Die Stummfilm-Darstellerin Mabel May-Yong, über deren Geburtsdatum bzw. deren Herkunft*) keinerlei Angaben vorliegen, machte weniger durch ihre schauspielerischen Leistungen als vielmehr durch ihre freizügigen Auftritte von sich reden. Ihre Karriere begann als Bauchtänzerin in knappen Kostümen, die an die Auftritte der legendären niederländischen Tänzerin Mata Hari1) (1876 – 1917) erinnerten. Vermutlich als Mabel de Jong geboren, trat sie zunächst als Mabel May auf, fügte dann ihrem Namen das exotisch klingendere "Yong" hinzu. Die Tänze der zierlichen Künstlerin als verführerische "Mata Hari" oder "Salome" ließ vor allem die Männerherzen höher schlagen und sie erreichte rasch eine gewisse Popularität.
So wurde auch der Film auf Mabel May-Yong aufmerksam, ihr Leinwanddebüt gab sie (vermutlich) als schöne Königin Nyleptha in der südafrikanischen Produktion "Allan Quatermain" (1919), von Horace Lisle Lucoque mit Hal Lawrence als Titelheld in Szene gesetzt nach dem berühmten Abenteuerroman "König Salomos Schatzkammer"1) (auch: König Salomons Diamanten; Original: King Solomon's Mines) von Henry Rider Haggard aus dem Jahre 1885. Es war die erste filmische Umsetzung des Bestsellers, später sollten weitere Verfilmungen folgen, so beispielsweise die farbenprächtige britische Produktion "König Salomons Diamanten"1) (1950) mit Stewart Granger und Deborah Kerr.
Wenig später tauchte Mabel May-Yong als Fürstentochter in dem von Erich Schönfelder inszenierten deutschen Streifen "Der Diplomatensäugling" (1919) neben Paul Heidemann auf, spielte an der Seite von Carl Auen als Detektiv Joe Deebs1) in dem Krimi "Tamburin und Castagnetten"2) (1920).

Foto: Mabel May-Yong vor 1929
Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander Binder1) (1888 – 1929)
Quelle: filmstarpostcards.blogspot.de bzw. www.flickr.com
Collection: Didier Hanson; Angaben zur Lizenz siehe hier

Mabel May-Yong vor 1929; Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander Binder (1888  1929); Quelle: filmstarpostcards.blogspot.de; Collection: Didier Hanson
Mabel May-Yong vor 1929; Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander Binder (1888  1929); Quelle: filmstarpostcards.blogspot.de; Collection: Didier Hanson Es folgten weitere stumme Dramen mit reißerischen Titeln wie "Kriminalpolizei, Abteilung Mord" (1920, mit Robert Leffler), " Indische Rache"2) (1920, u.a. mit Georg Alexander), "Der langsame Tod. Die nach Liebe schmachten" (1920, mit Ressel Orla) oder "Was der Totenkopf erzählt" (1921, mit Fritz Kampers) der Berliner "Vampyr-Film".
Bis 1923 wurde Mabel May-Yong regelmäßig in weiteren, eher zu vernachlässigenden Stummfilmproduktionen besetzt, etwa in Bruno Eichgrüns Krimis "Erzgauner" (1921) und "Frauen, die die Ehe brechen" (1922) mit dem Regisseur selbst als Detektiv Nic Carter. Sie agierte in Rudolf Biebrachs "
Das Abenteuer des Dr. Kircheisen"2) (1921) mit Hermann Thimig, Hans Marr und Lotte Neumann, in "Millionenschieber" (1922; Regie: Rudolf Walther-Fein), wo sie an der Seite von Sacha Gura, Harry Hardt und Hans-Adalbert Schlettow eine rassige Zigeunerin darstellte, oder in "Schuld und Sühne" (1922), in dem Regisseur Rudolf Biebrach zusammen mit Theodor Loos und Leopold von Ledebur spielte. Meist mimte Mabel May-Yong russische oder orientalische Frauenfiguren in erotischen Posen, was ihr mitunter den Ruf einer deutschen Theda Bara1) einbrachte, die als das erste Sexsymbol des Stummfilms gilt.
Nach "Das Kabinett des Dr. Segato" (1923) trat sie lediglich noch in einem Stummfilm in Erscheinung und drehte mit Bruno Eichgrün bzw. bei der "Vampyr-Film" als Filmtochter von Wilhelm Diegelmann das Drama "Entsiegelte Lippen" (1925).
So rasch wie sie zur populären Stummfilm-Darstellerin aufgestiegen war, verblasste auch ihr kurzer Filmruhm.
Wie schon das Geburtsdatum liegt auch Mabel May-Yongs Todesdatum im Dunkeln. 
 
Foto: Mabel May-Yong vor 1929
Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander Binder1) (1888 – 1929)
Quelle: filmstarpostcards.blogspot.de bzw. www.flickr.com
Collection: Didier Hanson; Angaben zur Lizenz siehe hier
Quellen: www.cyranos.ch, filmstarpostcards.blogspot.de
*) laut Piet Hein Honig/Hanns-Georg Rodek: "100001 – Die Showbusiness-Enzyklopädie des 20. Jahrhunderts" (1992) geboren am 28.06.18?? in Magdeburg
Link: 1) Wikipedia, 2) Murnau Stiftung
Lizenz Fotos Mabel May-Yong (Urheber: Alexander Binder): Diese Bild- oder Mediendatei ist gemeinfrei, weil ihre urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist. Dies gilt für die Europäische Union, die Vereinigten Staaten, Australien und alle weiteren Staaten mit einer gesetzlichen Schutzfrist von 70 Jahren nach dem Tod des Urhebers.
Stummfilme
Filmografie bei der Internet Movie Database
5 Stummfilme bei www.earlycinema.uni-koeln.de
(Link: www.earlycinema.uni-koeln.de, Wikipedia, Murnau Stiftung, filmportal.de)
  • 1919: Allan Quatermain
  • 1919: Der Diplomatensäugling
  • 1919/20: Dämon der Welt
    • 1919: II Wirbel des Verderbens
    • 1920: III Das goldene Gift
  • 1920: Tamburin und Castagnetten ("Joe Deebs"-Reihe)
  • 1920: Kriminalpolizei, Abteilung "Mord"
  • 1920: Manus immaculata – Die unbefleckte Hand
  • 1920: Das schwarze Boot
  • 1920: Indische Rache
  • 1920: Der langsame Tod. Die nach Liebe schmachten
  • 1920: Der indische Todesring oder Sieben Worte
  • 1920: Eine gefährliche Fahrt
  • 1921: Fasching
  • 1921: Das Haus der Qualen
  • 1921: Die goldene Mauer
  • 1921: Der Flug in den Tod
  • 1921: Was der Totenkopf erzählt
  • 1921: Erzgauner
  • 1921: Das Abenteuer des Dr. Kircheisen
  • 1922: Millionenschieber
  • 1922: Frauen, die die Ehe brechen
  • 1922: Die Flibustier
  • 1922: Der Fund in der Eilenriede oder Liebesrausch und Opfermut
  • 1922: Schuld und Sühne
  • 1923: Das Kabinett des Dr. Segato
  • 1925: Entsiegelte Lippen
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