Marlene Dietrich wurde am 27. Dezember 1901 in Berlin-Schöneberg als Marie Magdalene Dietrich und Tochter des Polizeileutnants Louis Dietrich geboren, ihre Mutter entstammte der angesehenen Uhren-Fabrikantenfamilie Felsing; Marlene Dietrich selbst gab später als Geburtsjahr 1904 an, erst 1956 verwies ein im Krieg verloren gegangener Auszug aus dem Berliner Geburtsregister auf das Jahr 1901. Marlenes Vater starb, als sie zehn Jahre war, ihre Mutter heiratete in zweiter Ehe den Oberst Eduard von Losch, der 1916 im Krieg an der Ostfront fiel. Die junge Marlene erhielt in der streng reglementierten preußischen Offiziersfamilie eine standesgemäße Erziehung, die sie bis an ihr Lebensende prägen sollte. Besonderer Wert wurde auf ihre musikalische Ausbildung gelegt.
 

Marlene Dietrich in den 1920er Jahren
Foto mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Nationalbibliothek1) (ÖNB)
Urheber: Atelier D'Ora-Benda (Madame d'Ora1) (1881–1963) / Arthur Benda1) (1885–1969)
© ÖNB/Wien, Bildarchiv (Inventarnummer 205395-D)

Marlene Dietrich in den 1920er Jahren; Foto mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Nationalbibliothek (ÖNB); Urheber: Atelier D'Ora-Benda (Madame d'Ora (1881–1963) / Arthur Benda (1885–1969); Copyright ÖNB/Wien, Bildarchiv (Inventarnummer 205395-D)
Abbildung DVD-Cover "Die Frau, nach der man sich sehnt" zur Verfügung gestellt von "Süddeutsche Zeitung Cinemathek"; Copyright "Süddeutsche Zeitung Cinemathek" und "Friedrich Wilhelm Murnau Stiftung" (FWMS) Sie besuchte die Auguste-Victoria-Schule in Berlin-Charlottenburg und machte 1918 ihr Abitur; 1919 bis 1921 erhielt sie eine Musikausbildung in Weimar bei Prof. Robert Reitz, zuvor hatte sie ein Geigenstudium bei Prof. Dessau an der Berliner Musikakademie absolviert. Marlene Dietrich machte sich Hoffnungen auf eine Konzertkarriere als Violinistin, musste die Ausbildung aber gegen den Willen ihrer Mutter wegen einer Sehnenentzündung vorzeitig aufgeben. Stattdessen studierte sie Schauspielerei in der "Max-Reinhardt-Schule" in Berlin, wo sie 1922 debütierte und bis 1929 in einer Reihe von Theaterproduktionen spielte. Noch während der Ausbildung wurde sie vom Produktionsleiter der "Ariel-Filmgesellschaft", Rudolf Sieber1) (1897 – 1976), als Statistin verpflichtet. Ihre ersten Filmauftritte hatte sie dann mit kleineren Rollen in Stummfilmstreifen wie "Im Schatten des Glücks" (1919), "So sind die Männer" (1922) oder "Tragödie der Liebe"2) (1923). Bis Ende der 1920er Jahre stand sie für Filme wie "Sein größter Bluff" (1927), "Prinzessin Olala" (1928) oder "Die Frau, nach der man sich sehnt"2) (1929) vor der Kamera.
 
1924 heiratete Rudolf Sieber die junge Schauspielerin, am 13.  Januar 1924 erblickte Tochter Maria Elisabeth1) das Licht der Welt. Die Ehe bestand nach wenigen Monaten nur noch auf dem Papier, wurde jedoch nie geschieden. Aber Sieber und die Dietrich trennten sich bald, der einzige Kontakt blieb über Tochter Maria, die Sieber später auch in Hollywood besuchte. Rolf Sieber, der zuletzt in Kalifornien eine Hühnerfarm betrieb, verstarb im Juni 1976.

Abbildung DVD-Cover freundlicherweise zur Verfügung gestellt von "Süddeutsche Zeitung Cinemathek";
die DVD ist im Rahmen der "SZ Stummfilm Edition" (→ Murnau Stiftung) veröffentlicht worden und erschien im Oktober 2012.
© "Süddeutsche Zeitung Cinemathek" und "Friedrich Wilhelm Murnau Stiftung" (FWMS)

Der in den USA schon erfolgreiche Wiener Regisseur Josef von Sternberg1) (1894 – 1969) entdeckte Marlene Dietrich auf der Bühne in Berlin und besetzte sie sofort als verführerischen aber kaltherzigen Vamp Lola-Lola in seiner Heinrich Mann-Verfilmung "Der Blaue Engel"1). Der Film wurde als "The Blue Angel" auch in einer englischen Fassung gedreht und machte Marlene Dietrich über Nacht zu einem internationalen Star. In Hollywood drehte sie weiter im Team mit von Sternberg – sechs der ersten sieben US-Filme entstanden unter seiner Regie.
 
Szenenfoto aus "Der Blaue Engel"1) (1932)
Foto mit freundlicher Genehmigung der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung
1) Der Link führt zur Filmbeschreibung der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung
Szenenfoto aus "Der Blaue Engel" (1932); Foto mit freundlicher Genehmigung der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung
    
Der blaue Engel
Siehe auch, Wikipedia, Murnau Stiftung
Genre: Drama
Farbe, Deutschland, 1930
Uraufführung: 1. April 1930 im Berliner Gloria-Palast
Uraufführung der englischsprachigen Fassung "The Blue Angel": 4. Juli in London
Laufzeit Kino: 108 Minuten
Regie: Josef von Sternberg
Drehbuch: Carl Zuckmayer, Karl Gustav Vollmoeller, Robert Liebmann
nach dem Roman "Professor Unrat" von Heinrich Mann
Produktion: Erich Pommer
Musik: Friedrich Hollaender
Kamera (deutsche Fassung): Günther Rittau,
Kamera (englische Fassung: Hans Schneeberger

Darsteller:
Emil Jannings: Professor Immanuel Rath, Marlene Dietrich: Lola Lola,
Kurt Gerron: Zauberkünstler Kiepert, Rosa Valetti: Guste Kiepert, seine Frau,
Hans Albers: Mazeppa, Reinhold Brent: Clown
Eduard von Winterstein: Schuldirektor, und andere 
(Link: Wikipedia bzw. Kurzportrait innerhalb dieser HP)

Die vulgäre und äußerst attraktive Sängerin Lola-Lola ist die unbestrittene Attraktion des Nachtlokals "Der blaue Engel". Wie im Vorübergehen bricht sie das Herz des biederen Gymnasialprofessors Immanuel Rath. Der will die berüchtigte Spelunke eigentlich inspizieren, um seine Schüler vor dem Sündenpfuhl fernzuhalten, aber als er Lola auf der Bühne sieht, vergisst er seine Mission. Die Vorstadt-Sirene lässt sich auf den alten Mann ein und nutzt ihn aus. Als sein Verhältnis zu der Lebedame an die Öffentlichkeit dringt, verliert er Stellung und Ansehen.

"Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt!" singt Lola nur leicht bekleidet im "Blauen Engel". In dem Moment nimmt das Leben von Unrat eine jähe Wende!
 
Lexikon des Internationalen Films:
Erschütternde Charakterstudie von Emil Jannings und Ausgangspunkt für Marlene Dietrichs Weltkarriere als Vamp in Sternbergs kongenialer, wenn auch literarisch nicht exakter Verfilmung von Heinrich Manns Novelle "Professor Unrat".

   
Marlene Dietrich in einer Karikatur (1954) von Hans Pfannmüller (1916 – 1989); Quelle: Nachlass des Urhebers  bzw. Wikimedia Commons; Genehmigung/Rechteinhaber: Erbberechtigte Tochter des Urhebers Frau Sanderein Adler; Lizenz: CC-BY-SA 3.0.  Die Verwandlung war total: aus dem pummeligen Tingelmädchen Lola stilisierte von Sternberg nun den eigentlichen Glamour-Star Marlene Dietrich, die Antwort der Paramount auf MGMs göttliche Greta Garbo: schlank, sinnlich, geheimnisvoll, mit hohen Wangenknochen und leidendem Augenaufschlag. Ihr Auftritt in "Die blonde Venus" (1932) in einem Männeranzug wurde eine Art Markenzeichen und verlieh dem Sexsymbol Dietrich in ihrer selbstbewussten Unabhängigkeit einen schillernd bisexuellen Charakter; das Bild des Stars in klassischem Frack und Zylinder ist weltberühmt. 1930 wurde sie als "Beste Darstellerin" in Josef von Sternbergs "Marocco"3) (Herz in Flammen) und ihre Hauptrolle der Mademoiselle Amy Jolly für einen Oscar nominiert. Weitere Filme mit Sternberg waren die Melodramen "Dishonored"1) (1931, Entehrt), "Shanghai Express"1) (1931), "Blonde Venus"1) (1932, Blonde Venus3), "The Devil Is a Woman"1) (1934, Der Teufel ist eine Frau) sowie der Historienstreifen "The Scarlet Empress"1) (1934, Die scharlachrote Kaiserin3)).
Durch die enge Zusammenarbeit mit von Sternberg kam es zu Gerüchten über ein privates Verhältnis der beiden. In einem Prozess warf von Sternbergs Ehefrau Marlene Dietrich vor, die Ehe zerrüttet zu haben, die Dietrich gewann den Prozess. Aber die Teamarbeit von Sternberg/Dietrich zahlte sich an der Kinokasse nicht mehr aus, und Marlene drehte in der Folge Filme mit anderen Regisseuren und in anderen Genres z. B. unter der Regie George Marshalls Westernkomödie "Destry Rides Again"1) (1939, Destry Rides Again) an der Seite von James Stewart.
 
 
Links: Marlene Dietrich in einer Karikatur (1954) von Hans Pfannmüller1) (1916 – 1989)
Quelle: Nachlass des Urhebers  bzw. Wikimedia Commons
Genehmigung/Rechteinhaber: Erbberechtigte Tochter des Urhebers Frau Sanderein Adler
Lizenz: CC-BY-SA 3.0
Neuen Zugang zum großen Publikum fand Marlene nach der Trennung von Sternberg mit Hilfe des Produzenten Joe Pasternak, der sie in realistischeren Rollenbildern und in Filmen wie der genannten Western-Satire "Destry Rides Again" oder als Partnerin von John Wayne in der vergnüglichen dem Südsee-Geschichte "Seven Sinners"1) (1940, Das Haus der sieben Sünden) einsetzte.  
Bis Ende der 1940er Jahre drehte Marlene Dietrich erfolgreiche Kinofilme wie beispielsweise mit Regisseur Ryszard Bolesławski die Romanadaption "The Garden of Allah"1) (1936, Der Garten Allahs), für den sie von Produzent David O. Selznick 200.000 Dollar – die bis dato höchste Gage im Filmgeschäft erhalten haben soll. Ernst Lubitsch realisierte mit ihr den Liebesfilm "Angel"1) (1937, Engel), weitere Produktionen mit der Dietrich waren unter anderem Raoul Walshs Ehedrama "Manpower"1) (1941, Herz in Flammen"3)) oder Wilhelm Dieterles Fantasy-Streifen "Kismet"1) (1944, Kismet"3)).

Foto: Marlene Dietrich 1933
Historische Originalbeschreibung:
Marlene Dietrich, die bekannte Filmschauspielerin, welche sich augenblicklich in Paris aufhält, wurde von dem Polizeipräfekten von Paris, Chiappe, unter Androhung der Verhaftung, verboten sich öffentlich in Männerkleidern zu zeigen! Marlene Dietrich bei ihrer Ankunft in Europa in Männerkleidern. 
Quelle: Deutsches Bundesarchiv, Digitale Bilddatenbank, Bild 102-14627;
Fotograf: Unbekannt / Datierung: Mai 1933 / Lizenz CC-BY-SA 3.0.
Genehmigung des Bundesarchivs zur Veröffentlichung innerhalb
dieser Webpräsenz wurde am 11.10.2010 erteilt.
Originalfoto und Beschreibung: Deutsches Bundesarchiv Bild 102-14627 bzw. Wikimedia Commons

Marlene Dietrich 1933; Historische Originalbeschreibung: Marlene Dietrich, die bekannte Filmschauspielerin, welche sich augenblicklich in Paris aufhält, wurde von dem Polizeipräfekten von Paris, Chiappe, unter Androhung der Verhaftung, verboten sich öffentlich in Männerkleidern zu zeigen! Marlene Dietrich bei ihrer Ankunft in Europa in Männerkleidern. Quelle: Deutsches Bundesarchiv, Digitale Bilddatenbank, Bild 102-14627;  Fotograf: Unbekannt / Datierung: Mai 1933 / Lizenz CC-BY-SA 3.0.

In den 1950er Jahren begann der filmische Ruhm der Leinwanddiva zu verblassen und die Dietrich machte sich auf der Leinwand rar. Bereits 1948 gelang ihr mit Billy Wilders schwarzen, zynischen Berlin- Satire "A Foreign Affair"1) (1948, Eine auswärtige Affäre) ein großartiges Nachkriegs-Comeback, 1950 brillierte sie als Schauspielerin Charlotte Inwood in dem Hitchcock-Krimi " Stage Fright"1) (1950, Die rote Lola"3)). Sehenswert ist auch ihr einziger, in Italien gedrehter Film "Monte Carlo Story"3) (1956, The Monte Carlo Story) mit Vittorio De Sica als Partner.
Die Abkehr von der mythischen Marlene wird vor allem in ihren Billy-Wilder-Filmen deutlich. In "A Foreign Affair", später in dem Gerichtskrimi "Witness for the Prosecution"1) (1957, Zeugin der Anklage3)) ist die frühere Marlene, jeweils in einer Fräulein-Rolle, nur noch Zitat. Als Ami-Geliebte, Gegenspielerin von Jean Arthur und als Nazi und sogar Ex-Hitler-Freundin muss sie sadistische Szenarien über sich ergehen lassen. Sie verkörperte nun nicht mehr den Vamptyp, sondern wandte sich in späteren Jahren auch Charakter-Darstellungen zu, so beispielsweise als Frau Berthold,
Witwe eines hingerichteten deutschen Generals, in Stanley Kramers mit großem Staraufgebot gedrehten, preisgekröntem Film "Judgment at Nuremberg"1) (1961, Das Urteil von Nürnberg3)). Durchweg gute Kritiken erhielt sie auch für ihre Gastrolle der Wahrsagerin Tanya in dem von Orson Welles in Szene gesetzten meisterlichen Krimi "Touch of Evil"1) (1958, Im Zeichen des Bösen).
 
Marlene Dietrich war durch die Darstellung der "tollen Lola" in dem 1930 gedrehten Film "Der blaue Engel" nach Heinrich Manns Roman "Professor Unrat" sowie dem Titelsong weltbekannt geworden und bewies bereits hier ihre außergewöhnliche Gestaltungskraft als Chansonsängerin. Für immer blieb ihr Name mit dem Lied "Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt" verknüpft. Das Angebot Goebbels', in das faschistische Deutschland zurückzukehren, lehnte sie entschieden ab. Immer wieder hatten die Nazis versucht, die 1930 nach Hollywood gegangene Diva zurück zu beordern, "weil eine deutsche Frau nur in Deutschland Filme drehen sollte". Die Dietrich blieb in Amerika, aber , wie einige Kritiker meinen, eher aus beruflichen und finanziellen Erwägungen denn aus politischer Überzeugung.
1939 war sie US-Bürgerin geworden und daraufhin wurde sie von der deutschen Presse totgeschwiegen; sie setzte sich ab 1942 im zweiten Weltkrieg als Truppenbetreuerin an der Front unter Lebensgefahr für die Sache der Alliierten ein, absolvierte unzählige Gesangsauftritte vor amerikanischen Soldaten und machte Propaganda-Sendungen gegen die Nazis in deutscher Sprache. Für ihren Einsatz im Krieg erhielt sie als erste Frau 1972 die "Medal of Freedom" (Medaille der Freiheit der US-Frontkämpfervereinigung), die höchste amerikanische Auszeichnung für Zivilpersonen; die Franzosen ehrten sie mit dem Kreuz der französischen Ehrenlegion. In Deutschland löste ihre gegen das Hitler-Regime gerichtete Tätigkeit im zweiten Weltkrieg noch Jahre später während ihrer Gastspiele in Westdeutschland 1960 und 1963 eine böswillige, von reaktionären Kräften inspirierte Presse-Kampagne aus.
In den 1940er Jahren hatte sie eine leidenschaftliche Affäre mit Jean Gabin4) (1904 – 1976), ihrem Partner in "Martin Roumagnac"3) (1946); auch der berühmte Autor Erich Maria Remarque1) (1898 – 1970) war zeitweilig ihr Lebensgefährte.

Als in den 1950ern die Filmangebote spärlicher wurden, begann Marlene einen Konzertzyklus mit unsterblichen Evergreens – "Die fesche Lola", "Lili Marleen"1, "Sag mir, wo die Blumen sind"1) –, die sie 1953 von Las Vegas zum Broadway, nach London, in die UDSSR, zurück nach Berlin und bis Australien führte; die Programme der Entertainerin und Diseuse Marlene Dietrich wurden auch fürs Fernsehen aufgezeichnet; Showstar blieb sie für die letzten zwanzig Jahre ihres Bühnenlebens. Journalisten und Biographen hasste sie, mit knappen Antworten, Lügen und widersprüchlichen Aussagen trug sie bereits zu Lebzeiten zur Entstehung des Mythos um sie bei. Die "lebende Legende" hielt durch, bis sie – mit 74 Jahren – in Sydney buchstäblich auf der Bühne zusammenbrach und sich einen Oberschenkelhalsbruch zuzog.
Mit eiserner Energie, Selbstdisziplin und Perfektionssucht wahrte die Dietrich in ihrer "One Woman Show" ungeachtet ihres Alters den Mythos und die Magie einer zeitlosen, erotischen Schönheit. 1960  war die Dietrich im Rahmen einer Europatournee nach Deutschland zurück gekehrt; sie wurde bewundert, aber auch wegen "Landesverrats" von vielen Deutschen abgelehnt.
 
Ab 1976  lebte Marlene Dietrich zurückgezogen in Paris und hatte 1978 ihren letzten Filmauftritt mit einer kleinen Rolle in David Hemmings "Schöner Gigolo, armer Gigolo"1); nach einem weiteren Beinbruch im Januar 1979 verbrachte sie die Jahre bis zu ihrem Tod in ihrer Wohnung, das "Fenster" zur Außenwelt war der Fernseher, Kontakt mit Freunden und Kollegen hielt sie über das Telefon.

Marlene Dietrich bei der "Grand Gala du Disque Populaire"
am 12. Oktober 1963 im Kurhaus Scheveningen
Rechteinhaber: Nationaal Archief (Den Haag, Rijksfotoarchief; Bestandsnummer: 915-6290)
Urheber/Fotograf: Koch, Eric / Anefo; Quelle: Wikimedia Commons;
Lizenz: www.gahetna.nl/over-ons/open-data / CC BY-SA 3.0 NL
 

Marlene Dietrich bei der "Grand Gala du Disque Populaire" am 12. Oktober 1963 im Kurhaus Scheveningen; Rechteinhaber: Nationaal Archief (Den Haag, Rijksfotoarchief; Bestandsnummer: 915-6290); Urheber/Fotograf: Koch, Eric / Anefo; Quelle: Wikimedia Commons; Lizenz: www.gahetna.nl/over-ons/open-data / CC BY-SA 3.0 NL 
Gedenktafel für Marlene Dietrich, Leberstraße 65 (Berlin-Schöneberg): Quelle: Wikimedia; Urheber des Fotos: Axel Mauruszat, Berlin; Lizenz Foto der Gedenktafel: Der Urheber gestattet jedermann jede Form der Nutzung, unter der Bedingung der angemessenen Nennung seiner Urheberschaft. Weiterverbreitung, Bearbeitung und kommerzielle Nutzung sind gestattet.

1983 gestattete sie Maximilian Schell die Anfertigung ihres dokumentarischen Filmporträts "Marlene"1), in dem Filmausschnitte montiert sind und nur ihre Stimme zu hören ist. 1981 zeigte der Bayerische Rundfunk das TV-Portrait "Marlene – Gesichter einer Legende".
1979 veröffentlichte der Star Memoiren unter dem Titel "Ich bin, Gott sei Dank, Berlinerin", verriet darin jedoch so wenig wie nur eben möglich.
 
Am 6. Mai 1992 starb Marlene Dietrich mit 91 Jahren in Paris; sie fand, ihrem Wunsch entsprechend, ihre letzte Ruhestätte in Deutschland neben ihrer Mutter – in einem Ehrengrab auf dem Städtischen Friedhof Berlin-Friedenau mit der Inschrift "Hier steh ich an den Marken meiner Tage" (Theodor Körner) → Foto der Grabstelle bei Wikimedia Commons.
  
Gedenktafel für Marlene Dietrich, Leberstraße 65 (Berlin-Schöneberg)
Quelle: Wikimedia; Urheber des Fotos: Axel Mauruszat, Berlin
Lizenz zur Nutzung bzw. Veröffentlichung siehe hier.

Viele Autoren haben das Leben der Legende Marlene Dietrich biografisch aufgearbeitet; Tochter Maria Riva, die ihre berühmte Mutter die letzten Jahre begleitete und ihr eng zur Seite stand, veröffentlichte die Biografie "Meine Mutter Marlene" und erzählt darin nicht nur die Geschichte eines berühmten Lebens, sondern auch die einer problematischen Mutter-Tochter-Beziehung. Viele bekannte und weniger bekannte Fotos runden das Buch ab. Von Hermann Kreutzer und Manuela Runge stammt das Buch "Ein Koffer in Berlin"; hier wird der Lebenslauf der Berlinerin Marlene Dietrich etwas verklärt dargestellt und der Mythos "Marlene Dietrich" wieder belebt.
  
Durch den im Jahre 2000 von Joseph Vilsmaier gedrehten "Marlene"-Film1) nach dem Buch "Meine Mutter Marlene" von Maria Riva mit Katja Flint in der Titelrolle setzte eine wahre Marlene Dietrich-Manie ein, auch wenn Vilsmaier Kritik für seinen Film einstecken musste: "Ihr Mythos überstrahlt jede Mode, und selbst eine missglückte Kinohuldigung wie gerade erst der "Marlene"-Film von Joseph Vilsmaier setzt neuen Begeisterungsrummel um Leben und Werk der Diva in Gang: Marlene Dietrich, der einzige Weltstar, den Deutschland je hervorgebracht hat, ist so gegenwärtig wie je – und sei es als millionenfach reproduziertes Motiv auf der Briefmarke. Ihre androgyne Erotik, ihre grandiose Ausstrahlung, ihr lockeres Liebesleben zwischen Männern und Frauen und ihre beinhart durchgezogene Karriere wirken wie ein früher, verwegener Verweis auf das 21. Jahrhundert: Sie war Vamp und Emanze zugleich, vereinte Hollywood-Glamour und preußische Disziplin." – so der Journalist Hellmuth Karasek in DER SPIEGEL im Juni 2000.
Zusammen mit Christian Pfannenschmidt brachte Joseph Vilsmaier zum Kinostart des Films das Buch "Marlene, der Film" heraus. Gestützt auf die Biografie der Dietrich-Tochter Maria Riva begibt sich Christian Pfannenschmidt auf die Spuren eines Mythos. Seine Reise beginnt im Berlin der späten zwanziger Jahre, wo die Karriere des "blauen Engels" ihren Anfang nahm, und endet mit ihrem letzten Konzert in New York 1975. Das Drehbuch mit zahlreichen Szenenfotos aus Joseph Vilsmaiers Film über das Leben Marlene Dietrichs ist ebenfalls enthalten wie Berichte über die aufwendigen Dreharbeiten.
  
Werner Sudendorf veröffentlichte anlässlich des 100. Geburtstages der Filmdiva im Jahre 2001 das Buch "Marlene Dietrich"; in diesem Portrait orientiert sich der Autor nüchtern an den Tatsachen, sein Hauptinteresse gilt den Filmen. So beschreibt er auf vielen Seiten Marlene Dietrichs Rollen, ihre Partner und die Herangehensweisen der verschiedenen Regisseure. Daneben erfährt man einiges über Erwartungen und Reaktionen des Kinopublikums, das je nach weltpolitischer Lage seinen Anspruch an die Filme veränderte. Marlene Dietrichs oftmals wechselnde Liebhaber tauchen nur gelegentlich auf; eine einzige Liebhaberin in einem Satz am Rande: "Nach einem lesbischen Intermezzo mit Mercedes de Acosta…". Wilde Spekulationen findet man bei Werner Sudendorf gar nicht. Er ist als Leiter der Sammlungen des Filmmuseums Berlin/Deutsche Kinemathek unter anderem für die Erschließung des Nachlasses von Marlene Dietrich verantwortlich. Für acht Millionen DM kaufte der Berliner Kultursenator 1993 die umfangreiche Sammlung mit u.a. 12.000 Fotos und 4.000 Textilien, die der Star im Laufe seines Lebens selbst angehäuft hatte. Damit kam Marlene Dietrich, wenn auch erst nach ihrem Tod, doch wieder nach Berlin zurück.5)
Von der Romanze der Diva mit dem Schriftsteller Erich M. Remarque handelt die Veröffentlichung "'Sag mir, daß Du mich liebst…'", die in Zusammenarbeit der Dietrich mit Remarque, Werner Fuld und Thomas F. Schneider entstanden ist.
  
Von Renate Seydel erschien die bebilderte Biografie "Marlene Dietrich", mit der das Leben und Schaffen einer großen Filmlegende des 20. Jahrhunderts beleuchtet wird und das zum Teil unbekanntes Fotomaterial beinhaltet. Marlene Dietrich, eine der ungewöhnlichsten Frauen des zwanzigsten Jahrhunderts, war bereits vor ihrem Tode eine Legende. Die Bildbiografie belegt lückenlos jedes Jahr ihres Lebens anhand weitgehend unbekannter Fotos, begleitet von Selbstzeugnissen, Produktions- und Atelierberichten, Rezensionen der internationalen Presse und authentischen Berichten von Zeitgenossen. Ein repräsentativer Einblick in den Werdegang und die Entstehungsgeschichte der Filme dieser unvergessenen Diva.5)
Der Filmspezialist Adolf Heinzlmeier brachte "Marlene, die Biografie" auf den Markt und schildert den Lebensweg Marlene Dietrichs von der Revuesängerin zum Weltstar. Er erinnert an ihre großen Filme und Konzerte und lässt auch ihre Liebesbeziehungen und Affären wieder lebendig werden. "Meine Freundin Marlene" heißt das Buch des englischen Autors David Bret, der Marlene Dietrich 1989 kennen lernte, als sie schon völlig zurückgezogen in Paris lebte. Es gelang ihm, das Vertrauen des öffentlichkeitsscheuen Stars zu gewinnen. Er führte viele lange Gespräche mit ihr, in denen er sie über die entscheidenden Stationen, Menschen und Ereignisse ihres Lebens befragte. Entstanden ist daraus nun ein sehr subjektives Buch, in dem der Autor aus seiner tiefen Bewunderung für Marlene Dietrich keinen Hehl macht. Er hat versucht, "…hinter dem Schleier von Mythos und Legende die Frau zu entdecken, die sie gewesen sein könnte".5)
Donald Spoto hat nach intensiven Recherchen mit dem Buch "Marlene Dietrich" ein facettenreiches Bild des legendären Weltstars, der ein halbes Filmjahrhundert geprägt hat, gezeichnet. Jahrelange Abschottung von der Außenwelt war Ausklang der glanzvollen Karriere von Marlene Dietrich. Doch bereits zuvor war sie nicht gerade großzügig, was Informationen über ihr Privatleben anging. Die strikt geschlossenen Vorhänge ihres Lebens aufzuziehen wurde somit selbst für einen geübten Biografen wie Donald Spoto zur Herausforderung. Also hat Spoto für sein Marlene-Buch Interviews geführt, Filme mit und über die Dietrich betrachtet sowie jede Menge Literatur gewälzt. Nur eines konnte er natürlich nicht: mit der Frau selbst sprechen – sie hätte ihn gar nicht zu sich vorgelassen. Lesen konnte Marlene Dietrich dieses Buch dann auch nicht mehr, starb sie doch 1992, im Entstehungsjahr des Bandes. Aber Bücher über sie selbst hatten sie ohnehin nie sonderlich interessiert.5)
  
Zum 100. Geburtstag der einzigartigen Marlene Dietrich schrieb Linde Salber die Biografie "Marlene Dietrich", Steven Bach, intimer Kenner der Filmwelt, legte nach jahrzehntelangen Recherchen die Biographie "'Die Wahrheit über mich gehört mir', Marlene Dietrich" vor. Der amerikanische Autor, der mit Marlene Dietrich in ihren letzten Jahren befreundet war, brachte ein Buch heraus, das so genau und erschöpfend ist, wie keines zuvor. Bewundernd und kritisch zugleich, hinreißend geschrieben und bis ins letzte Detail genau dokumentiert, leidenschaftlich und kühl. In diesem Buch wird die erregende Epoche der Dietrich wieder lebendig. Sie war ein Genie und eine Kämpferin voller Menschlichkeit. Marlene war einsam auf kalten Gipfeln, doch ihren Witz und Lebensmut hat sie nie verloren. Sie war außergewöhnlich.5)
Siehe auch die Literatur-Hinweise bei Wikipedia
 

Sonderbriefmarke Marlene Dietrich
aus der Reihe "Frauen der deutschen Geschichte"
Ausgabetag 14. August 1997


Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung
 des Bundesministeriums der Finanzen
sowie Prof. Gerd Aretz und Oliver Aretz (Gestaltung)

Seit Februar 2010 besitzt nun auch Berlin am Potsdamer Platz einen "Boulevard der Stars", inspiriert von dem weltbekannten "Hollywood Walk of Fame"; anlässlich der 60. Berlinale enthüllten Festivaldirektor Dieter Kosslick und der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit am 12. Februar 2010 den ersten Messingstern mit Name und Signatur der Marlene Dietrich. Wowereit nannte die Filmdiva im Rahmen der Zeremonie "eine große Deutsche". Die offizielle Eröffnung des Berliner "Walk of Fame" fand am 10. September 2010 statt, neben legendären Filmschaffenden wie Marlene Dietrich oder Romy Schneider sind herausragende Schauspieler wie Mario Adorf, Armin Mueller-Stahl, Bruno Ganz oder Götz George "verewigt".

Ehrungen (Auswahl), die Marlene Dietrich im Laufe ihres Lebens (bzw. posthum) erhielt:
  • 1930: Nominierung für den "Oscar" als beste Darstellerin im Film "Marokko"
  • 1947: "Medal of Freedom"1), die höchste zivile Auszeichnung des US-amerikanischen Kriegsministeriums
  • 1950: Französischer Verdienstorden "Chevalier de la Légion d'Honneur"
  • 08.02.1960: "Stern" auf dem "Hollywood Walk of Fame"1)
  • 31.10.1960: Auszeichnung des Staates Israel
  • 16.03.1963: Verleihung des belgischen "Leopoldsordens"1) durch den belgischen König
  • 21.04.1968: Tony Special Award
  • 1971: Französische Verdienstorden "Officier de la Légion d'Honneur"
  • 1972: "Medaille der Freiheit" der US-Frontkämpfervereinigung
  • 1972: Kreuz der französischen Ehrenlegion
  • 1980: Ehrenauszeichnung beim "Deutschen Filmpreis"1)
  • 1989: französischer Verdienstorden "Commandeur de la Légion d'Honneur"
  • 16.05.2002: Verleihung der Ehrenbürgerschaft von Berlin (posthum)
  • 12.02.2010: "Stern" auf dem Berliner "Boulevard der Stars"1)
  • 2012: "Stern der Satire"1) auf dem Mainzer "Walk of Fame des Kabaretts"
Marlene Dietrich: "Stern" auf dem Berliner "Boulevard der Stars";  Quelle: Wikimedia Commons; Urheber: Wikimedia-User Times; Lizenz: CC BY-SA 3.0
Quelle: Wikimedia Commons
Urheber: Wikimedia-User Times
Lizenz: CC BY-SA 3.0
Link: 1) Wikipedia, 2) Murnau Stiftung, 3) prisma.de, 4) Kurzportrait innerhalb dieser HP
Quelle: 5) Zitat der amazon-Redaktion
Lizenz Foto der Gedenktafel: Der Urheber gestattet jedermann jede Form der Nutzung, unter der Bedingung der angemessenen Nennung seiner Urheberschaft. Weiterverbreitung, Bearbeitung und kommerzielle Nutzung sind gestattet.
Textbausteine des Kurzportraits von Dirk Jaspers Filmlexikon
Marlene Dietrich im Internet: www.marlene.com (englisch), home.snafu.de, www.marlenedietrich.org
www.marlenedietrich-filme.de
Siehe auch die umfangreiche Seite bei Wikipedia sowie
www.dhm.de, www.prisma.de
Kinofilme
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Link: Murnau Stiftung, filmportal.de, Wikipedia, prisma.de)
Stummfilme Tonfilme
Um zur Seite der Leinwandstars zurückzukehren, bitte dieses Fenster schließen.
Home: www.steffi-line.de