Werner Pittschau wurde am 24. März 1902 in Berlin geboren. Er war der Sohn des deutschen Theaterschauspielers Ernst Pittschau sen.*) (1859 – 1916) und dessen Wiener Ehefrau, der Theatermimin Hilda Pittschau-Hofer (1873 – 1961), sein älterer Stiefbruder Ernst Pittschau1) (1883 – 1951) machte sich ebenfalls im Stummfilm, aber auch auf der Bühne einen Namen.
Nach der Schulausbildung besuchte Pittschau zunächst eine Kadettenschule in Wien, da er Offizier werden wollte, wandte sich dann nach dem politischen Wechsel in Österreich bzw. dem 1. Weltkrieg einer kaufmännischen Ausbildung zu, um sich schließlich für den Beruf des Schauspielers zu entscheiden. Ein erstes Engagement erhielt er 1919 nach einer kurzen Schauspielausbildung als jugendlicher Liebhaber am "Deutschen Landestheater" in Prag, Verpflichtungen an weiteren tschechischen, deutschen und österreichischen Bühnen schlossen sich an.
Zum Film kam Pittschau Mitte der 1920er Jahre durch die Stummfilmstars Erika Glässner1) (1890 – 1959) und Hans Junkermann1) (1872 – 1943), sein Leinwanddebüt gab er 1925 mit kleinen Rollen in den stummen Streifen "Die Anne-Liese von Dessau" und "Die eiserne Braut". Bald betraute man ihn mit größeren Aufgaben und der blenden aussehende Pittschau avancierte zu einem vielbeschäftigten Darsteller, wurde in deutschen und österreichischen Produktionen oft als Film-Sohn oder mit Figuren in schmucker Uniform besetzt.
  

Foto: Werner Pittschau um 1928
Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander Binder2) (1888 – 1929)
Quelle: Wikipedia; Ross-Karte Nr. 1627/1 (Ausschnitt)
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Werner Pittschau um 1928; Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander Binder) (1888 – 1929); Quelle: Wikipedia; Ross-Karte Nr. 1627/1 (Ausschnitt)
Werner Pittschau um 1928; Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander Binder (1888 – 1929); Quelle: www.virtual-history.com; Ross-Karte Nr. 2057/1 1926 mimte er in Carl Boeses Melodram "Die letzte Droschke von Berlin"2) den arbeitslosen Sohn des Protagonisten bzw. des alten Droschkenkutschers Gottlieb Lüdecke (Lupu Pick), in Bruno Rahns Literaturadaption "Dirnentragödie"2) (1927) überzeugte er Publikum und Kritiker an der Seite der legendären Asta Nielsen mit der Rolle des Studenten Felix, der von der alternden Prostituierten Auguste (Nielsen) auf der Straße aufgelesen und in ihrer Wohnung aufgenommen wird. Als fescher Leutnant der bayrischen Alpenjäger machte er in "Die Kaiserjäger" (1928) eine gute Figur, tauchte als Prinz Emanuel Johannes in Max Neufelds heiteren Verwechslungsgeschichte "Die beiden Seehunde" (1928, auch: Seine Hoheit der Dienstmann) neben Hans Junkermann in der Doppelrolle des Dienstmanns Heßdörfer bzw. des Großherzogs Christians auf. Mit Max Neufeld drehte er auch einen seiner letzten Filme, die mit Zwischentiteln aufwartende Stummfilm-Operette "Erzherzog Johann"3) (1928; Verleihtitel Deutschland: "Herzog Hansl"), mit der der Regisseur dem "volksverbundenen" Erzherzog Johann von Österreich2) (1782 – 1859) ein Denkmal setzte, und gab den Grafen Ferdinand Prokesch an der Seite des Titelhelden Igo Sym1) (1896 – 1941).
 
Werner Pittschaus vielversprechende Filmkarriere wurde durch einen tödlichen Autounfall jäh beendet, er starb am 28. Oktober 1928 mit nur 26 Jahren in seiner Geburtsstadt Berlin.
 
Foto: Werner Pittschau um 1928
Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander Binder2) (1888 – 1929)
Quelle: www.virtual-history.com; Ross-Karte Nr. 2057/1
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Quellen: Wikipedia sowie www.cyranos.ch
Fotos bei www.virtual-history.com
*) Ludwig Eisenberg: Großes biographisches Lexikon der Deutschen Bühne im XIX. Jahrhundert (Verlag von Paul List, Leipzig 1903); Digitalisiert: Ernst Pittschau: S. 772,
Link: 1) Kurzportrait innerhalb dieser HP,  2) Wikipedia, 3) www.stummfilm.at
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Stummfilme
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