Die Schauspielerin Barbara von Annenkoff wurde am 13. Februar 1900 als Varvara Annenkowa in der russischen Metropole St. Petersburg geboren. Sie stammte aus einer bedeutenden Familie, ihr Großvater war der Gutsbesitzer, Literatur- und Theaterkritiker sowie Publizist Pawel Wassiljewitsch Ánnenkow1) (1813 – 1887), der sich vor allem als Herausgeber der Werke Alexander Puschkins1) einen Namen machte; auch sein Briefwechsel (1846) mit Karl Marx1) ging in die Geschichte ein.
Mitte der 1920er Jahre startete Barbara von Annenkoff eine intensive, wenn auch kurze Karriere im Stummfilm, spielte tragende Rollen in Streifen wie Wolfgang Neffs "Die Luftfahrt über den Ozean" (1924), Adolf Edgar Lichos "Der Sturz ins Glück" (1924) und der deutsch-niederländischen dramatischen Produktion "Die Fahrt ins Verderben" (1924; Regie: James Bauer/Henk Kleinmann) mit Adele Sandrock als alte Fischers-Frau Kniertje, deren Sohn Geert (Hans Adalbert Schlettow) auf tragische Weise auf See ums Leben kommt. Ihre wohl nachhaltigste Rolle verkörperte sie als die mit Demetrius (Hans Albers) verlobte Helena in Hans Neumanns Shakespeare-Adaption "Ein Sommernachtstraum" (1925). In ihren nachfolgenden Filmen mimte die schöne Russin meist elegante Damen der Gesellschaft, etwa als Fürstin von Kantorowitz in Nunzio Malasommas Geschichte "Eine Minute vor Zwölf" (1925) an der Seite von Luciano Albertini und Charlotte Ander oder als junge, eitle Witwe Mrs. Kidder in Erich Waschnecks Komödie "Mein Freund der Chauffeur"2) (1926), erneut neben Hans Albers als Junggeselle Sir Ralph Moray. In Max Reichmanns Stummfilm "Derby"2) (1926) mit dem Untertitel "Ein Ausschnitt aus der Welt des Trabersports" kam Barbara von Annenkoff als skrupellose Frau daher, der die Männer verfallen sind.
Sie spielte mit Arnold Korff und Grete Mosheim in Richard Löwenbeins "Höhere Töchter" (1927), wurde von Arthur Robison als Fürstin Endoxia in dem Abenteuer "Looping the Loop"2) (1928) besetzt – zugleich ihre letzte Arbeit für den Stummfilm.
 
Der Tonfilm, dem sie sich erst Mitte der 1930er Jahre zuwandte, hielt für Barbara von Annenkoff nur unbedeutende Nebenrollen bereit. Sie zeigte sich beispielsweise als Dame der russischen Gesellschaft in E. W. Emos Musikfilm "Petersburger Nächte"2) (1935) oder als Casino-Besucherin in Luis Trenkers romantisierendem bzw. dramatisierendem Biopic "Der Kaiser von Kalifornien"1) (1939). In der Gustave Flaubert-Adaption "Madame Bovary"3) (1937), von Gerhard Lamprecht mit Pola Negri und Aribert Wäscher in Szene gesetzt, gab sie die Marquise de Andervillier, einen letzten kleinen Leinwandauftritt hatte sie in der ganz auf Marika Rökk zugeschnittenen musikalischen Verwechslungskomödie "Tanz mit dem Kaiser"3) (1941; Regie: Georg Jacoby).
 
Barbara von Annenkoff lebte nach Kriegsende in Baden-Baden, wo bereits zwischen 1876 und  1886 ihr reisefreudiger Großvater sein Domizil aufgeschlagen hatte; auch Pawel Wassiljewitsch Ánnenkows Tochter, verheiratet mit einem einen deutschen Offizier, wohnte lange bis zu ihrem Tod in Baden-Baden.
Barbara von Annenkoff stand dort auch sporadisch auf der Theaterbühne, wirkte verschiedentlich bei Hörspielen mit, wie etwa unter der Regie von Gert Westphal in dem vom SWF co-produzierten Stefan Zweig-Stück "Ungeduld des Herzens" (1961) sowie in den Roman-Adaptionen "Die grünen Fensterläden" (1964; u.a. mit Gustav Knuth) und "Der Zug" (1966) von Georges Simenon.
Die Schauspielerin starb 1979 in Baden-Baden; ein genaues Todesdatum ist unbekannt. 
Siehe auch www.cyranos.ch
Link: 1) Wikipedia, 2) Murnau Stiftung, 3) filmportal.de
     
Filme
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Link: Murnau Stiftung, filmportal.de)
Stummfilme
  • 1919: Die Hoffnung auf Segen
  • 1924: Die Luftfahrt über den Ozean /Haralds kühnstes Abenteuer
  • 1924: Der Sturz ins Glück
  • 1924: Die Fahrt ins Verderben / Op hoop van zegen
  • 1925: Ein Sommernachtstraum
  • 1925: Sündenbabel – Eine Komödie der Versuchungen
  • 1925: Eine Minute vor Zwölf
  • 1926: Mein Freund der Chauffeur
  • 1926: Derby. Ein Ausschnitt aus der Welt des Trabersports
  • 1927: Bismarck 1862-1898
  • 1927: Das Erwachen des Weibes
  • 1927: Höhere Töchter
  • 1928: Fürst oder Clown
  • 1928: Looping the Loop / Die Todesschleife
Tonfilme
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