraktiven Wildbolz mit Hauptrollen in vielen weiteren populären Serien, so in "Ringstraßenpalais", "Hotel Paradies", "Der Patenonkel", "Clara" oder "Der Bergdoktor". Eine sympathische Rolle, die des Hotelchefs Hofer, der durch einen Unfall seine Frau verloren hat, mimte er mit Wiener Charme von 1996 bis 2000 in der erfolgreichen Serie "Schlosshotel Orth"1) und handelte sich damit den Ruf des "Fernseh-Hoteliers" schlechthin ein. Er tauchte bei dem "Unvergesslichen Wochenende…" (1997) ebenso wie auf dem "Traumschiff" (2004) oder in den unterhaltsamen Pilcher-Romanzen auf,  in jüngerer Zeit mimte er in "Rosamunde Pilcher – Liebe im Spiel" (2004) den reichen Medienmogul Hugh Hanthorpe sowie in "Sommer der Liebe" (2007) den Mortimer Heston. Eine blendende Figur machte der Frauenschwarm Wildbolz auch als Peter O'Mally in der neuen ZDF-Sonntagabend-Reihe "Unsere Farm in Irland"1) neben den Protagonisten Eva Habermann und Daniel Morgenroth, die beiden Folgen "Wolken über der Küste" und "Neue Zeiten" gelangten Ende Oktober bzw. Anfang November 2007 zur Ausstrahlung und fanden großes Zuschauerinteresse; fortgesetzt wurde die Reihe mit den Episoden "Liebe meines Lebens" (EA: 22. 02.2009), "Eifersucht" (EA: 01.03.2009), "Neues Leben" (EA: 31.01.2010), "Liebeskarussell" (EA: 21.02.2010). "Tanz auf dem Vulkan" (EA: 31.10.2010) und "Rätselraten" (EA: 14.11.2010). Zu den weiteren TV-Arbeiten zählt die "Traumhotel"-Folge "Karibik" (2008) sowie das "Pilcher"-Melodram "Herzenssehnsucht", wo der sympathische Schauspieler Anfang 2009 als schwerreicher Jonathan MacKenzie, Patriarch einer traditionsreichen irischen Leinenweberei, auf dem Bildschirm auftauchte.
Am 23. Juni 2011 wurde in der ARD der TV-Film "Sonntagsvierer"2) ausgestrahlt. In der von Sabine Boss inszeniertren Tragikomödie (erstmals im Schweizer Fernsehen am 9.5.2010 gesendet) ist Klaus Wildbolz  neben Günther Maria Halmer, Herbert Leiser und Walter Hess einer von vier frisch gebackenen Rentnern. Als Emil (Klaus Wildbolz) seinen Freunden bei einem gemeinsamen Golfwochenende mitteilt, dass er unheilbar krank sei und sich umbringen wolle, werden die Freunde aktiv … → TV-Kritik der "Baseler Zeitung" sowie tittelbach.tv. Zuletzt sah man Wildbolz in der Emilie Richards-Geschichte "Der Zauber von Neuseeland"2) (EA: 25.09.2011) als Angus Clark auf dem Bildschirm. 

Auf der Kinoleinwand war Klaus Wildbolz eher selten präsent: 1971 erlebte man ihn in dem Streifen "Die Tollen Tanten schlagen zu"1), in dem Spionagethriller "Permission to Kill" (1975, Vollmacht zum Mord) stand er mit Dirk Bogarde und Ava Gardner vor der Kamera. In der Operettenverfilmung "Tanz ins Glück" (1979) war er der Partner von Dagmar Koller . Zuletzt wirkte er in dem Film "Schweizer Helden"1) des schweizerischen Regisseurs Peter Luisi mit; beim "Internationalen Filmfestival von Locarno" (06.–16.08.2014) wurde die Produktion mit dem "Publikumspreis" ausgezeichnet.

Neben seiner umfangreichen Arbeit für das Fernsehen stand Klaus Wildbolz immer wieder auf der Bühne oder begeisterte bei Lesungen das Publikum. Seit Jahren engagierte er sich zusammen mit seiner dritten Ehefrau Barbara (verstorben 2008) für Einrichtungen, die sich um Kinder in Not kümmern. Er war ein großer Fan von Oldtimern und entsprechenden Rallyes; vor einigen Jahren belegte er bei der "Planai-Classic" in Gröbming (Ennstal) gemeinsam mit Beifahrerin Ulrike Glöckner den dritten Rang.
2007 stand im Hause Wildbolz ein besonderes Fest an, im August feierte Klaus Wildbolz mit seinem zweieiigen Zwillingsbruder, dem renommierten Fotografen Jost Wildbolz (→ www.jostwildbolz.ch), einen runden Geburtstag, zusammen wurden sie 140 Jahre alt.
Privat hatte der Schauspieler nach dem Krebstod seiner 2008 verstorbenen Frau Barbara, mit der er 22Jahre verheiratet war, inzwischen ein neues Glück gefunden, wie er die Zuschauer auch in der Talkshow "Kölner Treff" am 8. Januar 2010 wissen ließ. Seit einiger Zeit war die 41 Jahre jüngere Nadine von Vöhren seine neue Lebenspartnerin.
Klaus Wildbolz starb am 5. Januar 2017 nach kurzer schwerer Krankheit in seiner Geburtsstadt Wien – er wurde 79 Jahre alt. 

Webpräsenz: klauswildbolz.npage.de
Siehe auch Wikipedia, tls.theaterwissenschaft.ch
Link: 1) Wikipedia, 2) prisma.de
  
Filme
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Link: Wikipedia, fernsehserien.de, Die Krimohomepage, 
Beschreibung innerhalb dieser HP, deutsches-filmhaus.de, prisma.de, tittelbach.tv)
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