Lil Dagover 1919; Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander Binder (1888 – 1929); Quelle: Wikipedia bzw. Wikimedia Commons; Ross-Karte Nr. Nr. 265/5 (Ausschnitt); Lizenz: Die Schutzdauer (von 70 Jahren nach dem Tod des Urhebers) für das von dieser Datei gezeigte Werk ist nach den Maßstäben des deutschen, des österreichischen und des schweizerischen Urheberrechts abgelaufen. Es ist daher gemeinfrei. Lil Dagover wurde am 30. September 1887 als Martha Seubert, Tochter eines aus Süddeutschland stammenden Forstbeamten in holländischen Diensten in Madiun auf der Insel Java geboren. Um sich zu "verjüngen", behauptet sie später, sie sei am 30. September 1897 geboren. Erst mit 10 Jahren kam sie nach Deutschland zurück, wurde nach dem frühen Tod der Mutter zusammen mit ihrer Schwester von den Großeltern aufgezogen, besuchte Pensionate in Baden-Baden, Schwetzingen, Karlsruhe, Genf und Weimar sowie eine höhere Mädchenschule in Tübingen. 1913 heiratet sie den österreichischen Schauspieler Fritz Daghofer1) (1872 – 1936), aus der Verbindung ging die ein Jahr später geborene Tochter Eva hervor.
Durch ihren Ehemann, von dem sie sich 1920 nach sieben Jahren wieder scheiden ließ, bekam sie Kontakte zum damals noch jungen Medium Film, wandelte ihren Mädchenamen in den Künstlernamen Dagover ab.
 
 
Lil Dagover 1919
Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander Binder1) (1888 – 1929)
Quelle: Wikipedia bzw. Wikimedia Commons;
Ross-Karte Nr. Nr. 265/5 (Ausschnitt)
Lizenzhinweis siehe hier
Bereits 1913 hatte sie ein Fotograf in Weimar überredet, indische Tänze vor der Kamera vorzuführen, in einer Inszenierung des Fotografen bzw. Fotopioniers Louis Held (1851 –  1927) entstand der Streifen "Schlangentanz". Mit diesen bis heute erhaltenen Aufnahmen stellte sie der befreundete Regisseur Robert Wiene1) (1873 – 1938) in Berlin bei Filmproduzenten und Regisseuren vor. Es folgten kurze Stummfilme wie "Die Retterin" (1916) und "Das Rätsel der Stahlkammer" (1916). 1919 besetzte sie Fritz Lang1) (1890 – 1976) dann in seinen Leinwanddramen "Harakiri"1) und "Die Spinnen"2) (zwei Teile: 1. Der goldene See / 2. Das Brillantenschiff), doch so richtig bekannt wurde Lil Dagover 1920 mit der weiblichen Hauptrolle der Irren Jane in Robert Wienes expressionistischem Stummfilm "Das Cabinet des Doktor Caligari"1) an der Seite von Werner Krauß und Conrad Veidt. Ohne jemals Unterricht genommen zu haben, avancierte die stets geheimnisvoll wirkende junge Frau zu einer anerkannten Schauspielerin. Lil Dagover wurde zur Protagonistin renommierter Regisseure jener Jahre, drehte mit Fritz Lang oder Friedrich Wilhelm Murnau1) (1888 – 1931) und anderen künstlerisch anspruchsvolle Stummfilmen, die ihr Image mehr und mehr als "vornehme Dame" prägten.3)
Lil Dagover feierte bis Mitte der 1920er Jahre Erfolge in zahlreichen weiteren stummen Streifen unterschiedlichen Genres, etwa in "Phantom"1) (1923) und in der Moliére-Adaption "Tartüff"1) (1925) von Friedrich Wilhelm Murnau sowie als Braut in Fritz Langs altdeutschen Legende "Der müde Tod"1) (1921). Aber auch andere, heute eher vergessene Regisseure besetzten die außergewöhnliche Schauspielerin: Mit Artur Holz drehte sie an der Seite von Conrad Veidt das Abenteuer "Das Geheimnis von Bombay"1) (1920), mit Ludwig Berger1) (1892 – 1969) "Der Richter von Zalamea"1) (1920) nach Calderón de la Barca, mit Karl Gerhardt den Vierteiler "Die Jagd nach dem Tode"1) (1920/21), mit Johannes Guter1) (1882 – 1962) den Krimi "Der Mord in der Greenstreet"2) (1921) und die Romanadaption "Die Prinzessin Suwarin"1) (1922/23), sowie mit Adolf  Licho (1876 – 1944) "Tiefland"2) (1922) nach der gleichnamigen Oper1) von Eugen D'Albert. Der Däne Benjamin Christensen1) (1879 – 1959) realisierte mit ihr und Willy Fritsch die Komödie "Seine Frau, die Unbekannte"1) (1923), Rochus Gliese1) (1891 – 1978) die heitere Geschichte "Komödie des Herzens"1) (1924), Arthur von Gerlach1) (1876 – 1925) den Heimatfilm "Zur Chronik von Grieshuus"2) (1924) oder Lothar Mendes1) (1894 – 1974) das Lustspiel "Liebe macht blind"2) (1925).
 

Lil Dagover vor 1929
Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander Binder1) (1888 – 1929)
Quelle: filmstarpostcards.blogspot.de
Ross-Karte Nr. 5249/2; Lizenzhinweis siehe hier

Lil Dagover vor 1929; Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander Binder (1888 – 1929); Quelle: filmstarpostcards.blogspot.de; Ross-Karte Nr. 5249/2
Lil Dagover 1927; Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander Binder (1888 – 1929); Quelle: Wikipedia; Ross-Karte Nr. Nr. 1084/3 (Ausschnitt); Lizenz: Die Schutzdauer (von 70 Jahren nach dem Tod des Urhebers) für das von dieser Datei gezeigte Werk ist nach den Maßstäben des deutschen, des österreichischen und des schweizerischen Urheberrechts abgelaufen. Es ist daher gemeinfrei. 1926 hatte Lil Dagover in zweiter Ehe den um zwölf Jahre jüngeren Produktionsleiter Georg Witt1) (1899 – 1973) geheiratet, der etliche Filme mit ihr in den kommenden Jahren produzierte. Durch ihre Filmefolge war der berühmte Max Reinhardt1) (1873 – 1943) auf die außergewöhnliche Schauspielerin aufmerksam geworden und engagierte sie für die Rolle der "Schönheit" in Hugo von Hofmannsthals "Jedermann"1) an das "Deutsche Theater" in Berlin. Darüber hinaus verpflichtete er sie für sechs Jahre für die "Salzburger Festspiele" sowie an das "Theater in der Josefstadt" in Wien.
 
Den Wechsel zum Tonfilm schaffte Lil Dagover im Gegensatz zu vielen anderen Stummfilmstars problemlos, bis zum Ende des 2. Weltkrieges gehörte sie in Deutschland zu den absoluten Publikumslieblingen der Leinwand. Ihre erste Tonfilmrolle spielt Dagover unter der Regie von Erich Waschneck1) (1887 – 1970) in der Kriminalkomödie "Va Banque" als Partnerin von Gustaf Gründgens. Ihr kurzer Ausflug nach Hollywood – dort drehte sie unter der Regie von Michael Curtiz "The Woman from Monte Carlo" (1932) – blieb nur ein Intermezzo, sie konnte in Amerika nicht Fuß fassen und kehrte enttäuscht nach Deutschland zurück. Dafür war sie in den nachfolgenden Jahren hier um so gefragter, in zahllosen deutschsprachigen Kinoproduktionen, verkörperte sie vor allem die Rolle der "Galanten Dame", sei es als Kaiserin, Adlige, Künstler- oder Unternehmersgattin.
 
Lil Dagover 1927
Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander Binder1) (1888 – 1929)
Quelle: Wikipedia; Ross-Karte Nr. Nr. 1084/3 (Ausschnitt)
Lizenzhinweis siehe hier
In dem berühmten, von Eric Charell inszenierten Willy Fritsch/Lilian Harvey-Streifen "Der Kongreß: tanzt"1) (1931) mimte sie die Herzogin, glänzte beispielsweise 1932 als Tänzerin Barbara Campanini1) an der Seite von Otto Gebühr (Friedrich II., König von Preußen) in Friedrich Zelniks "Die Tänzerin von Sanssouci"4) oder feierte an der Seite von Karl Ludwig Diehl in dem historischen Spionagefilm "Der höhere Befehl"1) von Gerhard Lamprecht als junge, französische Schauspielerin Madame Martin Erfolge. In Heinz Hilperts Oscar Wilde-Adaption "Lady Windermeres Fächer"1) (1935) verkörperte sie eindrucksvoll die Mrs. Erlynne, in dem Historienfilm "Der alte Fritz"2) (1936) schlüpfte sie in das Kostüm der Marquise de Pompadour, eine Figur, die sie auch in dem ersten deutschen Farb(kurz)spielfilm "Das Schönheitsfleckchen"4) (1936) von Rolf Hansen verkörperte. In Wolfgang Liebeneiners hochkarätig besetztem Biopic "Bismarck"1) (1940), mit Paul Hartmann in der Titelrolle des preußischen Ministerpräsidenten Fürst Otto von Bismarck1), sah man Lil Dagover als Kaiserin Eugénie1), in der Turgenjew-Adaption "Dreiklang"2) (1938) spielte sie die Hauptrolle der Pianistin Cornelia Contarini, im gleichen Jahr tauchte sie als Franziska von Hohenheim in dem von Herbert Maisch gedrehten Historienfilm "Friedrich Schiller – Der Triumph eines Genies"1) (1940, mit Horst Caspar als Friedrich Schiller1)) auf.
 

Lil Dagover als Mrs. Erlynne in "Lady Windermeres Fächer"*),
einer Literaturverfilmung aus dem Jahre 1935 
Foto mit freundlicher Genehmigung der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung
*) Der Link führt zur Filmbeschreibung der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung

Lil Dagover als Mrs. Erlynne in Lady Windermeres Fächer, einer Literaturverfilmung aus dem Jahre 1935; Foto mit freundlicher Genehmigung der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung
Zu Lil Dagovers Filmen bis 1945 zählen unter anderem das Melodram "Ich heirate meine Frau"1) (1934), Veit Harlans Tolstoi-Adaption  "Die Kreutzersonate"2) (1936), Reinhold Schünzels Drama "Das Mädchen Irene"1  (1936, nach dem Bühnenstück von Aimee und Philip Stuart) oder Detlef Siercks "Schlußakkord"1) (1936), wo sie als Partnerin von Willy Birgel die Herzen des Publikums eroberte; mit Birgel spielte sie auch in der Romanze "Musik in Salzburg"2) (1944). Weitere Produktionen mit Lil Dagover waren beispielsweise das Abenteuer "Der Weiße Teufel"1) (1930) nach der Novelle "Hadschi Murat" von Leo Tolstoi, die Literaturverfilmung "Streit um den Knaben Jo"2) (1937), das Melodram "Umwege zum Glück"2) (1939, mit Ewald Balser als Filmehemann) und die Komödie "Kleine Residenz"2) (1942).
 
1937 war Lil Dagover der Titel "Staatsschauspielerin" verliehen worden, um sich dem Einfluss der NS-Politik bzw. der Mitwirkung in Propagandafilmen zu entziehen, konzentrierte sie sich ab 1937 vermehrt auf ihre Arbeit am Theater. Sie spielte unter anderem in Schillers "Kabale und Liebe"1) und "König Ödipus"1) von Sophokles. Während des 2. Weltkriegs war sie auch als Truppenbetreuerin für die Wehrmacht unterwegs, gastierte mit einem eigenen Tourneetheater 1943 an der Ostfront und 1944 auf den von den Deutschen okkupierten Kanalinseln Jersey und Guernsey; für ihren Einsatz erhielt sie das "Kriegsverdienstkreuz II. Klasse".
 
Nach Kriegsende stand die Künstlerin zunächst wieder auf der Bühne, spielte an der "Berliner Komödie" am Kurfürstendamm und erreichte ein glänzendes Comeback an der Seite Otto Gebührs in Anton Tschechows Stück "Der Kirschgarten"1); daneben war sie auch für den Hörfunk tätig. Doch schon bald gehörte Lil Dagover wieder zu den vielbeschäftigten Darstellerinnen im deutschen Nachkriegsfilm und konnte an ihre früheren Leinwanderfolge anknüpfen. Sie spielte zusammen mit Hans Stüwe unter der Regie von Rolf Meyer in "Die Söhne des Herrn Gaspary"4) (1948), mit dem das Auseinanderbrechen einer deutschen Familie während des Nationalsozialismus thematisiert wurde, auch Rudolf Jugerts historische Tragödie "Es kommt ein Tag"4) (1950, mit Dieter Borsche und Maria Schell) zieht Parallelen zur Nazi-Zeit und den Kriegsfolgen.
Ab 1950 liegen die meisten ihrer folgenden Filme im Trend der Kinozeit: heiter-beschwingte, unkomplizierte und völlig unpolitische Heimatfilme, mit denen sie in das Rollenfach der älteren Dame hineinwuchs. In nachhaltiger Erinnerung ist Lil Dagover sicherlich als spinnerte Hofdame Gräfin Löwenjoul in Harald Brauns "Königliche Hoheit"1) (1954, nach dem Roman von Thomas Mann) an der Seite von Dieter Borsche und Ruth Leuwerik geblieben; für ihre grandiose Darstellung erhielt sie den "Bundesfilmpreis" ("Filmband in Silber"1)) für die "Beste weibliche Nebenrolle". Es folgten Produktionen wie die Ganghofer-Verfilmung "Schloß Hubertus"1) (1954) mit der Figur der Baronin Gundi Kleesberg, in dem Heimatstreifen "Der Fischer vom Heiligensee"1) (1955) mimte sie die Baronin Hermine von Velden und in Rolf Jugerts "Rosen im Herbst"1)  (1955), der Verfilmung des Romans "Effi Briest"1) von Theodor Fontane, spielte sie die Mutter von Effi Briest alias Ruth Leuwerik. In dem von Rolf Thiele inszenierten Familienepos "Die Barrings"4) (1955) gab sie die Thilde von Barring, in Rolf Jugerts "Kronprinz Rudolfs letzte Liebe"1)  (1956) die Kaiserin Elisabeth1) und in Alfred Weidenmanns zweiteiligen Thomas Mann-Verfilmung "Buddenbrooks"1) (1959) die Elisabeth Buddenbrook, Ehefrau des Konsuls Jean Buddenbrook (Werner Hinz). Unvergessen ist Lil Dagover als "Die seltsame Gräfin"1) Eleanora Moron in dem von Josef von Báky in Szene gesetzten Edgar-Wallace-Krimi aus dem Jahre 1961 geblieben.
Lil Dagover mit Paul Hoffmann in dem Fernsehspiel "Memento Mori" (1975); Foto mit freundlicher Genehmigung von SWR Media Services; Copyright SWR Danach machte sie sich auf der Leinwand rar, widmete sich ausschließlich ihrer Arbeit am Theater. Bereits ab Anfang der 1950er Jahre stand sie regelmäßig auf der Bühne, überzeugte mit ihrem eindringlichen Spiel Publikum und Kritiker. So glänzte sie – wie schon in ihrer Jugend – als "Schönheit" in der Inszenierung des "Jedermann" bei den Bad Hersfelder Festspielen (1951). Sie spielte bedeutende Rollen, überzeugte auch auf der Bühne als "seltsame alte Dame", so etwa in Friedrich Dürrenmatts "Der Besuch der alten Dame"1) oder in John Patricks1) "Eine etwas sonderbare Dame". 1961 spielte sie im Stadttheater Hildesheim erstmals in dem Jean Giraudoux-Schauspiel "Die Irre von Chaillot"1). Diese Figur, die sie bis zum Ende ihrer Bühnenlaufbahn immer wieder interpretierte, wurde zur Krönung ihrer schauspielerischen Karriere.
Ab 1970 wandte sich Lil Dagover wieder vermehrt dem Kinofilm zu, feierte große Erfolge in Filmen von Maximilian Schell und Hans-Jürgen Syberberg. So spielt sie in Syberbergs prominent besetztem Biopic "
Karl May"1) (1974) die Pazifistin Bertha von Suttner1), überzeugte mit ihrer Darstellung einer an den Rollstuhl gefesselten Mordzeugin in Schells Dürrenmatt-Verfilmung "Der Richter und sein Henker"1) (1975). Ihren letzten Auftritt vor der Kamera hatte Lil Dagover 1978/79 in Schells Horvath-Adaption "Geschichten aus dem Wienerwald"1).
 
Lil Dagover mit Paul Hoffmann5) in dem Fernsehspiel "Memento Mori" (1975)
nach dem Roman von Muriel Spark1); Regie: Ludwig Cremer1)
Foto mit freundlicher Genehmigung von SWR Media Services; © SWR; → Artikel bei www.zeit.de
Lil Dagover starb am 23. Januar 1980 in ihrem Haus auf dem Bavaria-Filmgelände in München-Geiselgasteig. Die letzte Ruhe fand sie an der Seite ihres Ehemannes Georg Witt auf dem Waldfriedhof Grünwald bei München → Foto der Grabstelle bei knerger.de.
Noch kurz vor ihrem Tod hatte sie 1979 ihre Autobiografie "Ich war die Dame" veröffentlicht.
Neben den erwähnten Auszeichnungen erhielt sie 1962 das "Filmband in Gold"1) für "langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film", 1964 folgte ein "Bambi"1) für Verdienste um den deutschen Film". 1967 konnte sie das "Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland" entgegen nehmen. 1995 wurde in Berlin-Hellersdorf die "Lil-Dagover-Gasse" nach ihr benannt.
Lil Dagover zählte zu den brillanten Schauspielerinnen des 20. Jahrhunderts – sowohl auf der Bühne als auch im Film. Im Stummfilm war sie entrückte Schönheit, Urbild der geheimnisvollen Frau, das "Medium" oder die Irre, die indische Göttin, die Spanierin, Kokotte, Prinzessin. Später wandelte sich ihr Image zum Bild der Dame der besseren Gesellschaft, die sich mit leichtem Augenaufschlag und huldvollen Lächeln mitteilt. (…) Kein Star drückte die bürgerliche Sehnsucht nach dem "Guten, Wahren, Schönen" so vollendet aus wie sie.6)
Schon am 09.11.1938 schrieb die "Filmwelt" unter anderem: Das Gesicht von Lil Dagover ist in seiner eindrucksvollen Ausgeglichenheit und vornehmen Stille, in seinem unvergänglichen Scharm und seiner Beredtheit das gleiche geblieben. Was rein innerlich Anlass noch gesteigerter Bewunderung sein sollte, ist das ruhige Glänzen und die suggestive Ausstrahlung ihrer Persönlichkeit. Es scheint fast, als sei es bei Lil Dagover zu einer Reife gekommen, die nichts mit einer stilleren Vollendung ihrer künstlerischen Persönlichkeit zu tun hat, weil diese Persönlichkeit von allem Anfang an ausgeglichen war und feststand. Der heitere Ernst und die schmerzliche Verträumtheit, die überströmende Güte und die zarte Verhaltenheit, das tiefinnerliche Spiel und die ruhige und doch so eindrucksvolle Kraft ihres Ausdrucks sind die gleichen geblieben. Sie haben eine technische Vollendung erfahren, insofern, als das schauspielerische Können sich weitete. Sie sind aber im Erlebnis und von der Kraft der Begabung her von Anfang an gleich geblieben. Dies deutet auf die innere Ausgeglichenheit eines Wesens, das seine schönen menschlichen Werte sich bewahren konnte. Das ist auch das Geheimnis der Jugend, die sich in den Zügen dieses Gesichts und im tieferen Ausdruck ihres Spiels immer die gleiche geblieben ist. 
(Quelle: ns-archiv.national-socialism.org; Seite nicht mehr abrufbar)
 

Foto: Urheber Yva1) (Else Ernestine Neuländer-Simon) (1900 – 1942)
Quelle: www.virtual-history.com; Angaben zur Lizenz siehe hier

Lil Dagover: Urheber Yva (Else Ernestine Neuländer-Simon) (1900 – 1942); Quelle: www.virtual-history.com
Das Kurzportrait enthält einige Textbausteine des LeMO-Projekts (Deutsches Historisches Museum).
Siehe auch Wikipedia, www.cyranos.ch, filmportal.de
Fotos bei film.virtual-history.com
Lizenzhinweis: Diese Bild- oder Mediendatei ist gemeinfrei, weil ihre urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist. Dies gilt für die Europäische Union, die Vereinigten Staaten, Australien und alle weiteren Staaten mit einer gesetzlichen Schutzfrist von 70 Jahren nach dem Tod des Urhebers.
Link: 1) Wikipedia, 2) Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, 4) www.filmportal.de, 5) Kurzportrait innerhalb dieser HP
Quelle:
3) Wikipedia
6) Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars" von Adolf  Heinzelmeier/Berndt Schulz (Ausgabe 2000, S. 67
Kinofilme (Auszug)
Filmografie bei der Internet Movie Database, filmportal.de
sowie einige frühe Stummfilme bei www.earlycinema.uni-koeln.de
(Link: Wikipedia, Murnau Stiftung, filmportal.de)

Foto:
Lil Dagover ca. 1925 auf einer Fotografie
von Nicola Perscheid1) (1864 – 1930) 
Quelle: Wikimedia Commons; Lizenzhinweis siehe hier

Lil Dagover ca. 1925 auf einer Fotografie von Nicola Perscheid (1864 - 1930)
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