Der Schauspieler Aribert Mog wurde am 3. August 1904 als Aribert Karl Gustav Otto Mog und Sohn eines Offiziers in Berlin-Steglitz geboren. Der Vater, ein Major a.D., stammte aus einer Weinbauernfamilie von der Mosel, die Mutter hatte schwedische Wurzeln. Auch Sohn Aribert plante ursprünglich, wie sein Vater bzw. die Ehemänner seiner beiden Schwestern Irene und Gerda-Maria, eine Offizierslaufbahn einzuschlagen. Er will sich 16-jährig als Freikorpsmitglied am 21. Mai 1921 am Sturm auf den Annaberg (→ Wikipedia) beteiligt haben, ergriff dann nach dem Abitur jedoch ein Studium der Rechtswissenschaften und Nationalökonomie, welches er erfolgreich abschloss. Der athletische, durchtrainierte junge Mann tat sich in verschiedenen Sportarten hervor, bezeichnete sich selbst als "ein ganz roher Bursche. Ich war Matrose und habe zwei Jahre in der Arktis unter Robbenfängern und in Alaska unter Pelztierjägern gelebt. Aber ich habe auf ehrliche, teils auf weniger lobenswerte Weise (indem ich Alkohol gegen wertvolle Felle tauschte) mir da oben 40.000 schwedische Kronen verdient und erspart, die mir ein ruhiges Leben sicherten." ließ Mog sein Publikum später wissen ("Mein Film, Nr. 356, 21.–27.10.1932).*)
Zurück in Berlin, wurde er von Regisseur Max Mack für den Film entdeckt, der ihm in seinem überwiegend mit Laiendarstellern realisierten stummen Streifen "Der Kampf der Tertia"1) (1929) als jungen Lehrer besetzte. Wenig später erhielt er von Max Knaake die Hauptrolle des Schustergesellen Fritz in dem Weltkriegs-Melodram "Durchs Brandenburger Tor. Solang noch Untern Linden…"2) (1929), entschied sich nun ganz für die Schauspielerei. Aufgrund seiner Alaska-Erfahrungen gehörte er auch zur Schauspielerriege von Nunzio Malasommas melodramatischem Abenteuer "Der Ruf des Nordens"3) (1929) um eine Nordpol-Expedition, in dem Luis Trenker als heroischer Polarforscher in Erscheinung trat. Die Geschichte griff ein aktuelles Ereignis auf: Am 25. Mai 1928 war der italienische Luftschiffpionier und Polarforscher Umberto Nobile4) mit seinem Luftschiff "Italia" auf dem Rückflug vom Nordpol in der Nähe von Spitzbergen abgestürzt, die sich anschließende, von Roald Amundsen4) geleitete Rettungsexpedition brachte dem Norweger den Tod.
 
Lediglich als Fragment erhalten geblieben ist Conrad Wienes, kurzes, inzwischen restauriertes stumme Sittendrama "Eine Dirne ist ermordet worden"3) (1930; →  www.film.at), in dem Aribert Mog neben Mary Kid (Edelkurtisane Lou) und Iwan Kowall-Samborwski erneut eine tragende Rolle spielte. Mogs letzter Stummfilm war Léo Laskos Drama "Scapa Flow" (1930), das die Selbstversenkung der Kaiserlichen Hochseeflotte4) am 21. Juni 1919 im britischen Flottenstützpunkt Scapa Flow  bzw. die Unsinnigkeit des Krieges thematisierte; nach der Machtergreifung der Nazis wurde die Produktion im Mai 1933 zensiert bzw. verboten und nur noch im Ausland aufgeführt.
Mit Beginn des Tonfilms erreichte Aribert Mog als Partner von Brigitte Horney in Robert Siodmaks Berliner Milieustück "Abschied"4) (1930) erste nachhaltige Aufmerksamkeit. "Erzählt wird die Geschichte einen Paares, dessen Liebe an ihren ärmlichen Verhältnissen zerbricht."5). Nach eher kleineren Aufgaben in nachfolgenden Produktionen erregte er mit dem Erotikdrama "Ekstase"4) (1933; Regie: Gustav Machatý) plötzlich auch internationale Beachtung. Als Partner der blutjungen Hedwig Kiesler, die später als Hedy Lamarr6) in Hollywood zum Star avancieren sollte, mimte er in dieser, für damalige Verhältnisse Aufsehen erregenden tschechischen Produktion deren Liebhaber. Erzählt wird die Geschichte eines jungen Mädchens, welches mit einem kaltherzigen, seelisch grausamen Mann (Zvonimir Rogoz) verheiratet ist und sich dann in einen Ingenieur (Aribert Mog) verliebt. In der Rolle irrte die Lamarr zehn Minuten lang auf der Suche nach ihren Kleidern durch den Wald und gab sich ihrem Liebhaber hin. Die Szene schrieb Kinogeschichte, löste einen ungeheuren Eklat aus. Die Produktion wurde in vielen Länder der Welt verboten oder gelangte nur in einer stark zensierten Fassung zur Aufführung. In Deutschland konnte der Film erstmals am 8. Januar 1935 in gekürzter und zensierter Fassung unter dem Titel "Symphonie der Liebe" in den Berliner Lichtspielhäusern "Ufa-Theater" (Friedrichstraße/Kurfürstendamm) gezeigt werden.
 
Neben verschiedenen kurzen Kultur- und Dokumentarfilmen, in denen Mog als Sprecher zu hören war, agierte der Schauspieler beispielsweise mit der Hauptrolle des Kapellmeisters Franz Burgsteller in Johannes Meyers musikalischem Biopic "Ihr größter Erfolg"7) (1934) über den Aufstieg der aus Schlesien stammenden Therese Krones4) (1801 – 1830) vom Wiener Wäschermädel zur gefeierten Sängerin, dargestellt von Marta Eggerth. "Aribert Mog hat sich endlich bis zu einer großen, sichtbaren Rolle durchgebissen, der deutsche Film ist um einen sympathischen Liebhaber reicher." schrieb der Filmkritiker Georg Herzberg im "Film-Kurier (Nr. 303, 29.12.1934).*) Auch mit der Rolle des "Mannes vom anderen Ufer" in Frank Wisbars Legendenfilm "Fährmann Maria"4) (1936) konnte er als Partner von Sybille Schmitz Kritik und Publikum überzeugen. "Vergleichbare Außenseiterproduktionen werden in den kommenden Jahren kaum noch hergestellt. Ausgerechnet Mog, ein Anhänger des Nationalsozialismus, scheitert an der Professionalisierung und Standardisierung der Filmproduktion des "Dritten Reiches", die lieber auf bewährte Theaterkräfte zurückgreift." notiert CineGraph*)
Aribert Mog macht auch in anderen Filmen auf sich aufmerksam. An dem experimentellen Semi-Dokumentarfilm "Das Stahltier"4) (1935) von Willy  Zielke ist er als einziger Schauspieler beteiligt. Er spielt den Werkstudenten und späteren Ingenieur, der den Bahn- und Gleisarbeitern die Hand reicht. Die Deutsche Reichsbahn hat den Film zum 100-jährigen Jubiläum der Nürnberg-Fürther Eisenbahn in Auftrag gegeben. Willy Zielke gelingt ein anspruchsvolles und avantgardistisches Werk, das aber nicht in die Kinos gelangt, da seine Ästhetik im Dritten Reich als "dekadent" eingestuft wird.5)
Seine letzte große Hauptrolle spielte Mog als Rennfahrer Michael Lutz, der in Carl Hoffmanns Literaturadaption "Die Leute mit dem Sonnenstich"1) (1936) mit seiner Braut Barbara (Käthe Merk) einen Liebesurlaub auf einer einsamen Donauinsel verleben möchte. Doch als sie dort Barbaras Chef (Walter Steinbeck) samt Tochter Gwendolyn (Flita von Uhl) und Kompagnon (Theo Lingen) antreffen, ist es mit dem geplanten Tête-à-tête vorbei und es kommt zu ungeahnten Verwicklungen …

In den nachfolgenden Produktionen wurde Mog auf eher unbedeutende Rollen reduziert, so mimte er den Vorgesetzten Leutnant Dierck in der von Joe Stöckel in Szene gesetzten, unverwüstlichen Militär-Groteske "Der Etappenhase" (1937) unter anderem mit Günther Lüders und Leny Marenbach, zwei Mal musste er als Bruder der Protagonistinnen herhalten – so von Marika Rökk in dem Musikstreifen "Karussell"1) (1937; Regie: Alwin Elling) und von Rotraut Richter in "Der nackte Spatz" (1938; Regie: Albert Hörrmann). Spätestens ab dann rückte Aribert Mog mit seinen Rollen mehr und mehr in den Hintergrund, in dem ganz auf Hans Albers zugeschnittenen Melodram im Zirkusmilieu "Fahrendes Volk"2) (1938; Regie: Jacques Feyder) tauchte er als Gendarmerie-Leutnant auf, als Kriminalsekretär in der spannenden Geschichte "Der Vorhang fällt"1) (1940; Regie: Georg Jacoby) mit Gustav Knuth als Leiter der Mordkommission. Letztmalig stand Aribert Mog für das Abenteuer "Der Fuchs von Glenarvon"1) (1940) sowie für den NS-Propagandastreifen "Wunschkonzert"4) (1940) vor der Kamera.
 
Wenig später wurde Aribert Mog als Soldat zum Kriegsdienst eingezogen, während der ersten Tage des Angriffskriegs gegen Russland fiel er am 2. Oktober 1941 mit nur 37 Jahren als Angehöriger des Infanterieregiments 9 im Range eines Feldwebels bei Nowa Trojanowa an der Desna (Russland). Nachrufe erscheinen erst anderthalb Monate später; das "Deutsche Bühnen-Jahrbuch" gibt den 16. November als Todestag an. Aribert Mog, zuletzt wohnhaft in Berlin-Nikolassee in der Prinz Friedrich-Leopold-Straße 46, hinterlässt die Witwe Elisabeth Mog, geb. Havermann, und die Tochter Marli Mog.*)
Quellen: Wikipedia, www.cyranos.ch, www.film-zeit.de sowie
CineGraph – Lexikon zum deutschsprachigen Film, LG 42*)
Fotos bei www.virtual-history.com
*) CineGraph LG 42 mit der Quelle: Claudia Lenssen: "Rivalen. Die Männer um Eva". In: Armin Loacker (Hg.): Ekstase (Wien: Filmarchiv Austria 2001, S. 244 ff)
Link: 1) Murnau Stiftung, 2) filmportal.de, 3) stummfilm.at, 4) Wikipedia, 6) Kurzportrait innerhalb dieser HP, 7) film.at
5) Quelle: www.film-zeit.de
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(Link: Murnau Stiftung, filmportal.de, stummfilm.at, Wikipedia (deutsch/englisch), film.at)
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