Hört man den Namen "Emil", denkt mancher unwillkürlich an den Kabarettisten Emil Steinberger, der mit dem typisch schweizerischen Akzent Allerweltsfiguren spielt, die ihren Senf zu allem und jedem abgeben und der mit diesem "Alterego" international berühmt wurde.  
Emil Steinberger wurde am 6. Januar 1933 als Sohn eines Kaufmanns bzw. Buchhalters im Schweizerischen Luzern geboren, wo er gemeinsam mit Schwester Hanny und Bruder Ruedi aufwuchs. Nach der Ausbildung, unter anderem an der Zentralschweizerischen Verkehrs- und Handelsschule, begann er eine Laufbahn als Postbeamter, die der damals 27-Jährige nach neun Jahren zugunsten einer Grafiker-Ausbildung an der "Schule für Gestaltung" in Luzern aufgab. 
Emil Steinberger mit seiner Frau Niccel Mitte September 2007 nach einer Lesung in Haueneberstein (Baden-Baden); Urheber: Wikimedia-User Frank C. Müller ( Lizenz: CC-BY-SA 2.5.); Quelle: Wikimedia Commons bzw. Wikipedia Nach dem fünfjährigen Studium eröffnete er dann zunächst ein Werbebüro. 1968 gründete er in Luzern gemeinsam mit seiner ersten Frau Maya Rudin das "Kleintheater am Bundesplatz", in dem hauptsächlich Jazz, Theater, Comedy, Kabarett und natürlich "Emil" eine Heimat fanden. Zwei Jahre später übernahm er die Programmgestaltung des Kinos "Moderne", um dann schließlich ganz dem Grafikerberuf Adieu zu sagen. Fortan konzentrierte sich Steinberger auf das Theater sowie die Kleinkunst, startete seine erfolgreiche Kabarett-Karriere mit der Kunstfigur "Emil" und ging mit dem Programm auf zahlreiche Gastspielreisen durch Deutschland und die Schweiz. 1977 beispielsweise ging Steinberger neun Monate lang mit dem Schweizer "Nationalzirkus KNIE" auf Tournee, was dem Unternehmen einen Rekord von 1,3 Millionen Besuchern in nur einer Saison bescherte.
 
Foto: Emil Steinberger mit seiner Frau Niccel Mitte September 2007
nach einer Lesung in Haueneberstein (Baden-Baden)
Urheber: Wikimedia-User Frank C. Müller ( Lizenz: CC-BY-SA 2.5.)
Quelle: Wikimedia Commons bzw. Wikipedia
Durch verschiedenste Fernsehübertragungen wurde die "One-man-Show" ab Anfang der 1970er Jahre auch in Deutschland ungemein populär: "Emil" ist liebenswert, wirkt manchmal ein wenig schlicht, entlarvt jedoch grade mit dieser Einfachheit menschliche Schwächen, Dummheiten und Vorurteile. Besonders bekannt wurden aus den Programmen die Stücke "Der Telegrafenbeamte", "Auf der Polizeistation", "Das Bremslicht", "Die Mengenlehre", "Der Pilot" sowie "Der Blutspender"; seine "Emil-Nummern" spielte er auch in französischer und schweizerdeutscher Sprache.
1987 verabschiedete sich Emil Steinberger nach fast zwanzig Jahren endgültig von der legendären Kunstfigur und machte unter anderem mit großem Erfolg Werbespots unter anderem für "Melitta Kaffee" oder "Fisherman's Friend". 1993 zog es ihn dann in die USA, wo er für große Zeitungen wie die "Berliner Morgenpost", "Die Weltwoche", "Schweizer Familie" und "Biel-Bienne" als Kolumnist tätig war, im Fernsehen auftrat und sich seinen Hobbys widmete, wie der Malerei, Fotografie und Literatur. Erst 1999 kehrte er in die Schweiz zurück und lebt seither mit seiner zweiten Frau, der wesntlich jüngeren Autorin und Gelotologin (Lach-Trainerin) Niccel Kristuf1), die er am 28. Mai 1999 in New York geheiratet hatte, am Genfersee; Anfang 2014 verlegte das Paar den Wohnsitz nach Basel.
In erster Ehe war Steinberger von 1966 bis 1989 mit Maya Rudin verheiratet gewesen der gemeinsame Sohn Philipp wurde 1969 geboren.
 
Steinberger ist zudem als Autor erfolgreich, 1999 brachte er das Buch "Wahre Lügengeschichten" auf den Markt, in dem er Erfundenes und Erlebtes aus seinem Leben schildert sowie zwei Jahre später "Emil via New York", in dem er von seinen Erfahrungen in Amerika und den Amerikanern berichtet; mit diesen kabarettistischen Werken veranstaltet er seither erfolgreich Lesungen. Im Jahre 2001 gründete er mit seiner Frau einen eigenen Verlag, die "Edition E", in der neben seinen Büchern auch seine "Emil"-Nummern auf Video und DVD erscheinen.
2013 publizierte der "Knapp-Verlag" anlässlich Steinbergers 80. Geburtstages  in der "Perlen"-Reihe" dessen neuestes Buch, die Autobiografie "Lachtzig" → knapp-verlag.ch. Hier enthüllt Steinberger laut Medienberichten, dass er einen unehelichen Sohn habe → www.srf.ch.
Auch im bereits fortgeschrittenen Alter ist der Erfolg Steinbergers ungebrochen, mit seinem Programm "Drei Engel" (früher "Eine kabarettistische Lesung") tourte er viele Jahre bis Anfang Januar 2015 durch die Lande. Unter anderem erfreute er zwischen dem 20. Januar und 3. Februar 2011 das Publikum in der ausverkauften "Düsseldorfer Komödie" und brachte auf sehr lebhafte und lustige Art humoristische Geschichten, skurrile Erlebnisse aus seinem Alltag und auch Erfundenes auf die Bühne. Durch die lausbubenhafte und spitzbübische Art, wie er plaudert, spielt, schwindelt, bringt er sein Publikum in 100 Minuten mindestens 200 mal zum Lachen. Und mit drei erhobenen Fingern und dem Spruch "Drei Engel!" beteuert er zwischendurch immer mal wieder, dass eine unglaubliche Geschichte wirklich wahr ist …(Quelle: www.komoedie-steinstrasse.de)
Ab Anfang September 2015 geht der Kabarettist mit seiner legendären Kultfigur "Emil" bzw. den "Emil"-Klassikern erneut auf Tournee, "Emil – No einisch!" oder auf Schweizer Hochdeutsch "Emil, Noch einmal!" hat er das Programm genannt. Die Tour startet in der Schweiz, ab Dezember 2015 kommen dann auch die deutschen Fans unter anderem in Stuttgart in den Genuss, Steinberger live zu erleben → www.emil.ch.
 

Emil Steinberger Mitte Juni 2006
Urheber: Wikimedia-User MusenMuddi, privat aufgenommen
mit Genehmigung von Emil Steinberger; Lizenz: CC BY-SA 3.0
Quelle: Wikimedia Commons

Emil Steinberger Mitte Juni 2006; Urheber: Wikimedia-User MusenMuddi, privat aufgenommen mit Genehmigung von Emil Steinberger; Lizenz: CC BY-SA 3.0; Quelle: Wikimedia Commons
Auf der Leinwand wurde der Schweizer Kabarettist ebenfalls berühmt: Nach einem Auftritt in "Die plötzliche Einsamkeit des Konrad Steiner"1) (1976) konnte man ihn 1978 mit einer Hauptrolle in Rolf Lyssys äußerst erfolgreichen ironisch-satirischen Komödie "Die Schweizermacher"1) erleben. Hier mimte Steinberger den kleinkarierten Beamten Moritz Fischer, der zusammen mit seinem Kollegen Max Bodmer alias Walo Lüönd einbürgerungswillige Ausländer unter die Lupe nehmen muss. Dass bei einem solchen Überprüfungsverfahren verschiedene Methoden zur Anwendung kommen, erfahren in dieser doppelbödigen Geschichte ein deutscher Psychiater mit seiner Frau, ein italienischer Konditor und eine jugoslawische Balletttänzerin.
Ein Jahr später übernahm er eine kleine Rolle in "Messidor" (1979), in dem Marlon Brando-Thriller "The Formula" (1980, Die Formel) spielte er einen Postbeamten und in Rolf Lyssys Komödie "Kassettenliebe" (1982) den Protagonisten Felix Stamm, einen leitenden Angestellten im Partnerwahlinstitut "Duogena" → Filmlexikon. Zu Steinbergers weiteren Ausflügen auf die Leinwand zählen das Drama "Kaiser und eine Nacht" (1985; → Filmlexikon) sowie die heitere Geschichte "Niklaus und Sammy" (1991; → Filmlexikon).

Während seiner erfolgreichen Karriere wurde Emil Steinberger mehrfach ausgezeichnet: So erhielt er unter anderem 1976 den "Deutschen Kleinkunstpreis"
1), 1986 den "Karl-Valentin-Orden"1) und 1988 den "Hans Reinhart-Ring"1) der "Schweizer Gesellschaft für Theaterkultur". Im Mai 2003 überreichte man ihm in Montreux beim Festival "Rose d'Or"1) die "Goldene Ehrenrose", im November des gleichen Jahres in Bern den "Oertli-Preis" für seinen Sprachgrenzen überschreitenden Humor und im Januar 2004 wurde ihm der Deutschen Satirepreis "Göttinger ELCH"1) für sein Lebenswerk verliehen.
Im Mai 2004 gab die Schweizerische Post eine von Emil Steinberger entworfene Briefmarke zum Thema "Humor" heraus und würdigte damit das Lebenswerk Emil Steinbergers; die Sondermarke "Ding Dong Helvetia" zeigt eine lachende Türklingel unter der ein Mauerblümchen aus einer Ritze sprießt. Die Marke bildet den Auftakt einer neuen Reihe von Wertzeichen, die künftig jedes Jahr durch ein Werk einer berühmten in der Schweiz lebenden Person erweitert wird. 
Anlässlich seines 75. Geburtstages am 6. Januar 2008 ernannte ihn die Stadt Luzern zum Ehrenbürger, ein Jahr später folgte der "Münchhausen-Preis"
1) der Stadt Bodenwerder. Ebenfalls 2009 (am 8. Juni) erhielt er einen "Stern der Satire"1) auf dem "Walk of Fame des Kabaretts" in Mainz. Am 8. Januar 2011 wurde dem Kabarettisten, Schriftsteller, Regisseur und Schauspieler im Rahmen der TV-Show "SwissAward – Die Millionengala" im Zürcher Hallenstadion der "SwissAward1) – Lifetime-Award" verliehen. Sichtlich überrascht nahm Steinberger den Preis für sein Lebenswerk entgegen und meinte unter anderem in seiner Dankesrede "Es freut mich, dass ich euch weiterhin mit Humor besprühen darf". Zuletzt wurde er Ende August 2013 von der der "Tertianum-Stiftung" und der "Zürcher Kantonalbank" mit dem "Preis für Menschenwürde" geehrt → Übersicht der Auszeichnungen bei Wikipedia
 
Emil Steinberger im Internet: www.emil.ch, unter anderem mit aktuellen Tourdaten;
siehe auch Wikipedia, tls.theaterwissenschaft.ch
Link: 1) Wikipedia Stand Februar 2015
Um zur Seite der legendären Bühnenstars zurückzukehren, bitte dieses Fenster schließen.
Home: www.steffi-line.de