Lu L'Arronge auf einer Fotografie des Fotoateliers "Zander & Labisch", Berlin; Urheber Siegmund Labisch (18631942); Quelle:  www.cyranos.ch Als der Film noch in den Kinderschuhen steckte, hegten etliche junge Mäschen den Wunsch, Schauspielerin bzw. berühmt zu werden. Viele von ihnen starteten eine hoffnungsfrohe Karriere als Darstellerin auf der noch stummen Leinwand, gerieten aber bereits nach kurzer Zeit in Vergessenheit. So auch Lu L'Arronge, welche aus einer traditionsreichen Künstlerfamilie stammte und deren Geburtsdaten unbekannt sind. Das Geburtsjahr 1902, welches man in einigen Quellen findet, betrifft die Schauspielerin Lia L'Arronge → filmportal.de.
Ihr Vater war ein Vetter des berühmten Bühnenautors, Theaterleiters, Theaterkritikers und Dirigenten Adolf L'Arronge1) (1838 – 1908), ihr Großvater gehörte nach eigenen Angaben*) zu den Gründern der "Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger"1). Adolph L'Arronges Vater, der als Aronsohn oder Aaron geborene Eduard Theodor L'Arronge (1812 – 1878) war ein bekannter Komiker und Theaterdirektor in Danzig, Köln, Düsseldorf, Mainz und Bad Ems. Der Sohn von Adolph L'Arronge, Hans L'Arronge1) (1874 – 1949), betätigte sich ebenfalls als Schriftsteller, der Bruder, Richard L'Arronge (1869 – 1942), war Schauspieler sowie 1919/2020 Leiter des Theaters in Regensburg. Dessen Tochter Eva L'Arronge1) (1907 – ?) machte sich als Schauspielerin, aber auch Tänzerin und Hörspielsprecherin einen Namen, die Urenkelin von Adolph L'Arronge, Andrea L'Arronge1), zählt heute zu den besonders im Fernsehen populären Schauspielerinnen.
 
Lu L'Arronge auf einer Fotografie des Fotoateliers "Zander & Labisch", Berlin
Urheber Siegmund Labisch1) (1863–1942)
Quelle: www.cyranos.ch; Angaben zur Lizenz siehe hier
Schon früh hatte Lu L'Arronge Ambitionen, Schauspielerin zu werden, konnte diese Pläne jedoch zunächst wegen des Widerstands der Mutter nicht verwirklichen. Als dann während des 1. Weltkrieges das neue Medium Film immer mehr Akzeptanz fand, überzeugte sie die Mutter von ihrem größten Wunsch: "Während des Krieges wurde unsere Filmbranche plötzlich "modern" und die überall grassierende "Filmlust" hatte auch mich ergriffen. Längst für dauernd begraben gehaltene Wünsche stiegen auf; meine Mutter mußte sehen, daß die Schauspielkunst mein Schicksal war, und so kam ich zum Film. Zweimal wurde ich in Nebenrollen beschäftigt, um dann das große Glück zu haben, bei einer neugegründeten Firma, welcher ich meinen Namen gab, auf die Dauer von einem Jahr engagiert zu werden. Hier spiele ich nun am liebsten die übermütigsten Backfischsachen, halb Weib, halb Mädchen."*)
So hieß auch ihr erster Film "Lu's Backfischzeit" (1917), es folgten weitere, ganz auf seine Protagonistin zugeschnittene Streifen wie "Lu'chens Verlobung am Gartentor" (1917), "Lu'chens Ehefreuden" (1917) und "Die Schlange der Kleopatra" (1917), in Szene gesetzt von Franz Schmelter1) bzw. dessen Produktionsfirma. Mit "'s Lieserl vom Loisachtal " (1917) trat die von Lu L'Arronge gegründete "L'Arronge Film GmbH" in Berlin-Steglitz auf den Plan, als Produzentin und mit sich selbst als Hauptdarstellerin entstanden weitere stumme Geschichten wie "Wenns Landlüfterl weht" (1918), "Wenn die Liebe nicht wäre" (1919) oder "Piccolo-Liebchen" (1919). Nach der Hauptrolle in "Die Geisterbraut" (1920) hatte Lu L'Arronge einen letzten, kleineren Leinwandauftritt in Friedrich Zelniks Tolstoi-Adaption "Anna Karenina"2) (1920) an der Seite von Titelheldin Lya Mara.
 
So steil ihre Filmkarriere begonnen hatte, so abrupt war diese auch wieder beendet. Die Gründe hierfür liegen im Dunkeln, auch über den weiteren Lebensweg der Stummfilm-Mimin Lu L'Arronge lässt sich nichts finden. Ebenso wie bei den Geburtsdaten sind auch zu ihrem Tod keine Informationen bekannt, das in einigen Quellen genannte Jahr 1991 betrifft abermals Lia L'Arronge.
Quellen (unter anderem): www.cyranos.ch, filmstarpostcards.blogspot.de (englisch)
Link: 1) Wikipedia
*) Quelle: sophie.byu.edu bzw. "Die Frau im Film" (Zürich, ca. 1919) 
Lizenz Foto Lu L'Arronge (Urheber "Fotoatelier Zander & Labisch", Berlin): Das Atelier von Albert Zander und Siegmund Labisch ( 1942) war 1895 gegründet worden; die inaktive Firma wurde 1939 aus dem Handelsregister gelöscht. Externe Recherche ergab: Labisch wird ab 1938 nicht mehr in den amtlichen Einwohnerverzeichnissen aufgeführt, so dass sein Tod angenommen werden muss; Zander wiederum war laut Aktenlage ab 1899 nicht mehr aktiv am Atelier beteiligt und kommt somit nicht als Urheber dieses Fotos in Frage. Die Schutzdauer (von 70 Jahren nach dem Tod des Urhebers) für das von dieser Datei gezeigte Werk ist nach den Maßstäben des deutschen, des österreichischen und des schweizerischen Urheberrechts abgelaufen. Es ist daher gemeinfrei. (Quelle: Wikipedia)
Filme
Filmografie bei der Internet Movie Database sowie
www.earlycinema.uni-koeln.de
(Link: filmportal.de)
  • 1917: Lu's Backfischzeit
  • 1917: Lu'chens Verlobung am Gartentor (Kurzfilm)
  • 1917: Lu'chens Ehefreuden
  • 1917: Die Schlange der Kleopatra
  • 1917: 's Lieserl vom Loisachtal (auch Produktion)
  • 1918: Kain. II. / Im Goldrausch
  • 1918: Ein Blitzmädel
  • 1918: Fürst Sally
  • 1918: Wenns Landlüfterl weht (auch Produktion)
  • 1919: Wenn die Liebe nicht wäre (Kurzfilm, auch Produktion)
  • 1919: Kitty (Kurzfilm, auch Produktion)
  • 1919: Die weiße Maus (auch Produktion)
  • 1919: Piccolo-Liebchen (auch Produktion)
  • 1920: Die Geisterbraut
  • 1920: Anna Karenina
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