Hildegard Maroff vor 1929; Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander Binder (1888 – 1929); Quelle: www.cyranos.ch Die am 5. Juni 1904 als Hildegard Jarchoff in Berlin geborene Schauspielerin Hilde Maroff begann schon früh ihre künstlerische Karriere, stand bereits als 15-Jährige mit einer kleinen Pagenrolle auf der Bühne. Nach einer Ausbildung zur Schauspielerin sowie einem Tanzstudium erhielt sie in ihrer Geburtsstadt erste Engagements am "Komödienhaus" und am "Berliner Theater; später trat sie auch am Kabarett auf.
Bald meldete sich der Film, ihr Leinwanddebüt gab die junge, hübsche Mimin in dem 1922 von Arnold Fanck und Holger-Madsen gedrehten bzw. von der Freiburger "Berg- und Sportfilm GmbH" produzierten stummen Kulturfilm "Pömperlis Kampf mit dem Schneeschuh". Eine größere Aufgabe erhielt sie dann ein paar Jahre später in Carl Boeses Geschichte "Kubinke, der Barbier, und die drei Dienstmädchen" (1926), wo sie neben Erika Glässner und Käthe Haack eines der drei Dienstmädchen um den Barbier Kubinke (Werner Fuetterer) darstellte. Bis Ende der 1920er Jahre folgten weitere, meist Nebenrollen in den Stummfilmen jener Zeit, beispielsweise neben Xenia Desni und Harry Liedtke in Erich Schönfelders Streifen "Der Soldat der Marie" (1927) oder in Jaap Speyers Komödie "Fräulein Chauffeur"1) (1928) an der Seite der Titelheldin Mady Christians. Jaap Speyer besetzte sie auch in seiner Vicki Baum-Adaption "Die drei Frauen von Urban Hell" (1928), für Holger-Madsen stellte sie die Soubrette Pepi Fischer in der Arthur Schnitzler-Verfilmung "Freiwild" (1928; → Info zum Schauspiel) dar, einer ihrer letzten Stummfilme war das Henny Porten-Drama "Mutterliebe" (1929) mit der Rolle des Dienstmädchens Lissy.

Foto: Hildegard Maroff vor 1929
Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander Binder1) (1888 – 1929)
Quelle: www.cyranos.ch; Angaben zur Lizenz siehe hier
Nach ihrer Heirat mit dem Rechtsanwalt Dr. Kurt Bosse im Jahre 1929 unterbrach Hilde Maroff vorübergehend ihre filmische Karriere, im gleichen Jahr erblickte Tochter Ilse das Licht der Welt, Sohn Peter2) wurde 1931 und eine weitere Tochter Barbara 1935 geboren.
In Eugen Thieles so genanntem Gassenhauerfilm "Drei von der Stempelstelle"1) (1932) war sie mit einem kleinen Part wieder auf der Leinwand präsent, gefolgt von Henry Kosters Liebeskomödie "Das Abenteuer einer schönen Frau"1) (1932). Im darauffolgenden Jahr sah man sie mit Chargenrollen in Friedrich Zelniks Lustspiel "Es war einmal ein Musikus"1) (1933) und in Géza von Bolvárys musikalischen Geschichte "Was Frauen träumen"1) (1933). Nach Fred Sauers Lustspiel "Der Herr Senator" (1934), basierend auf dem gleichnamigen Bühnenstück von Franz von Schoenthan und Gustav Kadelburg unter anderem mit der unvergessenen, bärbeißig-komischen Adele Sandrock, stand sie für Herbert Selpins Komödie "Ein idealer Gatte"3) (1935) vor der Kamera, kümmerte sich jetzt zunehmend um Sohn Peter Bosse, der zum Kinderstar avancierte. In der Tragikomödie "Das Gässchen zum Paradies"1) (1936) waren beide gemeinsam zu sehen, Sohn Peter als ein aus einem Waisenhaus ausgerissener niedlicher Frechdachs, der sich mit dem armen Hundefänger Tobias Haslinger (Hans Moser) anfreundet, Mutter Hilde als Ehefrau des Artisten Gustav (Willi Schur). Auch in Josef von Bákys Melodram "Die Frau am Scheidewege"3) (1938) mit dem Untertitel "Das Schicksal einer Ärztin" und Carmine Gallones, ganz auf Startenor Benjamino Gigli zugeschnittenem Streifen "Mutterlied"1) (1938) standen Mutter und Sohn gemeinsam vor der Kamera. Die Filmkarriere des im Nazi-Jargon als "Halbjude" bezeichneten Kinderstars Peter Bosse – seine Mutter gehörte der jüdischen Gemeinschaft an – war Ende der 1930er Jahre ebenso wie die seiner Mutter abrupt zu Ende.
Nach Kriegsende musste Hilde Maroff, da ihr Mann gefallen war, allein für die drei Kinder sorgen. Sie betätigte sich als Regisseurin an der "Berliner Märchenbühne" und leitete das "Kinder-Schauspielstudio". Außerdem spielte sie kleine Rollen am "Theater am Schiffbauerdamm" – dort auch mit ihren Kindern Peter und Barbara – sowie am "Schillertheater"; Tochter Barbara arbeitete unter anderem mit der Tänzerin und Choreografin Mary Wigman3) zusammen.

Hilde Maroff starb am 15. September 1984 im Alter von 80 Jahren nach langer, schwerer Krankheit in ihrer Geburtsstadt Berlin; die letzte Ruhe fand sie auf dem dortigen "Dorotheenstädtischen Friedhof".
Quelle (unter anderem): Wikipedia, www.cyranos.ch
Link: 1) filmportal.de, 2) Kurzportrait innerhalb dieser HP, 3) Wikipedia
Lizenz Foto Hildegard Maroff (Urheber: Alexander Binder): Diese Bild- oder Mediendatei ist gemeinfrei, weil ihre urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist. Dies gilt für die Europäische Union, die Vereinigten Staaten, Australien und alle weiteren Staaten mit einer gesetzlichen Schutzfrist von 70 Jahren nach dem Tod des Urhebers.
Filme
Filmografie bei der Internet Movie Database sowie filmportal.de
(Link: filmportal.de, Wikipedia)
Stummfilme
  • 1922/23: Pömperlis Kampf mit dem Schneeschuh
  • 1925: Der Bastard
  • 1926: Kubinke, der Barbier, und die drei Dienstmädchen
  • 1926: Der Liebe Lust und Leid
  • 1927: Die Piraten der Ostseebäder
  • 1927: Schwester Veronika
  • 1927: Der Soldat der Marie
  • 1927: Acht Akte aus dem Leben lediger Leute
  • 1927: Der Kavalier vom Wedding
  • 1927: Liebelei
  • 1927: Das Erwachen des Weibes
  • 1927: Schwere Jungs – leichte Mädchen
  • 1927: Versiegelte Lippen / Förseglade Läppar
  • 1927: Männer vor der Ehe
  • 1928: Schenk mir das Leben / Die Tränen der Ungeborenen
  • 1928: Er geht rechts – Sie geht links!
  • 1929: Die Heiratsfalle
  • 1928: Freiwild / Der Leidensweg der Anna Riedel
  • 1928: Notschrei hinter Gittern
  • 1928: Fräulein Chauffeur
Noch: Stummfilme
  • 1928: Ossi hat die Hosen an / Abenteuer eines Unterrocks
  • 1928: Die drei Frauen von Urban Hell
  • 1929: Straßenbekanntschaften / Známosti z ulice
  • 1929: Mutterliebe
  • 1929: Die lustigen Vagabunden

Tonfilme

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