Die Schauspielerin Else von Möllendorff (auch Moellendorf) entstammte dem alten Adelsgeschlecht derer von Möllendorff1) und wurde am 29. Dezember 19132) in München in eine Künstlerfamilie hineingeboren. Ihr Vater war der Schauspieler und Regisseur Kurt von Möllendorff (1885 – ?). Tochter Else trat in seine Fußstapfen und ließ sich zur Schauspielerin ausbilden, erhielt anschließend 1930 ein Engagement an der weltbekannten Revue- und Operettenbühne, dem Berliner "Metropol-Theater". In den nachfolgenden Jahren etablierte sie sich in der Berliner Theaterszene, wirkte unter anderem am "Theater am Nollendorfplatz" sowie am "Theater des Westens", das ebenfalls für Stücke der leichten Muse bzw. Operetten-Aufführungen berühmt war.
Anfangs präsentierte sie sich mit Hauptrollen in Märchenadaptionen wie "Peterchens Mondfahrt" oder "Rotkäppchen", konnte später ihre darstellerische Vielseitigkeit sowohl in Dramen wie "Glaube und Heimat –Die Tragödie eines Volkes" von Karl Schönherr als auch Lustspielen wie "Hasenklein kann nichts dafür" von Hans Mahner-Mons unter Beweis stellen. 
Seit Mitte der 1930er trat die blondgelockte Mimin auf der Leinwand in Erscheinung, bereits als Kind hatte sie in der Märchenverfilmung "Das Mädchen mit den Schwefelhölzern" (1925) als Titelheldin erste Erfahrungen vor der Kamera gemacht. Die berühmte Erzählung von Hans Christian Andersen war von Guido Bagier1) für die Ufa als Kurzfilm in Szene gesetzt und produziert worden, das Drehbuch stammte von Hans Kyser1). Es handelte sich hierbei um einen ersten deutschen Tonfilm-Versuch, der jedoch technisch misslang. Die Aufnahmen gestalteten sich schon im Vorfeld problematisch: "Wir konnten nicht einen Platz in Babelsberg finden, der für akustische Aufnahmen geeignet ist", notierte Guido Bagier am 20. Juli in seinen Tagebuchaufzeichnungen. Gefunden wurde dieser Platz schließlich am 28. Juli 1925 in Weißensee, wo bald die eigentliche Arbeit der "Tri-Ergon" Abteilung beginnen konnte: die Herstellung des Tonkurzfilms "Das Mädchen mit den Schwefelhölzern". Das, so Guido Bagier, "Fiasko" der Vorführung des Films, die am 20. Dezember 1925 an technischen Problemen scheiterte, bedeutete das vorzeitige, unerwartete Ende der "Tri-Ergon" Abteilung der Ufa. Der Vertrag mit der "Tri-Ergon AG" wurde umgehend aufgelöst, das Tonfilmexperiment der Ufa bis auf weiteres abgebrochen. schreibt unter anderem filmportal.de.
 
Zehn Jahre später startete Else von Möllendorff dann eine intensive, wenn auch relativ kurze Karriere als Filmschauspielerin, erhielt eine Nebenrolle in dem von Carl Boese in Szene gesetzten Streifen "Ein falscher Fuffziger"3) (1935). Es folgten kleinere und größere Aufgaben in den Unterhaltungsproduktionen jener Jahre, nachhaltigen Eindruck hinterließ sie mit der Figur der jungen Tänzerin Madeleine, genannt Pünktchen, in der gesellschaftskritischen Satire "Napoleon ist an allem schuld"1) (1938), gedreht von Curt Goetz nach eigenen Drehbuch (zusammen mit Karl Peter Gillmann) mit sich selbst und seiner Ehefrau Valérie von Martens in den Hauptrollen. Überwiegend fand Else von Möllendorff in Komödien wie "Das Ekel"3) (1939; Regie: Hans Deppe), "In letzter Minute"3) (1939; Regie: Fritz Kirchhoff) oder "Verwandte sind auch Menschen"3) (1940; Regie: Hans Deppe) ihren Platz, trat aber auch in Abenteuern wie "Der Fuchs von Glenarvon"3) (1940; Regie: Max Wilhelm Kimmich) oder Melodramen wie "Geliebte Welt"3) (1942; Regie: Emil Burri) in Erscheinung. In der von Fritz Kirchhoff inszenierten harmlosen Familienkomödie "Wenn der junge Wein blüht"4) (1943) mimte sie eine der drei hübschen heiratsfähigen Töchter des Gutsbesitzer-Ehepaares Arvik (Otto Gebühr/Henny Porten), die nach Mutter Arviks ureigenen Vorstellungen unter die Haube gebracht werden sollen. Wie ihre Schwestern Marna (Marina von Ditmar) und Alberta (Geraldine Katt) findet schließlich auch Helene (Else von Möllendorff) durch geschicktes Eingreifen des Vaters den Mann fürs Leben.
Kurt Hoffmann besetzte sie als attraktive Sekretärin Lil, derentwegen in der heiteren Geschichte "Ich vertraue Dir meine Frau an"3) (1943) die Verwicklungen zwischen dem überzeugter Junggesellen Peter Trost (Heinz Rühmann) und der mit seinem Freund Robert Deinhardt (Werner Fuetterer) verheirateten temperamentvollen Ellinor (Lil Adina) beginnen. Für Wolfgang Staudte war sie die junge Helene, die in dem turbulenten Streifen "Ich habe von dir geträumt"3) (1944) ihren Verlobten Peter (Karl Schönböck) an die gefeierte Sängerin Maria Dahlberg (Fita Benkhoff) verliert.
Das zwischen September 1943 bis März 1944 von Karl Anton gedrehte Abenteuer "Peter Voss, der Millionendieb"1) nach dem gleichnamigen Roman von Ewald Gerhard Seeliger1) mit Viktor de Kowa in der Titelrolle konnte erst nach Kriegsende von der DEFA fertiggestellt werden und gelangte am 27. September 1946 in die Lichtspielhäuser. Hier erfreute Else von Möllendorff das Publikum als steinreiche Polly Petterson, die sich mit dem Meisterdetektiv Bobby Dodd (Karl Schönböck) an die Fersen des vermeintlichen Bankräubers Peter Voss heftet und auf dessen Flucht durch die halbe Welt verfolgt. Auch ein weiterer Filme mit der Schauspielerin, die ebenfalls von Karl Anton in Szene gesetzte Komödie "Das Dementi4) (1944) mit Axel von Ambesser in der Hauptrolle, wurde nach Fertigstellung durch die DEFA erst am 28. Juli 1950 uraufgeführt.
 
Nach 1945 wirkte Else von Möllendorf lediglich in einer Filmproduktion mit und übernahm neben Peter Schütte, Edith Schneider und Willy Fritsch eine Aufgabe in Ulrich Erfurths Drama "Finale" (1948). Auch ihre Bühnenkarriere sollte sie aus privaten Gründen bald beenden, einen ihrer letzten Auftritte hatte sie im Oktober 1949 in "Die hellgelben Handschuhe", einer musikalischen Komödie von Willi Kollo1), wo sie an der Seite von Harald Paulsen und Edith Schollwer in dem von Kollo gegründeten kleinen Theater in Hamburg-Eppendorf das Publikum begeisterte → DER SPIEGEL (42/1949 vom 13.101949).
Am 27. September 1947 hatte die Schauspielerin den aus Königsberg (Ostpreußen) stammenden Kaufmann bzw. Ölgroßhändler Horst Wiersbitzky (1910 – ?) geheiratet und sich seitdem fast vollständig ins Privatleben zurückgezogen; mit ihm wohnte sie im Hamburger Stadtteil Blankenese. Den Lebensabend verbrachte der einstige Publikumsliebling in Lübeck, wo Else von Möllendorff am 28. Juli 1982 im Alter von 68 Jahren (legt man das Geburtsjahr 1913 zugrunde) von der Öffentlichkeit nahezu vergessen starb.
Quellen: Wikipedia, www.cyranos.ch
Fotos bei www.virtual-history.com
Link: 1) Wikipedia, 3) Murnau Stiftung, 4) filmportal.de
2) Geburtsdatum laut Wikipedia, IMDb; Kay Weniger gibt in "Das große Personenlexikon des Films" 1912 an, bei filmportal.de wird der 29.12.1915 ausgewiesen.
Filme
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Link: Murnau Stiftung, Wikipedia, prisma.de, filmportal.de)
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