Die Schauspielerin Lissy Lind, welche auch als Lissi Lind und Lizzy Lind sowie unter ihrem Geburtsnamen Lissy Krüger auftrat, wurde am 3. Oktober 1892 in Dresden geboren; über ihre Herkunft bzw. den Werdegang ist nichts bekannt. Bereits im Alter von 16 Jahren gab sie 1908 ihr Bühnendebüt am Theater in Gera, Engagements in ihrer Geburtsstadt, Stettin und Königsberg schlossen sich an. 1911 ging Lissy Lind nach Berlin, spielte dort an verschiedenen Theatern und kam auch mit der noch jungen Kinematographie in Berührung. Ihre ersten Filme drehte sie bei der Berliner "Messter Projektion GmbH" und gab ihr Leinwanddebüt als "Lissy Krüger" unter der Regie von Hans Oberländer in dem kurzen Melodram "Die Hohe Schule" (1912). Es folgten weitere dramatische Geschichten, in denen Lissy Lind prägnante Figuren oder Hauptrollen spielte. In dem von Curt A. Stark1) mit seiner Ehefrau Henny Porten2) inszenierten Streifen "Der Schatten des Meeres"3) (1912) mimte sie die Verlobte des Fischers Sven Nansen (Curt A. Stark), der aus Verzweiflung bzw. aus Liebe zu der schönen Malerin Evelyne (Henny Porten) seinem Leben im Meer ein Ende setzt.
Nach ihrer Heirat mit Regisseur Siegfried Philippi1) (1871 – 1933?) stand Lissy Lind vornehmlich für ihren Ehemann vor der Kamera, der seine Frau in Melodramen und Krimis gekonnt in Szene zu setzen wusste. Nach einer rund acht Jahre andauernden, relativ intensiven Tätigkeit für den Stummfilm, konzentrierte sich die Schauspielerin ab Anfang der 1920er Jahre wieder verstärkt auf ihre Arbeit am Theater.

Foto: Lissy Lind vor 1930 auf einer Fotografie von Nicola Perscheid1) (1864 – 1930)
Quelle: Wikimedia Commons; Photochemie-Karte K. 1649 (Ausschnitt)
Angaben zur Lizenz siehe hier

Lissy Lind vor 1930 auf einer Fotografie von Nicola Perscheid (1864  1930); Quelle: Wikimedia Commons; Photochemie-Karte K. 1649 (Ausschnitt)
Ihren letzten, großen Auftritt in einer Kinoproduktion hatte sie als Wilhelmine von Bayreuth1) bzw. Schwester von Friedrich II.1) in Philippis "Die Mühle von Sanssouci" (1926), ein Historienfilm aus der sogenannten "Fridericus-Rex"-Reihe1) mit Otto Gebühr (überwiegend) als Friedrich der Große. Danach zog sie sich endgültig vom Filmgeschäft zurück.
Nach der sogenannten Machtergreifung der Nationalsozialisten im Januar 1933 bekam das Ehepaar Lissy Lind/Siegfried Philippi wegen Philippis Herkunft – sein Vater war ein jüdischer Kaufmann in Lübeck gewesen – zunehmend Schwierigkeiten und Lissy Lind konnte nicht mehr als Schauspielerin arbeiten.
Sie starb verarmt und von der Öffentlichkeit vergessen im Alter von nur 46 Jahren im Oktober 1938 in Berlin. Ein genaues Todesdatum ist unbekannt, eine Selbsttötung wird nicht ausgeschlossen.
Quelle (unter anderem): Wikipedia, www.cyranos.ch, www.film-zeit.de
Link: 1) Wikipedia, 2) Kurzportrait innerhalb dieser HP, 3) filmportal.de
Lizenz Foto Lissy Lind (Urheber: Nicola Perscheid): Diese Bild- oder Mediendatei ist gemeinfrei, weil ihre urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist. Dies gilt für die Europäische Union, die Vereinigten Staaten, Australien und alle weiteren Staaten mit einer gesetzlichen Schutzfrist von 70 Jahren nach dem Tod des Urhebers.
    
Filme
Filmografie bei der Internet Movie Database sowie
www.earlycinema.uni-koeln.de (Auswahl)
(Link: Murnau Stiftung, filmportal.de, Wikipedia, Kurzportrait innerhalb dieser HP)
  • 1920: Das schleichende Gift (Regie: Siegfried Philippi)
  • 1920: Die Frau in den Wolken (Regie: Siegfried Philippi)
  • 1920: Sinnesrausch (Regie: Siegfried Philippi)
  • 1920: Unselige Liebe – seliges Land (Teil 2; Regie: Siegfried Philippi))
  • 1920: Mord… die Tragödie des Hauses Garrick (Regie: Siegfried Philippi)
  • 1920: Im Banne der Suggestion / Der Chiromant (Regie: Siegfried Philippi)
  • 1920: Zwischen Nacht und Morgen (Regie: Siegfried Philippi)
  • 1921: Die Frau in den Wolken (Regie: Siegfried Philippi)
  • 1921: Der Herr aus dem Zuchthaus (Regie: Siegfried Philippi)
  • 1921: Die schwarze Spinne (Regie: Siegfried Philippi)
  • 1922: Betrogene Betrüger (Regie: Bruno Ziener
  • 1923: Esterella (Regie: Joe Francis)
  • 1923: Gobseck (Regie: Preben J. Rist)
  • 1926: Die Mühle von Sanssouci (Regie: Siegfried Philippi)

*) als Lissy Krüger

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