Jenny Hasselqvist ca. 1915, fotografiert von Henry B. Goodwin (1878 – 1931); Quelle: Wikimedia Commons Die schwedische Tänzerin und Schauspielerin Jenny Hasselqvist (auch Hasselquist) wurde am 31. Juli 1894 in Stockholm in eine gesellschaftlich geachtete Familie hineingeboren – ihr Vater Johannes Johansson Hasselqvist war ein angesehenes Mitglied des Parlaments. Schon als Kind erhielt sie Unterricht an der Ballettschule der "Königlichen Oper", tanzte dort ab 1910 mit dem "Königlichen Ballett". 1913 entdeckte der berühmte russische Choreograf Michel Fokine1) (1880 – 1942) ihr außergewöhnliches Talent und verhalf ihr unter anderem zu einem Solo-Auftritt in "Les Sylphides"1); ab 1915 machte Jenny Hasselqvist dann Furore als Primaballerina des "Königlichen Balletts". 1920 wurde sie mit der von Rolf de Maré2) (1888 – 1964) in Paris gegründeten schwedischen Balletttruppe "Ballets suédois"2) gefeiert, die sich dem experimentellen bzw. zeitgenössischen Tanz widmete, und fand somit auch im Ausland Anerkennung. Doch bereits nach einem Jahr verließ sie die Truppe, da sie sich unterfordert fühlte.
Im Laufe ihrer tänzerischen Karriere trat Jenny Hasselqvist an den führenden europäischen Häusern auf, beispielsweise am Londoner "Coliseum"1), am Pariser "Théâtre des Champs-Élysées"1) oder in Berlin am "Deutschen Theater.
Im Jahre 1916 machte die Künstlerin erstmals Erfahrungen vor der Kamera, wurde von dem legendären schwedischen Regisseur Mauritz Stiller1) mit der Hauptrolle der Tänzerin Agneta in dem Stummfilm "Balettprimadonnan" besetzt, der in Deutschland als "Polnisches Blut" veröffentlicht wurde; hier spielte sie erstmals mit Lars Hanson1)
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Jenny Hasselqvist ca. 1915, fotografiert von Henry B. Goodwin2) (1878 – 1931)
Quelle: Wikimedia Commons; Angaben zur Lizenz siehe hier
Vier Jahre später holte Ernst Lubitsch Hasselqvist  für sein meisterliches orientalisches Märchen "Sumurun"1) (1920) nach Berlin und gab ihr die Rolle der schönen Sumurun, Lieblingsfrau des tyrannischen Scheichs (Paul Wegener), die sich in den Stoffhändler Nur-al-Din (Harry Liedtke) verliebt; Lubitsch selbst schlüpfte in die Maske des "Buckligen", Stummfilmstar Pola Negri agierte als Tänzerin. Etliche schwedische und deutsche Stummfilmproduktionen schlossen sich an, Jenny Hasselqvist spielte unter anderem Hauptrollen in Mauritz Stillers Drama "Johan"2) (1921) und in dessen monumental-epischen Selma Lagerlöf-Adaption "Gösta Berling"1) (1924, Gösta Berlings Saga), wo sie einmal mehr an der Seite ihres schwedischen Kollegen Lars Hanson (Gösta Berling) sowie der berühmten Greta Garbo3) (Gräfin Elisabeth Dohna) die junge, schöne Marianne Sinclaire darstellte. Sie wirkte in dem Kulturfilm "Wege zu Kraft und Schönheit"1) (1925) mit, mimte an der Seite von Otto Gebühr als glatzköpfigem Fürsten Querulin dessen Gemahlin in Berthold Viertels "phantastischen" Geschichte "Die Perücke"4) (1925) und fand in Henry Stuart3) einen attraktiven Partner. In Gustaf Molanders Literaturverfilmung – wieder lag mit "Jerusalem"1) ein Roman Selma Lagerlöfs zu Grunde – bzw. dem dritten Teil und vierten Teil einer opulenten vierteiligen Filmsaga spielte sie erneut mit Lars Hanson zusammen, trat in "Ingmars Erbe"1) (1925, Ingmarsarvet) und "Im Heiligen Land"1) (1926, Till österland) als Barbro Svensdotter in Erscheinung. Die beiden ersten Teile "Die Ingmarssöhne"1) (1919, Ingmarssönerna) und "Die Karin vom Ingmarshof" (1920, Karin Ingmarsdotter) waren von Victor Sjöström1) in Szene gesetzt worden.

Jenny Hasselqvist als Marianne Sinclaire in "Gösta Berling",
fotografiert von Henry B. Goodwin2) (1878 – 1931)
Quelle: Wikimedia Commons; "Nordisk Konst"-Karte Nr. 1291
Angaben zur Lizenz siehe hier

Jenny Hasselqvist als Marianne Sinclaire in "Gösta Berling", fotografiert von Henry B. Goodwin (1878 – 1931); Quelle: Wikimedia Commons; "Nordisk Konst"-Karte Nr. 1291
Jenny Hasselqvist fotografiert von Henry B. Goodwin (1878 – 1931); Quelle: www.cyranos.ch Ebenfalls 1926 sah man Jenny Hasselqvist in Erich Waschnecks Melodram "Brennende Grenze"1), diesmal verkörperte sie die junge, verwitwete Gutsherrin Luise von Willkühnen, deren Anwesen von dem skrupellosen Freischarenführer Ladislaus von Zeremski (Hans Adalbert Schlettow), seiner Geliebten Nadja (Olga Tschechowa) und deren polnischen Freischärler besetzt wird. Ihren letzten Stummfilm in Deutschland drehte sie mit Johannes Meyer und zeigte sich in "Schuldig"4)  (1928) als Magda Feld, deren Ehemann Thomas (Bernhard Goetzke) aus Liebe zu ihr zum Mörder wurde.
Danach stand die Schwedin nur noch für zwei Produktionen vor der Kamera, übernahm unter der Regie von Edvin Adolphson/Julius Jaenzon als Mrs. Lindahl eine Nebenrolle in dem ersten schwedischen abendfüllenden Tonfilm "Glücksmelodie" (1929, Säg det i toner), zu dem Paul Merzbach1) das Drehbuch geschrieben hatte. Ihre letzte filmische Aktivität war die "Paramount"-Produktion "Den farliga leken" (1931), eine schwedische Version von Victor Schertzingers Melodram "The Laughing Lady"2) aus dem Jahre 1929. Anschließend zog sie sich vom Filmgeschäft bzw. ins Privatleben zurück, da sie mit Beginn des Tonfilms vermutlich sprachliche Probleme hatte.

Jenny Hasselqvist fotografiert von Henry B. Goodwin2) (1878 – 1931)
Quelle: www.cyranos.ch; Angaben zur Lizenz siehe hier

Seit Mitte der 1930er Jahre leitete Jenny Hasselqvist in Stockholm ihre eigene Ballettschule, in den frühen 1950er Jahren unterrichtete sie zudem an der Ballettschule der "Königlichen Oper"; zwischendurch kehrte sie sporadisch auf die Bühne zurück.
Jenny Hasselqvist starb am 8. Juni 1978 in Täby im Großraum Stockholm im Alter von 83 Jahren.
Sie war zwischen 1918 und 1922 mit dem schwedischen Illustrator und Keramik-Künstler Wilhelm Kåge1) (1889 – 1960) verheiratet, von 1923  bis 1927 mit dem Gartenarchitekten Gösta Reuterswärd (1892 –1980) → www.geni.com.
Quelle (unter anderem): Wikipedia
Siehe auch www.cyranos.ch
Link: 1) Wikipedia (deutsch), 2) Wikipedia (englisch), 3) Kurzportrait innerhalb dieser HP, 4) filmportal.de
Lizenz Fotos Jenny Hasselqvist (Urheber: Henry B. Goodwin): Diese Bild- oder Mediendatei ist gemeinfrei, weil ihre urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist. Dies gilt für die Europäische Union, die Vereinigten Staaten, Australien und alle weiteren Staaten mit einer gesetzlichen Schutzfrist von 70 Jahren nach dem Tod des Urhebers.
Filme (Auszug)
Filmografie bei der Internet Movie Database sowie filmportal.de
(Link: Wikipedia, Kurzportrait innerhalb dieser HP, filmportal.de)
Stummfilme Tonfilme
  • 1929: Glücksmelodie / Akkorde der Liebe (Säg det i toner; Drehbuch: Paul Merzbach)
  • 1931: Den farliga leken (Regie: Gustaf Bergman)
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