Curt Lucas 1917; Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander Binder (1888 – 1929); Quelle: www.cyranos.ch Curt Lucas (auch Lukas) wurde am 20. Januar 1888 in der Gemeinde Golzow1) (Oderbruch, Brandenburg) als Sohn eines Arztes geborenen. Nach dem Besuch des traditionsreichen "Domgymnasiums"1) in Naumburg/Saale entschied er sich für die Schauspielerei, ab 1906 trat er an verschiedenen Bühnen auf. Zu seinen ersten Theaterstationen zählten das "Volkstheater Leipzig", das "Hoftheater Oldenburg"1) (heute "Oldenburgische Staatstheater") und das "Hoftheater Braunschweig"1) (heute "Staatstheater Braunschweig"). In Berlin wirkte er am "Königlichen Schauspielhaus"1) und an den "Reinhardt-Bühnen"1) sowie erneut zwischen 1933 und 1944 am "Preußisches Staatstheater", dem ehemaligen "Königlichen Schauspielhaus". Nach Ende des 2. Weltkrieges war er am "Hebbel-Theater"1) (1946–1951) und danach am "Theater am Kurfürstendamm"1) engagiert.

Schon zu Stummfilmzeiten hatte Lucas Erfahrungen vor der Kamera gesammelt, ab Anfang der 1930er Jahre tauchte er dann regelmäßig mit Nebenrollen in den Unterhaltungsstreifen jener Zeit auf. Oft mimte er hochrangige Personen der Gesellschaft, verkörperte unter anderem Grafen und mehrfach Staatsanwälte, war aber auch als Diener oder Koch zu sehen.
Sein erster Tonfilm war Alfred Zeislers Krimi "Schuss im Morgengrauen"2) (1932), wo er den Kommissar Holzknecht mimte, auch in Zeislers Krimi "Eine Tür geht auf"2) (1933) gehörte Lucas als Bankdirektor Fichtner zur Besetzung. 
 
Foto: Curt Lucas 1917
Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander Binder1) (1888 – 1929)
Quelle: www.cyranos.ch; Angaben zur Lizenz siehe hier

Als Graf Hoym tauchte er in dem von Paul Wegener opulent in Szene gesetzten Streifen "August der Starke"3) (1936) mit Michael Bohnen in der Titelrolle des Friedrich August I. von Sachsen1) und Lil Dagover als dessen Mätresse Aurora von Königsmarck1) auf, zeigte sich als Assistent des Illusionisten Garvin (Ernst Fritz Fürbringer) in dem Artistenfilm "Truxa"1) (1937), als Diener in dem Krimi-Melodram "Die gläserne Kugel"1) (1937) und als Staatsanwalt in Paul Wegeners spannenden Hochstapler-Geschichte "Unter Ausschluss der Öffentlichkeit"3) (1937).
Als Koch kam Lucas in Karl Antons Krimi "Mit versiegelter Order"2) (1931) daher, gab einmal mehr einen Staatsanwalt in dem Drama "Ich verweigere die Aussage"3) (1939) und einen Theaterdirektor in der Komödie "Das himmelblaue Abendkleid"2) (1941). Dem NS-Propagandafilm konnte sich Lucas nicht entziehen, nach der Rolle eines Bankiers in dem antibritischen Streifen "Der Fuchs von Glenarvon"1) (1940) stellte er in Wolfgang Liebeneiners Biopic "Bismarck"1) (1940) den preußischen Landwirtschaftsminister Werner von Selchow1) dar. Liebeneiner besetzte ihn auch in dem, wegen der Thematisierung "Tötung auf Verlangen" bis heute zu den "Vorbehaltsfilmen" zählenden Drama "Ich klage an"1) (1941) als Sanitätsrat Klapper. Es folgte Karl Antons kriminalistische Komödie "Die Sache mit Styx"1) (1942) und dem Part des Geschäftspartners von Konsul Sandor (Hans Leibelt), Jules Stone, sowie Wolfgang Liebeneiners prominent besetzte Hommage an die Hauptstadt Berlin mit dem Titel "Großstadtmelodie"1) (1943), wo Lucas einen Revue-Direktor darstellte. Der von Liebeneiner noch seit 20. November 1944 bis 16. April 1945 bzw. in den letzten Kriegstagen des 2. Weltkrieges gedrehte Propagandafilm "Das Leben geht weiter"1) blieb unvollendet. Das Filmmaterial gilt bis heute als verschollen, jedoch wurde der Film auf Basis gefundener Drehbücher von dem Regisseur und Filmhistoriker Hans-Christoph Blumenberg1) in dem Buch "Das Leben geht weiter – Der letzte Film des Dritten Reichs" rekonstruiert, auf dem auch ein Doku-Drama aus dem Jahre 2002 basiert.4)
 
Im Nachkriegsfilm konnte Lucas zwar Fuß fassen, seine Auftritte blieben jedoch auf eher zu vernachlässigende Nebenrollen beschränkt. Seine erste Arbeit vor der Kamera nach dem Krieg war die DEFA-Produktion "Der Rat der Götter"1) (1950), gefolgt von dem Rühmann-Film "Briefträger Müller"1) (1953). Bis Ende der 1950er Jahre übernahm Lucas kleinere Parts in Kinofilmen wie "Ich war ein häßliches Mädchen"3) (1955), "Liane, das Mädchen aus dem Urwald"1) (1956) und "Mazurka der Liebe"1) (1957). Letztmalig trat er als Dr. Wisdom in dem TV-Krimi "Der König ist tot"5) (1959) als Schauspieler in Erscheinung.
 
Der Schauspieler, der in den 1950er Jahren auch vermehrt Dichterlesungen abhielt, war zudem literarisch und journalistisch tätig, arbeitete für den Hörfunk und die Synchronisation; 1956 feierte er sein 50. Bühnenjubiläum bzw. sein 40. Berliner Bühnenjubiläum.
Curt Lucas starb am 12. September 1960 im Alter von 72 Jahren in Berlin-Wilmersdorf.
Quelle (unter anderem*)): www.cyranos.ch
*) Glenzdorffs Internationales Film-Lexikon, Prominent-Filmverlag, Bad Münder (Deister), 2. Band (Hed-Peis), 1961, S. 1031
Link: 1) Wikipedia, 2) Murnau Stiftung, 3) filmportal.de, 5) Die Krimihomepage
4) Quelle: Wikipedia
Lizenz Foto Curt Lucas (Urheber: Alexander Binder): Diese Bild- oder Mediendatei ist gemeinfrei, weil ihre urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist. Dies gilt für die Europäische Union, die Vereinigten Staaten, Australien und alle weiteren Staaten mit einer gesetzlichen Schutzfrist von 70 Jahren nach dem Tod des Urhebers.
Filme
Filmografie bei der Internet Movie Database, filmportal.de
(Link: Murnau Stiftung, filmportal.de, Wikipedia, Die Krimihomepage)
Stummfilme
  • 1919: Wie das Schicksal spielt
  • 1920: Verkommen
  • 1921: Glasprinzessin (Kurzfilm)
  • 1923: Das Gold im Dschaggagebiet / Recht auf Sünde
Tonfilme
Noch: Tonfilme/Fernsehen
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