Wirken (auf der Bühne, Auszug), Filmografie
Leo Slezak wurde am 18. August 1873 in der damals zu Österreich-Ungarn gehörenden Stadt  Mährisch Schönberg1) (heute Šumperk, Tschechien1)) als Sohn des Mühlenbetreibers Leo Rudolf Slezak (1849 – 1902) und dessen Ehefrau Anna (1849 – 1898) in ärmliche Verhältnisse hineingeboren. Als der Vater seine Mühle verlor, zog dieser mit der Familie nach Brünn1) (heute Brno, Tschechien), wo er in der dortigen Tuchfabrik Arbeit fand.
Leo Slezak 1903; Autograph: "Durch Arbeit zum Ziel!"; Foto mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Nationalbibliothek (ÖNB); Urheber/Autor: Ungenannt; Datierung: 30.04.1903; Copyright ÖNB Wien; Bildarchiv Austria (Inventarnummer Pf 4088 C 2 E1) Bevor Slezak zu einem der bedeutendsten Heldentenöre seiner Zeit avancierte, musste er wegen schlechter Leistungen die Realschule vorzeitig verlassen und begann in Gmunden1) am Traunsee1) eine Gärtnerlehre. Schließlich absolvierte er in Brünn eine dreijährige Ausbildung zum Maschinenschlosser, seine Leidenschaft galt jedoch mehr dem Theater, vor allem komische Figuren begeisterten den jungen Mann.
Als er die Bekanntschaft eines Mitglieds des Brünner Theaterchors machte, stand er erstmals als Statist auf der Bühne, konnte später als Aushilfschorist sein Gesangstalent beweisen. Bei einem seiner Auftritte wurde der bekannte Bariton Adolf Robinson1) (1838 – 1920) auf die schöne Stimme Slezaks aufmerksam und beschloss, dessen ungeschulte, lyrisch-dramatische Stimme zu fördern. Er gab ihm Gesangsunterricht, seine Ehefrau vermittelte die musikalischen Grundbegriffe, da Slezak zu jener Zeit nicht einmal Noten lesen konnte.
Da sich das Singen wenig mit dem Beruf eines Maschinenschlossers vertrug, ging er zum Militär und schlug sich danach mit Gelegenheitsarbeiten als Schreiber in einer Anwaltskanzlei und Vertreter "für Powidl" (=Zwetschgenmus) durch.2)  
  
Leo Slezak 1903
Autograph: "Durch Arbeit zum Ziel!" 
Foto mit freundlicher Genehmigung der
Österreichischen Nationalbibliothek1) (ÖNB)
Urheber/Autor: Ungenannt; Datierung: 30.04.1903 → Info
Rechteinhaber/© ÖNB Wien;
Bildarchiv Austria (Inventarnummer Pf 4088 C 2 E1)
Am 18. April 1896 gab Slezak, der allein schon aufgrund seiner imposanten, hünenhaften Statur von über 1,90 m Aufmerksamkeit erregte, als Titelheld Lohengrin1) in dem Werk "Lohengrin"1) von Richard Wagner1) sein Operdebüt in Brünn, bereits zwei Jahre später stand er in Berlin an der "Königlichen Hofoper" (heute "Staatsoper Unter den Linden"1)) auf der Bühne – wenn auch zunächst nur mit Nebenrollen. 1899 ging Slezak, da er mit dem Rollenangebot unzufrieden war, nach Breslau1) (heute: Wrocławm, Polen) wo er auch seine spätere Ehefrau, die österreichische Schauspielerin Elsa Wertheim1) (1874 – 1944) kennen- und lieben lernte; am 15. Februar 1900 heiratete das Paar.
 

Leo Slezak, fotografiert in Breslau
Foto mit freundlicher Genehmigung der
  Österreichischen Nationalbibliothek1) (ÖNB)
Urheber/Autor: Fotoatelier Marie Müller (Breslau); 
→ wiki-de.genealogy.net;
Datierung: Ungenannt
© ÖNB Wien; Bildarchiv Austria (Inventarnummer Pf 4088:C (2 E)

Leo Slezak, fotografiert in Breslau; Foto mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Nationalbibliothek (ÖNB); Urheber/Autor: Marie Müller; Datierung: Ungenannt; Copyright ÖNB Wien; Bildarchiv Austria (Inventarnummer Pf 4088:C (2 E)
Slezak als Lohengrin; Mit freundlicher Genehmigung von www.cantabile-subito.de (Diese Bild- oder Mediendatei ist gemeinfrei, weil ihre urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist.) An der heutigen "Oper Breslau"1) erhielt Slezak nun Titelpartien, erweiterte sein Repertoire und avancierte rasch zum "Star" des Hauses. 1900 trat er dann bei einer Gastspielreise – noch relativ unbeachtet – am Londoner "Royal Opera House"1) in Covent Garden1) auf, ein Jahr später auf Einladung des damaligen Direktors Gustav Mahler1) (1860 – 1911) erstmals am Wiener "k. und k. Hofoperntheater" (heute "Wiener Staatsoper"1)) dessen ständiges Ensemblemitglied er blieb. Das Wiener Publikum war bei Slezaks Debüt am 23. Januar 1901 von seiner Darbietung des Arnold Melcthal (Arnold von Melchtal1)) in "Guillaume Tell"1) ("Wilhelm Tell") von Gioachino Rossini1) (Musik) an der Seite des Protagonisten Theodor Reichmann1) (1849 – 1903) als Guillaume Tell/Wilhelm Tell1) begeistert, für Slezak begann eine glanzvolle Karriere als Heldentenor, er feilte jedoch weiter an seiner Gesangstechnik; 1907 ließ er sich in Paris bei Jean de Reszke (1850 – 1925) speziell im italienischen Gesang ausbilden.
 

Leo Slezak als "Lohengrin"
Foto: Mit freundlicher Genehmigung von www.cantabile-subito.de
(Diese Bild- oder Mediendatei ist gemeinfrei,
weil ihre urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist.)
Während eines Gastspiels am "Stadttheater Graz" (heute "Opernhaus Graz"1)) wurde er am 3. Dezember 1905 nach seinem Auftritt als Edelmann Raoul de Nangis in der Oper "Die Hugenotten"1) von Giacomo Meyerbeer1) (Musik), in der die Wiener Sopranistin Jenny Korb1) (1869 – 1937) die Partie der Valentine sang, auf der Bühne zum "k. k. Kammersänger" ernannt und frenetisch gefeiert. Übrigens sollte Jenny Korb, die wiederholt Bühnenpartnerin Slezaks war, einige Monate danach auf der Grazer Bühne unter der Stabführung von Richard Strauss1) in der österreichischen Erstaufführung von dessen Oper "Salome"1) Triumphe feiern, von wo aus das Werk seinen internationalen Siegeszug antrat.
Im Jahre 1909 stand Slezak erneut in London auf der Bühne, diesmal riss er als Verdi1)-Held "Otello"1) die Zuhörerschaft zu Begeisterungsstürmen hin, im selben Jahr brillierte er am 17. November 1909 in dieser Partie erstmals an der New Yorker "Metropolitan Opera"1) ("Met"),  wo er während der darauffolgenden vier Jahre, meist mit Arturo Toscanini1) (1867 – 1957) und Alfred Hertz (1872 – 1942) am Dirigentenpult, unter anderem die Wagner-Helden "Tannhäuser"1) und "Lohengrin"1) sowie den Walther von Stolzing in "Die Meistersinger von Nürnberg"1) glänzend interpretierte, aber unter anderem auch als Verdi-Sänger neben dem "Otello" als Offizier Manrico in "Il trovatore"1) ("Der Troubadour") und ägyptischer Feldherr Radamčs in "Aida"1) Furore machte → Übersicht Wirken an der "Met".
An Stimmkraft steht Slezak den schwersten Heldentenören des letzten Jahrhunderts wie Tamagno1) und Melchior kaum nach, übertrifft sie aber an Beweglichkeit und Leichtigkeit, mit der die höchste "tessitura" gemeistert wird – die hohen C und D der Meyerbeer-Partituren1) machten ihm keine Schwierigkeiten. Seine außergewöhnlich gut klingende Kopfstimme setzte Slezak meisterhaft ein. Kein Zweifel, die Aufnahmen, die Slezak auf dem stimmlichen Höhepunkt zeigen (sie entstanden in den Jahren 1905 - 1912), zeigen die wahrscheinlich prachtvollste jugendliche Heldentenorstimme unseres Jahrhunderts, für die man nichts anderes kann als das krude Beiwort "saftig" zu verwenden, in vollem Bewusstsein der Tatsache, dass es in diesem Zusammenhang nach Knödel, Pilsner und Selchfleisch klingt.3)

Leo Slezak 1909 in der Titelrolle von Verdis "Otello"
zusammen mit Frances Alda1) (1879 – 1952) als Desdemona
Urheber: White Studio (Metropolitan Opera's Archives)
Quelle: Wikimedia Commons von archives.metoperafamily.org
(Diese Bild- oder Mediendatei ist gemeinfrei,
weil die urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist.)

Leo Slezak 1909 in der Titelrolle von Verdis "Otello" zusammen mit Frances Alda (1879 – 1952) als Desdemona; Urheber: White Studio (Metropolitan Opera's Archives); Quelle: Wikimedia Commons von archives.metoperafamily.org (Diese Bild- oder Mediendatei ist gemeinfrei, weil ihre urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist.)
Slezak gastierte an den wichtigen und großen Bühnen im europäischen Raum, unter anderem am "Neuen Deutschen Theater" (heute "Staatsoper"1)) in Prag1), an der "Mailänder Scala"1) (1905, "Tannhäuser"), am "Königlich Ungarischen Opernhaus" (heute"Ungarische Staatsoper"1)) in Budapest1), an der "Königlichen Oper"1) in Kopenhagen1), an der "Kungliga Operan"1) in Stpckholm1) oder in Paris am "Théâtre du Châtelet"1) und an der "Opéra National"1) – um nur einiges zu nennen. Seine Popularität fand ihren Niederschlag in zahlreichen Schallplattenproduktionen – über 400 Aufnahmen vor allem in den 1920er Jahren belegen die weltweite Beliebtheit des Tenors.   Während des 1. Weltkrieges setzte Slezak seine Erfolge als Operntenor in Wien fort, ab den 1920er Jahren wechselte er, da seine stimmlichen Kräfte nachließen, zusehend in das Operettenfach, interpretierte beispielsweise den Gesanglehrer Alfred in der Operette "Die Fledermaus"1) von Johann Strauss1) – allein an der "Wiener Staatsoper" zwischen 1920 und  1934 zwanzig Mal – oder die Titelpartie in der opéra-bouffe "Blaubart"1) ("Barbe-Bleue") von Jacques Offenbach1).
Leo Slezakl 1927 als Alfonso in der Oper "Violanta" von Erich Korngold; Foto mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Nationalbibliothek1) (ÖNB); Urheber/Autor: Ferdinand Schmutzer (1870 – 1928); Datierung: 1927; Copyright ÖNB Wien; Bildarchiv Austria (Inventarnummer LSCH 0123-C) Später erlebte man ihn beispielsweise als Bandit Gasparone in "Gasparone"1) von Carl Millöcker1) und auch mit Liederabenden erfreute er immer wieder das Publikum. 1933 brillierte der 60-Jährige in Wien mit dem Part des Canio, dem alternden, eifersüchtigen Prinzipal der Komödiantentruppe, in "Der Bajazzo"1) ("Pagliacci") Ruggero Leoncavallo1), am 10. April 1934 betrat er in der von Hans Duhan1) inszenierten Aufführung von "Die Fledermaus" unter der musikalischen Leitung von Jpsef Krips1) mit der Rolle des Alfred das letzte Mal die Bühne der "Wiener Staatsoper" – zur Besetzung gehörten Karl Hammes1) (Gabriel von Eisenstein), Margit Angerer1) (dessen Ehefrau Rosalinde), Rosette Anday1) (Prinz Orlofsky), Maria Elsner1) (Kammerzofe Adele) und Karl Norbert1) (Gerichtsdiener Frosch) → Übersicht Wirken an der "Wiener Hofoper/Staatsoper".
"Slezaks Stimme war ein Heldentenor, sein pianissimo1) legendär, selbst auf den technisch noch unzulänglichen Schallplattenaufnahmen seiner Zeit fasziniert seine Stimme unter anderem mit erstaunlicher Textverständlichkeit. Mit einer Körpergröße von 195 cm und einem Gewicht von etwa 150 kg war er auch optisch eine markante Erscheinung." notiert Wikipedia.
  
Leo Slezakl 1927 als Alfonso, Sohn des Königs von Neapel,
in der Oper "Violanta"1) von Erich Wolfgang Korngold1)
Foto mit freundlicher Genehmigung der
Österreichischen Nationalbibliothek1) (ÖNB) → Info
Urheber/Autor: Ferdinand Schmutzer1) (1870 – 1928); Datierung: 1927
Rechteinhaber/© ÖNB Wien; Bildarchiv Austria (Inventarnummer LSCH 0123-C)
Slezak begann auf der Leinwand eine erfolgreiche Karriere als Charakterkomiker und begeisterte mal als schrulliger Alter, Trottelgreis aber auch "Mann von Welt" in diesem andersgearteten Genre mit seinem komödiantischen Talent das Publikum. Er trat in über 40 Kinoproduktionen neben so berühmten Stars wie Zarah Leander, Magda Schneider, Hans Moser oder Heinz Rühmann auf. Man erlebte ihn beispielsweise als Theo Müller, genannt "Miller", Vater von Evelyn (Ellen Schwanneke1)) und Manager der berühmten "Miller Girls", in dem Schwank "Ein toller Einfall"1) (1932), als verarmter Kammersänger Gottlieb Bumm in der Komödie "Freut Euch des Lebens"1) (1934), als Gutsbesitzer Josef von Randau in der Geschichte "Herbstmanöver"4) (1936) an der Seite von Hans Söhnker und Ida Wüst, oder im selben Jahr als Sir John Falstaff1) zusammen mit Magda Schneider in "Die lustigen Weiber"5), basierend auf der komischen Oper "Die lustigen Weiber von Windsor"1) von Otto Nicolai1) (Musik) → Titelbild "Film-Kurier"1). In der freien Verfilmung der Operette "Der Postillon von Lonjumeau"1) von Adolphe Adam1) mit dem Titel "Der König lächelt – Paris lacht" (1936) und Willy Eichberger alias Carl Esmond in der Rolle des Postillons Chapelou spielte und sang er den Grafen de Latour, in "Gasparone"1) (1937) nach Carl Millöckers gleichnamiger Operette1), den Statthalter Nasoni neben Marika Rökk und Johannes Heesters.

Leo Slezak auf einer Fotografie
des Fotoateliers "Zander & Labisch"1), Berlin
Urheber: Siegmund Labisch1) (1863–1942); Quelle:  cyranos.ch;
Angaben zur Lizenz (gemeinfrei) siehe hier

Leo Slezak auf einer Fotografie des Fotoateliers "Zander & Labisch", Berlin; Urheber Siegmund Labisch (1863–1942); Quelle:  www.cyranos.ch
In dem turbulenten, musikalischen Lustspiel "Husaren, heraus!"1) (1937) mimte er den mit Ada (Ida Wüst) verheirateten Rittergutsbesitzer Adrian Fabius, deren Tochter Lilly (Maria Andergast) aus dem Mädchenpensionat flieht und sich in den flotte Husarenleutnant Tim Schack (Hans Holt) verliebt. Zusammen mit den Hauptdarstellerinnen  Zarah Leander und Marika Rökk präsentierte er sich als Professor Otto Hunsinger in dem Melodram "Es war eine rauschende Ballnacht"1) (1939), unvergessen bleibt seine Darstellung des Sultan Abdul-Hamid in dem Abenteuer "Münchhausen"1) (1943) mit Hans Albers als Baron Münchhausen1). Zu Slezaks letzten Aktivitäten vor der Kamera zählte die Rolle eines Generaldirektors in der von Paul Martin1) nach dem Bühnenstück "Babusch" von Gábor von Vaszary1) unter anderem mit Dorit Kreysler, Johannes Riemann und Sonja Ziemann gedrehten Adaption "Geliebter Schatz"1) (1943) → Übersicht Filmografie.
Slezak lebte vornehmlich in Wien, ab Mai 1938 in Berlin, in Ferienzeiten seit 1911 in einem alten Bauernhaus in oberbayerischen Rottach-Egern1), wo er auch mit dem Journalisten/Verleger Georg Hirth1) sowie den Schriftstellern Ludwig Thoma1) und Ludwig Ganghofer1) befreundet war. Die letzten Jahre des legendären Leo Slezak waren von dem 2. Weltkrieg, aber auch vom Rassenwahn des NS-Regimes1) geprägt: Seine am 25. April 1874 in Wien geborene Ehefrau Elsa Wertheim1), die nach der Eheschließung ihren Beruf als Schauspielerin zugunsten der Familie aufgab, hatte jüdische Wurzeln und Slezak kam der Aufforderung der Nazis nicht nach, sich von ihr zu trennen.

Leo Slezak mit Ehefrau Elsa
Urheber: " Bain News Service"; Quelle: Wikimedia Commons
von "ID ggbain.06016"  bei der "Library of Congress"1);
Datum: ungenannt; Angaben zur Lizenz (gemeinfrei) siehe hier

Leo Slezak mit Ehefrau Elsa; Urheber: "Bain News Service"; Quelle: Wikimedia Commons von "ID ggbain.06016" bei der "Library of Congress"; Datum: ungenannt; Lizenz: gemeinfrei
Leo Szlezak starb am 1. Juni 1946, wenige Wochen vor seinem 73. Geburtstag, an den Folgen einer Herzattacke (vermutlich Herzinfarkt) in seinem Domizil in Rottach-Egern1) am Tegernsee, wo er seit 1943 dauerhaft lebte. Die letzte Ruhe fand er auf dem Friedhof der katholischen Pfarrkirche "St. Laurentius"1) in Rottach-Egern neben Ehefrau Elsa, die bereits am 27. Mai 1944 rund einem Monat nach ihrem 70. Geburtstag von ihm gegangen war und deren Verlust ihn schwer getroffen hatte. Die Grabstätte trägt den eingemeißelten Vers "Vom ersten Kuss bis in den Tod / Sich nur von Liebe sagen!" bzw. die letzten zwei Zeilen eines Gedichts (→ aphorismen.de) von Oskar von Redwitz1) → Foto der Grabstelle bei Wikimedia Commons sowie knerger.de.
Aus seiner als überaus harmonisch und glücklich geltenden Ehe mit Elsa Wertheim ging Tochter Margarete Slezak1) (1901 – 1953) hervor, die ebenfalls als Sängerin Erfolge verzeichnete, sowie der am 3. Mai 1902 geborene Sohn Walter Slezak, der sich ab den 1940er Jahren vor allem in Hollywood1) mit komischen, aber auch schurkischen Rollen einen Namen als beliebter Leinwanddarsteller machte. Walter Slezak schied am 21. April 1983 aufgrund seiner fortgeschrittenen Krankheit durch Suizid aus dem Leben bzw. erschoss sich kurz vor seinem 81. Geburtstag. Er wurde ebenso wie später seine Ehefrau Johanna Elisabeth (1915 – 1984) in dem Familiengrab in Rottach-Egern beigesetzt.
In Berlin-Neukölln1) erinnert seit 1977 die "Leo-Slezak-Straße" an den legendären Künstler, bereits 1960 war im Wiener Bezirk Währing1) (18. Bezirk) die "Leo-Slezak-Gasse" nach ihm benannt worden; im Münchener Stadtteil Obermenzing1) gibt es ebenfalls eine "Slezakstraße". Im Kurpark von Rottach-Egern befindet sich eine lebensgroße Bronzeplastik von Leo Slezak, geschaffen von dem Bildhauer Quirin Roth1) → Foto bei Wikimedia Commons.
  
Dem gefeierten Künstler selbst verlieh die Tiroler Gemeinde Brixlegg1) im Jahr 1908 die Ehrenbürgerschaft, nachdem er für die Geschädigten der verheerende Hochwasser- und Unwetterkatastrophe ein Benefizkonzert gab und den enormen Erlös zur Verfügung stellte. Im Jahr zuvor (1907) ehrte man ihn mit der von König Ludwig II. von Bayern1) gestifteten "Goldenen königlich bayerischen Ludwigsmedaille für Wissenschaft und Kunst"1), seit 1926 war er Ehrenmitglied1) der "Wiener Staatsoper"1), seit 1928 der illustren "Accademia Filarmonica"1) in Bologna1). Außer seiner Ernennung zum österreichischen "k. k. Kammersänger" (1905), trug er den Titel "Rumänischer Kammersänger" (1906) und "Bayerischer Kammersänger" (1918). An weiteren Auszeichnungen ist das Offizierkreuz des "Orden der Krone von Italien"1) ("Ordine della Corona d'Italia") zu nennen, der "Orden der Krone von Rumänien"1) im Range eines "Kommandeurs" ("Komtur"1)), der "St.-Sava-Orden"1) des Königreichs Jugoslawien1) und der "Hausorden Albrechts des Bären"1) (vermutlich Ritter II. Klasse). Darüber hinaus soll er Ehrenbürger der Stadt Brünn gewesen sein.
Leo Slezak: Bildnis "Album (S. 58) zur "Beethoven-Zentenar Feier", Wien, März 1927; Foto mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Nationalbibliothek (ÖNB); Urheber/Autor: Georg Fayer/Photo Fayer, Wien; Datierung: 1927; Copyright ÖNB Wien; Bildarchiv Austria  (Inventarnummer Pb 580.555-F 220) Sein humoristisches Talent brachte Slezak überdies als Schriftsteller mit zahlreichen heiteren Büchern und Memoiren zum Ausdruck, so erschien beispielsweise 1922 "Meine sämtlichen Werke", 1928 "Der Wortbruch " oder 1948 "Mein Lebensmärchen", letzteres von Tochter Margarete nach Slezaks Tod vollendet – um nur einige wenige zu nennen. Mit Anekdoten, "Histörchen" und urwüchsigem Humor erfreut der Schriftsteller Slezak darin seine Leserschaft, blickte auf ein turbulentes Künstlerleben zurück und erreichte mit seinen Werken eine Millionenauflage.
Unzählige Anekdoten, deren Wahrheitsgehalt allerdings nicht immer zweifelsfrei ist, berichten von Slezaks großem Humor, der ihn auch auf der Bühne nicht verließ: Als in "Lohengrin"1 ein Bühnentechniker den Schwan zu früh in Bewegung setzte, bevor der Tenor aufgestiegen war, soll er das verdutzte Publikum gefragt haben: "Entschuldigen Sie, wann geht der nächste Schwan?" Dieses Bonmot fand sogar Eingang in die Umgangssprache.6)

 
  
Leo Slezak: Bildnis "Album (S. 58) zur
"Beethoven1)-Zentenar Feier",Wien (26.–31.03.1927)
Foto mit freundlicher Genehmigung
der Österreichischen Nationalbibliothek1) (ÖNB)
Urheber/Autor: Georg Fayer1) (1892–1950)/Photo Fayer,
Wien; Datierung: 03.1927 → Info
Rechteinhaber/© Georg Fayer / ÖNB Wien; Bildarchiv Austria
 (Inventarnummer Pb 580.555-F 220)

Nicht weniger berühmt wurde die von Slezak in seinem Buchdebüt "Meine sämtlichen Werke" (1922) publizierte Geschichte, wie er 1899 als blutjunger Anfänger in Bayreuth1) scheiterte. Am letzten Festspieltag habe er bei einer "Rheingold"1)-Probe der an jungen Talenten interessierten Cosima Wagner1) vorsingen dürfen. Sie habe ihn gefragt:
"Also, mein lieber Herr Sle – Sle – zak, was werden Sie mir vorsingen?" Ich, der ich mich von allen möglichen Seiten, auch als dramatischer Sing-Schauspieler zeigen wollte, sagte voll Zuversicht: "Die"Bajazzo"1)-Arie. Allgemeines, lähmendes Entsetzen verbreitete sich im Turnsaal. Generalmusikdirektor Kniese1) rang nach Luft – der "Donner" (Gott Donner) auf dem Podium gab seine Pose auf und wankte. Sogar der Diener suchte verstört nach einem Halt. Frau Wagner war gleichfalls verblüfft, und nach einer längeren Pause sagte sie ziemlich reserviert, daß es erwünschter wäre – wenn ich etwas vom Meister sänge – ob ich denn nur "Bajazzo" könne – und was ich schon von Wagner gesungen hätte. Eingeschüchtert und ahnend, daß ich da etwas vorbildlich Blödes angestellt habe, nannte ich "Lohengrin", "Holländer" und den Froh im "Rheingold". Man entschied sich für den Froh. Nachdem Herr Generalmusikdirektor Kniese mit einem Schluck kalten Wassers gelabt worden war, ging er zum Klavier. Ich sollte die Stelle: "Zur Burg führt die Brücke" singen – die sich nur in der Tiefe und tieferen Mittellage bewegt. Heute, als reifer Sänger, bei dem sich das Organ schon gesetzt hat, läßt meine Tiefe bedeutend zu wünschen übrig – damals, als blutjunger Anfänger, bestand so ein tiefer Ton bloß in dem Öffnen des Mundes und einem gehauchten Luftstrom –, hören konnte man so gut wie gar nichts. Man entließ mich mit dem Bemerken, daß meine stimmliche Begabung denn doch etwas zu dürftig wäre. Als ich mich – vernichtet – verabschiedete, glaubte ich in den Augen aller das tiefste Bedauern zu lesen, daß die schönen fünf Freikarten an einen so Unwürdigen vergeudet wurden. Wie ein Lauffeuer hatte sich die Geschichte mit dem "Bajazzo" verbreitet, beschämt schlich ich durch die Straßen, und in jedem Blicke der Vorübergehenden fühlte ich eine Riesenportion Hohn auf mir ruhen.
Obwohl Slezak an der "Wiener Staatsoper" und der "Metropolitan Opera" als Wagner-Interpret in "Die Meistersinger von Nürnberg"1),  "Der fliegende Holländer"1) und "Das Rheingold", vor allem aber als Titelheld in "Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg"1) und "Lohengrin"1, Triumphe feierte, trat er auch später nie bei den "Bayreuther Festspielen"1) auf.
Siehe auch Wikipedia (deutsch), Wikipedia (englisch), cyranos.ch,
geschichtewiki.wien.gv.at, operissimo.com, musiklexikon.ac.at, deutsche-biographie.de
Weitere Fotos bei virtual-history.com, Wikimedia Commons
Fremde Links: 1) Wikipedia, 4) filmportal.de, 5) fernseghserien.de
Quelle:
2) Wikipedia (abgerufen 05.10.2011) nach: Dietmar Grieser: "Wien. Wahlheimat der Genies" (Amalthea, Wien 1994, S. 113)
3) "Grosse Stimmen" von Jens Malte Fischer (Verlag J. B.  Metzeler, Stuttgart 1993, S. 53 f.)
6) Wikipedia (abgerufen 05.10.2011) nach: Walter Slezak: Wann geht der nächste Schwan? dtv, München 1970; und Oswald Georg Bauer: Richard Wagner, die Bühnenwerke von der Uraufführung bis heute (Propyläen, Frankfurt am Main 1982, S. 221)
Lizenz Foto Leo Slezak (Urheber "Fotoatelier Zander & Labisch", Berlin): Das Atelier von Albert Zander (1864–1897) und Siegmund Labisch (1863–1942) wurde 1895 gegründet ; die inaktive Firma wurde 1939 aus dem Handelsregister gelöscht.  Die Schutzdauer (von 70 Jahren nach dem Tod des Urhebers) für das von dieser Datei gezeigte Werk ist nach den Maßstäben des deutschen, des österreichischen und des schweizerischen Urheberrechts abgelaufen; es ist daher gemeinfrei.
Lizenz Foto Leo Slezak mit Ehefrau (Urheber "Bain News Servic"): This is a press photograph from the "George Grantham Bain collection" (ID ggbain.06016), according to the library, there are no known restrictions on the use of these photos. 
Wirken (Auszug)
(Fremde Links: Wikipedia, musiklexikon.ac.at, geschichtewiki.wien.gv.at,
mahlerfoundation.net, biographien.ac.at, operissimo.com; R = Inszenierung/Regie)
""Wiener Staatsoper"/ "K. und K. Hofoperntheater" → archiv.wiener-staatsoper.at ""Metropolitan Opera", New York
Die "Met" weist 112 Vorstellungen mit Leo Slezak aus → archives.metopera.org.
(hier aufgefühert ohne Konzert-Vorstellungen)
Abbildung Leo Slezak auf einem Sammelbild aus der Serie "Bühnenstars und ihre Autogramme", die 1933 den "Gold-Saba"-Zigaretten der "Garbaty"-Zigarettenfabrik von Josef Garbáty beilagen; Urheber:  Fotoatelier "Zander & Labisch", Berlin; Albert Zander (1864–1897) und Siegmund Labisch (1863–1942); Quelle: virtual-history.com; Lizenz: gemeinfrei Filme
Filmografie bei der Internet Movie Database
 sowie filmportal.de
(Fremde Links: filmportal.de, Wikipedia,
Murnau Stiftung; R =Regie)
 
Abbildung Leo Slezak auf einem Sammelbild aus der Serie
"Bühnenstars und ihre Autogramme", die 1933 den
"Gold-Saba"-Zigaretten der "Garbaty"-Zigarettenfabrik 
von Josef Garbáty beilagen.
Urheber:  Fotoatelier "Zander & Labisch", Berlin
Albert Zander (1864–1897)
und Siegmund Labisch (1863–1942)
Quelle: virtual-history.com
Angaben zur Lizenz (gemeinfrei) siehe hier
Um zur Seite der legendären Bühnen-Stars zurückzukehren, bitte dieses Fenster schließen.
Home: www.steffi-line.de