Die Schauspielerin mit dem Künstlernamen Iwa Wanja wurde am 10. Oktober 1905 als Iwanka Jana Kiewa im südbulgarischen Karnobat geboren; über den familiären Hintergrund ist nichts bekannt. Seit Mitte der 1920er Jahre war sie in Berlin beim Film aktiv, gab ihr Leinwanddebüt mit einer Nebenrolle in Erich Schönfelders Komödie "Luxusweibchen"1) (1925) an der Seite der Titelheldin Lee Parry. Mit weiteren Haupt- und Nebenrollen konnte sie sich in der Stummfilmszene etablieren, mimte unter anderem die Frieda in Berthold Viertels hochgelobtem, der "Neuen Sachlichkeit" zuzuschreibendem Streifen "K 13 513. Die Abenteuer eines Zehnmarkscheines"2) (1926), der heute als verschollen gilt. Iwa Wanja zeigte sich in Literatur-Adaptionen wie "Die sieben Töchter der Frau Gyurkovics"3) (1926), Kinderfilmen wie "Sieg der Jugend"3) (1927) oder Lustspielen wie "Die große Pause"2) (1927), wo sie an der Seite von Protagonistin Henny Porten die Komtess Ina Wildborn mimte, die schließlich mit Ottokar Graf Torgstädt (Walter Slezak) ihr Glück findet.
Als feurige Polin Marga tauchte sie in E. W. Emos Posse "Polnische Wirtschaft" (1928) auf, gedreht nach der gleichnamigen Operette2) von Jean Gilbert. Zu ihren letzten Arbeiten für den Stummfilm zählte das von Adolf Trotz inszenierte Melodram "Das Recht der Ungeborenen"4) (1929), mit dem der Regisseur auf den Geburtenrückgang aufmerksam machen wollte.
 

Iwa Wanja fotografiert vor 1929 von Alexander Binder1) (1888 – 1929)
Quelle: www.cyranos.ch; Angaben zur Lizenz siehe hier

Iwa Wanja fotografiert vor 1929 von Alexander Binder (1888  1929); Quelle: www.cyranos.ch
Im Tonfilm konnte Iwa Wanja mit der Komödie "Der keusche Josef"3) (1930) zwar Fuß fassen, musste sich dann jedoch mit dem kleinen Part eines Manikürefräuleins in der frühen Wallace-Verfilmung "Der Zinker"2) 1931) zufrieden geben. Danach trat sie nach längerer Pause nur noch sporadisch vor die Kamera, zeigte sich unter anderem als Sängerin Tamara Pinelli in Detlef Siercks Musikfilm "Das Hofkonzert"2) (1936), spielte mit Zarah Leander in dem Melodram "Zu neuen Ufern"2) (1937). Nach den Produktionen "Urlaub auf Ehrenwort"2) (1937) und "War es der im 3. Stock?"4) (1939) beendete sie vorerst ihre Leinwandkarriere und übernahm erst nach Kriegsende wieder vereinzelt kleinere Aufgaben als Filmschauspielerin. Hauptsächlich verlagerte sie ihre Aktivitäten jedoch auf das Schreiben von Drehbüchern und Libretti, so verfasste sie unter anderem die Szenarien zu der Serie "Jedermannstraße 11" (1962/63) → fernsehserien.de.
 
Iwa Wanja, die parallel zu ihrer Tätigkeit als Filmschauspielerin in den 1930er Jahren verschiedene (Film-)Schlager auf Schellackplatte aufnahm, war seit 1943 mit Musiker und Komponisten Norbert Schultze2) (1911 – 2002) verheiratet, dem auch die Melodie zu dem Klassiker "Lili Marleen"2) zu verdanken ist. Aus der Verbindung – für Schultze war es die zweite Ehe – gingen mehrere Kinder hervor, unter ihnen der Komponist, Arrangeur, Keyboarder und Musikproduzent Kristian Schultze2) (1945 – 2011).

Iwa Wanja, verheiratete Schultze, starb am 26. Juni 1991 im Alter von 85 Jahren in Berlin.
In den 1930er Jahren soll sie eine erfolgreiche Reiterin gewesen sein, die zahllose Preise gewann.
Quellen: Wikipedia, www.cyranos.ch
Fotos bei www.virtual-history.com
Link: 1) filmportal.de, 2) Wikipedia, 3) Murnau Stiftung, 4) filmportal.de
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(Link: filmportal.de, Wikipedia, Murnau Stiftung)
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