Sabine Peters erblickte am 29. Dezember 1912 als Tochter eines Kaufmanns in Berlin das Licht der Welt. Sie ließ sich in ihrer Geburtsstadt an der von Lucie Höflich1) (1883 – 1956) und Ilka Grüning1) (1876 – 1964) geleiteten Schauspielschule ausbilden, erhielt anschließend 1932 ein Engagement am "Theater am Kurfürstendamm", welches 1935 von Bühnenlegende Agnes Straub1) (1890 – 1941) kurzzeitig als "Agnes Straub Theater am Kurfürstendamm" geleitet wurde. Bis 1938 stand Sabine Peters hier auf der Bühne, brillierte mit Rollen wie der Regine Engstrand in Ibsens "Gespenster" (1935) mit Agnes Straub als Helene Alving, war aber auch im Lustspiel zu Hause wie beispielsweise Ende Oktober 1935 in "Christa, ich erwarte dich!" von Alfred Möller und Hans Lorenz.
Bereits 1932 gab die junge Schauspielerin mit einem kleinen Part ihr Leinwanddebüt in dem von Erich Waschneck mit Mitgliedern des Berliner Frauenruderclubs "Seeschwalbe" inszenierten Streifen "Acht Mädels im Boot"2) und startete damit eine intensive, wenn auch kurze Filmkarriere. Nach Johannes Meyers musikalischem Film "Traum von Schönbrunn" (1932) spielte sie in Carl Froelichs Literaturadaption "Reifende Jugend"3) (1933), wo sie als Abiturientin neben keinem Geringeren als Heinrich George vor der Kamera stand. Bereits in ihrem dritten Langfilm, Fritz Kampers Lustspiel "Konjunkturritter" (1934), erhielt sie als Tochter des legendären Volksschauspielers Weiß-Ferdl eine tragende Rolle. Nach Géza von Bolvárys Drama "Das Schloss in Flandern"4) (1936) gelang ihr mit der titelgebenden Figur in der von Reinhold Schünzel in Szene gesetzten Literaturverfilmung "Das Mädchen Irene"4) (1936) der endgültige Durchbruch als beliebte Leinwanddarstellerin. Sabine Peters wusste hier als egoistische Tochter der berühmten Modeschöpferin Jennifer Lawrence (Lil Dagover) zu überzeugen, die die Wiederverheiratung der attraktiven Mutter mit dem Forschungsreisenden John Corbett (Karl Schönböck) mit allen Mitteln zu verhindern sucht.
 
Mit einer weiteren Hauptrolle präsentierte sich Sabine Peters als Kunstschützin Nelly in Peter Stanchinas Krimi-Melodram "Die gläserne Kugel"3) (1937) diesmal als Partnerin von Albrecht Schoenhals, mit dem sie auch für den "psychologisierenden Liebes- und Gesellschaftsfilm auf Kolportagen-Niveau, voller romantisch übersteigerter Gefühle"5) mit dem Titel "Man spricht über Jacqueline" (1937; Regie: Werner Hochbaum) vor der Kamera stand. Sie spielte die Schwester der schönen Sängerin Jelena Rakowska (Sybille Schmitz), die dem unter Mordverdacht geratenen Komponisten Stefan Laurin (Iván Petrovich) in dem ebenfalls melodramatischen Krimi "Die Kronzeugin"4) (1937; Regie: Georg Jacobi) ein Alibi gibt. Das Gespann Iván Petrovich, Olga Tschechowa und Sabine Peters zeigte sich in Paul Wegeners spannenden Hochstapler-Geschichte "Unter Ausschluss der Öffentlichkeit"2) (1937), in der von Hans Hinrich inszenierten turbulenten Komödie "Fremdenheim Filoda"2) (1937) stand sie als Freundin der jungen Lore (Mady Rahl) ebenfalls auf der Besetzungsliste.
Als Jürgen von Alten Gerhart Hauptmanns Tragikomödie "Der Biberpelz" (1937) erfolgreich mit Heinrich George (Amtsvorsteher Baron von Wehrhahn) und Ida Wüst (Mutter Wolff) verfilmte, betraute er Sabine Peters mit der Figur der Tochter Leontine Wolff, als Prinzessin Alexandrine tauchte sie in Paul Martins "Preußische Liebesgeschichte"3) (1938) auf, der unglücklichen Romanze zwischen Prinz Wilhelm von Preußen (Willy Fritsch), dem späteren Kaiser Wilhelm I. und der polnischen Prinzessin Elisa Radziwill (Lída Baarová). Der Streifen gelangte nach Fertigstellung jedoch nicht in die Kinos, die Aufführung wurde im Dezember 1938 untersagt; Grund hierfür war die bekannt gewordene Affäre Baarovás mit Reichspropagandaminister Joseph Goebbels. Erst im März 1950 wurde der Film von der FSK unter dem Titel "Liebeslegende"4) freigegeben und hatte seine Premiere am 12. April 1950 in den "Kammerlichtspielen" in München.
 
Sabine Peters gehörte mit ihrem unprätentiös-natürlichen Spiel zu den Publikumslieblingen der 1930er und 1940er Jahre, übernahm tragende Rollen in eher harmlosen Unterhaltungsstreifen an der Seite der Stars jener Ära. So sah man sie in dem satirischen Drama "Rätsel um Beate" (1938; Regie: Johannes Meyer) mit Lil Dagover und Albrecht Schoenhals, in der Komödie "Die vier Gesellen"4) (1938; Regie: Carl Froelich) mit der großen Ingrid Bergmann und in dem Melodram "Die Nacht der Entscheidung"2) (1938; Regie: Nunzio Malasomma) neben der legendären Pola Negri und Iván Petrovich. Einmal mehr mit Albrecht Schoenhals zeigte sie sich in dem Liebesmelodram "Herz ohne Heimat"2) (1941; Regie: Otto Linnekogel), wurde von Regisseur Traugott Müller in dem Biopic "Friedemann Bach"3) (1941) als Charlotte von Erdmannsdorf neben Gustaf Gründgens in der Titelrolle des Komponisten Wilhelm Friedemann Bach3) besetzt. Als sturköpfig-zickige Enkelin des Bauern Lohhof (Emil Hess), die wie Schwester Antje (Edith Oss) in Paul Heidemanns Lustspiel "Floh im Ohr"4) (1943) alle potentiellen Heiratskandidaten in die Flucht schlägt, erfreute sie die Zuschauer ebenso wie als Ehefrau des Rechtsanwaltes Dr. Norbert Hartwig (Ernst Fritz Fürbringer) in dem bayerischen Schwank "Der Dorfadvokat"4) (1944; Regie: Karl Leiter). Ihr letzter noch während des Krieges gedrehter Film, Carl Boeses heitere Geschichte "Der Posaunist"4), kam erst am 23. Dezember 1949 in die Lichtspielhäuser. Hier mimte sie die frisch Angetraute des Posaunisten Emil Karge (Paul Dahlke), die für ihren Mann wenig erfolgreich ehrgeizige Karrierepläne schmiedet.
 
Nach Kriegsende zog sich Sabine Peters vom Filmgeschäft zurück, lediglich in der DEFA-Produktion "Figaros Hochzeit"3) (1949) ließ sie sich als Gräfin Rosine noch einmal auf der Leinwand blicken und verabschiedete sich damit endgültig von ihrem Kinopublikum. Georg Wildhagen hatte Mozarts Oper "Die Hochzeit des Figaro" mit Bariton Willi Domgraf-Fassbaender in der Titelrolle des Figaro und Angelika Hauff als Susanna verfilmt. "Eine frühe, ausschließlich im Studio entstandene Filmversion der gleichnamigen Mozart-Oper und einer der ersten – verdienstvollen – Versuche der DEFA, die Oper einem breiteren Publikum nahe zu bringen. Dabei wurden die Rezitative durch Dialoge ersetzt, die Gesangs-Nummern um etwa die Hälfte reduziert und die meisten Sänger (u.a. Erna Berger, Tiana Lemnitz und Margarete Klose) von Schauspielern gedoubelt. Aus heutiger Sicht ein veralteter Film mit grimassierenden Akteuren, der den Stoff bisweilen zur Lächerlichkeit verwässert." meint hierzu das "Lexikon des Internationalen Films". "Der Sozialdemokrat" vom 27.11.1949 schrieb dagegen unter anderem "Hier entstand ein bezaubernder Film mit dem beschwingten Geiste und dem Reiz Mozartscher Musik. Ein Genuß, wie er selten ist auf der Leinwand."
Einen letzte Auftritt vor der Kamera hatte Sabine Peters als die alte Webersfrau Hilse in Fritz Umgelters, mit Klaus Maria Brandauer (Moritz Jäger), Martin Lüttge (Bäcker), Hans Söhnker (Pastor Kittelhaus), Karin Baal (Frau Dreissinger) und Benno Sterzenbach (Der alte Ansorge) prominent besetzten Gerhart Hauptmann-Adaption "Die Weber", welche Ende Januar 1980 im Fernsehen ausgestrahlt wurde.
 
Sabine Peters starb am 10. Oktober 1982 im Alter von 69 Jahren in München; ihre letzte Ruhe fand sie auf dem Waldfriedhof der Gemeinde Haar bei München. Sie war mit dem Opernsänger Willi Domgraf-Fassbaender1) (1897 – 1978) verheiratet, aus der Verbindung stammt die 1939 geborene Brigitte Fassbaender3), die sich später, nicht zuletzt durch das Studium bei ihrem Vater, als bedeutende Mezzo-Sopranistin, aber auch als Regisseurin und Intendantin einen Namen machte.
Quellen (unter anderem)*): Wikipedia, www.cyranos.ch
Fotos bei www.virtual-history.com
*) F.-B. Habel & Volker Wachter: Lexikon der DDR-Stars (Schwarzkopf & Schwarzkopf, 1999, S. 257)
Link: 1) Kurzportrait innerhalb dieser HP, 2) filmportal.de, 3) Wikipedia, 4) Murnau Stiftung
5) Quelle: Lexikon des Internationalen Films
Filme
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Link: filmportal.de, Wikipedia, Murnau Stiftung)
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