Wencke Myhre wurde am 15. Februar 1947 als Wenche Synnøve Myhre im norwegischen Kjelsas, einem Stadtteil von Oslo, geboren. Ihr Vater Kjell Myhre arbeitete als Verkehrspolizist und ihre Mutter Reidun versorgte die Tochter und den älteren Bruder Reidar. Bereits im Alter von 5 Jahren hatte die kleine Wenche ihren ersten Auftritt als Sängerin bei einem Gartenfest. Im Februar 1960 wurde sie dann in Oslo mit 13 Jahren von dem Komponisten und Produzenten Arne Bendiksen bei einem Talentwettbewerb entdeckt und erhielt einen Schallplattenvertrag. Erste Aufnahmen folgten, darunter die norwegische Cover-Version des Don Gibson-Hits "Oh Lonesome Me" (Åh, det er søndag ); 1962 kam ihr erster Hit "Katta vår" auf den Markt, mit dem sie bereits im norwegischen Fernsehen auftrat. Danach war sie mit Titeln wie "Ei snerten snelle", "Gi meg en Cowboy til mann" oder "La meg være ung" regelmäßig in der norwegischen Hit-Parade vertreten und entwickelte sich zur populärsten Schlagersängerin ihres Heimatlandes.
Mitte der 1960er Jahre kam des norwegische Teenager-Idol nach Deutschland und produzierte 1964 den ersten deutschen Titel "Ja, ich weiß, wen ich will", der jedoch nicht sehr erfolgreich wurde. Ein Jahr später gelang ihr dann bei den Deutschen Schlagerfestspielen in Baden-Baden mit dem Titel "Sprich nicht drüber" der Durchbruch im deutschsprachigen Raum und 1966 folgte ihr Sieg mit dem Riesenhit "Beiß nicht gleich in jeden Apfel".
 
 

Foto: Wencke Myhre in Erfurt, Mai 2009
Dieses Werk wurde von seinem Urheber Simon.neumann.berlin als gemeinfrei veröffentlicht.
Quelle: Wikipedia bzw. Wikimedia Commons

Wencke Myhre in Erfurt, Mai 2009; Dieses Werk wurde von seinem Urheber Simon.neumann.berlin als gemeinfrei veröffentlicht. Quelle: Wikipedia bzw. Wikimedia Commons
Die Norwegerin gehörte fortan zu den erfolgreichsten Schlagerstars in der Bundesrepublik und landete einen Hit nach dem anderen: 1965 sang sie "Geht ein Boy vorbei", 1967 "Komm allein", 1968 belegte sie mit dem von Horst Jankowski geschriebenen "Ein Hoch der Liebe" für Deutschland den 6. Platz beim "Grand Prix Eurovision" in London. 1969 hörte man "Abendstunde hat Gold im Munde" sowie "Er steht im Tor" und 1970 den Ohrwurm "Er hat ein knallrotes Gummiboot", 1977 "Eine Mark für Charly", 1978 "Lass mein Knie, Joe", um nur einige Erfolgs-Titel zu nennen. Einer der erfolgreichsten Songs der 1980er Jahre war die 1984 herausgebrachte Single "Keep Smiling"; der Titel wurde sowohl in Norwegisch als auch in Deutsch veröffentlicht.
1970 stand sie für ihren ersten Film " Unsere Pauker gehen in die Luft" vor der Kamera, 1974 erhielt sie im ZDF eine eigene Show mit dem Titel "Das ist meine Welt", die zehn Jahre lang erfolgreich lief, und in zahlreichen weiteren Fernsehsendungen war sie regelmäßig mit ihren Hits vertreten.
 
Neben ihrer Karriere in Deutschland vernachlässigte Wencke Myhre nie ihre Fans im skandinavischen Raum und trat auch dort weiterhin bei zahlreichen Bühnenshows mit Titeln in schwedisch, norwegisch und dänisch auf. Ab Ende der 1980er Jahre war sie auch auf der Bühne als Entertainerin, in Musicals oder Theaterstücken zu sehen. So spielte sie unter anderem in Oslo 1989/1990 in Bob Fosse's Musicalerfolg "Sweet Charity", 1997 begeisterte ihre "One Woman Show" in Norwegen das Publikum. Ständige Konzerte, Tourneen, TV-Auftritte und Bühnenshows zeigen, wie beliebt die Künstlerin auch heute noch immer ist. Die vielseitige Künstlerin aus dem kühlen Norwegen begeistert in ganz Europa mit ihren Shows nicht nur ältere Schlagerfans mit Singen, Tanzen und ihrem komödiantischen Talent.
Nach fünf Jahren Pause präsentierte der Star im Jahre 2002 wieder ein neues Album mit dem Titel "Viva La Diva", in dem sie Hits der größten deutschen Diven – Zarah Leander, Marlene Dietrich und Hildegard Knef – singt.
Von 2004 bis Ende 2007 trat sie mit dem Programm "Gitte, Wencke, Siw – Die Show auf"1), in dem sie neben den beiden anderen skandinavischen Schlagerstars Gitte Hænning und Siw Malmkvist agierte. Nach wochenlangen Auftritten in einem Zelt am Bundeskanzleramt in Berlin folgte eine bundesweite Tournee, während der die seit den 1960er Jahren in Deutschland populären Sängerinnen für das deutsche Publikum neben ein paar alten Hits auch ihre hierzulande eher unbekannten musikalischen Seiten zeigen konnten. Die Show wurde über 500 Mal in Deutschland, Österreich und der Schweiz gespielt. Die dazu erschienene Live-CD erreichte die Top 100 CD/LP-Charts. Hierfür erhielten sie 2004 gemeinsam die "Goldene Stimmgabel" (Platin-Sonderpreis).
Am 31. Januar 2009 nahm sie im zweiten Halbfinale des norwegischen "Melodi Grand Prix" teil. Sie scheiterte mit dem Lied "Alt har en mening nå" (deutsch: Alles hat jetzt eine Bedeutung) in der Vorrunde des norwegischen Vorentscheids.
Im März 2010 veröffentlichte Myhre ihr erstes Studioalbum seit acht Jahren mit dem Titel "Eingeliebt, ausgeliebt", an dem vier Jahre gearbeitet wurde. Am 1. Juni 2011 wurde im Rockheim, dem norwegischen Nationalmuseum für Rock und Pop, in Trondheim eine eigene Ausstellung unter dem Titel "Wenches verden" (dt. "Wenckes Welt") eröffnet. Damit ist sie die erste Künstlerin, der in diesem Museum eine eigene Ausstellung gewidmet wurde. Der norwegische König Harald V. und Königin Sonja eröffneten die Ausstellung, an der auch Großherzog Henri von Luxemburg und Großherzogin Maria Teresa teilnahmen.
2)

Wencke Myhre war seit 1969 in erster Ehe mit dem dänischen Zahnarzt Torben Friis-Møller verheiratet. Aus dieser Verbindung stammen die Kinder Kim (geb. 16. Mai 1971), Dan (geb. 23. Oktober 1973) und Fam (geb. 17. April 1975). Aus ihrer zweiten Ehe mit dem Regisseur Michael Pfleghar1), der sich im Juni 1991 das Leben nahm, stammt Sohn Michael jr. (geb. 6. April 1982), heute ebenfalls im Showgeschäft tätig. Nach dem tragischen Tod von Michael Pfleghar war die Künstlerin noch mit dem Hotel-Besitzer Arthur Buchardt verheiratet, von dem sie sich jedoch wieder trennte. Seit vielen Jahren lebt die Entertainerin und Sängerin nun mit dem schwedischen Musiker Anders Eljas ihrem Haus in Nesøya (Asker) in der Nähe von Oslo zusammen.
Im November 2013 erschien im Verlag "Schwarzkopf & Schwarzkopf" ihre Biografie "Die Wencke", in der die Sängerin auch ihre 2010 diagnostizierte Brustkrebserkrankung thematisiert → www.schwarzkopf-verlag.net.
 

Link: 1) Wikipedia
2) Quelle: Wikipedia
(abgerufen 05.01.2012)
Stand Oktober 2014
Siehe auch Wikipedia mit einer Übersicht der Single-Hits in deutscher Sprache
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